Seminar ADVANEO Supply Chain Radar – Risikoanalyse und Maßnahmensteuerung

Der Schwerpunkt liegt auf der fachlichen Bewertung von Lieferkettenereignissen, Abhängigkeiten, Auswirkungen und wirksamen Gegenmaßnahmen.

Ereignisquellen, Stücklisten- und Lieferantengraph, Risikoscoring, Szenarien, Alternativen, Eskalationen und Wirksamkeitskontrolle werden in einem strukturierten Entscheidungsprozess verbunden.

Lernziele

  • Teilnehmende können relevante Ereignisse und Quellen systematisch bewerten.
  • Teilnehmende können Betroffenheit entlang von Stücklisten und Lieferantennetzen analysieren.
  • Teilnehmende können Risikoscores nachvollziehbar kalibrieren.
  • Teilnehmende können Was-wäre-wenn-Szenarien und Wirkungsketten entwickeln.
  • Teilnehmende können Maßnahmen nach Kosten, Zeit, Servicegrad und Rest-Risiko vergleichen.
  • Teilnehmende können Entscheidung, Umsetzung und Wirksamkeit nachverfolgen.

Inhaltsübersicht

  1. Kapitel 1: Ereignisse und Signale überwachen
  2. Kapitel 2: Stücklisten- und Lieferantennetz als Wissensgraph modellieren
  3. Kapitel 3: Risiken kalibrieren und priorisieren
  4. Kapitel 4: Szenarien und Was-wäre-wenn-Analysen entwickeln
  5. Kapitel 5: Maßnahmen auswählen, steuern und nachverfolgen
  6. Kapitel 6: Service Management und kontinuierliche Verbesserung verankern
  7. Praxisfall
  8. Zielgruppe
  9. Voraussetzungen

Kapitel 1: Ereignisse und Signale überwachen

Globale Ereignisse werden erst handlungsrelevant, wenn Quellen, Regionen, Kategorien und Unternehmensbezug sinnvoll gefiltert und gewichtet sind.

  1. Schritt 1: Relevante Ereigniskategorien und geografische Räume je Lieferkette definieren.
  2. Schritt 2: Quellenqualität, Aktualität, Dubletten und widersprüchliche Signale bewerten.
  3. Schritt 3: Filter, Abonnements und Schwellenwerte auf Verantwortungsbereiche zuschneiden.
  4. Schritt 4: Ereignis mit Lieferanten, Standorten und Komponenten in Beziehung setzen.
  5. Schritt 5: False Positives und übersehene Ereignisse systematisch zur Kalibrierung nutzen.

Praxisaufgabe: Ein Monitoring-Profil wird für eine konkrete Beschaffungsregion konfiguriert und getestet.

Kapitel 2: Stücklisten- und Lieferantennetz als Wissensgraph modellieren

Bottlenecks werden sichtbar, wenn Produkte, Komponenten, Materialien, Lieferanten, Standorte und Alternativen als Beziehungen modelliert sind.

  1. Schritt 1: Relevante Ebenen und Tiefen der Stückliste festlegen.
  2. Schritt 2: Material-, Lieferanten-, Standort- und Transportdaten bereinigen und verknüpfen.
  3. Schritt 3: Abhängigkeiten, Single Sources, Alternativen und Substitutionsregeln modellieren.
  4. Schritt 4: Kritische Knoten mit Geschäfts- und Versorgungswirkung kennzeichnen.
  5. Schritt 5: Graphänderungen, Versionen und Datenqualität laufend kontrollieren.

Praxisaufgabe: Für ein Beispielprodukt wird ein mehrstufiger Komponenten- und Lieferantengraph aufgebaut.

Kapitel 3: Risiken kalibrieren und priorisieren

Risikoscoring verbindet Eintrittssignal, Betroffenheit, Kritikalität, zeitliche Wirkung und vorhandene Gegenmaßnahmen.

  1. Schritt 1: Wahrscheinlichkeit, Auswirkung, Dringlichkeit und Datenvertrauen als Dimensionen definieren.
  2. Schritt 2: Kritikalität von Material, Lieferant, Standort und Kunde berücksichtigen.
  3. Schritt 3: Quellen- und Ereignisgewichtung nachvollziehbar konfigurieren.
  4. Schritt 4: Ampeln, Schwellenwerte und Prioritätsklassen mit Eskalationsregeln verbinden.
  5. Schritt 5: Bewertungen anhand vergangener Fälle und aktueller Rückmeldungen kalibrieren.

Praxisaufgabe: Mehrere Warnfälle werden bewertet, priorisiert und mit einer begründeten Eskalationsstufe versehen.

Kapitel 4: Szenarien und Was-wäre-wenn-Analysen entwickeln

Szenarien machen Wirkungsketten sichtbar und unterstützen Entscheidungen unter Unsicherheit.

  1. Schritt 1: Auslöser, Dauer, Reichweite und Annahmen eines Szenarios festlegen.
  2. Schritt 2: Betroffene Knoten, Produkte, Kunden und Prozesse über den Graphen ermitteln.
  3. Schritt 3: Alternative Routen, Lieferanten, Bestände und Produktionspläne modellieren.
  4. Schritt 4: Auswirkungen auf Kosten, Servicegrad, Umsatz und Emissionen vergleichen.
  5. Schritt 5: Entscheidungsschwellen und vorbereitete Reaktionspläne ableiten.

Praxisaufgabe: Eine Hafenstörung wird als Szenario mit Alternativen und Entscheidungspunkten simuliert.

Kapitel 5: Maßnahmen auswählen, steuern und nachverfolgen

Ein Frühwarnsystem ist nur wirksam, wenn Risiken in konkrete Entscheidungen, Verantwortlichkeiten und kontrollierte Maßnahmen übersetzt werden.

  1. Schritt 1: Handlungsoptionen wie Alternativquelle, Sicherheitsbestand, Rerouting und Priorisierung sammeln.
  2. Schritt 2: Wirkung auf Kosten, Servicegrad, Qualität, Zeit und Nachhaltigkeit vergleichen.
  3. Schritt 3: Entscheidung, Verantwortliche, Frist und Abhängigkeiten dokumentieren.
  4. Schritt 4: Umsetzung und Rest-Risiko mit Status und Nachweisen überwachen.
  5. Schritt 5: Wirksamkeit nach Abschluss bewerten und Maßnahmenbibliothek verbessern.

Praxisaufgabe: Für einen kritischen Lieferantenausfall wird ein abgestufter Maßnahmenplan erstellt.

Kapitel 6: Service Management und kontinuierliche Verbesserung verankern

Der produktive Betrieb benötigt definierte Leistungen, Support, Störungsbehandlung, Änderungen und regelmäßige Serviceverbesserung.

  1. Schritt 1: Servicekatalog, Verantwortliche, Servicezeiten und Leistungskennzahlen definieren.
  2. Schritt 2: Incident-, Problem-, Change- und Release-Prozess auf Partnerbetrieb anpassen.
  3. Schritt 3: Supportkanäle, Prioritäten, Eskalation und Kommunikation festlegen.
  4. Schritt 4: Wiederkehrende Fehler und Engpässe mit Ursachenanalyse behandeln.
  5. Schritt 5: Serviceberichte und Verbesserungsbacklog in einen Regelkreis überführen.

Praxisaufgabe: Ein Servicehandbuch wird für Plattform, Datenprodukte und Partnerunterstützung entworfen.

Praxisfall

Eine Kombination aus Transportstörung und Lieferantenausfall wird analysiert. Betroffenheit, Priorität, Szenarien und abgestufte Maßnahmen werden bis zur Wirksamkeitskontrolle bearbeitet.

  1. Ausgangslage, Beteiligte, Daten und Entscheidungen strukturiert erfassen.
  2. Lösungsbausteine, Rollen, Kontrollen und Abhängigkeiten zu einem konsistenten Vorgehen verbinden.
  3. Ergebnis anhand fachlicher, technischer, wirtschaftlicher und organisatorischer Kriterien prüfen.
  4. Offene Punkte, Risiken und nächste Umsetzungsschritte priorisiert dokumentieren.

Zielgruppe

  • Supply Chain Risk Management
  • strategischer Einkauf
  • Produktionsplanung
  • Logistiksteuerung
  • Business Continuity
  • Operations Management

Voraussetzungen

  • Kenntnisse eigener Lieferketten und Beschaffungsprozesse
  • Grundverständnis von Risiko- oder Maßnahmenmanagement

Fachbereichsleitung / Trainerleitung / Ansprechpersonen

Seminardetails

   
Dauer: 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Supply Chain Risk Management, strategischer Einkauf, Produktionsplanung, Logistiksteuerung, Business Continuity, Operations Management
Voraussetzungen: Kenntnisse eigener Lieferketten und Beschaffungsprozesse; Grundverständnis von Risiko- oder Maßnahmenmanagement
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System, strukturierte Fallarbeit
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhouse, Workshop - Präsenz mit Trainer vor Ort, Webinar nur bei ausdrücklicher Beauftragung
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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