Seminar EU Business Wallet – Rechtsrahmen, eIDAS 2.0 und Compliance

Das Seminar ordnet die European Business Wallet in eIDAS 2.0, das laufende europäische Gesetzgebungsverfahren und angrenzende Compliance-Anforderungen ein. Anwendungsbereich, Rechtswirkung, Akteursrollen, Organisationsidentität, Vertretung, Nachweise, Vertrauensdienste, Datenschutz und Aufsicht werden strukturiert bewertet.

Inhaltsverzeichnis

  • Lernziele
  • Fachliche Einordnung
  • Schrittweise Seminarinhalte
  • Praxisübungen und Laborszenarien
  • Zielgruppe und Voraussetzungen
  • Didaktik und Arbeitsweise

Lernziele

  • Verbindliche eIDAS-Regeln und Business-Wallet-Regelungsstände unterscheiden.
  • Anwendungsbereich, Freiwilligkeit, Annahmepflichten und Gleichwertigkeit bewerten.
  • Rollen und Pflichten von Ownern, Providern, Ausstellern und relying parties zuordnen.
  • Vertretung, Nachweise und Vertrauensdienste rechtlich einordnen.
  • Ein Compliance- und Änderungsregister für die Einführung erstellen.

Fachliche Einordnung

Der Rechtsrahmen entwickelt sich weiter. Seriöse Einführungsvorbereitung muss deshalb verbindliche Vorgaben, politische Verhandlungsstände, erwartete Durchführungsakte und nationale Verfahrensanforderungen sauber trennen. Das Seminar arbeitet mit einer Änderungs- und Auswirkungsmethodik statt mit vermeintlich endgültigen Festlegungen.

Schrittweise Seminarinhalte

1. Rechtsstand und Anwendungsbereich

Schwerpunkt: eIDAS-2.0-Grundlagen, europäisches Gesetzgebungsverfahren, Normadressaten, Freiwilligkeit für Unternehmen, Annahmepflichten öffentlicher Stellen und nationale Verfahrensanforderungen.

  1. Verbindliche eIDAS-Regeln, den Entwurf zur European Business Wallet, die Ratsposition und spätere konsolidierte Fassungen in einer Rechtsstandsmatrix voneinander trennen.
  2. Wirtschaftsteilnehmer, öffentliche Stellen, Wallet-Anbieter, Vertrauensdiensteanbieter, Registerstellen und relying parties den jeweils vorgesehenen Pflichten und Rechten zuordnen.
  3. Für ausgewählte Geschäftsprozesse prüfen, welche Handlung durch die Wallet ersetzt werden kann und welche fach- oder verfahrensrechtlichen Voraussetzungen weiterhin erfüllt sein müssen.
  4. Offene Punkte, nationale Abweichungen und erwartete Durchführungsrechtsakte in einem kontrollierten Änderungsregister dokumentieren.

Arbeitsergebnis: Eine belastbare Rechtsstandsmatrix mit Geltungsbereich, Verantwortlichkeiten und Anpassungsbedarf.

2. Einordnung in eIDAS 2.0 und das EUDI-Ökosystem

Schwerpunkt: European Digital Identity Wallet, Business Wallet, elektronische Identifizierung, Vertrauensdienste, Wallet-Relying-Parties, Aussteller und authentische Quellen.

  1. Die Rollen von natürlicher Person, Organisation, Vertreter, Wallet-Anbieter, Attributaussteller und prüfender Stelle in einem gemeinsamen Vertrauensmodell abgrenzen.
  2. Interaktionen zwischen European Business Wallets und European Digital Identity Wallets für Vertreter-Authentisierung, Attributaustausch und Signaturprozesse modellieren.
  3. Vertrauensanker, Zertifikate, Metadaten, Registrierungen und Statusinformationen identifizieren, die für eine Ende-zu-Ende-Prüfung erforderlich sind.
  4. Eine Referenztransaktion vom Unternehmens-Onboarding bis zur verifizierten Datennutzung durch eine relying party fachlich und technisch nachzeichnen.

Arbeitsergebnis: Ein abgestimmtes EUDI- und Business-Wallet-Kontextdiagramm mit klaren Vertrauensgrenzen.

3. Akteure, Rollen und Verantwortungsgrenzen

Schwerpunkt: Wallet Owner, Benutzer, gesetzliche Vertreter, Bevollmächtigte, Administratoren, Provider, Aussteller, Prüfer, Register und Aufsicht.

  1. Alle internen und externen Akteure einschließlich Vertretungs- und Betriebsrollen in einer RACI-Matrix erfassen.
  2. Geschäftliche Befugnisse von technischen Zugriffsrechten trennen und für jede Rolle erlaubte Aktionen, Grenzen und Freigaben festlegen.
  3. Konflikte wie Selbstfreigabe, Überdelegation, abgelaufene Vollmacht und geteilte Administratorkonten als Negativfälle definieren.
  4. Vertretungs-, Betriebs- und Aufsichtsrollen anhand eines Musterprozesses auf Konsistenz, Prüfbarkeit und Widerrufbarkeit testen.

Arbeitsergebnis: Ein prüfbares Rollen- und Verantwortungsmodell für Einführung und Regelbetrieb.

4. Wallet-Owner-Identitätsdaten

Schwerpunkt: Offizieller Organisationsname, eindeutiger Identifikator, Registerbezug, kryptografische Bindung und Validierungsmechanismen.

  1. Erforderliche Mindestattribute und zusätzliche Organisationsattribute aus Geschäfts-, Register- und Compliance-Sicht inventarisieren.
  2. Den Bezug zwischen offizieller Registerinformation, Wallet-Owner-Identitätsdaten und der konkreten Wallet-Instanz modellieren.
  3. Ausstellung, Aktualisierung, Validierung, Sperrung und erneute Bindung der Identitätsdaten für mehrere Organisationsereignisse durchspielen.
  4. Prüfregeln für Namensänderung, Verschmelzung, Sitzverlegung, Statusänderung und Beendigung der Organisation definieren.

Arbeitsergebnis: Ein Datenmodell für belastbare und aktuell gehaltene Wallet-Owner-Identitätsdaten.

5. Mandate, Vollmachten und Vertretungsrechte

Schwerpunkt: Gesetzliche Vertretung, rechtsgeschäftliche Vollmacht, technische Mandate, administrative Delegation, Geltungsbereich, Laufzeit und Widerruf.

  1. Vertretungsarten nach Rechtsquelle, Reichweite, Untervollmacht, Gültigkeitszeitraum und erforderlichem Nachweis klassifizieren.
  2. Geschäftliche Vollmacht von Wallet-Administrationsrecht und technischer Benutzerberechtigung trennen und miteinander verknüpfen.
  3. Erteilung, Annahme, Nutzung, Änderung, Rezertifizierung und Widerruf eines Mandats mit eindeutigem Audit-Trail durchspielen.
  4. Überdelegation, Rollenkonflikt, abgelaufene Vertretung, Organisationswechsel und Notfallzugriff als blockierende Negativfälle testen.

Arbeitsergebnis: Ein interoperables Mandats- und Delegationsmodell mit Lifecycle und Kontrollregeln.

6. Elektronische Attributnachweise

Schwerpunkt: EAA, qualifizierte EAA, Nachweise öffentlicher Stellen, Attestation Schemes, Ausstellervertrauen und Statusprüfung.

  1. Attributtypen nach Rechtswirkung, Aussteller, Vertrauensniveau, Gültigkeit, Aktualisierungsbedarf und Widerrufsmöglichkeit klassifizieren.
  2. Für Genehmigungen, Zertifikate, Registerauszüge und Compliance-Nachweise passende Attestation Schemes und Datenfelder entwerfen.
  3. Ausstellungs-, Speicher-, Präsentations- und Validierungsabläufe mit positiven, abgelaufenen und widerrufenen Nachweisen durchspielen.
  4. Prüfregeln für Signatur, Ausstellerkette, Schema, Status, Bindung an die Organisation und zeitliche Gültigkeit dokumentieren.

Arbeitsergebnis: Ein fachlich und technisch beschriebenes Nachweisportfolio mit Validierungsregeln.

7. Governance, Richtlinien und Kontrollsystem

Schwerpunkt: Entscheidungsrechte, Policies, Funktionstrennung, Kontrollziele, Rezertifizierung, Audit, Ausnahmen und Managementreporting.

  1. Verantwortung für Organisationsidentität, Wallet, Mandate, Nachweise, Vertrauensdienste, Integrationen und Betrieb verbindlich zuweisen.
  2. Richtlinien für Onboarding, Datenfreigabe, Signatur, Siegel, Zustellung, Provider, Logging, Datenschutz und Incident festlegen.
  3. Kontrollziele, Kontrollhandlungen, Nachweise, Frequenzen, Eigentümer und Eskalationsschwellen in einem Kontrollkatalog dokumentieren.
  4. Ausnahmen, Rezertifizierungen, Auditfeststellungen und Managemententscheidungen mit Fristen und Wirksamkeitskontrolle bearbeiten.

Arbeitsergebnis: Ein integriertes Governance- und Kontrollsystem für Organisationsidentität und Wallet-Betrieb.

Praxisübungen und Laborszenarien

  • Aufbau einer Rechtsstandsmatrix mit verbindlichen und offenen Anforderungen.
  • Zuordnung von Pflichten und Verantwortlichkeiten zu einer Referenztransaktion.
  • Bewertung von Gleichwertigkeit, nationalen Verfahrensregeln und Ersatzwegen.
  • Erstellung eines Compliance-Kontroll- und Änderungsregisters.

Zielgruppe und Voraussetzungen

Zielgruppe: Rechtsabteilung, Compliance, Datenschutz, Informationssicherheit, E-Government, Enterprise Architecture und Programmleitung

Voraussetzungen: Grundverständnis von eIDAS, digitalen Identitäten, elektronischen Vertrauensdiensten oder regulierten Geschäftsprozessen

Didaktik und Arbeitsweise

Kurze Fachimpulse werden unmittelbar durch strukturierte Modellierung, Demonstrationen, technische oder organisatorische Schrittfolgen, Praxisübungen und kontrollierte Negativfälle vertieft. Jede Arbeitsphase verwendet definierte Ausgangsdaten, Prüfkriterien und Dokumentationsanforderungen. Dadurch entstehen wiederholbare Ergebnisse für Architektur, Projekt, Governance und Regelbetrieb.

Fachbereichsleitung und Trainerteam

Seminardetails

   
Dauer: 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Rechtsabteilung, Compliance, Datenschutz, Informationssicherheit, E-Government, Enterprise Architecture und Programmleitung
Voraussetzungen: Grundverständnis von eIDAS, digitalen Identitäten, elektronischen Vertrauensdiensten oder regulierten Geschäftsprozessen
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhouse, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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Seminar Startdatum Enddatum Ort Dauer
Luxemburg 2 Tage
Hannover 2 Tage
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Madgeburg 2 Tage
Regensburg 2 Tage
Jena 2 Tage
Trier 2 Tage
München 2 Tage
Friedrichshafen 2 Tage
Kassel 2 Tage
Ulm 2 Tage
Münster 2 Tage
Nürnberg 2 Tage
Köln 2 Tage
Wuppertal 2 Tage
Bremen 2 Tage
Berlin 2 Tage
Mainz 2 Tage
Erfurt 2 Tage
Darmstadt 2 Tage
Frankfurt 2 Tage
Paderborn 2 Tage
Essen 2 Tage
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Freiburg 2 Tage
Potsdam 2 Tage
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