Seminar OpenRelik – DFIR-Praxislabor: End-to-End-Untersuchung

Dieses viertägige Praxislabor bildet eine vollständige digitale Untersuchung ab: von Intake und Fallstruktur über Triage, Extraktion, Suche, Timeline und Malwarebewertung bis zur Korrelation, Qualitätskontrolle und belastbaren Befunddokumentation. Die Plattform wird als integrierter Arbeitsraum genutzt.

Inhaltsübersicht

  1. Zielsetzung und Kompetenzziele
  2. Zielgruppe und Voraussetzungen
  3. Didaktischer Aufbau
  4. Seminarinhalte mit schrittweisen Praxisaufträgen
  5. Praxisübungen
  6. Methodik

Zielsetzung

Das Seminar verbindet fachliche Einordnung, geführte Demonstrationen und eigenständige Arbeit am System. Jeder Themenblock führt von der Planung über die kontrollierte Ausführung bis zur Prüfung und Dokumentation. Damit entstehen nicht nur Bedienkenntnisse, sondern reproduzierbare Arbeitsweisen für den Einsatz im DFIR-Umfeld.

Kompetenzziele

  • einen vollständigen DFIR-Fall in OpenRelik strukturieren und steuern
  • mehrere Worker und Workflows zielgerichtet kombinieren
  • Befunde aus Dateien, Logs, Browserdaten und Binärartefakten korrelieren
  • Analyseentscheidungen, Unsicherheiten und Review-Ergebnisse nachvollziehbar dokumentieren

Zielgruppe

Forensische Analysten, Incident Responder, SOC-Analysten und technische Fallleitungen, die einen vollständigen OpenRelik-gestützten Untersuchungsprozess trainieren möchten.

Voraussetzungen

Sichere Grundlagen digitaler Forensik, praktische Erfahrung mit Dateisystem- und Logartefakten sowie grundlegende Bedienkenntnisse von OpenRelik.

Didaktischer Aufbau

Vier Tage sind erforderlich, weil ein vollständiger Fall mit heterogenen Artefakten, mehreren Analysepfaden, Zwischenentscheidungen, Review-Schleifen und abschließender Befundbildung bearbeitet wird. Kürzere Formate würden wesentliche Iterationen und Qualitätskontrollen auslassen. Die Lernabschnitte bauen aufeinander auf; nach jeder Demonstration folgt eine angeleitete Umsetzung, anschließend eine eigenständige Prüfung anhand definierter Qualitätskriterien. Fehlerbilder und Grenzfälle werden bewusst einbezogen, damit Entscheidungen im späteren Betrieb nachvollziehbar bleiben.

Seminarinhalte

Modul 1: Fallannahme und Untersuchungsplanung

Der Fall beginnt mit einer unvollständigen Übergabe, die fachlich und technisch qualifiziert werden muss.

  1. Schritt 1: Auftrag, Fragestellung, Zeitfenster und betroffene Systeme präzisieren.
  2. Schritt 2: Artefaktbestand inventarisieren, Integrität prüfen und Lücken erfassen.
  3. Schritt 3: Analyseplan mit Prioritäten, Abhängigkeiten und Entscheidungspunkten erstellen.

Praxisauftrag: Intake und Planung des durchgängigen Laborfalls.

Modul 2: Triage und schnelle Orientierung

Frühe Triage soll Hinweise priorisieren, ohne vorschnelle Schlussfolgerungen zu erzeugen.

  1. Schritt 1: Dateitypen, Größen, Entropie, Zeichenketten und grobe Metadaten erfassen.
  2. Schritt 2: Suchbegriffe und Indikatoren aus der Fallhypothese ableiten.
  3. Schritt 3: Treffer nach Relevanz, Zuverlässigkeit und Folgeaufwand priorisieren.

Praxisauftrag: Erstellung einer Triage-Matrix und Auswahl vertiefter Analysepfade.

Modul 3: Extraktion und Artefaktaufbereitung

Container, Archive und Images werden kontrolliert erschlossen, damit Folgeworker geeignete Eingaben erhalten.

  1. Schritt 1: Extraktionsbedarf und erwartete Struktur definieren.
  2. Schritt 2: Ergebnisse auf Vollständigkeit, Pfadbezug und Fehler prüfen.
  3. Schritt 3: Relevante Teilmengen markieren und für weitere Analysen ordnen.

Praxisauftrag: Mehrstufige Extraktion mit Dokumentation der Ableitungsbeziehungen.

Modul 4: Log- und Timeline-Pfad

Ereignisprotokolle und zeitbezogene Artefakte werden normalisiert und zu einer untersuchbaren Zeitachse zusammengeführt.

  1. Schritt 1: Logquellen klassifizieren und Zeitbasis einschließlich Zeitzonen prüfen.
  2. Schritt 2: Parsing- und Timeline-Schritte ausführen und Qualitätswarnungen erfassen.
  3. Schritt 3: Ereignisse entlang von Konten, Hosts und Indikatoren korrelieren.

Praxisauftrag: Aufbau einer fallbezogenen Ereignisfolge mit markierten Unsicherheiten.

Modul 5: Browser- und Benutzeraktivität

Browser- und Anwendungsartefakte ergänzen die technische Timeline um Benutzerkontext.

  1. Schritt 1: Profile und relevante Datenbanken der richtigen Identität zuordnen.
  2. Schritt 2: Worker-Ergebnisse zu URLs, Konfiguration und gespeicherten Daten validieren.
  3. Schritt 3: Aktivitäten mit Logereignissen und Dateifunden zeitlich verbinden.

Praxisauftrag: Korrelation eines Benutzerpfads über mehrere Artefaktquellen.

Modul 6: Malware-Triage und Binärbefunde

Verdächtige Dateien werden mit statischer Triage untersucht, ohne unkontrollierte Ausführung.

  1. Schritt 1: Hashwerte, Dateityp, Entropie und Zeichenketten bewerten.
  2. Schritt 2: Fähigkeits- und Obfuskationshinweise aus geeigneten Workern prüfen.
  3. Schritt 3: Aussagen nach gesichertem Befund, starkem Hinweis und offener Hypothese trennen.

Praxisauftrag: Triage mehrerer Binärdateien und Priorisierung für vertiefte Analyse.

Modul 7: Workflow-Anpassung und Wiederholung

Im Verlauf ändern sich Hypothesen. Workflows werden daher kontrolliert angepasst und erneut eingesetzt.

  1. Schritt 1: Unzureichende oder fehlerhafte Zwischenergebnisse identifizieren.
  2. Schritt 2: Parameter, Reihenfolge oder Parallelisierung begründet anpassen.
  3. Schritt 3: Erneute Ausführung mit Versions- und Ergebnisvergleich dokumentieren.

Praxisauftrag: Optimierung eines Laborworkflows anhand realer Zwischenergebnisse.

Modul 8: Korrelation und Hypothesenprüfung

Einzelbefunde werden in einer Beweismatrix zusammengeführt und gegen alternative Erklärungen geprüft.

  1. Schritt 1: Befunde nach Quelle, Zeit, Identität und technischer Aktion gruppieren.
  2. Schritt 2: Hypothesen mit bestätigenden und widersprechenden Beobachtungen abgleichen.
  3. Schritt 3: Lücken, Unsicherheiten und weitere Erhebungsbedarfe explizit festhalten.

Praxisauftrag: Erstellung einer Hypothesen- und Evidenzmatrix.

Modul 9: Review und Qualitätskontrolle

Vor Freigabe werden Reproduzierbarkeit, Quellenbezug und sprachliche Trennung von Beobachtung und Bewertung kontrolliert.

  1. Schritt 1: Kritische Befunde stichprobenartig reproduzieren.
  2. Schritt 2: Artefakt-, Workflow- und Ergebnisreferenzen auf Vollständigkeit prüfen.
  3. Schritt 3: Review-Kommentare einarbeiten und Änderungen nachvollziehbar kennzeichnen.

Praxisauftrag: Peer-Review eines ausgewählten Analysepfads.

Modul 10: Befunddokumentation und Übergabe

Die Abschlussdokumentation verdichtet technische Details zu einer prüfbaren Aussagekette.

  1. Schritt 1: Zeitlinie, Kernergebnisse und Evidenzbezug strukturiert darstellen.
  2. Schritt 2: Unsicherheiten, Einschränkungen und nicht untersuchte Bereiche benennen.
  3. Schritt 3: Technische Anhänge und operative Übergabepunkte zusammenstellen.

Praxisauftrag: Erstellung und mündliche Verteidigung eines kompakten Abschlussbefunds.

Praxisübungen

  • Bearbeitung eines durchgängigen Falls mit mehreren Artefaktklassen
  • Aufbau und iterative Anpassung mehrerer Analyseworkflows
  • Peer-Review, Evidenzmatrix und abschließende Befundpräsentation

Methodik

Kurze Fachimpulse werden unmittelbar mit Live-Demonstrationen, geführten Konfigurations- und Analyseschritten, eigenständigen Laboraufgaben sowie strukturierten Reviews verbunden. Für jede Übung werden Ausgangslage, Arbeitsschritte, erwartete Kontrollpunkte und typische Fehlerbilder festgelegt. Die verwendeten Beispiele sind so aufgebaut, dass sie als Vorlage für interne Standards, Checklisten und Testfälle weiterverwendet werden können.

Fachbereichsleitung und Trainerteam

Seminardetails

   
Dauer: 4 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 2.396 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 6.800 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Forensische Analysten, Incident Responder, SOC-Analysten und technische Fallleitungen, die einen vollständigen OpenRelik-gestützten Untersuchungsprozess trainieren möchten.
Voraussetzungen: Sichere Grundlagen digitaler Forensik, praktische Erfahrung mit Dateisystem- und Logartefakten sowie grundlegende Bedienkenntnisse von OpenRelik.
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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Seminar Startdatum Enddatum Ort Dauer
Münster 4 Tage
Nürnberg 4 Tage
Köln 4 Tage
Wuppertal 4 Tage
Bremen 4 Tage
Berlin 4 Tage
Mainz 4 Tage
Erfurt 4 Tage
Darmstadt 4 Tage
Frankfurt 4 Tage
Paderborn 4 Tage
Essen 4 Tage
Konstanz 4 Tage
Freiburg 4 Tage
Potsdam 4 Tage
Flensburg 4 Tage
Leipzig 4 Tage
Hamm 4 Tage
Rostock 4 Tage
Hamburg 4 Tage
Luxemburg 4 Tage
Hannover 4 Tage
Stuttgart 4 Tage
Dresden 4 Tage
Madgeburg 4 Tage
Regensburg 4 Tage
Jena 4 Tage
Trier 4 Tage
München 4 Tage
Friedrichshafen 4 Tage
Kassel 4 Tage
Ulm 4 Tage
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Köln 4 Tage
Wuppertal 4 Tage
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