Seminar Graphviz Erweiterung durch eigene Layout-Plugins

Ein eigenes Layout-Plugin ist sinnvoll, wenn vorhandene Engines eine fachlich notwendige Geometrie oder Platzierungsregel nicht abbilden. Die Entwicklung greift tief in Datenstrukturen, Koordinatensysteme und Plugin-Lebenszyklus ein.

Das Seminar führt von einem minimal registrierten Plugin zu einer testbaren Engine mit Knotenplatzierung, optionalem Kantenrouting, Komponentenbehandlung und reproduzierbarer Distribution.

Inhaltsverzeichnis

  1. Seminarprofil und Zielsetzung
  2. Zielgruppe
  3. Voraussetzungen
  4. Lernziele
  5. Seminarinhalte
  6. Praxisübungen und Qualitätskontrollen
  7. Arbeitsweise im Seminar

Seminarprofil und Zielsetzung

Fünftägige Spezialschulung zur Entwicklung eigener Layout-Plugins für Graphviz. Behandelt werden interne Datenstrukturen und Plugin-Schnittstellen, Initialisierung von Knoten und Kanten, Koordinatenberechnung, Überlappungsbehandlung, Kantenrouting, Komponentenzerlegung, Packing, Plugin-Registrierung, CMake-Build, Debugging, Regressionstests, Leistungsanalyse und kontrollierte Distribution.

Zielgruppe

  • Erfahrene C- und C++-Entwickler
  • Entwickler von Visualisierungs- und Layoutsystemen
  • Graphalgorithmen-Entwickler
  • Maintainer eigener Graphviz-Erweiterungen

Voraussetzungen

Sehr gute C- oder C++-Kenntnisse, Erfahrung mit CMake und Debuggern, solides Verständnis von Graphen, Koordinaten und Speicherverwaltung sowie praktische Kenntnisse der Graphviz-C-API.

Lernziele

  • Plugin-Architektur und Lebenszyklus einer Layout-Engine verstehen.
  • Graphdaten lesen und interne Knoteninformationen korrekt initialisieren.
  • Eigene Positionierungslogik mit definiertem Koordinatenmodell implementieren.
  • Überlappung, Kantenrouting, Komponenten und Packing kontrolliert behandeln.
  • Plugin bauen, registrieren, testen, messen und verteilen.

Seminarinhalte

Kapitelinhaltsverzeichnis

  1. Anwendungsfall und Algorithmusvertrag
  2. Graphviz-Plugin- und Layoutarchitektur
  3. Graph- und Knoteninitialisierung
  4. Eigene Knotenplatzierung
  5. Überlappung und Nachbearbeitung
  6. Kantenrouting und Splines
  7. Komponentenzerlegung und Packing
  8. Cluster und besondere Graphobjekte
  9. Build, Registrierung und plattformübergreifende Distribution
  10. Debugging, Regressionstests und Leistung
  11. Abschlussprojekt: spezialisierte Layout-Engine

1. Anwendungsfall und Algorithmusvertrag

Vor dem Code werden unterstützte Grapharten, Größenordnungen, feste Positionen, Cluster, Ports und erwartete Qualitätsmerkmale definiert. Ein enger Vertrag verhindert, dass eine Spezialengine stillschweigend als Universallösung missverstanden wird.

Schritt-für-Schritt

  1. Fachliche Geometrie und unterstützte Graphklasse beschreiben.
  2. Ein- und Ausgabeattribute festlegen.
  3. Grenzen für Cluster, Mehrfachkanten und feste Positionen definieren.
  4. Qualitätskennzahlen und Abbruchbedingungen bestimmen.
  5. Referenzgraphen für alle zugesagten Fälle anlegen.

2. Graphviz-Plugin- und Layoutarchitektur

Layout-Plugins werden über definierte Bibliotheksstrukturen registriert und vom GVC-Kontext geladen. Die Engine stellt mindestens Layout- und Aufräumfunktionen bereit und nutzt gemeinsame Hilfsfunktionen nur nach deren Vertrag.

Schritt-für-Schritt

  1. Plugin-Typen und Registrierungsdaten identifizieren.
  2. Minimalbibliothek mit eindeutigem Engine-Namen anlegen.
  3. Layout- und Cleanup-Funktion verbinden.
  4. Plugin in einer isolierten Testinstallation registrieren.
  5. Verfügbarkeit über die Engine-Abfrage kontrollieren.

3. Graph- und Knoteninitialisierung

Interne Layoutdaten benötigen initialisierte Knotenabmessungen, Positionen und gegebenenfalls Kanteninformationen. Die Reihenfolge der Hilfsaufrufe beeinflusst, welche gemeinsamen Funktionen später sicher eingesetzt werden können.

Schritt-für-Schritt

  1. Graphattribute und Engineoptionen einlesen.
  2. Knotenabmessungen aus Labels und Formen bestimmen.
  3. Positionsspeicher für alle Knoten anlegen.
  4. Feste und freie Knoten unterscheiden.
  5. Ungültige Eingaben mit klarer Diagnose ablehnen.

4. Eigene Knotenplatzierung

Die Kernlogik berechnet Positionen in einem definierten Koordinatensystem. Für den Einstieg wird ein deterministisches Schema verwendet, bevor ein fachlicher oder mathematischer Algorithmus ergänzt wird.

Schritt-für-Schritt

  1. Koordinatenursprung, Einheiten und Skalierung festlegen.
  2. Knoten in stabiler Reihenfolge durchlaufen.
  3. Erste deterministische Positionierung implementieren.
  4. Bounding Box aus Knotenpositionen und Abmessungen berechnen.
  5. Ergebnis ohne Kantenrouting als xdot oder SVG prüfen.

5. Überlappung und Nachbearbeitung

Platzierungsalgorithmen können Knotenüberschneidungen erzeugen. Gemeinsame Anpassungsfunktionen oder ein eigener Nachbearbeitungsschritt verschieben Knoten, dürfen aber fachliche Fixpunkte nicht verletzen.

Schritt-für-Schritt

  1. Überlappungen im Referenzkorpus messen.
  2. Feste Knoten und geschützte Abstände markieren.
  3. Gemeinsame oder eigene Entzerrung anwenden.
  4. Bounding Box anschließend neu berechnen.
  5. Geometrieänderungen gegen Qualitätsgrenzen prüfen.

6. Kantenrouting und Splines

Kanten können gerade, orthogonal oder als Splines geführt werden. Gemeinsame Routingfunktionen setzen korrekt initialisierte Positionen und Edge-Typen voraus.

Schritt-für-Schritt

  1. Unterstützte Kantenform und Routingmodus festlegen.
  2. Kantendaten für den gewählten Routingpfad initialisieren.
  3. Gemeinsames Routing zunächst an einfachen Graphen testen.
  4. Ports, Schleifen und Mehrfachkanten gesondert prüfen.
  5. Routingfehler mit einem minimalen Graphen isolieren.

7. Komponentenzerlegung und Packing

Viele Algorithmen arbeiten nur auf zusammenhängenden Komponenten. Graphviz kann Komponenten zerlegen, getrennt layouten und anschließend mit kontrollierten Abständen packen.

Schritt-für-Schritt

  1. Zusammenhang des Eingabegraphen bestimmen.
  2. Komponenten in stabiler Reihenfolge ermitteln.
  3. Jede Komponente mit eigener lokaler Bounding Box layouten.
  4. Packmodus und Randabstände festlegen.
  5. Gesamtpositionen übertragen und Kantenrouting abschließen.

8. Cluster und besondere Graphobjekte

Cluster erfordern eigene Geometrie, Ränder und verschachtelte Koordinatenbezüge. Ein Plugin muss entweder einen klar definierten Unterstützungsgrad liefern oder Cluster früh und verständlich ablehnen.

Schritt-für-Schritt

  1. Unterstützungsgrad für Cluster dokumentieren.
  2. Clusterhierarchie und enthaltene Knoten erfassen.
  3. Rand- und Labelbedarf in die Geometrie einrechnen.
  4. Verschachtelte Gruppen mit Referenzfällen testen.
  5. Nicht unterstützte Kombinationen eindeutig melden.

9. Build, Registrierung und plattformübergreifende Distribution

Die Bibliothek wird mit passender Exportkonvention gebaut, in einem kontrollierten Pluginpfad installiert und registriert. Paketierung muss Binärkompatibilität und Graphviz-Version berücksichtigen.

Schritt-für-Schritt

  1. CMake-Ziele für Bibliothek, Tests und Installation definieren.
  2. Exports und Dateinamen je Plattform prüfen.
  3. Plugin in ein separates Zielverzeichnis installieren.
  4. Registrierung und Ladepfad automatisiert testen.
  5. Paketmetadaten und kompatible Graphviz-Builds dokumentieren.

10. Debugging, Regressionstests und Leistung

Layoutfehler zeigen sich als Absturz, ungültige Koordinaten, extreme Laufzeit oder schlechte Geometrie. Tests kombinieren strukturelle Prüfungen, numerische Grenzwerte, Referenzausgaben und Lastgraphen.

Schritt-für-Schritt

  1. Debug-Build mit Laufzeitprüfungen erzeugen.
  2. Referenzgraphen automatisiert durch die Engine rendern.
  3. NaN-, Überlappungs- und Bounding-Box-Prüfungen implementieren.
  4. Laufzeit und Speicher für wachsende Graphen messen.
  5. Regressionen mit eindeutigem Testgraphen und Kennzahl sichern.

11. Abschlussprojekt: spezialisierte Layout-Engine

Im Abschlussprojekt wird eine kleine, klar begrenzte Engine fertiggestellt. Sie besitzt dokumentierte Eingabeattribute, deterministische Platzierung, geregeltes Aufräumen, Tests und ein installierbares Paket.

Schritt-für-Schritt

  1. Algorithmusvertrag und Referenzgraphen finalisieren.
  2. Knotenplatzierung und Bounding Box implementieren.
  3. Überlappungs- und Kantenstrategie ergänzen.
  4. Plugin bauen, installieren und über dot auswählen.
  5. Testbericht, Leistungsprofil und Betriebsdokumentation erstellen.

Praxisübungen und Qualitätskontrollen

  1. Ein minimales Layout-Plugin bauen, registrieren und über die Engine-Auswahl aufrufen.
  2. Eine deterministische Knotenplatzierung mit Bounding-Box-Berechnung implementieren.
  3. Komponenten getrennt layouten und mit einem Packverfahren zusammenführen.
  4. Kantenrouting, Fehlerpfade und Aufräumlogik anhand von Referenzgraphen testen.
  5. Ein installierbares Abschlussplugin mit Regressionstest und Leistungsprofil erstellen.

Arbeitsweise im Seminar

Architektur- und API-Erklärungen, intensive C-Labore, Debugging, Algorithmusprototypen, Regressionstests, Leistungsanalyse und ein mehrtägiges Abschlussprojekt.

Fachbereichsleitung / Leitung der Trainer / Ansprechpartner

Seminardetails

   
Dauer: 5 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 2.995 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 8.500 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Erfahrene C- und C++-Entwickler, Graphalgorithmen-Entwickler und Maintainer eigener Visualisierungskomponenten
Voraussetzungen: Sehr gute C- oder C++-Kenntnisse, Erfahrung mit CMake und Debuggern, solides Verständnis von Graphen, Koordinaten und Speicherverwaltung sowie praktische Kenntnisse der Graphviz-C-API.
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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