Dieses Seminar vermittelt eine kontrollierte statische Triage verdächtiger Dateien mit OpenRelik. Dateityp, Hashwerte, Entropie, Zeichenketten, dekodierte Strings, Fähigkeiten und Kontextinformationen werden zu einer priorisierten Bewertung zusammengeführt, ohne Binärdateien unkontrolliert auszuführen.
Inhaltsübersicht
- Zielsetzung und Kompetenzziele
- Zielgruppe und Voraussetzungen
- Didaktischer Aufbau
- Seminarinhalte mit schrittweisen Praxisaufträgen
- Praxisübungen
- Methodik
Zielsetzung
Das Seminar verbindet fachliche Einordnung, geführte Demonstrationen und eigenständige Arbeit am System. Jeder Themenblock führt von der Planung über die kontrollierte Ausführung bis zur Prüfung und Dokumentation. Damit entstehen nicht nur Bedienkenntnisse, sondern reproduzierbare Arbeitsweisen für den Einsatz im DFIR-Umfeld.
Kompetenzziele
- verdächtige Binärdateien sicher aufnehmen und priorisieren
- Entropie-, Strings-, FLOSS- und Capa-Ergebnisse kritisch auswerten
- statische Indikatoren zu einer nachvollziehbaren Triagebewertung verbinden
- Grenzen der statischen Analyse und den Bedarf weiterer Untersuchungen begründen
Zielgruppe
Malware-Analysten, Incident Responder, SOC-Analysten und forensische Analysten, die verdächtige Dateien schnell und nachvollziehbar einordnen müssen.
Voraussetzungen
Grundkenntnisse von PE- oder ELF-Dateien, Hashwerten, Zeichenketten und statischer Malwareanalyse. Grundlegende OpenRelik-Bedienkenntnisse sind erforderlich.
Didaktischer Aufbau
Zwei Tage sind notwendig, weil die technische Worker-Nutzung mit methodischer Validierung, Vergleich mehrerer Binärdateien, Ergebniskorrelation und einer belastbaren Eskalationsentscheidung verbunden wird. Die Lernabschnitte bauen aufeinander auf; nach jeder Demonstration folgt eine angeleitete Umsetzung, anschließend eine eigenständige Prüfung anhand definierter Qualitätskriterien. Fehlerbilder und Grenzfälle werden bewusst einbezogen, damit Entscheidungen im späteren Betrieb nachvollziehbar bleiben.
Seminarinhalte
Modul 1: Sicherer Intake und Basisprofil
Verdächtige Dateien werden isoliert aufgenommen und zunächst ohne Ausführung technisch profiliert.
- Schritt 1: Herkunft, Fallbezug, Dateiname und Übertragungsweg dokumentieren.
- Schritt 2: Hashwerte, tatsächlichen Dateityp, Größe und grundlegende Struktur prüfen.
- Schritt 3: Dubletten, beschädigte Dateien und Containerfälle kennzeichnen.
Praxisauftrag: Erstellung eines Basisprofils für mehrere verdächtige Dateien.
Modul 2: Entropie und Packindikatoren
Hohe oder ungewöhnlich verteilte Entropie kann auf Kompression, Verschlüsselung oder Packing hinweisen, ist aber kein alleiniger Malwarebeweis.
- Schritt 1: Gesamt- und bereichsbezogene Entropiewerte erfassen.
- Schritt 2: Werte mit Dateityp, Segmentstruktur und erwarteter Kompression vergleichen.
- Schritt 3: Hinweise als Priorisierungssignal und nicht als endgültige Klassifikation dokumentieren.
Praxisauftrag: Vergleich gepackter, komprimierter und unauffälliger Beispieldateien.
Modul 3: Strings und dekodierte Inhalte
Klartext- und obfuskierte Zeichenketten liefern Hinweise auf Funktionen, Infrastruktur und Konfiguration.
- Schritt 1: Standard-Strings mit geeigneter Kodierung und Mindestlänge extrahieren.
- Schritt 2: FLOSS-Ergebnisse für dekodierte, stack- und tight-Strings auswerten.
- Schritt 3: Treffer nach technischer Relevanz, Kontext und möglichem False Positive ordnen.
Praxisauftrag: Aufbau einer Indikator- und Funktionsliste aus mehreren Stringquellen.
Modul 4: Fähigkeitsanalyse mit Capa
Capa-Ergebnisse beschreiben vermutete technische Fähigkeiten und müssen gegen Datei und Kontext validiert werden.
- Schritt 1: Regeltreffer nach Namespace und Angriffstechnik strukturieren.
- Schritt 2: Belegstellen und betroffene Funktionen stichprobenartig prüfen.
- Schritt 3: Breite Fähigkeiten von fallrelevanten, konkreten Hinweisen trennen.
Praxisauftrag: Review eines Capa-Berichts mit Priorisierung kritischer Fähigkeiten.
Modul 5: Korrelation und Triageentscheidung
Einzelindikatoren werden zu einer transparenten Bewertung mit Belegstärke und offenen Fragen verbunden.
- Schritt 1: Hash-, Typ-, Entropie-, Strings- und Fähigkeitsergebnisse in einer Matrix zusammenführen.
- Schritt 2: Konsistente, widersprüchliche und fehlende Hinweise markieren.
- Schritt 3: Einstufung, Quarantäne-, Eskalations- oder weitere Analyseentscheidung begründen.
Praxisauftrag: Triage-Ranking eines Binärsatzes mit Entscheidungsvorlage.
Modul 6: Workflow, Qualität und Übergabe
Die Triage wird als reproduzierbarer Workflow mit kontrollierten Parametern und Review-Punkten standardisiert.
- Schritt 1: Task-Reihenfolge und parallele Prüfschritte festlegen.
- Schritt 2: Fehler, leere Ergebnisse und inkompatible Dateien sichtbar behandeln.
- Schritt 3: Ergebnisformat, Review-Checkliste und Übergabe an vertiefte Analyse definieren.
Praxisauftrag: Abnahme eines standardisierten Malware-Triage-Workflows.
Praxisübungen
- Statische Triage eines kuratierten Binärsatzes mit mehreren Workern
- Korrelation von Entropie-, Strings-, FLOSS- und Capa-Befunden
- Erstellung eines priorisierten Triageberichts mit Eskalationsentscheidung
Methodik
Kurze Fachimpulse werden unmittelbar mit Live-Demonstrationen, geführten Konfigurations- und Analyseschritten, eigenständigen Laboraufgaben sowie strukturierten Reviews verbunden. Für jede Übung werden Ausgangslage, Arbeitsschritte, erwartete Kontrollpunkte und typische Fehlerbilder festgelegt. Die verwendeten Beispiele sind so aufgebaut, dass sie als Vorlage für interne Standards, Checklisten und Testfälle weiterverwendet werden können.
Fachbereichsleitung und Trainerteam
-

Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt. Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Malware-Analysten, Incident Responder, SOC-Analysten und forensische Analysten, die verdächtige Dateien schnell und nachvollziehbar einordnen müssen. |
| Voraussetzungen: | Grundkenntnisse von PE- oder ELF-Dateien, Hashwerten, Zeichenketten und statischer Malwareanalyse. Grundlegende OpenRelik-Bedienkenntnisse sind erforderlich. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
Die Ergebnissliste kann durch Anklicken der Überschrift neu sortiert werden.
