Inhaltsverzeichnis
- Einordnung und Zielsetzung
- Zielgruppe
- Voraussetzungen
- Lernziele
- Seminarinhalte
- Praxisübungen
- Technische Arbeitsmittel
Einordnung und Zielsetzung
Das Seminar behandelt die Fähigkeit eines EdgeLock-basierten Geräts, Angriffe und Fehlzustände zu erkennen, ihren Wirkungsbereich zu begrenzen und kontrolliert in einen vertrauenswürdigen Betriebszustand zurückzukehren. Secure Boot wird dabei um Laufzeitschutz, Zustandsprüfung, Ereignisbehandlung und Wiederherstellung ergänzt.
Die konkrete Verfügbarkeit einzelner Schutzmechanismen hängt von Zielplattform und Software-Stack ab. Daher wird ein portables Resilienzmodell erarbeitet, das Enclave-Dienste, Host-Maßnahmen, Update-Infrastruktur und Betriebsüberwachung klar trennt.
Die angesetzte Dauer von 2 Tagen ist erforderlich, weil die Inhalte von „Resilienzmodell und kritische Zustände“ bis „Resilienztests und Betriebskennzahlen“ fachlich aufeinander aufbauen und in 5 praktischen Arbeitsszenarien geprüft werden. Eine stärkere Kürzung würde entweder die sichere Konfiguration oder die notwendigen Positiv-, Negativ- und Wiederanlauftests verdrängen.
Zielgruppe
- Embedded-Sicherheitsentwickler
- Systemarchitekten für langlebige Feldgeräte
- Firmware- und Update-Verantwortliche
- Incident-Response- und Produktbetriebsteams
Voraussetzungen
Grundkenntnisse in Secure Boot, Firmware-Update und Embedded-Diagnose. Erfahrungen mit Fehlerzuständen, Watchdogs oder sicherheitsgerichteten Zustandsautomaten sind hilfreich.
Lernziele
- Prävention, Erkennung, Eindämmung und Wiederherstellung als Resilienzkette planen
- vertrauenswürdige Laufzeitzustände und kritische Sicherheitsereignisse definieren
- Enclave- und Host-Verantwortlichkeiten bei Fehlern sauber trennen
- Recovery-Images, Anti-Rollback und sichere Konfiguration miteinander verbinden
- Diagnosedaten ohne Preisgabe von Schutzwerten bereitstellen
- Negativtests und Betriebskennzahlen für Cyber-Resilienz festlegen
Seminarinhalte
1. Resilienzmodell und kritische Zustände
- Schritt 1: Schadensklassen für Integrität, Verfügbarkeit, Identität und Vertraulichkeit bestimmen.
- Schritt 2: zulässige und unzulässige Gerätezustände als Zustandsmaschine darstellen.
- Schritt 3: Erkennungs- und Reaktionszeiten für kritische Ereignisse festlegen.
- Schritt 4: Recovery-Ziele mit Produktfunktion und Sicherheitsniveau abstimmen.
2. Laufzeit-Vertrauen und Schutzgrenzen
- Schritt 1: Boot-Vertrauen von fortlaufender Laufzeitintegrität abgrenzen.
- Schritt 2: kritische Host-Komponenten, privilegierte Dienste und Enclave-Aufrufe inventarisieren.
- Schritt 3: Schlüssel- und Session-Lebensdauer auf Fehler- und Neustartszenarien abstimmen.
- Schritt 4: unsichere Fallback-Pfade und unkontrollierte Debug-Möglichkeiten entfernen.
3. Ereignisse, Status und sichere Telemetrie
- Schritt 1: sicherheitsrelevante Ereignisse nach Ursache, Schweregrad und Reaktion klassifizieren.
- Schritt 2: Fehlercodes, Boot-Status, Update-Status und Lebenszyklusinformationen korrelieren.
- Schritt 3: Diagnoseinformationen minimieren und gleichzeitig betriebliche Auswertung ermöglichen.
- Schritt 4: Manipulationsschutz und Zugriffskontrolle für lokale und entfernte Protokolle planen.
4. Eindämmung und kontrollierter Degradationsmodus
- Schritt 1: betroffene Funktionen isolieren und unnötige Schlüsseloperationen sperren.
- Schritt 2: sichere Minimalfunktion für Kommunikation, Wartung oder Abschaltung definieren.
- Schritt 3: wiederholte Fehlversuche, Sperrzeiten und Rate-Limits festlegen.
- Schritt 4: Fail-secure- und Fail-operational-Entscheidungen je Produktfunktion dokumentieren.
5. Recovery, Update und Anti-Rollback
- Schritt 1: vertrauenswürdiges Recovery-Image und dessen Schlüsselpfad bestimmen.
- Schritt 2: Versionszähler, Freigabestatus und Downgrade-Schutz abstimmen.
- Schritt 3: unterbrochene Updates und beschädigte Speichermedien behandeln.
- Schritt 4: Rückkehr in den Normalbetrieb an messbare Integritätsprüfungen binden.
6. RMA und Feldreaktion
- Schritt 1: lokale Wiederherstellung, Remote-Recovery und Rücksendung unterscheiden.
- Schritt 2: Geräteidentität und forensische Informationen bei Austausch oder Reparatur schützen.
- Schritt 3: Sperrung, Ersatzcredential und erneute Inbetriebnahme koordinieren.
- Schritt 4: Rollen, Freigaben und Nachweise für sicherheitskritische Wartung festlegen.
7. Resilienztests und Betriebskennzahlen
- Schritt 1: Fehler injizieren, Kommunikationsabbrüche und manipulierte Images simulieren.
- Schritt 2: erwartete Reaktion und maximalen Datenverlust vorab definieren.
- Schritt 3: Wiederherstellungszeit, Fehlversuchsrate und Update-Erfolg messbar machen.
- Schritt 4: Testergebnisse in Härtungsmaßnahmen und Freigabekriterien überführen.
Praxisübungen
- Entwurf einer Zustandsmaschine für Normalbetrieb, Quarantäne und Recovery
- Simulation fehlerhafter Boot- und Update-Szenarien
- Definition einer sicheren Ereignis- und Telemetriestruktur
- Aufbau eines kontrollierten Recovery-Pfads mit Anti-Rollback-Prüfung
- Erstellung eines Negativtestkatalogs für Feldgeräte
Technische Arbeitsmittel
- NXP-Zielplattform und geeignete Boot- beziehungsweise Update-Beispiele
- Serielle Konsole, Debugger und kontrollierte Fehler-Injektion
- Testimages mit gültigen, ungültigen und veralteten Versionen
- Vorlagen für Zustandsmodell, Ereigniskatalog und Recovery-Entscheidungen
Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt. Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Embedded-Sicherheitsentwickler; Systemarchitekten für langlebige Feldgeräte; Firmware- und Update-Verantwortliche; Incident-Response- und Produktbetriebsteams |
| Voraussetzungen: | Grundkenntnisse in Secure Boot, Firmware-Update und Embedded-Diagnose. Erfahrungen mit Fehlerzuständen, Watchdogs oder sicherheitsgerichteten Zustandsautomaten sind hilfreich. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, schrittweise Konfiguration, praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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