Das Seminar trennt Entscheidungslogik konsequent von Prozessabläufen und macht sie unabhängig prüfbar. Fachliche Entscheidungen werden strukturiert, mit DMN formalisiert, simuliert und anschließend kontrolliert in BPMN-Prozesse oder technische Entscheidungsdienste eingebunden.
Inhaltsübersicht
- Lernziele und fachliche Einordnung
- Schrittweise Seminarinhalte
- Praxisübungen und Laborszenarien
- Zielgruppe und Voraussetzungen
- Didaktik und Arbeitsweise
Lernziele
- Entscheidungsbedarf, Wissensquellen und abhängige Teilentscheidungen strukturiert erfassen.
- Decision Requirements Diagrams semantisch korrekt aufbauen.
- Entscheidungstabellen, Literal Expressions, Kontexte und FEEL-Ausdrücke sicher verwenden.
- Vollständigkeit, Überschneidungen, Grenzwerte und fachliche Ergebnisse simulativ prüfen.
- DMN-Entscheidungen mit BPMN-Aufgaben, Anforderungen und Automatisierungszielen verknüpfen.
Schrittweise Seminarinhalte
1. Entscheidungsbedarf und fachlicher Scope
Schwerpunkt: Geschäftsentscheidung, Ergebnis, Eingabedaten, Wissensquellen, Entscheidungseigner, Frequenz und Automatisierungspotenzial.
- Prozessschritt oder Geschäftssituation mit wiederkehrender Entscheidungslogik auswählen.
- Erwartetes Entscheidungsergebnis und zulässige Ergebniswerte festlegen.
- Benötigte Eingabedaten, Quellen, Regeln und fachliche Owner erfassen.
- Scope, Annahmen und Abgrenzung zu Prozesssteuerung und manueller Ermessensentscheidung dokumentieren.
Arbeitsergebnis: Abgestimmter Entscheidungssteckbrief.
2. Decision Requirements Diagram
Schwerpunkt: Entscheidungen, Teilentscheidungen, Input Data, Business Knowledge Models, Knowledge Sources und Informationsanforderungen.
- Gesamtentscheidung in unabhängige und wiederverwendbare Teilentscheidungen zerlegen.
- Eingabedaten und Wissensmodelle den konsumierenden Entscheidungen zuordnen.
- Informations- und Wissensanforderungen im DRD modellieren.
- Zyklische, fehlende oder unnötige Abhängigkeiten prüfen und bereinigen.
Arbeitsergebnis: Konsistentes Entscheidungsanforderungsdiagramm.
3. Datentypen, Wertebereiche und FEEL-Grundlagen
Schwerpunkt: Primitive und strukturierte Typen, Listen, Intervalle, Datum und Zeit, null, Funktionen und Ausdrücke.
- Eingaben und Ergebnisse mit eindeutigen Datentypen und Wertebereichen definieren.
- FEEL-Vergleiche, Intervalle, Listen und logische Ausdrücke an Beispielen formulieren.
- Ungültige, fehlende und außerhalb des Wertebereichs liegende Datenfälle festlegen.
- Ausdrücke mit Testwerten ausführen und Datentypfehler korrigieren.
Arbeitsergebnis: Geprüftes Typ- und Ausdrucksmodell.
4. Entscheidungstabellen und Hit Policies
Schwerpunkt: Inputs, Outputs, Regeln, Reihenfolge, Unique, First, Priority, Collect, Any und Vollständigkeit.
- Tabellenstruktur aus Eingaben, Ergebnis und fachlicher Regelmenge ableiten.
- Regeln in eindeutige, atomare Bedingungen und Ergebnisse überführen.
- Passende Hit Policy anhand möglicher Mehrfachtreffer auswählen.
- Lücken, Überschneidungen und unerwartete Prioritäten mit Testfällen untersuchen.
Arbeitsergebnis: Vollständige und widerspruchsfreie Entscheidungstabelle.
5. Weitere Logikformen und Wiederverwendung
Schwerpunkt: Literal Expression, Context, Relation, List, Invocation, Business Knowledge Model und Funktionen.
- Entscheidungen identifizieren, die nicht sinnvoll als Tabelle darstellbar sind.
- Berechnungen, strukturierte Zwischenergebnisse und wiederverwendbare Funktionen modellieren.
- Parameter, Rückgabewerte und Abhängigkeiten eines Wissensmodells definieren.
- Wiederverwendung in mehreren Entscheidungen prüfen und dokumentieren.
Arbeitsergebnis: Modularisierte Entscheidungslogik.
6. Simulation, Testkatalog und Qualität
Schwerpunkt: Testdatensätze, Grenzwerte, erwartete Ergebnisse, Regelabdeckung, Fehlermeldungen und Regression.
- Normal-, Grenz-, Ausnahme- und Negativfälle aus den Regeln ableiten.
- Testdatensätze mit erwarteten Ergebnissen in Innovator vorbereiten.
- Entscheidungen simulieren und abweichende Ergebnisse bis zur verursachenden Regel analysieren.
- Regelabdeckung und Regressionstest für künftige Änderungen dokumentieren.
Arbeitsergebnis: Wiederholbarer DMN-Test- und Qualitätsnachweis.
7. BPMN-Integration und Betriebsübergabe
Schwerpunkt: Business Rule Task, verwendete Entscheidungen, Datenübergabe, Ausführung, Versionierung, Governance und Dokumentation.
- DMN-Entscheidung mit dem auslösenden BPMN-Schritt und den benötigten Daten verknüpfen.
- Ein- und Ausgabezuordnung sowie Verhalten bei Fehler oder fehlendem Ergebnis spezifizieren.
- Freigabe, Versionierung und Änderungsverfahren für Regeln und Modelle festlegen.
- Entscheidungsdokumentation und Übergabepaket für Fachbetrieb oder Engine erzeugen.
Arbeitsergebnis: Integrierter und freigegebener Entscheidungsservice.
Praxisübungen und Laborszenarien
- Zerlegung einer Gesamtentscheidung in ein DRD.
- Erstellung mehrerer Entscheidungstabellen mit unterschiedlichen Hit Policies.
- Formulierung von FEEL-Ausdrücken und wiederverwendbaren Wissensmodellen.
- Simulation mit Grenz-, Fehler- und Regressionstests.
- Verknüpfung der Entscheidung mit einem BPMN-Prozess und Dokumentation der Übergabe.
Zielgruppe und Voraussetzungen
Zielgruppe: Business Analysts, Prozessmanagement, Business Rules Management, Fachverantwortliche, Automatisierungsteams und Softwarearchitektur.
Voraussetzungen: Grundverständnis von Geschäftsprozessen und regelbasierten Entscheidungen; BPMN-Grundkenntnisse sind hilfreich.
Didaktik und Arbeitsweise
Fachliche Einordnungen wechseln mit Demonstrationen, strukturierten Konfigurations- oder Modellierungsschritten, Praxisübungen und kontrollierten Fehlerfällen. Jede Übung verwendet definierte Ausgangswerte, Prüfpunkte und Dokumentationsanforderungen, damit die erarbeiteten Abläufe im eigenen Umfeld wiederholt werden können.
Fachbereichsleitung und Trainerteam
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt. Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Business Analysts, Prozessmanagement, Business Rules Management, Fachverantwortliche, Automatisierungsteams und Softwarearchitektur. |
| Voraussetzungen: | Grundverständnis von Geschäftsprozessen und regelbasierten Entscheidungen; BPMN-Grundkenntnisse sind hilfreich. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhouse, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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