Seminar / Training
Seitenkanal- und Fault-Angriffe richten sich gegen physische Eigenschaften und fehlerhafte Zwischenzustände, nicht nur gegen funktionale Schnittstellen. Schutzmaßnahmen müssen deshalb vom RTL-Entwurf über Firmware und Verifikation bis zum Laborversuch konsistent sein.
Das Seminar arbeitet mit konkreten Angriffshypothesen und leitet daraus Entwurfsregeln, Alerts, Eskalation und prüfbare Nachweise ab. MUBI-Signale, sparse Zustandsmaschinen, Shadow Register, Busintegrität, Maskierung und Ergebnisredundanz werden nicht als Einzeltricks, sondern als abgestimmtes Sicherheitskonzept behandelt.
Inhaltsübersicht
- Seminarziel
- Zielgruppe
- Voraussetzungen
- Lernziele
- Seminarinhalte
- Angreifermodell und Angriffshypothesen
- Seitenkanäle und Datenabhängigkeit
- Sichere Zustandsmaschinen und Kodierungen
- Shadow Register und konsistente Konfiguration
- Bus- und Speicherintegrität
- Kryptografische Fault-Resilienz
- Alerts, Eskalation und sichere Endzustände
- Firmware- und Softwarehärtung
- DV- und Formalnachweise
- Laborbewertung und Evidenz
- Praxisübungen
Seminarziel
Physische und logische Angriffsszenarien sollen in konkrete Sicherheitsanforderungen, RTL- und Firmwaremaßnahmen, Verifikationsziele sowie Labortests überführt und anhand nachvollziehbarer Evidenz bewertet werden können.
Zielgruppe
Hardware Security Engineers, RTL- und SoC-Entwickler, Verifikationsingenieure, Kryptografieentwickler, Firmware Security Engineers, Penetrationstester und Evaluierungsteams.
Voraussetzungen
Gute Kenntnisse in digitalem Hardwareentwurf, SystemVerilog oder vergleichbarer HDL, eingebetteter Sicherheit und OpenTitan-Architektur. Grundlagen zu Kryptografie, Assertions und Verifikation werden vorausgesetzt.
Lernziele
- SCA- und Fault-Angriffsflächen systematisch erfassen
- Sichere Kodierungen und redundante Kontrollmechanismen passend auswählen
- Bus-, Register-, FSM- und Kryptografiepfade gegen Manipulation härten
- Alerts, Eskalation, Wipe und Reset als abgestufte Reaktion entwerfen
- RTL-, DV-, Firmware- und Laborergebnisse zu einem Sicherheitsnachweis verbinden
Seminarinhalte
Schritt 1: Angreifermodell und Angriffshypothesen
- Beobachtungs-, Injektions- und Kombinationsangriffe nach Zugang und Fähigkeit ordnen
- Schutzgüter, kritische Zeitfenster und sicherheitsrelevante Kontrollentscheidungen erfassen
- Glitch-, Laser-, EM-, Spannungs-, Clock- und Softwaretrigger-Szenarien abgrenzen
- Erfolgskriterien des Angreifers und sichere Systemendzustände definieren
Schritt 2: Seitenkanäle und Datenabhängigkeit
- Timing-, Leistungs- und elektromagnetische Leckagequellen im Datenpfad identifizieren
- Geheime Adressen, Verzweigungen, Speicherzugriffe und Zwischenwerte erfassen
- Maskierung, konstante Abläufe, Blinding und Randomisierung nach Anwendungsfall bewerten
- Testhypothesen und statistische Bewertung für relevante Operationen festlegen
Schritt 3: Sichere Zustandsmaschinen und Kodierungen
- Sparse FSM-Kodierung anhand Abstand und Fehlererkennung auswählen
- Ungültige Zustände, Defaultpfade und Terminalfehlerreaktion definieren
- MUBI-Signale für sicherheitskritische Freigaben und Zustandsübergänge einsetzen
- Synthese-, Optimierungs- und CDC-Einflüsse auf die Schutzwirkung prüfen
Schritt 4: Shadow Register und konsistente Konfiguration
- Kritische Konfigurationsregister nach Manipulationswirkung priorisieren
- Mehrfachschreib-, Commit- und Readback-Verfahren als Transaktion modellieren
- Updatefehler, Vergleichsfehler und unerwartete Schreibzugriffe alarmieren
- Firmwaretreiber und Testfälle an die geschützte Schreibsequenz anpassen
Schritt 5: Bus- und Speicherintegrität
- Adress-, Daten-, Opcode- und Steuerinformationen auf schützenswerte Übertragungen prüfen
- End-to-End-Integritätscodes und Fehlerweitergabe in den TL-UL-Pfad einordnen
- Instruktions-, Daten- und Registerzugriffe gegen Umleitung und Korruption testen
- Speicherfehler, Scrambling und Integritätsverletzung in eine gemeinsame Reaktion einbinden
Schritt 6: Kryptografische Fault-Resilienz
- Schlüsselableitung, Signaturprüfung und Entschlüsselung als kritische Operationen identifizieren
- Redundante Berechnung, Ergebnisprüfung und Kontrollflussüberwachung kombinieren
- Sideloaded Schlüssel und Zwischenwerte bei Fehlern sicher löschen
- Differenzielle Fault-Szenarien und wiederholte Angriffe in Testpläne aufnehmen
Schritt 7: Alerts, Eskalation und sichere Endzustände
- Recoverable und fatal Alerts nach Sicherheitswirkung klassifizieren
- Alert Handler, Eskalationsphasen, Reset und Wipe als Reaktionskette konfigurieren
- Lokale Fehlerreaktion und systemweite Eskalation auf Doppel- und Mehrfachfehler abstimmen
- Liveness, Fehlalarm und Umgehung der Eskalation negativ testen
Schritt 8: Firmware- und Softwarehärtung
- Werte, Zustände und Rückgaben an unabhängigen Stellen plausibilisieren
- Zeitfenster und atomare Sequenzen gegen Unterbrechung und Wiederholung absichern
- Fehlerprotokollierung ohne Offenlegung geheimer Zwischenwerte gestalten
- Recovery nur aus einem eindeutig sicheren Hardwarezustand zulassen
Schritt 9: DV- und Formalnachweise
- Fault-Kampagnen, Assertions und formale Eigenschaften aus den Sicherheitszielen ableiten
- Single- und Multi-Bit-Fehler an FSM, Register, Bus und Kontrollsignalen injizieren
- Coverage für Fehlererkennung, Alertauslösung und Endzustand definieren
- Nicht erreichbare oder unvollständig getestete Szenarien als Restrisiko dokumentieren
Schritt 10: Laborbewertung und Evidenz
- Messaufbau, Trigger, Testvektoren und Wiederholungszahl kontrolliert festlegen
- Leckage- und Fehlerraten gegen definierte Akzeptanzkriterien auswerten
- RTL-, DV-, Firmware- und Laborbefunde auf dieselbe Angriffshypothese beziehen
- Abweichungen, Kompensationsmaßnahmen und erneute Freigabe nachvollziehbar dokumentieren
Praxisübungen
- Ein SCA- und Fault-Bedrohungsmodell für einen kryptografischen Ablauf erstellen
- Eine kritische FSM mit sparse Kodierung, Fehlerzustand und Alertanforderungen entwerfen
- Eine Shadow-Register-Sequenz mit Firmware- und Negativtests spezifizieren
- Eine Fault-Injection-Kampagne für Bus, Schlüsselpfad und Bootprüfung planen
- Eine Evidenzmatrix aus Designmaßnahme, DV-Test, Firmwareprüfung und Laborversuch aufbauen
Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 4 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage: 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 2.396 zzgl. MwSt. Inhaus: € 6.800 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Hardware Security Engineers, RTL- und SoC-Entwickler, Verifikationsingenieure, Kryptografieentwickler, Firmware Security Engineers, Penetrationstester und Evaluierungsteams. |
| Voraussetzungen: | Gute Kenntnisse in digitalem Hardwareentwurf, SystemVerilog oder vergleichbarer HDL, eingebetteter Sicherheit und OpenTitan-Architektur. Grundlagen zu Kryptografie, Assertions und Verifikation werden vorausgesetzt. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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