Seminar KNX – Secure mit ETS6: IP Secure und Data Secure

Schwerpunkt und Nutzen

KNX Secure muss aus Schutzbedarf, Systemgrenzen und Betriebsprozessen entwickelt werden. Projektpasswort, FDSK, IP-Kommunikation, Gruppenkommunikation, gemischter Bestand und Gerätewechsel bilden zusammen ein Sicherheitsmodell, das nur mit sauberer Dokumentation dauerhaft beherrschbar bleibt.

Ein ETS6-Projekt wird schrittweise von ungesicherter Kommunikation zu einer abgestuften Secure-Struktur erweitert. IP Secure und Data Secure werden getrennt aufgebaut und anschließend kombiniert. Falsche Codes, nicht erreichbare Geräte, gemischte Gruppen und Gerätewechsel werden als kontrollierte Fehlerfälle behandelt.

Inhaltsübersicht

  • Schwerpunkt und Nutzen
  • Lernziele
  • Schrittweise Seminarinhalte
  • Tag 1: Sicherheitsmodell und Geräteaufnahme
  • Tag 2: KNX IP Secure
  • Tag 3: KNX Data Secure und sicherer Betrieb
  • Praxisaufgaben
  • Zielgruppe und Voraussetzungen
  • Didaktik und Arbeitsweise

Lernziele

  • Schutzbedarf für KNX-Funktionen strukturiert bestimmen
  • Projektpasswort, FDSK und Schlüsselzugriffe sicher organisieren
  • KNX IP Secure für Tunneling und Routing einrichten
  • KNX Data Secure für geeignete Gruppenkommunikation projektieren
  • Gemischte Anlagen schrittweise und prüfbar nachrüsten
  • Gerätewechsel und Störungen ohne unkontrollierte Schutzabsenkung behandeln

Schrittweise Seminarinhalte

Jeder Themenblock folgt derselben Arbeitslogik: Ausgangslage und Sollverhalten festlegen, relevante ETS6- und Anlagenobjekte modellieren, Konfiguration schrittweise umsetzen, Funktion mit Positiv- und Negativfällen prüfen und den technischen Prüfbefund dokumentieren.

Tag 1: Sicherheitsmodell und Geräteaufnahme

  1. Schritt 1: Schutzbedarf, Schlüssel und Sicherheitsmodell Schutzziele für Vertraulichkeit, Integrität, Authentizität und Verfügbarkeit werden auf KNX-Funktionen übertragen. Projektpasswort, Geräteschlüssel, Gruppenkommunikation und Managementzugriffe werden voneinander abgegrenzt; aus dem Schutzbedarf entsteht eine konkrete Secure-Planung statt einer pauschalen Aktivierung.
  2. Schritt 2: Projekt-, Betriebs- und Sicherheitsrisiken Risiken aus unklaren Zuständigkeiten, fehlender Dokumentation, Netzwerkabhängigkeit, Schlüsselverlust, Produktabkündigung und ungetesteten Änderungen werden bewertet. Für kritische Punkte werden Prävention, Nachweis, Rückfallweg und verantwortliche Rolle festgelegt; reine Technikannahmen werden von organisatorischen Voraussetzungen getrennt.
  3. Schritt 3: FDSK, Geräteaufnahme und Schlüsselverwaltung Factory Device Setup Keys werden kontrolliert erfasst, dem richtigen Gerät zugeordnet und vor unberechtigtem Zugriff geschützt. Aufnahme, Austausch und Wiederinbetriebnahme werden dokumentiert; verlorene Zuordnungen und falsche Codes werden als Fehlerfall behandelt, ohne den produktiven Projektstand zu gefährden.
  4. Schritt 4: Projektarchive, Sicherung und Wiederherstellung Projektstände werden mit eindeutiger Benennung, Status und Verantwortlichkeit in ein kontrolliertes Archiv überführt. Automatische und manuelle Sicherungswege, Wiederherstellung sowie Prüfung der Lesbarkeit werden erprobt; ein beschädigter oder falscher Stand wird anhand definierter Merkmale erkannt und ausgeschlossen.

Tagesprüfung: Die am 1. Seminartag erstellten Konfigurationen und Unterlagen werden gegen definierte Sollwerte, Telegramme, Zustände und Dokumentationsanforderungen geprüft. Offene Abweichungen werden vor dem nächsten Themenblock eindeutig klassifiziert.

Tag 2: KNX IP Secure

  1. Schritt 1: IP-Grundlagen für KNX Adressierung, Subnetze, Gateways, VLANs, Ports und grundlegende Paketwege werden auf den KNX-IP-Einsatz zugeschnitten. Ein Netzplan verbindet IT- und KNX-Sicht; Erreichbarkeit, Namenskonzept und Verantwortungsgrenzen werden geprüft, bevor Tunneling oder Routing eingerichtet wird.
  2. Schritt 2: KNX IP Secure planen und in Betrieb nehmen IP-Router und Schnittstellen werden mit Sicherheitsmodus, Schlüsseln und zulässigen Kommunikationswegen eingerichtet. Sichere und unsichere Varianten werden verglichen; Tunneling, Routing, Diagnosezugang und Austausch eines Geräts werden mit festgelegten Positiv- und Negativtests geprüft.
  3. Schritt 3: Diagnose von KNX-IP-Verbindungen Erreichbarkeit, Tunnelstatus, Routing, Latenz und Paketverlust werden mit einer festen Prüfkette bewertet. Änderungen an Switch, VLAN, Firewall oder Router werden nur nach Sicherung des Ausgangszustands vorgenommen; jedes Ergebnis wird sowohl auf IP- als auch auf KNX-Ebene bestätigt.
  4. Schritt 4: Kontrollierte Fehlerfälle und Negativtests Typische Fehler wie falsche Gruppenadresse, ungeeigneter Datenpunkttyp, blockiertes Filter, doppelte physikalische Adresse oder fehlende Rückmeldung werden gezielt eingebaut. Die Diagnose wird unter Zeitdruck wiederholt; Ursache, Korrektur, Wirksamkeitsprüfung und Präventionsmaßnahme werden in einem einheitlichen Störungsprotokoll festgehalten.

Tagesprüfung: Die am 2. Seminartag erstellten Konfigurationen und Unterlagen werden gegen definierte Sollwerte, Telegramme, Zustände und Dokumentationsanforderungen geprüft. Offene Abweichungen werden vor dem nächsten Themenblock eindeutig klassifiziert.

Tag 3: KNX Data Secure und sicherer Betrieb

  1. Schritt 1: KNX Data Secure für Gruppenkommunikation Sicherheitsfähige Kommunikationsobjekte werden identifiziert, Gruppenadressen einem Sicherheitsniveau zugeordnet und passende Geräte verknüpft. Gemischte Gruppen, Statusobjekte und zentrale Funktionen werden besonders geprüft, damit ein einzelnes nicht kompatibles Objekt keine unbemerkte Lücke erzeugt.
  2. Schritt 2: Gemischter Betrieb und schrittweise Nachrüstung Bestandsgeräte und Secure-fähige Teilnehmer werden in einem abgestuften Migrationsmodell kombiniert. Kritische Funktionen erhalten Priorität, während Abhängigkeiten, Gateways und Diagnosezugänge berücksichtigt werden; jede Migrationsstufe enthält Rückfallpunkt, Funktionstest und aktualisierte Schlüsseldokumentation.
  3. Schritt 3: Sicherer Betrieb, Gerätewechsel und Störungsfall Regelprozesse für Projektzugriff, Schlüsselaufbewahrung, Sicherung, Personalwechsel und Austausch defekter Geräte werden festgelegt. Ein Störungsfall mit nicht erreichbarem Secure-Teilnehmer wird analysiert; Wiederherstellung und Nachweis erfolgen ohne unkontrollierte Deaktivierung von Schutzfunktionen.
  4. Schritt 4: Funktionsprüfung und technische Abnahme Aus der Funktionsbeschreibung entsteht eine Testmatrix mit Vorbedingungen, Auslöser, erwarteten Telegrammen, sichtbarer Reaktion und Akzeptanzkriterium. Abweichungen werden klassifiziert, nachgebessert und erneut geprüft; erst vollständige Nachweise führen zur Freigabe des jeweiligen Funktionspakets.

Tagesprüfung: Die am 3. Seminartag erstellten Konfigurationen und Unterlagen werden gegen definierte Sollwerte, Telegramme, Zustände und Dokumentationsanforderungen geprüft. Offene Abweichungen werden vor dem nächsten Themenblock eindeutig klassifiziert.

Praxisaufgaben

  1. Übung 1: Schutzbedarf und Sicherheitsniveau für mehrere Gebäudefunktionen festlegen. Die Bearbeitung umfasst Bestandsaufnahme, Zieldefinition, kontrollierte Umsetzung, Funktionsprüfung, Fehlerkorrektur und dokumentierte Wiederholungsprüfung.
  2. Übung 2: Secure-Geräte mit FDSK aufnehmen und Schlüsselzuordnung kontrollieren. Die Bearbeitung umfasst Bestandsaufnahme, Zieldefinition, kontrollierte Umsetzung, Funktionsprüfung, Fehlerkorrektur und dokumentierte Wiederholungsprüfung.
  3. Übung 3: IP Secure für Tunneling und Routing einrichten und Negativtests durchführen. Die Bearbeitung umfasst Bestandsaufnahme, Zieldefinition, kontrollierte Umsetzung, Funktionsprüfung, Fehlerkorrektur und dokumentierte Wiederholungsprüfung.
  4. Übung 4: Data-Secure-Gruppenkommunikation aufbauen und gemischte Gruppen prüfen. Die Bearbeitung umfasst Bestandsaufnahme, Zieldefinition, kontrollierte Umsetzung, Funktionsprüfung, Fehlerkorrektur und dokumentierte Wiederholungsprüfung.
  5. Übung 5: Einen Gerätewechsel mit Sicherung, Schlüsselprozess und vollständigem Nachtest durchführen. Die Bearbeitung umfasst Bestandsaufnahme, Zieldefinition, kontrollierte Umsetzung, Funktionsprüfung, Fehlerkorrektur und dokumentierte Wiederholungsprüfung.

Zielgruppe und Voraussetzungen

Zielgruppe: KNX-Systemintegratoren, Informationssicherheit, TGA- und Elektroplanung, Netzwerkadministration, Inbetriebnahme, Service und Betreiber sicherheitsrelevanter Gebäudeautomation.

Voraussetzungen: Sichere KNX- und ETS6-Grundkenntnisse, Erfahrung mit Gruppenadressen und Inbetriebnahme sowie grundlegendes Verständnis von IP-Netzen. Kryptografische Detailkenntnisse sind nicht erforderlich.

Didaktik und Arbeitsweise

Kurze Fachimpulse werden unmittelbar durch ETS6-Demonstrationen, strukturierte Laboraufgaben und kontrollierte Fehlerfälle vertieft. Für jede Übung werden Ausgangsstand, Prüfkriterien und Dokumentationspflicht vorgegeben. Änderungen erfolgen einzeln und nachvollziehbar; eine Korrektur gilt erst nach Wiederholung des ursprünglichen Tests als bestätigt.

Fachbereichsleitung und Trainerteam

Seminardetails

   
Dauer: 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: KNX-Systemintegratoren, Informationssicherheit, TGA- und Elektroplanung, Netzwerkadministration, Inbetriebnahme, Service und Betreiber sicherheitsrelevanter Gebäudeautomation.
Voraussetzungen: Sichere KNX- und ETS6-Grundkenntnisse, Erfahrung mit Gruppenadressen und Inbetriebnahme sowie grundlegendes Verständnis von IP-Netzen. Kryptografische Detailkenntnisse sind nicht erforderlich.
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, strukturierte ETS6- und Laborübungen, kontrollierte Fehlerfälle und technische Prüflisten
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhouse, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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