Ein Scannerhinweis belegt nicht automatisch, dass eine Schwachstelle praktisch ausnutzbar ist. Umgekehrt kann unkontrollierte Validierung Systeme beschädigen, Daten verändern oder unnötig sensible Informationen offenlegen. Das Seminar vermittelt deshalb ein abgestuftes Verfahren von der passiven Plausibilisierung bis zum minimalen, freigegebenen Proof of Concept.
Drei Tage sind notwendig, um Netzwerk-Exploits, SQL-Injection, Cross-Site-Scripting, Out-of-Band-Verifikation und Subdomain-Takeover getrennt zu behandeln. Jede Übung verwendet vorbereitete Laborziele, dokumentierte Stop-Kriterien und eine bewusste Begrenzung der nachgewiesenen Wirkung.
Inhaltsübersicht
- Zielsetzung
- Zielgruppe
- Voraussetzungen
- Seminarinhalte mit schrittweisen Arbeitsabläufen
- Praxisübungen im autorisierten Labor
- Methodik und Arbeitsweise
Zielsetzung
Ziel ist eine sichere, nachvollziehbare und auf das notwendige Minimum begrenzte Exploit-Validierung.
- Entscheiden, wann technische Validierung erforderlich und vertretbar ist.
- Sniper und spezialisierte Web-Exploitation-Werkzeuge kontrolliert einsetzen.
- Out-of-Band-Nachweise und technische Artefakte korrekt erfassen.
- Beweise minimieren, sensible Daten schützen und Systemwirkung begrenzen.
- Validierte Risiken verständlich und reproduzierbar dokumentieren.
Zielgruppe
- Erfahrene Pentester und Security Consultants
- Red-Team-nahe Security Engineers in autorisierten Prüfprogrammen
- Vulnerability-Research- und Validierungsteams
- Technische Prüfer mit Verantwortung für belastbare PoCs
Voraussetzungen
- Solide Kenntnisse zu Web- und Netzwerk-Penetrationstests
- Sicherer Umgang mit HTTP, Sessions, Datenbanken und grundlegenden Betriebssystemkonzepten
- Erfahrung bei der Bewertung von Schwachstellen und technischen Beweisen
- Verbindliche Autorisierung für sämtliche Testziele; aktive Prüfungen ausschließlich im bereitgestellten Labor oder in ausdrücklich freigegebenen Umgebungen.
Seminarinhalte
1. Freigabe und Validierungsstrategie festlegen
- Schritt 1: Befund, Ziel, erwartete Wirkung und notwendige Beweisstufe beschreiben.
- Schritt 2: Erlaubte Aktionen, verbotene Datenzugriffe, Zeitfenster und Stop-Kriterien festlegen.
- Schritt 3: Sicherung, Monitoring, Ansprechpartner und Wiederherstellungsweg bestätigen.
- Schritt 4: Den kleinsten aussagekräftigen Nachweis als Ziel definieren.
2. Sniper für bekannte Schwachstellen einsetzen
- Schritt 1: Zielversion, Dienst und konkreten Schwachstellenhinweis vor der aktiven Prüfung plausibilisieren.
- Schritt 2: Passendes Erkennungs- oder Exploitmodul auswählen und Zielumfang begrenzen.
- Schritt 3: Modul unter Beobachtung ausführen und unerwartete Systemreaktionen sofort bewerten.
- Schritt 4: Extrahierte Artefakte auf das notwendige Minimum reduzieren und sicher speichern.
3. SQL-Injection kontrolliert validieren
- Schritt 1: Betroffenen Parameter, Request-Methode, Authentifizierung und Datenkontext reproduzieren.
- Schritt 2: Mit risikoarmen Erkennungstechniken die Injektionshypothese bestätigen.
- Schritt 3: Weitergehende SQLi-Funktionen nur nach ausdrücklicher Freigabe und mit minimaler Datenmenge einsetzen.
- Schritt 4: Request, Response, Zeitverhalten und Datenbankhinweise als nachvollziehbaren Beweis dokumentieren.
4. Cross-Site-Scripting und Callback-Nachweise prüfen
- Schritt 1: Reflektierte, gespeicherte und DOM-basierte Ausführungskontexte unterscheiden.
- Schritt 2: Einen ungefährlichen Testpayload mit eindeutiger Kennung vorbereiten.
- Schritt 3: XSS-Ausführung und Rückmeldung über den Exploiter oder Request Logger kontrollieren.
- Schritt 4: Browserkontext, betroffene Rolle, Ausführungspfad und Begrenzung des PoC festhalten.
5. HTTP Request Logger für Out-of-Band-Prüfungen nutzen
- Schritt 1: Einen getrennten Logger mit eindeutiger Testkennung anlegen.
- Schritt 2: Callback nur in einem freigegebenen, ungefährlichen Testszenario auslösen.
- Schritt 3: Eingehende Request-Metadaten, Zeit und Korrelation zum Testfall prüfen.
- Schritt 4: Loggerdaten bereinigen und nicht mehr benötigte Handler entfernen.
6. Subdomain-Takeover-Risiken validieren
- Schritt 1: DNS-Ziel, Fremddienst und fehlende Ressourcenzuordnung technisch bestätigen.
- Schritt 2: Eigentum und Scope des betroffenen Subdomains vor jeder aktiven Aktion verifizieren.
- Schritt 3: Eine Übernahmemöglichkeit nachweisen, ohne eine produktive fremde Ressource anzulegen.
- Schritt 4: DNS-Bereinigung, Ressourcenbindung oder Entfernung als Maßnahme dokumentieren.
7. Beweise und Risiken konsolidieren
- Schritt 1: Erkennung, erfolgreiche Validierung und weitergehende theoretische Wirkung klar trennen.
- Schritt 2: Screenshots, Requests, Responses und Artefakte mit Zeit und Testbedingungen kennzeichnen.
- Schritt 3: Sensible Inhalte schwärzen und nicht erforderliche Daten löschen.
- Schritt 4: Technische Wirkung, Geschäftsrisiko und empfohlene Behebung adressatengerecht formulieren.
8. Re-Test ohne unnötige Re-Exploitation
- Schritt 1: Behebungsannahme und minimal erforderlichen Prüfschritt definieren.
- Schritt 2: Zunächst passive oder weniger invasive Kontrollen durchführen.
- Schritt 3: Aktive Wiederholungsprüfung nur bei unklarem Ergebnis und bestätigter Freigabe einsetzen.
- Schritt 4: Status, Restrestrisiko und nicht erneut ausgeführte Schritte transparent dokumentieren.
Praxisübungen
- Erstellung eines Validierungsplans mit Stop-Kriterien und Beweisminimum
- Kontrollierter Sniper-Lauf gegen ein vorbereitetes verwundbares Laborsystem
- Minimaler SQLi-Nachweis ohne unnötige Datenextraktion
- XSS- und Out-of-Band-Nachweis mit eindeutiger Korrelation
- Subdomain-Takeover-Analyse ohne produktive Ressourcenübernahme
- Technischer PoC-Bericht mit geschwärzten Beweisen und abgestuftem Re-Test
Methodik und Arbeitsweise
Die Vermittlung kombiniert strukturierte Fachvorträge, Live-Demonstrationen, geführte Schritt-für-Schritt-Übungen und eigenständige Laboraufgaben. Jeder Arbeitsablauf wird mit Scoping, Konfiguration, sicherer Durchführung, Befundprüfung und dokumentiertem Re-Test vollständig durchlaufen.
Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt. Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Erfahrene Pentester, Red-Team-nahe Security Engineers, Security Consultants und technische Prüfer |
| Voraussetzungen: | Solide Pentest-, Web- und Netzwerkkenntnisse; Erfahrung mit HTTP und Schwachstellenbewertung; strikt autorisiertes Labor |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, geführte Schritt-für-Schritt-Übungen und praktische Übungen im autorisierten Labor |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhouse, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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