Seminar KNX – Energie- und Lastmanagement mit ETS6

Schwerpunkt und Nutzen

Energieanwendungen benötigen mehr als die Anzeige einzelner Zählerwerte. Messqualität, Datenpunkttypen, Aktualisierungsraten, Lastgrenzen, Prioritäten, Hysterese, Wiederanlauf und Wirksamkeitsnachweis müssen als vollständige Betriebsfunktion geplant werden.

Ein Laborprojekt verbindet elektrische Messwerte, Verbrauchergruppen, Raumzustände und Betriebsarten. Aus plausibilisierten Daten entsteht ein mehrstufiges Lastmanagement. Anschließend werden Kennzahlen und Trends aufgebaut und mehrere Optimierungsmaßnahmen anhand definierter Ausgangswerte bewertet.

Inhaltsübersicht

  • Schwerpunkt und Nutzen
  • Lernziele
  • Schrittweise Seminarinhalte
  • Tag 1: Messwerte und Datenqualität
  • Tag 2: Lastmanagement und Regelstrategie
  • Tag 3: Darstellung, Optimierung und Nachweis
  • Praxisaufgaben
  • Zielgruppe und Voraussetzungen
  • Didaktik und Arbeitsweise

Lernziele

  • Messwerte, Zählerstände und Einheiten korrekt in KNX abbilden
  • Datenqualität, Aktualisierung und Ausfallverhalten prüfen
  • Verbraucher nach Kritikalität und Schaltbarkeit klassifizieren
  • Lastgrenzen, Hysterese, Sperrzeiten und Wiederanlauf umsetzen
  • Kennzahlen und Betriebsdarstellungen technisch sinnvoll gestalten
  • Optimierungsmaßnahmen mit messbaren Kriterien bewerten

Schrittweise Seminarinhalte

Jeder Themenblock folgt derselben Arbeitslogik: Ausgangslage und Sollverhalten festlegen, relevante ETS6- und Anlagenobjekte modellieren, Konfiguration schrittweise umsetzen, Funktion mit Positiv- und Negativfällen prüfen und den technischen Prüfbefund dokumentieren.

Tag 1: Messwerte und Datenqualität

  1. Schritt 1: Messwerte, Zähler und Datenqualität Leistung, Energie, Strom, Spannung, Temperatur und weitere Messgrößen werden passenden Datenpunkttypen, Einheiten und Aktualisierungsstrategien zugeordnet. Zählerstände und Momentanwerte werden auf Skalierung, Vorzeichen, Plausibilität und Ausfallverhalten geprüft, bevor sie für Auswertung oder Regelung verwendet werden.
  2. Schritt 2: Datenpunkttypen, Kommunikationsobjekte und Flags Kommunikationsobjekte werden passenden Datenpunkttypen zugeordnet und hinsichtlich Richtung, Einheit, Wertebereich sowie Statusverhalten geprüft. Kommunikations-, Schreib-, Lese-, Übertragungs- und Aktualisierungsflags werden bewusst gesetzt; fehlerhafte Kombinationen werden im Busmonitor sichtbar gemacht und korrigiert.
  3. Schritt 3: Gruppenmonitor, Busmonitor und Filter Gruppenmonitor und Busmonitor werden für unterschiedliche Diagnoseziele eingesetzt und mit Zeit-, Adress- sowie Ereignisfiltern kombiniert. Telegramme werden nach Quelle, Ziel, Datenpunkttyp, Wert, Wiederholung und Bestätigung bewertet; relevante Ausschnitte werden als Diagnosebeleg gesichert.
  4. Schritt 4: ETS6-Berichte und technische Nachweise Projekt-, Topologie-, Geräte-, Parameter- und Gruppenadressinformationen werden zu einem konsistenten Dokumentationspaket zusammengestellt. Berichte werden auf Verständlichkeit, Versionsstand und Übereinstimmung mit der realen Anlage geprüft, bevor sie für Abnahme, Betrieb oder spätere Erweiterung freigegeben werden.

Tagesprüfung: Die am 1. Seminartag erstellten Konfigurationen und Unterlagen werden gegen definierte Sollwerte, Telegramme, Zustände und Dokumentationsanforderungen geprüft. Offene Abweichungen werden vor dem nächsten Themenblock eindeutig klassifiziert.

Tag 2: Lastmanagement und Regelstrategie

  1. Schritt 1: Lastgrenzen, Prioritäten und Abschaltlogik Verbraucher werden nach Kritikalität, Schaltbarkeit, Mindestlaufzeit und Wiederanlaufbedingungen klassifiziert. Aus Messwerten und Grenzwerten entsteht eine mehrstufige Lastmanagementlogik; Hysterese, Sperrzeiten und manuelle Übersteuerung verhindern instabiles Takten oder unerwünschte Abschaltungen.
  2. Schritt 2: Logikfunktionen, Verriegelungen und Prioritäten UND-, ODER-, Vergleichs-, Grenzwert-, Sperr- und Prioritätsfunktionen werden aus fachlichen Bedingungen abgeleitet. Eingänge, Ausgang, Rücksetzung und Fehlerzustand werden explizit beschrieben; anschließend wird die Logik mit Wahrheitstabelle, Telegrammfolge und Negativfällen geprüft.
  3. Schritt 3: Zeitprogramme, Kalender und Nachlaufzeiten Schaltzeiten, Feiertage, Nachlauf, Mindestlaufzeit und manuelle Übersteuerung werden in einen klaren Zustandsablauf überführt. Zeitabhängige Funktionen werden mit simulierten Zeitpunkten geprüft; ein Ausfall der Zeitquelle oder ein Neustart darf nicht zu einem unbestimmten Anlagenzustand führen.
  4. Schritt 4: Kontrollierte Fehlerfälle und Negativtests Typische Fehler wie falsche Gruppenadresse, ungeeigneter Datenpunkttyp, blockiertes Filter, doppelte physikalische Adresse oder fehlende Rückmeldung werden gezielt eingebaut. Die Diagnose wird unter Zeitdruck wiederholt; Ursache, Korrektur, Wirksamkeitsprüfung und Präventionsmaßnahme werden in einem einheitlichen Störungsprotokoll festgehalten.

Tagesprüfung: Die am 2. Seminartag erstellten Konfigurationen und Unterlagen werden gegen definierte Sollwerte, Telegramme, Zustände und Dokumentationsanforderungen geprüft. Offene Abweichungen werden vor dem nächsten Themenblock eindeutig klassifiziert.

Tag 3: Darstellung, Optimierung und Nachweis

  1. Schritt 1: Energiekennzahlen und Betriebsdarstellung Messwerte werden in verständliche Status-, Trend- und Alarmdarstellungen überführt. Datenverdichtung, Aktualisierungsrate, Grenzwerte und fehlende Werte werden definiert; Kennzahlen werden so gewählt, dass technische Ursachen und betriebliche Maßnahmen erkennbar bleiben.
  2. Schritt 2: Optimierungsregeln und Wirksamkeitsnachweis Zeitprogramme, Präsenz, Sollwerte, Verschattung, Lastmanagement und Anlagenfreigaben werden zu messbaren Optimierungsmaßnahmen verbunden. Für jede Maßnahme werden Ausgangswert, Eingriff, Beobachtungszeitraum und Erfolgskriterium dokumentiert, damit scheinbare Einsparungen von belastbaren Verbesserungen unterschieden werden.
  3. Schritt 3: Schnittstellentest und Fehlerbehandlung Jeder Datenpunkt erhält Positivfall, Grenzwert, ungültigen Wert, Kommunikationsausfall und Wiederanlaufprüfung. KNX- und Fremdsystemprotokolle werden zeitlich korreliert; Fehler werden der Quelle, dem Gateway, dem Zielsystem oder dem Netzwerk zugeordnet und mit eindeutiger Behebung dokumentiert.
  4. Schritt 4: Funktionsprüfung und technische Abnahme Aus der Funktionsbeschreibung entsteht eine Testmatrix mit Vorbedingungen, Auslöser, erwarteten Telegrammen, sichtbarer Reaktion und Akzeptanzkriterium. Abweichungen werden klassifiziert, nachgebessert und erneut geprüft; erst vollständige Nachweise führen zur Freigabe des jeweiligen Funktionspakets.

Tagesprüfung: Die am 3. Seminartag erstellten Konfigurationen und Unterlagen werden gegen definierte Sollwerte, Telegramme, Zustände und Dokumentationsanforderungen geprüft. Offene Abweichungen werden vor dem nächsten Themenblock eindeutig klassifiziert.

Praxisaufgaben

  1. Übung 1: Leistungs- und Energiewerte auf Datenpunkttyp, Skalierung und Plausibilität prüfen. Die Bearbeitung umfasst Bestandsaufnahme, Zieldefinition, kontrollierte Umsetzung, Funktionsprüfung, Fehlerkorrektur und dokumentierte Wiederholungsprüfung.
  2. Übung 2: Verbraucher priorisieren und ein mehrstufiges Lastmanagement parametrieren. Die Bearbeitung umfasst Bestandsaufnahme, Zieldefinition, kontrollierte Umsetzung, Funktionsprüfung, Fehlerkorrektur und dokumentierte Wiederholungsprüfung.
  3. Übung 3: Ausfall, Messwertsprung und Wiederanlauf als Negativfälle testen. Die Bearbeitung umfasst Bestandsaufnahme, Zieldefinition, kontrollierte Umsetzung, Funktionsprüfung, Fehlerkorrektur und dokumentierte Wiederholungsprüfung.
  4. Übung 4: Eine technische Energieübersicht mit Kennzahlen, Trends und Grenzwerten entwerfen. Die Bearbeitung umfasst Bestandsaufnahme, Zieldefinition, kontrollierte Umsetzung, Funktionsprüfung, Fehlerkorrektur und dokumentierte Wiederholungsprüfung.
  5. Übung 5: Eine Optimierungsmaßnahme mit Ausgangswert und Wirksamkeitskriterium dokumentieren. Die Bearbeitung umfasst Bestandsaufnahme, Zieldefinition, kontrollierte Umsetzung, Funktionsprüfung, Fehlerkorrektur und dokumentierte Wiederholungsprüfung.

Zielgruppe und Voraussetzungen

Zielgruppe: KNX-Systemintegratoren, Energie- und Facility-Management, TGA- und Elektroplanung, Gebäudeautomation, Inbetriebnahme sowie Verantwortliche für Lastmanagement und Betriebsoptimierung.

Voraussetzungen: KNX- und ETS6-Grundkenntnisse, Verständnis von Gruppenadressen und Datenpunkttypen sowie grundlegende Kenntnisse elektrischer Leistung, Energie und Lastprofilen.

Didaktik und Arbeitsweise

Kurze Fachimpulse werden unmittelbar durch ETS6-Demonstrationen, strukturierte Laboraufgaben und kontrollierte Fehlerfälle vertieft. Für jede Übung werden Ausgangsstand, Prüfkriterien und Dokumentationspflicht vorgegeben. Änderungen erfolgen einzeln und nachvollziehbar; eine Korrektur gilt erst nach Wiederholung des ursprünglichen Tests als bestätigt.

Fachbereichsleitung und Trainerteam

Seminardetails

   
Dauer: 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: KNX-Systemintegratoren, Energie- und Facility-Management, TGA- und Elektroplanung, Gebäudeautomation, Inbetriebnahme sowie Verantwortliche für Lastmanagement und Betriebsoptimierung.
Voraussetzungen: KNX- und ETS6-Grundkenntnisse, Verständnis von Gruppenadressen und Datenpunkttypen sowie grundlegende Kenntnisse elektrischer Leistung, Energie und Lastprofilen.
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, strukturierte ETS6- und Laborübungen, kontrollierte Fehlerfälle und technische Prüflisten
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhouse, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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Seminar Startdatum Enddatum Ort Dauer
Bremen 3 Tage
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