Das Seminar überträgt Organisationsidentität und wallet-basierte Nachweise auf drei strategische Anwendungsfelder: Digital Product Passport, ViDA-nahe E-Rechnungs- und Meldeszenarien sowie öffentliche Beschaffung. Zusätzlich werden B2B- und B2G-Grundmuster sowie Business-Case-Kriterien behandelt.
Inhaltsverzeichnis
- Lernziele
- Fachliche Einordnung
- Schrittweise Seminarinhalte
- Praxisübungen und Laborszenarien
- Zielgruppe und Voraussetzungen
- Didaktik und Arbeitsweise
Lernziele
- Gemeinsame Identitäts- und Nachweismuster der drei Use Cases erkennen.
- DPP-Rollen, Produktnachweise und Zugriffsrechte modellieren.
- VAT-Identität, E-Rechnung, Siegelung und Meldestatus verbinden.
- Bieteridentität, Eignungsnachweise und Angebotszustellung digitalisieren.
- Use Cases nach Nutzen, Risiko und Umsetzungsreife priorisieren.
Fachliche Einordnung
Die genannten Anwendungsfelder benötigen verlässliche Hersteller-, Lieferanten-, Bieter- und Steueridentitäten, aktuelle Nachweise, Vertretungsrechte und nachvollziehbare Dokumentintegrität. Die Business Wallet kann diese Bausteine bündeln, ersetzt aber nicht die fachlichen Regeln der jeweiligen Domäne. Das Seminar trennt gemeinsame Identitätsmuster von sektorspezifischen Anforderungen.
Schrittweise Seminarinhalte
1. Digital Product Passport und Produktnachweise
Schwerpunkt: Herstelleridentität, Rollen in der Lieferkette, Konformität, Nachhaltigkeitsdaten, Zugriffsrechte, Signatur oder Siegel und Datenintegrität.
- Organisationen, Produkte, Standorte und verantwortliche Rollen in einer Lieferkette eindeutig miteinander verknüpfen.
- Konformitäts-, Herkunfts-, Nachhaltigkeits- und Serviceattribute als verifizierbare Nachweise mit Aussteller- und Gültigkeitsregeln modellieren.
- Zugriffsrechte und selektive Offenlegung für Behörden, Geschäftspartner, Serviceorganisationen und Verbraucher unterscheiden.
- Änderung, Rückruf, Eigentümerwechsel und Korrektur von Produktdaten mit Integritäts- und Auditnachweis durchspielen.
Arbeitsergebnis: Ein Identitäts- und Nachweismodell für wallet-gestützte Digital-Product-Passport-Prozesse.
2. ViDA, E-Rechnung und steuerliche Nachweise
Schwerpunkt: Unternehmens- und VAT-Identität, Vertretung, Rechnungsintegrität, Meldedaten, Zustellung, Status und grenzüberschreitende Prüfung.
- Steuerliche Identifikatoren, Rechnungsrollen, Betriebsstätten und Meldepflichten für ein grenzüberschreitendes Szenario erfassen.
- Wallet-basierte Identitäts- und Attributprüfung mit E-Rechnungs-, ERP- und Reporting-Prozessen verbinden.
- Rechnungsdokumente und Meldedaten elektronisch siegeln, zeitlich nachweisen, zustellen und den Verarbeitungsstatus zurückmelden.
- Ungültige VAT-ID, abweichender Rechnungsaussteller, falsche Vertretung und korrigierte Rechnung mit definierten Kontrollen behandeln.
Arbeitsergebnis: Ein integriertes Identitäts-, Rechnungs- und Nachweismodell für ViDA-nahe Prozesse.
3. Öffentliche Beschaffung und Eignungsnachweise
Schwerpunkt: Bieteridentität, Vertretung, Eignung, Ausschlussgründe, Zertifikate, Angebotsabgabe, Siegel, Fristen und Nachforderung.
- Benötigte Organisations-, Vertretungs-, Eignungs- und Ausschlussnachweise für eine Beispielausschreibung strukturieren.
- Nachweise aus authentischen Quellen und Wallet-Attestierungen in eine wiederverwendbare Bieterakte überführen.
- Angebotsabgabe, elektronische Siegelung, Empfangsbestätigung, Nachforderung und Statuskommunikation modellieren.
- Abgelaufener Nachweis, fehlende Vollmacht, falsche Gesellschaft und verspätete Zustellung anhand definierter Vergabefälle prüfen.
Arbeitsergebnis: Ein wallet-gestützter Beschaffungsprozess mit verifizierter Bieterakte und Zustellnachweisen.
4. B2B-Onboarding und Geschäftspartneridentifikation
Schwerpunkt: Unternehmensidentität, Vertreter, Registerdaten, Bank- und Steuerattribute, Freigaben, Risikoklassen und automatisierte Anlage.
- Erforderliche Identitäts-, Vertretungs-, Steuer-, Bank-, Lizenz- und Kontaktdaten nach Geschäftspartnertyp und Risikoklasse festlegen.
- Wallet-basierte Datenerhebung mit Register- und Nachweisprüfung sowie selektiver Offenlegung in einen Onboarding-Workflow integrieren.
- Freigaben, Rückfragen, Abweichungen und automatische Anlage im ERP oder CRM mit vollständigem Audit-Trail umsetzen.
- Falsche Vertretung, widersprüchliche Registerdaten, abgelaufene Nachweise und Sanktionshinweise als Stop- und Eskalationsfälle testen.
Arbeitsergebnis: Ein digitaler B2B-Onboarding-Prozess mit risikobasierter Identitäts- und Nachweisprüfung.
5. B2G-Verfahren und Behördenkommunikation
Schwerpunkt: Identifikation, Formulare, Anträge, Meldungen, Nachweise, Rückfragen, Zustellung, Fristen, Verfahrensstatus und Once-Only-Prinzip.
- Einen behördlichen Prozess in Identifikation, Vertretung, Dateneingabe, Nachweisübermittlung, Signatur oder Siegel und Zustellung zerlegen.
- Wiederverwendbare Register- und Wallet-Daten von verfahrensspezifischen Angaben trennen und Mehrfachübermittlungen vermeiden.
- Antrag, Rückfrage, Nachreichung, Bescheid und Rechtsbehelfsinformation über sichere Wallet-Kommunikation modellieren.
- Fristen, Empfangsnachweise, fehlende Daten, unzulässige Vertretung und technische Störungen mit Ersatz- und Eskalationsverfahren testen.
Arbeitsergebnis: Ein digitaler B2G-Referenzprozess mit Once-Only-, Frist- und Zustelllogik.
6. Wallet-Owner-Identitätsdaten
Schwerpunkt: Offizieller Organisationsname, eindeutiger Identifikator, Registerbezug, kryptografische Bindung und Validierungsmechanismen.
- Erforderliche Mindestattribute und zusätzliche Organisationsattribute aus Geschäfts-, Register- und Compliance-Sicht inventarisieren.
- Den Bezug zwischen offizieller Registerinformation, Wallet-Owner-Identitätsdaten und der konkreten Wallet-Instanz modellieren.
- Ausstellung, Aktualisierung, Validierung, Sperrung und erneute Bindung der Identitätsdaten für mehrere Organisationsereignisse durchspielen.
- Prüfregeln für Namensänderung, Verschmelzung, Sitzverlegung, Statusänderung und Beendigung der Organisation definieren.
Arbeitsergebnis: Ein Datenmodell für belastbare und aktuell gehaltene Wallet-Owner-Identitätsdaten.
7. Use-Case-Priorisierung und Business Case
Schwerpunkt: Prozesskosten, Durchlaufzeit, Fehlerquote, Nachweisaufwand, Compliance-Risiko, Integrationskosten, Adoption und Nutzenmessung.
- Ist-Aufwand, Medienbrüche, Wiederholungsprüfungen, Verzögerungen und Fehlerkosten für priorisierte Prozesse messen.
- Nutzenhebel wie einmalige Datenerfassung, automatisierte Prüfung, sichere Zustellung und digitale Vertretung quantifizieren.
- Investitionen für Provider, Integration, Vertrauensdienste, Datenbereinigung, Betrieb, Schulung und Change realistisch schätzen.
- Szenarien, Sensitivitäten, Risiken, Kennzahlen und Entscheidungsschwellen in einen belastbaren Business Case überführen.
Arbeitsergebnis: Ein nachvollziehbarer Business Case mit priorisierten Use Cases und messbaren Nutzenzielen.
Praxisübungen und Laborszenarien
- Modellierung einer Hersteller- und Produktnachweiskette für einen DPP.
- Entwurf eines grenzüberschreitenden E-Rechnungs- und VAT-Prüfprozesses.
- Aufbau einer verifizierten Bieterakte mit Siegel und Zustellnachweis.
- Priorisierung der Use Cases anhand eines Business-Case-Scorings.
Zielgruppe und Voraussetzungen
Zielgruppe: Produkt- und Lieferkettenmanagement, Steuern, E-Invoicing, Einkauf, Vergabe, Compliance, Enterprise Architecture und Integration
Voraussetzungen: Grundkenntnisse in mindestens einem der Bereiche DPP, E-Rechnung/Steuern, Beschaffung oder digitale Geschäftspartnerprozesse
Didaktik und Arbeitsweise
Kurze Fachimpulse werden unmittelbar durch strukturierte Modellierung, Demonstrationen, technische oder organisatorische Schrittfolgen, Praxisübungen und kontrollierte Negativfälle vertieft. Jede Arbeitsphase verwendet definierte Ausgangsdaten, Prüfkriterien und Dokumentationsanforderungen. Dadurch entstehen wiederholbare Ergebnisse für Architektur, Projekt, Governance und Regelbetrieb.
Fachbereichsleitung und Trainerteam
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt. Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Produkt- und Lieferkettenmanagement, Steuern, E-Invoicing, Einkauf, Vergabe, Compliance, Enterprise Architecture und Integration |
| Voraussetzungen: | Grundkenntnisse in mindestens einem der Bereiche DPP, E-Rechnung/Steuern, Beschaffung oder digitale Geschäftspartnerprozesse |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhouse, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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