Seminar / Training
Mehrsprachige Wissensmodelle sind keine einfache Übersetzungsliste. Unterschiedliche Bedeutungsumfänge, regionale Varianten, Abkürzungen und terminologische Beziehungen erfordern klare Regeln und Verantwortlichkeiten. Das Seminar verbindet sprachspezifische Labels, SKOS-XL, Übersetzungsworkflow und Qualitätsmessung.
Inhaltsverzeichnis
- Zielsetzung
- Kompetenzziele
- Seminarinhalte
- Praxisübungen
- Zielgruppe und Voraussetzungen
- Methodik und Qualitätssicherung
Zielsetzung
Ziel ist ein konsistentes Terminologiemodell, das Suche, Tagging, Austausch und redaktionelle Pflege über mehrere Sprachen unterstützt. Sprachliche Abweichungen werden fachlich dokumentiert statt technisch kaschiert.
Kompetenzziele
- Sprachumfang, Referenzsprache und Übersetzungsverantwortung festlegen.
- Labels, Definitionen und Varianten sprachspezifisch modellieren.
- SKOS-XL für eigenständige Labelobjekte und Relationen einsetzen.
- Sprachabdeckung und terminologische Qualität systematisch prüfen.
Seminarinhalte
3.1 Mehrsprachige Modellierung
- Sprachumfang, Referenzsprache und Übersetzungsverantwortung pro Projekt festlegen.
- Bevorzugte und alternative Benennungen sprachspezifisch pflegen und Sprach-Tags kontrollieren.
- Nicht deckungsgleiche Begriffe über Scope Notes statt erzwungener Eins-zu-eins-Übersetzungen behandeln.
- Sprachabdeckung prüfen und fehlende oder widersprüchliche Benennungen priorisieren.
3.2 Konzepte, Benennungen und Definitionen modellieren
- Bevorzugte Benennung pro Sprache eindeutig und fachlich neutral formulieren.
- Alternative und versteckte Benennungen für Synonyme, Schreibvarianten und Suchbegriffe ergänzen.
- Definitionen, Hinweise, Beispiele und redaktionelle Notizen nach verbindlichen Regeln pflegen.
- Dublettengefahr, Homonyme und unklare Sammelbegriffe anhand einer Prüfliste bereinigen.
3.3 Label-, Notiz- und Metadatenregeln
- Schreibweise, Singular oder Plural, Abkürzungen und Großschreibung verbindlich festlegen.
- Notiztypen für Definition, Scope Note, Historie und redaktionelle Begründung unterscheiden.
- Eigene Metadatenfelder mit Datentyp, Kardinalität und Pflichtstatus spezifizieren.
- Regeln an repräsentativen Konzepten testen und als redaktionelles Muster dokumentieren.
3.4 SKOS-XL und terminologische Relationen
- Einsatzkriterien für eigenständig adressierbare Labels und Label-Relationen bestimmen.
- Labelobjekte mit Varianten, Abkürzungen und terminologischen Beziehungen modellieren.
- Abhängigkeiten zu Import, Export, Suche und nachgelagerten Anwendungen prüfen.
- Ein kleines Terminologiemodell validieren und für Redaktionsrollen dokumentieren.
3.5 Statusmodelle und redaktionelle Workflows
- Lebenszyklus von Entwurf, Prüfung, Freigabe, Veröffentlichung und Stilllegung definieren.
- Rollen und Berechtigungen für Erstellung, Review, Freigabe und Administration zuordnen.
- Änderungsanträge mit Begründung, Auswirkung und verantwortlicher Rolle erfassen.
- Einen Freigabefall einschließlich Rückgabe, Korrektur und erneuter Prüfung durchspielen.
3.6 Qualitätsregeln und Datenvalidierung
- Qualitätsszenarien für fehlende Labels, verwaiste Konzepte, ungültige Relationen und Pflichtfelder anlegen.
- Validierung auf einen definierten Projektstand anwenden und Befunde priorisieren.
- Fehlerursachen von fachlichen Ausnahmen unterscheiden und dokumentierte Ausnahmeregeln festlegen.
- Korrekturen durchführen, erneut prüfen und den Qualitätsstatus nachvollziehbar protokollieren.
3.7 Berichte und Kennzahlen
- Kennzahlen für Umfang, Sprachabdeckung, Änderungsvolumen, Freigabestatus und Qualitätsbefunde auswählen.
- Standardberichte ausführen und Ergebnisse nach Zielgruppe aufbereiten.
- Eigene Abfragen oder Berichtslogiken für Governance-Fragen definieren.
- Regelmäßige Review-Termine mit Schwellenwerten und Eskalationswegen festlegen.
Praxisübungen
4.1 Mehrsprachiges Konzeptset aufbauen
- Referenzsprache und Zielsprachen festlegen.
- Bevorzugte und alternative Labels pflegen.
- Nicht deckungsgleiche Begriffe mit Scope Notes dokumentieren.
4.2 SKOS-XL-Modell erstellen
- Geeignete Labels als eigene Objekte identifizieren.
- Varianten und Label-Relationen modellieren.
- Export- und Suchauswirkung prüfen.
4.3 Sprachqualitätsbericht erstellen
- Pflichtkriterien und Sollabdeckung definieren.
- Validierung und Bericht ausführen.
- Fehlende oder widersprüchliche Einträge priorisieren.
Zielgruppe und Voraussetzungen
Zielgruppe: Terminologiemanagement, Übersetzungsmanagement, technische Redaktion, Knowledge Engineering, Informationsarchitektur und internationale Content-Teams.
Voraussetzungen: Grundkenntnisse in Taxonomie- oder Thesauruspflege. Linguistische oder terminologische Erfahrung ist hilfreich, aber nicht erforderlich.
Methodik und Qualitätssicherung
Die Vermittlung kombiniert strukturierte Fachimpulse, Demonstrationen, moderierte Modellierungs- oder Konfigurationsschritte und praktische Übungen. Jeder Arbeitsblock endet mit einer prüfbaren Zwischenkontrolle.
- Ausgangszustand und Lernziel werden vor jedem Arbeitsauftrag festgelegt.
- Konfigurationen und Modelle werden schrittweise aufgebaut und dokumentiert.
- Positiv-, Negativ- und Grenzfälle werden anhand definierter Kriterien geprüft.
- Abweichungen werden analysiert, korrigiert und in einer erneuten Prüfung bestätigt.
Fachbereichsleitung, Trainerteam und Ansprechpersonen
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt. Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Terminologiemanagement, Übersetzungsmanagement, technische Redaktion, Knowledge Engineering, Informationsarchitektur und internationale Content-Teams. |
| Voraussetzungen: | Grundkenntnisse in Taxonomie- oder Thesauruspflege. Linguistische oder terminologische Erfahrung ist hilfreich, aber nicht erforderlich. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, moderierte Fallarbeit und praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhouse und Workshop |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmenden |
| Sprache: | Deutsch; bei Firmenseminaren ist Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja |
Seminartermine
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