Inhaltsverzeichnis
- Einordnung und Zielsetzung
- Zielgruppe
- Voraussetzungen
- Lernziele
- Seminarinhalte
- Praxisübungen
- Technische Arbeitsmittel
Einordnung und Zielsetzung
Im Mittelpunkt steht die technische Architektur der EdgeLock Secure Enclave als isolierte Vertrauensbasis innerhalb eines NXP-Systems. Behandelt werden Schutzgrenzen, Vertrauensanker, Boot-Vertrauen, kryptografische Dienste und die kontrollierte Zusammenarbeit mit Anwendungssoftware.
Die Architektur wird nicht als Sammlung einzelner Sicherheitsfunktionen betrachtet, sondern als zusammenhängendes Modell aus Assets, Angreifern, Lebenszykluszuständen, Schlüsselmaterial, Kommunikationspfaden und Fehlerreaktionen. Plattformabhängige Unterschiede werden ausdrücklich gekennzeichnet, damit Konzepte nicht unzulässig von einer Baureihe auf eine andere übertragen werden.
Die angesetzte Dauer von 2 Tagen ist erforderlich, weil die Inhalte von „Assets, Angreifer und Vertrauensgrenzen“ bis „Referenzarchitektur für ein Serienprodukt“ fachlich aufeinander aufbauen und in 5 praktischen Arbeitsszenarien geprüft werden. Eine stärkere Kürzung würde entweder die sichere Konfiguration oder die notwendigen Positiv-, Negativ- und Wiederanlauftests verdrängen.
Zielgruppe
- Embedded- und Firmware-Entwickler
- System- und Sicherheitsarchitekten
- Technical Leads für MCU-, Crossover- und i.MX-Projekte
- Integratoren sicherheitskritischer Geräte
Voraussetzungen
Grundkenntnisse in Embedded-Systemen, Boot-Prozessen und asymmetrischer Kryptografie. Erfahrung mit einer NXP-Entwicklungsplattform ist hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich.
Lernziele
- Schutzgrenzen und Verantwortlichkeiten der Secure Enclave sicher einordnen
- Hardware Root of Trust, Boot-Vertrauen und Gerätezustand in einem Gesamtmodell verbinden
- Anwendungsprozessor, Secure Enclave, Speicher und externe Dienste sauber voneinander abgrenzen
- geeignete Schlüssel- und Servicepfade für ein konkretes Produkt entwerfen
- plattformabhängige Capability Profiles in Architekturentscheidungen berücksichtigen
- typische Fehlannahmen bei Isolation, Schlüsselzugriff und Debug-Zuständen erkennen
Seminarinhalte
1. Assets, Angreifer und Vertrauensgrenzen
- Schritt 1: Schutzwerte wie Firmware, Geräteidentität, Produktionsgeheimnisse und Nutzdaten erfassen.
- Schritt 2: Angriffsflächen von Boot-Medien, Debug-Schnittstellen, Kommunikationskanälen und Updates zuordnen.
- Schritt 3: Vertrauensgrenzen zwischen Host, Enclave, externem Speicher und Backend markieren.
- Schritt 4: Sicherheitsannahmen dokumentieren und auf technische Prüfpunkte abbilden.
2. Bausteine der Secure-Enclave-Architektur
- Schritt 1: isolierte Rechen- und Speicherbereiche sowie deren Aufgaben unterscheiden.
- Schritt 2: Mailbox-, Messaging- oder API-basierte Kommunikationswege der Zielplattform einordnen.
- Schritt 3: geschützte Schlüsselobjekte, monotone Zustände und kryptografische Dienste zuordnen.
- Schritt 4: Host-Software so abgrenzen, dass keine geheimen Schlüssel im normalen Adressraum benötigt werden.
3. Hardware Root of Trust und Vertrauenskette
- Schritt 1: unveränderliche Startpunkte und konfigurierbare Vertrauensanker unterscheiden.
- Schritt 2: Signaturprüfung, Hash-Bindung und Schlüsselhierarchien in einer Boot-Vertrauenskette verbinden.
- Schritt 3: Gerätekonfiguration und Lebenszyklus als Teil der Vertrauensentscheidung berücksichtigen.
- Schritt 4: Vertrauenskette anhand eines vereinfachten Images und einer Schlüsselhierarchie nachvollziehen.
4. Capability Profiles und Plattformgrenzen
- Schritt 1: Core- und Advanced-Funktionsumfang auf die benötigten Sicherheitsziele beziehen.
- Schritt 2: MCU-, Crossover- und Anwendungsprozessor-Szenarien getrennt bewerten.
- Schritt 3: verfügbare Dienste, Speicherpfade und Software-Stacks pro Zielplattform erfassen.
- Schritt 4: eine Architekturentscheidung mit begründeten Muss-, Soll- und Kann-Kriterien erstellen.
5. Schlüssel, Services und Zugriffskontrolle
- Schritt 1: Schlüssel nach Herkunft, Zweck, Lebensdauer und Exportierbarkeit klassifizieren.
- Schritt 2: Serviceaufrufe mit Session, Berechtigung, Schlüsselattributen und Ergebnisstatus verbinden.
- Schritt 3: temporäre und persistente Objekte sowie geschützte NVM-Nutzung unterscheiden.
- Schritt 4: eine minimale Berechtigungsmatrix für Boot, Anwendung, Update und Service entwerfen.
6. Lebenszyklus, Debug und Fehlerzustände
- Schritt 1: Entwicklungs-, Produktions- und Rückführungszustände als Sicherheitszustandsmaschine beschreiben.
- Schritt 2: Fuse- und Konfigurationsentscheidungen auf Reversibilität und Ausfallwirkung prüfen.
- Schritt 3: Secure Debug mit Freigabe, Authentisierung, Protokollierung und zeitlicher Begrenzung modellieren.
- Schritt 4: Fehlerreaktionen so planen, dass Diagnose möglich bleibt, ohne Schutzwerte offenzulegen.
7. Referenzarchitektur für ein Serienprodukt
- Schritt 1: Produktanforderungen in Sicherheitsdienste und Vertrauensanker übersetzen.
- Schritt 2: Boot, Provisionierung, Laufzeit, Update und Backend-Anbindung in einem Datenfluss verbinden.
- Schritt 3: Verantwortlichkeiten für Entwicklung, Fertigung und Betrieb festlegen.
- Schritt 4: die Architektur durch Missbrauchsfälle und Negativtests überprüfen.
Praxisübungen
- Erstellung eines Asset- und Trust-Boundary-Diagramms für ein Beispielgerät
- Zuordnung von Schlüsseln und Sicherheitsdiensten zu Host, Enclave und Backend
- Entwurf einer Boot- und Provisionierungs-Vertrauenskette
- Prüfung einer fehlerhaften Architektur mit zu weitreichenden Schlüsselrechten
- Ausarbeitung einer plattformspezifischen Referenzarchitektur
Technische Arbeitsmittel
- NXP-Evaluierungsboard oder vergleichbare Zielplattform
- MCUXpresso SDK beziehungsweise Linux- und U-Boot-Umgebung abhängig von der Plattform
- Build-Werkzeuge, serielle Konsole und Debugger
- Beispielkonfigurationen für Secure Boot, Schlüsselobjekte und Serviceaufrufe
Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt. Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Embedded- und Firmware-Entwickler; System- und Sicherheitsarchitekten; Technical Leads für MCU-, Crossover- und i.MX-Projekte; Integratoren sicherheitskritischer Geräte |
| Voraussetzungen: | Grundkenntnisse in Embedded-Systemen, Boot-Prozessen und asymmetrischer Kryptografie. Erfahrung mit einer NXP-Entwicklungsplattform ist hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, schrittweise Konfiguration, praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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