Der Intensivpfad bündelt Anwenderarbeit, Datenintegration, Wissensgraph, Risikoanalyse, Szenarien, Maßnahmen, operativen Radar-Betrieb, ESG-Monitoring und datensouveräne Zusammenarbeit.
Von der Aufnahme der Lieferkettendaten bis zur operativen und strategischen Reaktion auf Krisen entsteht ein geschlossenes Resilienzprogramm. Ein mehrtägiger Capstone verbindet Einkauf, Logistik, Risiko, IT und Governance.
Lernziele
- Teilnehmende können Supply Chain Radar sicher bedienen und administrativ einordnen.
- Teilnehmende können Lieferanten-, Standort- und Stücklistendaten integrieren.
- Teilnehmende können Abhängigkeiten und Bottlenecks als Wissensgraph modellieren.
- Teilnehmende können Ereignisse, Risikoscores und Szenarien belastbar bewerten.
- Teilnehmende können Maßnahmen und ESG-Nachweise kontrolliert steuern.
- Teilnehmende können Datenraum- und Trusted-Analytics-Bausteine für Partnerkooperation einbinden.
Inhaltsübersicht
- Kapitel 1: Supply Chain Radar bedienen und Arbeitsabläufe verstehen
- Kapitel 2: Stamm-, Stücklisten- und Lieferantendaten integrieren
- Kapitel 3: Ereignisse und Signale überwachen
- Kapitel 4: Stücklisten- und Lieferantennetz als Wissensgraph modellieren
- Kapitel 5: Risiken kalibrieren und priorisieren
- Kapitel 6: Szenarien und Was-wäre-wenn-Analysen entwickeln
- Kapitel 7: Maßnahmen auswählen, steuern und nachverfolgen
- Kapitel 8: Rollen, Konfiguration und Betrieb des Radars organisieren
- Kapitel 9: ESG- und Sorgfaltsrisiken in Lieferketten strukturieren
- Kapitel 10: Nachweise, Kennzahlen und Berichte aufbauen
- Kapitel 11: Trusted Data Hub und vertrauliche Zusammenarbeit verstehen
- Kapitel 12: Integrierten Praxisfall planen und präsentieren
- Praxisfall
- Zielgruppe
- Voraussetzungen
Kapitel 1: Supply Chain Radar bedienen und Arbeitsabläufe verstehen
Das Frühwarnsystem verbindet Ereignisse, Lieferanten, Standorte, Komponenten, Risiken und Maßnahmen in einem priorisierten Arbeitsablauf.
- Schritt 1: Dashboard, Karten-, Listen- und Detailansichten einordnen.
- Schritt 2: Lieferanten, Standorte, Materialien und Risikofälle als Arbeitsobjekte verstehen.
- Schritt 3: Filter, Sichten, Abonnements und persönliche Arbeitslisten konfigurieren.
- Schritt 4: Warnungen prüfen, bewerten, zuweisen und kommentieren.
- Schritt 5: Maßnahmenstatus und Entscheidungsnachweis bis zum Abschluss pflegen.
Praxisaufgabe: Ein Warnfall wird vom Eingang bis zur dokumentierten Bearbeitung vollständig durchgespielt.
Kapitel 2: Stamm-, Stücklisten- und Lieferantendaten integrieren
Zuverlässige Risikoanalysen benötigen konsistente Identitäten, Standorte, Stücklisten, Zuordnungen und Aktualisierungsprozesse.
- Schritt 1: Quellsysteme, Verantwortliche, Formate und Aktualisierungszyklen inventarisieren.
- Schritt 2: Schlüssel, Einheiten, Hierarchien und Referenzen auf ein Zielmodell abbilden.
- Schritt 3: Validierungs-, Dubletten- und Plausibilitätsregeln definieren.
- Schritt 4: Erstimport, Delta-Aktualisierung und Fehlerwarteschlange organisieren.
- Schritt 5: Datenqualität mit Kennzahlen, Verantwortlichkeit und Korrekturprozess betreiben.
Praxisaufgabe: Ein Importmapping für Lieferanten, Standorte und Stücklisten wird erstellt und mit Fehlerfällen geprüft.
Kapitel 3: Ereignisse und Signale überwachen
Globale Ereignisse werden erst handlungsrelevant, wenn Quellen, Regionen, Kategorien und Unternehmensbezug sinnvoll gefiltert und gewichtet sind.
- Schritt 1: Relevante Ereigniskategorien und geografische Räume je Lieferkette definieren.
- Schritt 2: Quellenqualität, Aktualität, Dubletten und widersprüchliche Signale bewerten.
- Schritt 3: Filter, Abonnements und Schwellenwerte auf Verantwortungsbereiche zuschneiden.
- Schritt 4: Ereignis mit Lieferanten, Standorten und Komponenten in Beziehung setzen.
- Schritt 5: False Positives und übersehene Ereignisse systematisch zur Kalibrierung nutzen.
Praxisaufgabe: Ein Monitoring-Profil wird für eine konkrete Beschaffungsregion konfiguriert und getestet.
Kapitel 4: Stücklisten- und Lieferantennetz als Wissensgraph modellieren
Bottlenecks werden sichtbar, wenn Produkte, Komponenten, Materialien, Lieferanten, Standorte und Alternativen als Beziehungen modelliert sind.
- Schritt 1: Relevante Ebenen und Tiefen der Stückliste festlegen.
- Schritt 2: Material-, Lieferanten-, Standort- und Transportdaten bereinigen und verknüpfen.
- Schritt 3: Abhängigkeiten, Single Sources, Alternativen und Substitutionsregeln modellieren.
- Schritt 4: Kritische Knoten mit Geschäfts- und Versorgungswirkung kennzeichnen.
- Schritt 5: Graphänderungen, Versionen und Datenqualität laufend kontrollieren.
Praxisaufgabe: Für ein Beispielprodukt wird ein mehrstufiger Komponenten- und Lieferantengraph aufgebaut.
Kapitel 5: Risiken kalibrieren und priorisieren
Risikoscoring verbindet Eintrittssignal, Betroffenheit, Kritikalität, zeitliche Wirkung und vorhandene Gegenmaßnahmen.
- Schritt 1: Wahrscheinlichkeit, Auswirkung, Dringlichkeit und Datenvertrauen als Dimensionen definieren.
- Schritt 2: Kritikalität von Material, Lieferant, Standort und Kunde berücksichtigen.
- Schritt 3: Quellen- und Ereignisgewichtung nachvollziehbar konfigurieren.
- Schritt 4: Ampeln, Schwellenwerte und Prioritätsklassen mit Eskalationsregeln verbinden.
- Schritt 5: Bewertungen anhand vergangener Fälle und aktueller Rückmeldungen kalibrieren.
Praxisaufgabe: Mehrere Warnfälle werden bewertet, priorisiert und mit einer begründeten Eskalationsstufe versehen.
Kapitel 6: Szenarien und Was-wäre-wenn-Analysen entwickeln
Szenarien machen Wirkungsketten sichtbar und unterstützen Entscheidungen unter Unsicherheit.
- Schritt 1: Auslöser, Dauer, Reichweite und Annahmen eines Szenarios festlegen.
- Schritt 2: Betroffene Knoten, Produkte, Kunden und Prozesse über den Graphen ermitteln.
- Schritt 3: Alternative Routen, Lieferanten, Bestände und Produktionspläne modellieren.
- Schritt 4: Auswirkungen auf Kosten, Servicegrad, Umsatz und Emissionen vergleichen.
- Schritt 5: Entscheidungsschwellen und vorbereitete Reaktionspläne ableiten.
Praxisaufgabe: Eine Hafenstörung wird als Szenario mit Alternativen und Entscheidungspunkten simuliert.
Kapitel 7: Maßnahmen auswählen, steuern und nachverfolgen
Ein Frühwarnsystem ist nur wirksam, wenn Risiken in konkrete Entscheidungen, Verantwortlichkeiten und kontrollierte Maßnahmen übersetzt werden.
- Schritt 1: Handlungsoptionen wie Alternativquelle, Sicherheitsbestand, Rerouting und Priorisierung sammeln.
- Schritt 2: Wirkung auf Kosten, Servicegrad, Qualität, Zeit und Nachhaltigkeit vergleichen.
- Schritt 3: Entscheidung, Verantwortliche, Frist und Abhängigkeiten dokumentieren.
- Schritt 4: Umsetzung und Rest-Risiko mit Status und Nachweisen überwachen.
- Schritt 5: Wirksamkeit nach Abschluss bewerten und Maßnahmenbibliothek verbessern.
Praxisaufgabe: Für einen kritischen Lieferantenausfall wird ein abgestufter Maßnahmenplan erstellt.
Kapitel 8: Rollen, Konfiguration und Betrieb des Radars organisieren
Ein stabiler Betrieb verbindet Rollen, Schwellenwerte, Benachrichtigungen, Datenpflege, Support und kontinuierliche Kalibrierung.
- Schritt 1: Benutzer-, Rollen- und Verantwortungsmodell für Einkauf, Logistik, Risiko und Management festlegen.
- Schritt 2: Filter, Warnprofile, Schwellenwerte und Eskalationsketten administrieren.
- Schritt 3: Datenimporte, Aktualisierungen und Qualitätskontrollen überwachen.
- Schritt 4: Störungen, Fehlalarme, Änderungswünsche und Releases strukturiert bearbeiten.
- Schritt 5: Nutzungs-, Qualitäts- und Wirksamkeitskennzahlen regelmäßig auswerten.
Praxisaufgabe: Ein Betriebsmodell mit Rollen, Supportweg, Pflegekalender und Kennzahlen wird erstellt.
Kapitel 9: ESG- und Sorgfaltsrisiken in Lieferketten strukturieren
ESG-Monitoring benötigt eine organisationsspezifische Risikotaxonomie, klare Zuständigkeiten und nachvollziehbare Prüf- und Maßnahmenprozesse. Das Seminar ersetzt keine Rechtsberatung.
- Schritt 1: Relevante Umwelt-, Sozial- und Governance-Risikofelder für Produkte und Regionen bestimmen.
- Schritt 2: Lieferanten, Standorte, Materialien und Warengruppen den Risikofeldern zuordnen.
- Schritt 3: Hinweise, Quellen, Selbstauskünfte und Nachweise nach Vertrauensgrad bewerten.
- Schritt 4: Prüfung, Priorisierung, Maßnahme und Eskalation als Prozess gestalten.
- Schritt 5: Grenzen der Bewertung, offene Annahmen und erforderliche Fachprüfung dokumentieren.
Praxisaufgabe: Eine Risikomatrix wird für eine ausgewählte Warengruppe mit Prüf- und Eskalationsweg aufgebaut.
Kapitel 10: Nachweise, Kennzahlen und Berichte aufbauen
Nachvollziehbare Berichte entstehen aus definierten Datenquellen, Kontrollen, Verantwortlichkeiten und einer belastbaren Auditspur.
- Schritt 1: Berichtsadressaten, Kennzahlen, Perioden und Nachweisbedarf festlegen.
- Schritt 2: Datenquellen, Berechnungslogik und Qualitätskontrollen dokumentieren.
- Schritt 3: Ausnahmen, Schätzungen, fehlende Daten und Korrekturen transparent behandeln.
- Schritt 4: Maßnahmenfortschritt und Wirksamkeit mit verantwortlichen Stellen verknüpfen.
- Schritt 5: Berichte reproduzierbar erzeugen, prüfen, freigeben und archivieren.
Praxisaufgabe: Ein prüfbarer Lieferketten-Risikobericht wird aus einem Beispielprozess abgeleitet.
Kapitel 11: Trusted Data Hub und vertrauliche Zusammenarbeit verstehen
Der Trusted Data Hub ermöglicht organisationsübergreifende Analysen, ohne Rohdaten allgemein offenzulegen. Geteilt werden kontrolliert erzeugte Ergebnisse.
- Schritt 1: Klassischen Datenaustausch, zentrale Analyse, föderiertes Lernen und geschützte Mehrparteienanalyse vergleichen.
- Schritt 2: Datenhoheit, Algorithmushoheit und Ergebnisfreigabe als getrennte Kontrollziele beschreiben.
- Schritt 3: Beteiligte Parteien, Datenbeiträge, Analysecode und Ergebnisempfänger identifizieren.
- Schritt 4: Geeignete Anwendungsfälle und Grenzen anhand des Schutzbedarfs bewerten.
- Schritt 5: Einen vereinfachten Analyseablauf von der Freigabe bis zur Ergebnisbereitstellung modellieren.
Praxisaufgabe: Ein sensibler Kooperationsfall wird auf Eignung für geschützte Mehrparteienanalyse geprüft.
Kapitel 12: Integrierten Praxisfall planen und präsentieren
Im Abschlussprojekt werden fachliche, technische, wirtschaftliche und organisatorische Bausteine zu einem konsistenten Lösungsvorschlag verbunden.
- Schritt 1: Ausgangslage, Ziele, Partner und Schutzbedarf des Praxisfalls strukturieren.
- Schritt 2: Use Case, Datenprodukte, Architektur, Policies und Betriebsmodell entwerfen.
- Schritt 3: Risiken, Kosten, Nutzen, Meilensteine und Erfolgskriterien dokumentieren.
- Schritt 4: Prototyp- oder Pilotumfang mit Test- und Freigabekriterien festlegen.
- Schritt 5: Lösungsvorschlag präsentieren, Einwände bearbeiten und nächste Schritte priorisieren.
Praxisaufgabe: Ein durchgängiges Lösungskonzept wird als Teamarbeit ausgearbeitet und fachlich verteidigt.
Praxisfall
Eine globale Lieferkette wird als Daten- und Risikomodell aufgebaut. Mehrere Krisenereignisse führen zu Szenarioanalyse, Maßnahmensteuerung, ESG-Nachweisen und einem integrierten Resilienzkonzept.
- Ausgangslage, Beteiligte, Daten und Entscheidungen strukturiert erfassen.
- Lösungsbausteine, Rollen, Kontrollen und Abhängigkeiten zu einem konsistenten Vorgehen verbinden.
- Ergebnis anhand fachlicher, technischer, wirtschaftlicher und organisatorischer Kriterien prüfen.
- Offene Punkte, Risiken und nächste Umsetzungsschritte priorisiert dokumentieren.
Zielgruppe
- Supply Chain Management
- Einkauf
- Logistik und Produktion
- Risikomanagement
- Supply-Chain-IT
- ESG-Verantwortung
- Business Continuity
Voraussetzungen
- Kenntnisse von Lieferketten, Lieferanten oder Stücklisten
- Grundverständnis von Risiko- und Maßnahmenprozessen
- hilfreich: Erfahrung mit ERP- oder Analysewerkzeugen
Fachbereichsleitung / Trainerleitung / Ansprechpersonen
-

Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 5 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 2.995 zzgl. MwSt. Inhaus: € 8.500 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Supply Chain Management, Einkauf, Logistik und Produktion, Risikomanagement, Supply-Chain-IT, ESG-Verantwortung, Business Continuity |
| Voraussetzungen: | Kenntnisse von Lieferketten, Lieferanten oder Stücklisten; Grundverständnis von Risiko- und Maßnahmenprozessen; hilfreich: Erfahrung mit ERP- oder Analysewerkzeugen |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System, strukturierte Fallarbeit |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhouse, Workshop - Präsenz mit Trainer vor Ort, Webinar nur bei ausdrücklicher Beauftragung |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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