Seminar Trusted Firmware-A – Trusted Board Boot und Chain of Trust

Seminar / Training

Die Schulung führt von der Root of Trust über Zertifikate und Schlüssel bis zur authentisierten TF-A-Bootkette. Vertrauensanker, CoT-Beschreibung, Image-Zertifikate, FIP-Integration, Rollback-Schutz, Schlüsselrotation, Entwicklungs- und Produktionsprofile sowie absichtliche Prüfungsfehler werden in einer vollständigen Laborstrecke umgesetzt.

Inhaltsübersicht

  1. Vertrauensmodell und Root of Trust
  2. Schlüssel- und Zertifikatsstruktur
  3. CoT-Beschreibung in TF-A
  4. Zertifikats- und FIP-Erzeugung
  5. Bootseitige Authentisierung
  6. Rollback-Schutz
  7. Schlüsselrotation und Widerruf
  8. Entwicklungs-, Fertigungs- und Produktionsprofile
  9. Negativtests und Abnahme

Lernziele

  • Root of Trust, Zertifikatskette und Imageauthentisierung als Gesamtprozess planen.
  • TF-A Chain-of-Trust-Beschreibung und Zertifikatswerkzeuge korrekt konfigurieren.
  • Schlüssel und Zertifikate sicher erzeugen, einbinden, rotieren und widerrufen.
  • Rollback-Schutz und Versionsrichtlinien in Boot und Update integrieren.
  • Positive und negative Bootfälle bis zur kontrollierten Freigabe testen.

Seminarinhalte

1. Vertrauensmodell und Root of Trust

  1. Schritt 1: Boot-ROM, unveränderlicher Schlüsselhash und erste verifizierte Stufe werden eindeutig festgelegt.
  2. Schritt 2: Angreifer gegen Bootmedium, Images und Konfiguration werden getrennt betrachtet.
  3. Schritt 3: Vertrauensanker und Änderungsprozesse erhalten technische und organisatorische Eigentümer.

Praxis: Eine Chain-of-Trust-Grafik mit allen Vertrauensankern wird erstellt.

2. Schlüssel- und Zertifikatsstruktur

  1. Schritt 1: Root-, Plattform- und Image-Schlüssel werden nach Zweck und Lebensdauer getrennt.
  2. Schritt 2: Zertifikate binden Hashes, Schlüssel und sicherheitsrelevante Parameter aneinander.
  3. Schritt 3: Test- und Produktionsschlüssel werden in getrennten Umgebungen und Pfaden geführt.

Praxis: Ein vollständiger Schlüsselsatz mit dokumentierter Rollenverteilung wird erzeugt.

3. CoT-Beschreibung in TF-A

  1. Schritt 1: Authentisierungsobjekte und Abhängigkeiten werden den Boot-Images zugeordnet.
  2. Schritt 2: Hash-, Signatur- und Public-Key-Methoden werden korrekt kombiniert.
  3. Schritt 3: Fehlende oder zyklische Beziehungen werden durch Validierung früh erkannt.

Praxis: Ein zusätzliches Plattformimage wird in die Vertrauenskette aufgenommen.

4. Zertifikats- und FIP-Erzeugung

  1. Schritt 1: Buildparameter, Zertifikatswerkzeug und FIP-Erzeugung werden in reproduzierbarer Reihenfolge ausgeführt.
  2. Schritt 2: Zertifikate und Images werden auf Zuordnung, Algorithmus und erwarteten Digest geprüft.
  3. Schritt 3: Das resultierende Paket wird unabhängig vom Buildprozess inspiziert.

Praxis: Ein authentisiertes FIP-Paket wird gebaut und vollständig inventarisiert.

5. Bootseitige Authentisierung

  1. Schritt 1: Image wird vor Nutzung geladen, authentisiert und erst danach an die nächste Stufe übergeben.
  2. Schritt 2: Authentisierungsmetadaten werden gegen Puffergrenzen und erwartete Image-ID geprüft.
  3. Schritt 3: Fehler führen zu einem kontrollierten Abbruch ohne Ausführung teilweise geprüfter Daten.

Praxis: Ein erfolgreicher und ein absichtlich fehlgeschlagener Boot werden bis zum Prüfentscheid verfolgt.

6. Rollback-Schutz

  1. Schritt 1: Sicherheitsversion und Softwareversion werden nach ihrer Aufgabe getrennt.
  2. Schritt 2: Nicht flüchtige Zähler oder Plattformdienste werden in die Authentisierungsentscheidung eingebunden.
  3. Schritt 3: Update, Recovery und Fertigung beachten dieselbe Mindestversionsrichtlinie.

Praxis: Ein älteres, korrekt signiertes Image wird durch eine Rollback-Richtlinie abgewiesen.

7. Schlüsselrotation und Widerruf

  1. Schritt 1: Geplante Rotation wird von kompromissbedingtem Widerruf unterschieden.
  2. Schritt 2: Übergangsphasen unterstützen alte und neue Vertrauensanker nur innerhalb klarer Grenzen.
  3. Schritt 3: Recovery bleibt möglich, ohne einen widerrufenen Schlüssel wieder zu akzeptieren.

Praxis: Ein Rotationsszenario wird mit zwei Releasegenerationen durchgespielt.

8. Entwicklungs-, Fertigungs- und Produktionsprofile

  1. Schritt 1: Schlüsselquellen, Debugoptionen und Zertifikatserzeugung werden pro Lebenszykluszustand festgelegt.
  2. Schritt 2: Unsichere Entwicklungsvereinfachungen dürfen nicht still in Produktionsbuilds gelangen.
  3. Schritt 3: Build- und Provisionierungsgates prüfen den vorgesehenen Produktzustand.

Praxis: Ein Produktionsprofil wird gegen typische Fehlkonfigurationen abgesichert.

9. Negativtests und Abnahme

  1. Schritt 1: Manipuliertes Image, falsches Zertifikat, unbekannter Schlüssel und Rollback werden einzeln getestet.
  2. Schritt 2: Fehlerausgabe bleibt eindeutig, ohne vertrauliche Schlüssel- oder Speicherinformationen offenzulegen.
  3. Schritt 3: Freigabenachweise verbinden Buildmanifest, Zertifikatsinventar und Testergebnis.

Praxis: Eine vollständige Chain-of-Trust-Abnahme wird mit mehreren Negativfällen durchgeführt.

Zielgruppe

Firmware- und Security-Entwickler, PKI- und Provisionierungsteams, Plattformarchitekten, SoC-Integratoren und Verantwortliche für Secure-Boot-Freigaben.

Voraussetzungen

TF-A-Boot- und Buildkenntnisse, Kryptografie- und PKI-Grundlagen, sichere Linux-Shell-Nutzung und Verständnis von Schlüsselmanagement.

Praxisumgebung

Linux-Arbeitsplatz mit TF-A, OpenSSL-kompatiblen Werkzeugen, TF-A-Zertifikats- und FIP-Tools, AArch64-Toolchain sowie QEMU oder FVP.

Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner

Seminardetails

   
Dauer: 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Firmware- und Security-Entwickler, PKI- und Provisionierungsteams, Plattformarchitekten, SoC-Integratoren und Verantwortliche für Secure-Boot-Freigaben.
Voraussetzungen: TF-A-Boot- und Buildkenntnisse, Kryptografie- und PKI-Grundlagen, sichere Linux-Shell-Nutzung und Verständnis von Schlüsselmanagement.
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Quellcodeanalyse, Demonstrationen, praktische Übungen am System und kontrollierte Fehlerfälle
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

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