Das Seminar entwickelt ein belastbares Betriebsmodell für Wallet-Dienste und ihre Integrationen. Servicezustände, Transaktionsprotokolle, Zertifikate, Nachweise, Directory, Zustellung, APIs, Providerabhängigkeiten und Sicherheitsvorfälle werden in kontrollierbare Tages-, Change- und Incident-Prozesse überführt.
Inhaltsverzeichnis
- Lernziele
- Fachliche Einordnung
- Schrittweise Seminarinhalte
- Praxisübungen und Laborszenarien
- Zielgruppe und Voraussetzungen
- Didaktik und Arbeitsweise
Lernziele
- Serviceabhängigkeiten und messbare Betriebszustände definieren.
- Transaktions-, Sicherheits- und Verfügbarkeitsereignisse korrelieren.
- Störungen anhand standardisierter Diagnose- und Eskalationspfade eingrenzen.
- Wallet-, Schlüssel-, Provider- und Integrationsvorfälle kontrolliert behandeln.
- Runbooks, Change-Prozesse und Wiederanlaufziele für den Regelbetrieb erstellen.
Fachliche Einordnung
Wallet-Transaktionen verbinden mehrere Vertrauens- und Betriebsdomänen. Eine Störung kann im Provider, in der Wallet Unit, im Register, beim Vertrauensdienst, in einer API oder im Fachverfahren entstehen. Der Betrieb benötigt daher durchgängige Korrelation, klare Verantwortungsgrenzen, reproduzierbare Diagnosepfade und getestete Wiederanlaufverfahren.
Schrittweise Seminarinhalte
1. Referenzarchitektur und Komponentenmodell
Schwerpunkt: Front-End, Back-End, sichere kryptografische Anwendungen und Geräte, Trust Services, Register, Directory, Integrationsschicht und Fachverfahren.
- Fachliche Use Cases in Komponenten, Datenflüsse, Vertrauenszonen und Verantwortungsbereiche zerlegen.
- Wallet-Front-End, Wallet-Back-End, kryptografische Komponenten, Identitätsdaten, Attestierungen, Directory und externe Dienste logisch anordnen.
- Schnittstellen, Protokolle, Schlüsselgrenzen, Netzwerkpfade und Betriebsabhängigkeiten für eine Referenztransaktion dokumentieren.
- Fehlerdomänen, Single Points of Failure, Schutzbedarf und notwendige Redundanz anhand eines Architekturreviews bewerten.
Arbeitsergebnis: Eine nachvollziehbare Zielarchitektur mit Komponenten-, Datenfluss- und Vertrauenszonenmodell.
2. Protokollierung, Monitoring und Nachvollziehbarkeit
Schwerpunkt: Transaktionszeit, Gegenpartei, angeforderte Daten, Ergebnis, Fehlergrund, Systemereignisse, Integrität, Vertraulichkeit und Aufbewahrung.
- Fachliche und technische Ereignisse für Zugriff, Präsentation, Ausstellung, Zustellung, Signatur, Siegel, Mandat und Administration katalogisieren.
- Logfelder, Korrelations-IDs, Zeitquellen, Schutzklassen, Aufbewahrung und Zugriff auf Protokolldaten festlegen.
- Dashboards und Alarmierungen für Verfügbarkeit, Fehlerquoten, ungewöhnliche Datenanforderungen, Widerrufe und privilegierte Aktionen entwerfen.
- Ereigniskorrelation, Nachweis einer vollständigen Transaktion und Untersuchung eines fehlgeschlagenen Prozesses praktisch durchführen.
Arbeitsergebnis: Ein Monitoring- und Logging-Konzept mit prüfbaren Transaktionsketten und Alarmregeln.
3. Incident Management und Wiederanlauf
Schwerpunkt: Sicherheitsvorfall, Datenschutzverletzung, Serviceausfall, kompromittierte Wallet Unit, Providerstörung, Kommunikationsplan und Recovery.
- Incident-Klassen, Prioritäten, Meldewege, fachliche Auswirkungen und zuständige interne sowie externe Stellen definieren.
- Runbooks für Wallet-Sperrung, Schlüsselkompromittierung, fehlerhafte Nachweise, Directory-Ausfall, Zustellstörung und API-Fehler erstellen.
- Beweissicherung, Eindämmung, Benachrichtigung, Wiederherstellung, Validierung und Rückkehr in den Normalbetrieb in einer Übung durchführen.
- RTO, RPO, Ersatzverfahren, Providerabhängigkeiten und Lessons Learned in den Betriebsstandard zurückführen.
Arbeitsergebnis: Ein abgestimmtes Incident- und Wiederanlaufhandbuch mit Rollen, Fristen und Prüfungen.
4. Regelbetrieb, Change und kontinuierliche Kontrolle
Schwerpunkt: Servicezustände, Tageskontrollen, Änderungen, Zertifikats- und Schemawechsel, Providerupdates, Kapazität, Audits und Verbesserungen.
- Betriebsobjekte, Serviceabhängigkeiten, Zustände, Schwellenwerte, Verantwortlichkeiten und Wartungszyklen definieren.
- Regelkontrollen für Verfügbarkeit, Trust, Zertifikate, Nachweise, Directory, APIs, Zustellung, Rollen und Protokolle aufbauen.
- Änderungen an Schemas, Protokollen, Providern, Registern, Mandaten und Fachverfahren mit Test-, Freigabe- und Rollback-Schritten steuern.
- Kennzahlen, Auditfeststellungen, Incidents und Nutzerfeedback in einen priorisierten Verbesserungs- und Schulungszyklus überführen.
Arbeitsergebnis: Ein wiederholbarer Betriebs- und Change-Prozess mit Kontrollen, Kennzahlen und Runbooks.
5. Credential- und Nachweis-Lifecycle
Schwerpunkt: Antrag, Prüfung, Ausstellung, Speicherung, Aktualisierung, Erneuerung, Widerruf, Löschung, Archivierung und Beweiserhalt.
- Lifecycle-Zustände für organisationsbezogene Nachweise und die zulässigen Übergänge mit Verantwortlichkeiten modellieren.
- Auslöser wie Fristablauf, Registeränderung, Lizenzentzug, Anbieterwechsel, Organisationsänderung und Sicherheitsvorfall zuordnen.
- Erneuerungs-, Widerrufs- und Ersatzprozesse einschließlich Benachrichtigung abhängiger Systeme und relying parties umsetzen.
- Aufbewahrung, Transaktionsnachweis, Löschung und Export beim Providerwechsel in ein revisionsfähiges Lifecycle-Runbook überführen.
Arbeitsergebnis: Eine vollständige Lifecycle-Zustandsmaschine mit Betriebs- und Nachweisregeln.
6. Vertrag, Service Governance und Exit
Schwerpunkt: Leistungsbeschreibung, Verantwortungsmatrix, SLA, Sicherheitspflichten, Änderungen, Audit, Portabilität, Kündigung, Datenexport und Übergang.
- Kern- und Zusatzfunktionen, Servicegrenzen, Verantwortlichkeiten, Abhängigkeiten und Mitwirkungspflichten präzise beschreiben.
- SLA, Support, Wartung, Sicherheitsmeldungen, Schwachstellenmanagement, Nachweise und Eskalationen vertraglich operationalisieren.
- Datenportabilität, Exportformate, Kommunikations- und Interaktionslogs, Schlüsselübergang sowie Löschbestätigung für den Exit festlegen.
- Providerwechsel und ungeplante Beendigung in einem Transition-Runbook mit technischen und rechtlichen Abnahmekriterien simulieren.
Arbeitsergebnis: Ein belastbares Service- und Exit-Modell für Beschaffung und Betrieb.
7. Produktionsabnahme und Betriebsübergabe
Schwerpunkt: Abnahmekriterien, Sicherheitsfreigabe, Datenschutz, Performance, Wiederanlauf, Support, Dokumentation, Schulung und Go-Live.
- Funktionale, rechtliche, sicherheitsbezogene, datenschutzrechtliche und betriebliche Abnahmekriterien mit Verantwortlichen festlegen.
- Ende-zu-Ende-Prozesse, Last, Berechtigungen, Monitoring, Backup, Recovery, Incident und Provider-Support unter Produktionsbedingungen prüfen.
- Restpunkte, akzeptierte Risiken, Betriebsauflagen, Runbooks, Kontaktketten und Wartungsfenster formal freigeben.
- Go-Live, Hypercare, Rückfallplan, Erfolgsmessung und Übergabe in Change- sowie Problem-Management kontrolliert durchführen.
Arbeitsergebnis: Eine formal dokumentierte Produktionsfreigabe mit Betriebs- und Rückfallplan.
Praxisübungen und Laborszenarien
- Aufbau eines Monitoring-Katalogs für Wallet, Trust, Directory, Zustellung und APIs.
- Analyse einer fehlgeschlagenen Nachweispräsentation anhand korrelierter Logs.
- Tabletop-Übung zu kompromittierter Wallet Unit und Providerstörung.
- Erstellung eines Runbooks für Wiederanlauf, Nachkontrolle und Kommunikation.
Zielgruppe und Voraussetzungen
Zielgruppe: IT-Betrieb, Service Management, Second- und Third-Level-Support, SOC, IAM, PKI und technische Providersteuerung
Voraussetzungen: Erfahrung mit Monitoring, Incident Management, Zertifikaten, APIs und produktiven Identitäts- oder Integrationsdiensten
Didaktik und Arbeitsweise
Kurze Fachimpulse werden unmittelbar durch strukturierte Modellierung, Demonstrationen, technische oder organisatorische Schrittfolgen, Praxisübungen und kontrollierte Negativfälle vertieft. Jede Arbeitsphase verwendet definierte Ausgangsdaten, Prüfkriterien und Dokumentationsanforderungen. Dadurch entstehen wiederholbare Ergebnisse für Architektur, Projekt, Governance und Regelbetrieb.
Fachbereichsleitung und Trainerteam
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt. Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | IT-Betrieb, Service Management, Second- und Third-Level-Support, SOC, IAM, PKI und technische Providersteuerung |
| Voraussetzungen: | Erfahrung mit Monitoring, Incident Management, Zertifikaten, APIs und produktiven Identitäts- oder Integrationsdiensten |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhouse, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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