Seminar / Training
Die Schulung führt von der Root of Trust über Zertifikate und Schlüssel bis zur authentisierten TF-A-Bootkette. Vertrauensanker, CoT-Beschreibung, Image-Zertifikate, FIP-Integration, Rollback-Schutz, Schlüsselrotation, Entwicklungs- und Produktionsprofile sowie absichtliche Prüfungsfehler werden in einer vollständigen Laborstrecke umgesetzt.
Inhaltsübersicht
- Vertrauensmodell und Root of Trust
- Schlüssel- und Zertifikatsstruktur
- CoT-Beschreibung in TF-A
- Zertifikats- und FIP-Erzeugung
- Bootseitige Authentisierung
- Rollback-Schutz
- Schlüsselrotation und Widerruf
- Entwicklungs-, Fertigungs- und Produktionsprofile
- Negativtests und Abnahme
Lernziele
- Root of Trust, Zertifikatskette und Imageauthentisierung als Gesamtprozess planen.
- TF-A Chain-of-Trust-Beschreibung und Zertifikatswerkzeuge korrekt konfigurieren.
- Schlüssel und Zertifikate sicher erzeugen, einbinden, rotieren und widerrufen.
- Rollback-Schutz und Versionsrichtlinien in Boot und Update integrieren.
- Positive und negative Bootfälle bis zur kontrollierten Freigabe testen.
Seminarinhalte
1. Vertrauensmodell und Root of Trust
- Schritt 1: Boot-ROM, unveränderlicher Schlüsselhash und erste verifizierte Stufe werden eindeutig festgelegt.
- Schritt 2: Angreifer gegen Bootmedium, Images und Konfiguration werden getrennt betrachtet.
- Schritt 3: Vertrauensanker und Änderungsprozesse erhalten technische und organisatorische Eigentümer.
Praxis: Eine Chain-of-Trust-Grafik mit allen Vertrauensankern wird erstellt.
2. Schlüssel- und Zertifikatsstruktur
- Schritt 1: Root-, Plattform- und Image-Schlüssel werden nach Zweck und Lebensdauer getrennt.
- Schritt 2: Zertifikate binden Hashes, Schlüssel und sicherheitsrelevante Parameter aneinander.
- Schritt 3: Test- und Produktionsschlüssel werden in getrennten Umgebungen und Pfaden geführt.
Praxis: Ein vollständiger Schlüsselsatz mit dokumentierter Rollenverteilung wird erzeugt.
3. CoT-Beschreibung in TF-A
- Schritt 1: Authentisierungsobjekte und Abhängigkeiten werden den Boot-Images zugeordnet.
- Schritt 2: Hash-, Signatur- und Public-Key-Methoden werden korrekt kombiniert.
- Schritt 3: Fehlende oder zyklische Beziehungen werden durch Validierung früh erkannt.
Praxis: Ein zusätzliches Plattformimage wird in die Vertrauenskette aufgenommen.
4. Zertifikats- und FIP-Erzeugung
- Schritt 1: Buildparameter, Zertifikatswerkzeug und FIP-Erzeugung werden in reproduzierbarer Reihenfolge ausgeführt.
- Schritt 2: Zertifikate und Images werden auf Zuordnung, Algorithmus und erwarteten Digest geprüft.
- Schritt 3: Das resultierende Paket wird unabhängig vom Buildprozess inspiziert.
Praxis: Ein authentisiertes FIP-Paket wird gebaut und vollständig inventarisiert.
5. Bootseitige Authentisierung
- Schritt 1: Image wird vor Nutzung geladen, authentisiert und erst danach an die nächste Stufe übergeben.
- Schritt 2: Authentisierungsmetadaten werden gegen Puffergrenzen und erwartete Image-ID geprüft.
- Schritt 3: Fehler führen zu einem kontrollierten Abbruch ohne Ausführung teilweise geprüfter Daten.
Praxis: Ein erfolgreicher und ein absichtlich fehlgeschlagener Boot werden bis zum Prüfentscheid verfolgt.
6. Rollback-Schutz
- Schritt 1: Sicherheitsversion und Softwareversion werden nach ihrer Aufgabe getrennt.
- Schritt 2: Nicht flüchtige Zähler oder Plattformdienste werden in die Authentisierungsentscheidung eingebunden.
- Schritt 3: Update, Recovery und Fertigung beachten dieselbe Mindestversionsrichtlinie.
Praxis: Ein älteres, korrekt signiertes Image wird durch eine Rollback-Richtlinie abgewiesen.
7. Schlüsselrotation und Widerruf
- Schritt 1: Geplante Rotation wird von kompromissbedingtem Widerruf unterschieden.
- Schritt 2: Übergangsphasen unterstützen alte und neue Vertrauensanker nur innerhalb klarer Grenzen.
- Schritt 3: Recovery bleibt möglich, ohne einen widerrufenen Schlüssel wieder zu akzeptieren.
Praxis: Ein Rotationsszenario wird mit zwei Releasegenerationen durchgespielt.
8. Entwicklungs-, Fertigungs- und Produktionsprofile
- Schritt 1: Schlüsselquellen, Debugoptionen und Zertifikatserzeugung werden pro Lebenszykluszustand festgelegt.
- Schritt 2: Unsichere Entwicklungsvereinfachungen dürfen nicht still in Produktionsbuilds gelangen.
- Schritt 3: Build- und Provisionierungsgates prüfen den vorgesehenen Produktzustand.
Praxis: Ein Produktionsprofil wird gegen typische Fehlkonfigurationen abgesichert.
9. Negativtests und Abnahme
- Schritt 1: Manipuliertes Image, falsches Zertifikat, unbekannter Schlüssel und Rollback werden einzeln getestet.
- Schritt 2: Fehlerausgabe bleibt eindeutig, ohne vertrauliche Schlüssel- oder Speicherinformationen offenzulegen.
- Schritt 3: Freigabenachweise verbinden Buildmanifest, Zertifikatsinventar und Testergebnis.
Praxis: Eine vollständige Chain-of-Trust-Abnahme wird mit mehreren Negativfällen durchgeführt.
Zielgruppe
Firmware- und Security-Entwickler, PKI- und Provisionierungsteams, Plattformarchitekten, SoC-Integratoren und Verantwortliche für Secure-Boot-Freigaben.
Voraussetzungen
TF-A-Boot- und Buildkenntnisse, Kryptografie- und PKI-Grundlagen, sichere Linux-Shell-Nutzung und Verständnis von Schlüsselmanagement.
Praxisumgebung
Linux-Arbeitsplatz mit TF-A, OpenSSL-kompatiblen Werkzeugen, TF-A-Zertifikats- und FIP-Tools, AArch64-Toolchain sowie QEMU oder FVP.
Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner
-

Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt. Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Firmware- und Security-Entwickler, PKI- und Provisionierungsteams, Plattformarchitekten, SoC-Integratoren und Verantwortliche für Secure-Boot-Freigaben. |
| Voraussetzungen: | TF-A-Boot- und Buildkenntnisse, Kryptografie- und PKI-Grundlagen, sichere Linux-Shell-Nutzung und Verständnis von Schlüsselmanagement. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Quellcodeanalyse, Demonstrationen, praktische Übungen am System und kontrollierte Fehlerfälle |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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