Das Seminar überführt Geschäftspartner-Onboarding und Lieferantenprüfung in wallet-gestützte, verifizierbare Prozesse. Organisationsidentität, Vertretungsbefugnis, Registerdaten, Steuer- und Zollkennungen, Lizenzen, Zertifikate und weitere Due-Diligence-Nachweise werden kontrolliert erhoben, geprüft und in Stammdatensysteme übernommen.
Inhaltsverzeichnis
- Lernziele
- Fachliche Einordnung
- Schrittweise Seminarinhalte
- Praxisübungen und Laborszenarien
- Zielgruppe und Voraussetzungen
- Didaktik und Arbeitsweise
Lernziele
- Daten- und Nachweisanforderungen für unterschiedliche Geschäftspartnerrisiken definieren.
- Organisationsidentität und Vertretung zuverlässig mit Stammdaten verknüpfen.
- Wallet-Nachweise in KYC-, KYB- und Lieferantenprüfungen integrieren.
- Dubletten, Abweichungen und abgelaufene Nachweise kontrolliert behandeln.
- Ein automatisiertes Onboarding mit Revalidierung und Audit-Trail entwerfen.
Fachliche Einordnung
B2B-Onboarding ist häufig von Dokumentkopien, manueller Plausibilisierung und wiederholter Datenpflege geprägt. Wallet-basierte Identitäts- und Nachweisflüsse ermöglichen eine stärkere Automatisierung, ersetzen jedoch nicht die fachliche Risikobewertung. Das Seminar verbindet deshalb verifizierte Daten mit Freigaben, Ausnahmen, Revalidierung und kontinuierlichem Monitoring.
Schrittweise Seminarinhalte
1. Wallet-Owner-Identitätsdaten
Schwerpunkt: Offizieller Organisationsname, eindeutiger Identifikator, Registerbezug, kryptografische Bindung und Validierungsmechanismen.
- Erforderliche Mindestattribute und zusätzliche Organisationsattribute aus Geschäfts-, Register- und Compliance-Sicht inventarisieren.
- Den Bezug zwischen offizieller Registerinformation, Wallet-Owner-Identitätsdaten und der konkreten Wallet-Instanz modellieren.
- Ausstellung, Aktualisierung, Validierung, Sperrung und erneute Bindung der Identitätsdaten für mehrere Organisationsereignisse durchspielen.
- Prüfregeln für Namensänderung, Verschmelzung, Sitzverlegung, Statusänderung und Beendigung der Organisation definieren.
Arbeitsergebnis: Ein Datenmodell für belastbare und aktuell gehaltene Wallet-Owner-Identitätsdaten.
2. EUID, LEI, VAT-ID, EORI und weitere Identifikatoren
Schwerpunkt: Eindeutige Unternehmenskennungen, fachliche Geltungsbereiche, Mapping, Dublettenvermeidung, Referenzierung und Statusprüfung.
- Vorhandene Identifikatoren nach Herausgeber, Rechtsraum, Zweck, Format, Gültigkeit und Aktualisierungsquelle klassifizieren.
- EUID beziehungsweise alternative eindeutige Kennungen mit LEI, VAT-ID, EORI, Steuernummern und internen Geschäftspartner-IDs verknüpfen.
- Matching-Regeln für Namensvarianten, Zweigniederlassungen, Konzerngesellschaften und wirtschaftlich tätige natürliche Personen festlegen.
- Dubletten-, Verwechslungs- und veraltete Identifikatorfälle mit definierten Treffer- und Eskalationsregeln testen.
Arbeitsergebnis: Eine normalisierte Identifikatoren- und Matching-Matrix für Wallet und Stammdatensysteme.
3. Register, authentische Quellen und Nachweisführung
Schwerpunkt: Unternehmensregister, BRIS-nahe Datenflüsse, Fachregister, öffentliche Stellen, Datenherkunft, Aktualität und Nachweisqualität.
- Relevante Register und authentische Quellen für Rechtsform, Vertretung, Anschrift, Steuer-, Zoll- und Genehmigungsattribute erfassen.
- Für jedes Attribut festlegen, welche Stelle fachlich führend ist, wie Aktualität nachgewiesen wird und wie Statusänderungen erkannt werden.
- Abruf-, Push- und ereignisbasierte Aktualisierungsmodelle einschließlich Ausfall- und Verzögerungsszenarien vergleichen.
- Eine Herkunftskette vom Registereintrag über die Attestierung bis zur Prüfung durch die relying party dokumentieren und validieren.
Arbeitsergebnis: Ein Quellenkatalog mit Attributverantwortung, Aktualitätsregeln und Nachweiskette.
4. B2B-Onboarding und Geschäftspartneridentifikation
Schwerpunkt: Unternehmensidentität, Vertreter, Registerdaten, Bank- und Steuerattribute, Freigaben, Risikoklassen und automatisierte Anlage.
- Erforderliche Identitäts-, Vertretungs-, Steuer-, Bank-, Lizenz- und Kontaktdaten nach Geschäftspartnertyp und Risikoklasse festlegen.
- Wallet-basierte Datenerhebung mit Register- und Nachweisprüfung sowie selektiver Offenlegung in einen Onboarding-Workflow integrieren.
- Freigaben, Rückfragen, Abweichungen und automatische Anlage im ERP oder CRM mit vollständigem Audit-Trail umsetzen.
- Falsche Vertretung, widersprüchliche Registerdaten, abgelaufene Nachweise und Sanktionshinweise als Stop- und Eskalationsfälle testen.
Arbeitsergebnis: Ein digitaler B2B-Onboarding-Prozess mit risikobasierter Identitäts- und Nachweisprüfung.
5. Lieferantenprüfung und Due Diligence
Schwerpunkt: KYC/KYB, wirtschaftlich Berechtigte, Lizenzen, Zertifikate, Sanktionen, ESG-Nachweise, Revalidierung und kontinuierliches Monitoring.
- Prüfanforderungen nach Lieferantenrisiko, Land, Branche, Auftragswert und Kritikalität in einen Nachweiskatalog überführen.
- Organisationsidentität und Vertretung mit regulatorischen, finanziellen, sicherheitsbezogenen und nachhaltigkeitsbezogenen Nachweisen verknüpfen.
- Initialprüfung, Freigabe, Wiedervorlage, Nachweisablauf und ereignisbasierte Revalidierung als automatisierten Kontrollprozess gestalten.
- Abweichungen, fehlende Nachweise, Statuswechsel und nicht vertrauenswürdige Aussteller mit abgestuften Maßnahmen behandeln.
Arbeitsergebnis: Ein prüfbarer Due-Diligence-Workflow mit Nachweiskatalog und Revalidierung.
6. Selektive Offenlegung und Datenminimierung
Schwerpunkt: Zweckbindung, Attributauswahl, abgeleitete Aussagen, Einwilligungs- und Freigabelogik, Protokollierung und Missbrauchsschutz.
- Für konkrete B2B- und B2G-Anfragen den minimal erforderlichen Attributsatz sowie unzulässige Mehranforderungen bestimmen.
- Präsentationsrichtlinien für Einzelattribute, Attributgruppen und abgeleitete Aussagen mit fachlichen Freigaberegeln entwerfen.
- Anfragen auf Zweck, requesting party, Datenkategorie, Rechtsgrundlage und Wiederverwendung prüfen und auffällige Muster blockieren.
- Positiv- und Negativtests für Überabfrage, Korrelation, Replay, veraltete Nachweise und nicht autorisierte Weitergabe durchführen.
Arbeitsergebnis: Ein Datenschutz- und Präsentationsprofil mit minimalen Attributsätzen und Prüfregeln.
7. Integration in ERP, CRM, IAM, DMS und Fachverfahren
Schwerpunkt: Geschäftspartnerstamm, Dokumentenmanagement, Identitäts- und Berechtigungsmanagement, Workflow, Archivierung und Prozesskopplung.
- Quell- und Zielsysteme sowie führende Datenobjekte für Organisation, Vertreter, Nachweis, Dokument und Transaktion erfassen.
- Fachliche Ereignisse wie Onboarding, Freigabe, Statusänderung, Ablauf, Sperrung und Eingang einer Zustellung den Systemen zuordnen.
- Synchronisations-, Orchestrierungs- und Fehlerwarteschlangen für einen Ende-zu-Ende-Prozess entwerfen und in einer Referenzintegration umsetzen.
- Datenkonsistenz, Berechtigungen, Nachvollziehbarkeit, Wiederanlauf und Archivierung über alle beteiligten Systeme prüfen.
Arbeitsergebnis: Ein Integrationsblueprint mit Datenobjekten, Ereignissen, Verantwortlichkeiten und Fehlerpfaden.
Praxisübungen und Laborszenarien
- Aufbau eines risikobasierten Nachweiskatalogs für drei Lieferantenklassen.
- Modellierung eines Wallet-basierten Onboardings bis zur Anlage im ERP.
- Bearbeitung von Dubletten, Registerabweichungen und fehlender Vertretungsbefugnis.
- Entwurf einer ereignisbasierten Revalidierung für Lizenzen und Zertifikate.
Zielgruppe und Voraussetzungen
Zielgruppe: Einkauf, Supplier Management, Compliance, KYC/KYB, Stammdatenmanagement, IAM, ERP-Integration und interne Revision
Voraussetzungen: Grundkenntnisse in Lieferanten-Onboarding, Geschäftspartnerstammdaten, Compliance-Prüfungen und digitalen Nachweisen
Didaktik und Arbeitsweise
Kurze Fachimpulse werden unmittelbar durch strukturierte Modellierung, Demonstrationen, technische oder organisatorische Schrittfolgen, Praxisübungen und kontrollierte Negativfälle vertieft. Jede Arbeitsphase verwendet definierte Ausgangsdaten, Prüfkriterien und Dokumentationsanforderungen. Dadurch entstehen wiederholbare Ergebnisse für Architektur, Projekt, Governance und Regelbetrieb.
Fachbereichsleitung und Trainerteam
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt. Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Einkauf, Supplier Management, Compliance, KYC/KYB, Stammdatenmanagement, IAM, ERP-Integration und interne Revision |
| Voraussetzungen: | Grundkenntnisse in Lieferanten-Onboarding, Geschäftspartnerstammdaten, Compliance-Prüfungen und digitalen Nachweisen |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhouse, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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