Seminar / Training
Die Schulung zeigt, wie TF-A Firmware-Images und kritische Konfigurationsdaten misst, protokolliert und für spätere Zustandsbewertung bereitstellt. Der Unterschied zwischen Authentisierung und Messung wird konsequent herausgearbeitet. Event Logs, Messslots, Plattform-Backends, Übergabe an höhere Software-Schichten und der Umgang mit unvollständigen oder widersprüchlichen Messdaten werden praktisch umgesetzt.
Inhaltsübersicht
- Vertrauen, Authentisierung und Messung
- Messumfang und Ereignismodell
- TF-A-Messpfad
- Event Log aufbauen
- Mess-Backends
- Übergabe an höhere Software-Schichten
- Attestierungsnahe Auswertung
- Fehler- und Manipulationstests
- Gesamtintegration
Lernziele
- Authenticated Boot und Measured Boot fachlich und technisch sauber trennen.
- Messobjekte, Hashverfahren, Metadaten und Ereignisreihenfolge definieren.
- TF-A-Messhooks und Event-Log-Erzeugung plattformspezifisch integrieren.
- Backends wie Event Log, diskretes TPM oder Sicherheits-Engine einordnen.
- Messdaten an Betriebssystem oder Attestierungssoftware übergeben und validieren.
Seminarinhalte
1. Vertrauen, Authentisierung und Messung
- Schritt 1: Root of Trust for Measurement und Root of Trust for Verification werden unterschieden.
- Schritt 2: Akzeptanzentscheidung und reine Zustandsaufzeichnung werden als getrennte Sicherheitsfunktionen behandelt.
- Schritt 3: Angreifer-, Fehler- und Betriebsfälle werden auf die jeweils notwendige Kontrolle abgebildet.
Praxis: Mehrere Boot-Szenarien werden nach Authentisierungs- und Messanforderung klassifiziert.
2. Messumfang und Ereignismodell
- Schritt 1: Firmware-Images, Konfigurationsdateien und plattformspezifische kritische Daten werden inventarisiert.
- Schritt 2: Ereignistyp, Komponentennummer, Algorithmus, Digest und beschreibende Metadaten werden festgelegt.
- Schritt 3: Die Reihenfolge folgt dem tatsächlichen Lade- und Prüfpfad ohne doppelte oder ausgelassene Messungen.
Praxis: Ein vollständiger Messplan für BL-Images und Konfigurationen wird erstellt.
3. TF-A-Messpfad
- Schritt 1: Messfunktionen und Plattformhooks werden den verantwortlichen Boot-Stufen zugeordnet.
- Schritt 2: Daten werden nach dem Laden, aber vor sicherheitsrelevanter Veränderung gemessen.
- Schritt 3: Fehler beim Hashen oder Speichern führen zu einem definierten Boot- oder Diagnosepfad.
Praxis: Ein zusätzliches kritisches Datenelement wird in den Messpfad aufgenommen.
4. Event Log aufbauen
- Schritt 1: Pufferadresse, Größe, Ausrichtung und Lebensdauer werden festgelegt.
- Schritt 2: Header und Ereigniseinträge werden in konsistenter Reihenfolge erzeugt.
- Schritt 3: Überlauf, abgeschnittene Einträge und inkonsistente Metadaten werden sicher erkannt.
Praxis: Ein Event Log wird erzeugt, dekodiert und auf Vollständigkeit geprüft.
5. Mess-Backends
- Schritt 1: Reines Event Log, diskretes TPM und eine separate Sicherheits-Engine werden nach Vertrauens- und Integrationsmodell verglichen.
- Schritt 2: Messslots, Extend-Operationen und Kommunikationspfade werden für das gewählte Backend geplant.
- Schritt 3: Ausfall und Nichterreichbarkeit des Backends erhalten einen expliziten Plattformentscheid.
Praxis: Für zwei Hardwarevarianten wird jeweils ein passendes Backend-Konzept ausgewählt.
6. Übergabe an höhere Software-Schichten
- Schritt 1: Adresse und Größe des Logs werden über einen kontrollierten Handoff bereitgestellt.
- Schritt 2: Speicherreservierung verhindert Überschreiben vor dem Auslesen.
- Schritt 3: Normal-World-Software prüft Struktur, Reihenfolge und Übereinstimmung mit erwarteten Komponenten.
Praxis: Ein Testclient liest das Log aus und vergleicht Digests mit den Build-Artefakten.
7. Attestierungsnahe Auswertung
- Schritt 1: Messwerte, Plattformidentität und Challenge-bezogene Aussagen werden als getrennte Bestandteile betrachtet.
- Schritt 2: Lokale Verifikation und externe Bewertung werden mit klarer Datenherkunft gestaltet.
- Schritt 3: Unbekannte oder nicht freigegebene Messkombinationen führen zu nachvollziehbaren Richtlinienentscheidungen.
Praxis: Eine einfache Freigabepolitik bewertet mehrere Event Logs.
8. Fehler- und Manipulationstests
- Schritt 1: Imageänderung, Konfigurationsänderung und Logbeschädigung werden getrennt injiziert.
- Schritt 2: Erwartete Auswirkungen auf Digests, Reihenfolge und Auswertung werden vorab festgelegt.
- Schritt 3: Der Test weist nach, dass Messung und Authentisierung nicht miteinander verwechselt werden.
Praxis: Ein manipulierter Bootablauf wird anhand des Event Logs erkannt und erklärt.
9. Gesamtintegration
- Schritt 1: Messplan, Backend, Speicherlayout, Handoff und Auswertung werden als ein Prozess zusammengeführt.
- Schritt 2: Build- und Laufzeitkonfigurationen werden reproduzierbar festgehalten.
- Schritt 3: Positive und negative Testfälle bilden die Freigabebasis.
Praxis: Ein vollständiger gemessener Bootlauf wird erzeugt, ausgelesen und bewertet.
Zielgruppe
Firmware- und Security-Entwickler, Plattformarchitekten, Attestierungs- und Trusted-Computing-Teams sowie Integratoren sicherer Bootketten.
Voraussetzungen
TF-A-Bootkenntnisse, Kryptografie-Grundlagen, Verständnis von Hashfunktionen und Chain of Trust; TPM-Grundwissen ist hilfreich.
Praxisumgebung
Linux-Arbeitsplatz mit TF-A-Build, Hash- und Analysewerkzeugen, QEMU oder FVP sowie optional simuliertem TPM- oder Sicherheits-Backend.
Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt. Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Firmware- und Security-Entwickler, Plattformarchitekten, Attestierungs- und Trusted-Computing-Teams sowie Integratoren sicherer Bootketten. |
| Voraussetzungen: | TF-A-Bootkenntnisse, Kryptografie-Grundlagen, Verständnis von Hashfunktionen und Chain of Trust; TPM-Grundwissen ist hilfreich. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Quellcodeanalyse, Demonstrationen, praktische Übungen am System und kontrollierte Fehlerfälle |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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