Seminar PoolParty Semantic Suite – Content Mining, Extraktion und Auto-Tagging

Seminar / Training

Text Mining verbindet kontrollierte Wissensmodelle mit unstrukturierten Dokumenten. Das Seminar zeigt, wie ein belastbares Corpus vorbereitet, der Extractor konfiguriert, Scoring kalibriert und Auto-Tagging in nachgelagerte Prozesse eingebunden wird. Die Bewertung erfolgt anhand fachlich geprüfter Dokumente statt ausschließlich technischer Erfolgsanzeigen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Zielsetzung
  2. Kompetenzziele
  3. Seminarinhalte
  4. Praxisübungen
  5. Zielgruppe und Voraussetzungen
  6. Methodik und Qualitätssicherung

Zielsetzung

Ziel ist eine nachvollziehbare Extraktions- und Tagging-Konfiguration, deren Qualität gemessen und iterativ verbessert werden kann. Taxonomiequalität, Dokumentqualität und technische Parameter werden als getrennte Stellhebel behandelt.

Kompetenzziele

  • Repräsentative Corpora und Teststichproben aufbauen.
  • Extractor-Regeln, Sprachen und Taxonomien konfigurieren.
  • Scoring und Disambiguierung anhand von Precision und Recall kalibrieren.
  • Auto-Tagging samt Fehlerpfad in Content-Prozesse integrieren.

Seminarinhalte

3.1 Use-Case-Auswahl und Anforderungsanalyse

  1. Geschäftsproblem, Nutzergruppen, Informationsobjekte und gewünschte Entscheidungen präzise beschreiben.
  2. Such-, Tagging-, Integrations-, Governance- und KI-Anforderungen getrennt priorisieren.
  3. Messbare Qualitätskriterien für Abdeckung, Präzision, Aktualität und Nachvollziehbarkeit definieren.
  4. Einen abgegrenzten Pilotumfang mit Datenquellen, Verantwortlichkeiten und Abnahmekriterien festlegen.

3.2 Corpus Management und Dokumentvorbereitung

  1. Repräsentative Dokumente, Formate, Sprachen und Metadaten für das Corpus auswählen.
  2. Dokumente bereinigen, Dubletten behandeln und fachlich ungeeignete Inhalte aussortieren.
  3. Corpus mit nachvollziehbarer Struktur und versioniertem Datenstand anlegen.
  4. Stichprobe auf Textqualität, Zeichensatz, Metadaten und Extraktionsfähigkeit prüfen.

3.3 Extractor-Konfiguration

  1. Relevante Taxonomien, Sprachen und Dokumentfelder für die Extraktion auswählen.
  2. Regeln für Begriffserkennung, zusammengesetzte Begriffe und Kontext festlegen.
  3. Testdokumente verarbeiten und erkannte Konzepte samt Fundstellen untersuchen.
  4. Konfiguration iterativ anpassen und Änderungen mit Vergleichsdokumenten verifizieren.

3.4 Scoring, Schwellenwerte und Disambiguierung

  1. Scores für Relevanz, Häufigkeit, Position und semantischen Kontext unterscheiden.
  2. Schwellenwerte anhand positiver und negativer Beispieldokumente kalibrieren.
  3. Mehrdeutige Begriffe über Kontext, Hierarchie und Ausschlussregeln behandeln.
  4. Precision und Recall stichprobenbasiert vergleichen und Entscheidung dokumentieren.

3.5 Auto-Tagging und Metadatenanreicherung

  1. Zielmetadaten, Tagging-Tiefe und zulässige Konzepte definieren.
  2. Extraktionsergebnisse in das gewünschte Austausch- oder Indexformat überführen.
  3. Tagging in einen Beispielprozess für CMS, DMS, DAM oder Suchindex integrieren.
  4. Fehlerfälle, leere Ergebnisse und veraltete Taxonomiestände kontrolliert behandeln.

3.6 Evaluation und kontinuierliche Verbesserung

  1. Goldstandard oder fachlich geprüfte Stichprobe für die Bewertung erstellen.
  2. Fehlende, falsche und zu allgemeine Tags getrennt erfassen.
  3. Ursache Taxonomie, Textqualität, Konfiguration oder Schwellenwert zuordnen.
  4. Verbesserungszyklus mit Änderung, Retest und Freigabe etablieren.

3.7 Mehrsprachige Modellierung

  1. Sprachumfang, Referenzsprache und Übersetzungsverantwortung pro Projekt festlegen.
  2. Bevorzugte und alternative Benennungen sprachspezifisch pflegen und Sprach-Tags kontrollieren.
  3. Nicht deckungsgleiche Begriffe über Scope Notes statt erzwungener Eins-zu-eins-Übersetzungen behandeln.
  4. Sprachabdeckung prüfen und fehlende oder widersprüchliche Benennungen priorisieren.

3.8 API-Tests und Fehlerbehandlung

  1. Vertragstests für Pflichtfelder, Datentypen, Statuscodes und Antwortschema definieren.
  2. Last-, Paging- und Größenlimits mit realistischen Testdaten prüfen.
  3. Retry, Timeout, Circuit Breaker und idempotente Verarbeitung passend zum Aufruf festlegen.
  4. Technische Protokolle und fachliche Auditdaten ohne sensible Inhalte strukturieren.

Praxisübungen

4.1 Corpus und Goldstandard vorbereiten

  1. Dokumente nach Sprache und Fachbereich auswählen.
  2. Dubletten und ungeeignete Inhalte entfernen.
  3. Erwartete Tags für eine Prüfstichprobe festlegen.

4.2 Extractor kalibrieren

  1. Taxonomie und Dokumentfelder konfigurieren.
  2. Testextraktion ausführen.
  3. Scores und Fehlzuordnungen analysieren und Schwellenwerte anpassen.

4.3 Auto-Tagging integrieren

  1. Zielmetadaten und Austauschformat definieren.
  2. Tags in einen Beispielindex oder Content-Prozess übertragen.
  3. Leere Ergebnisse und veralteten Taxonomiestand als Fehlerfälle testen.

Zielgruppe und Voraussetzungen

Zielgruppe: Content Management, Wissensmanagement, Search Engineering, Data Science, technische Redaktion und Informationsarchitektur.

Voraussetzungen: Grundkenntnisse in Taxonomien, Dokumentmetadaten und Content-Prozessen. Technische API-Kenntnisse sind für die Integrationsübung hilfreich, aber nicht zwingend.

Methodik und Qualitätssicherung

Die Vermittlung kombiniert strukturierte Fachimpulse, Demonstrationen, moderierte Modellierungs- oder Konfigurationsschritte und praktische Übungen. Jeder Arbeitsblock endet mit einer prüfbaren Zwischenkontrolle.

  • Ausgangszustand und Lernziel werden vor jedem Arbeitsauftrag festgelegt.
  • Konfigurationen und Modelle werden schrittweise aufgebaut und dokumentiert.
  • Positiv-, Negativ- und Grenzfälle werden anhand definierter Kriterien geprüft.
  • Abweichungen werden analysiert, korrigiert und in einer erneuten Prüfung bestätigt.

Fachbereichsleitung, Trainerteam und Ansprechpersonen

Seminardetails

   
Dauer: 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Content Management, Wissensmanagement, Search Engineering, Data Science, technische Redaktion und Informationsarchitektur.
Voraussetzungen: Grundkenntnisse in Taxonomien, Dokumentmetadaten und Content-Prozessen. Technische API-Kenntnisse sind für die Integrationsübung hilfreich, aber nicht zwingend.
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, moderierte Fallarbeit und praktische Übungen am System
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhouse und Workshop
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmenden
Sprache: Deutsch; bei Firmenseminaren ist Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja

Seminartermine

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Seminar Startdatum Enddatum Ort Dauer
Münster 3 Tage
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Erfurt 3 Tage
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Frankfurt 3 Tage
Paderborn 3 Tage
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Konstanz 3 Tage
Freiburg 3 Tage
Potsdam 3 Tage
Flensburg 3 Tage
Leipzig 3 Tage
Hamm 3 Tage
Rostock 3 Tage
Hamburg 3 Tage
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