Seminar T-Systems DIH – Catena-X: PCF, Traceability und Lieferketten

Product Carbon Footprint und Traceability werden als miteinander verbundene Lieferkettenprozesse umgesetzt. Das Seminar behandelt Datenanforderungen, Partner- und Produktidentitäten, semantische Modelle, souveräne Angebote, Vertragsregeln, Backend-Anbindung, Qualitätskontrollen und die technische Nachverfolgung entlang mehrstufiger Wertschöpfungsketten.

Inhaltsübersicht

  1. Einordnung und Zielsetzung
  2. Lernziele
  3. Zielgruppe und Voraussetzungen
  4. Schrittweise Seminarinhalte
    1. Use-Case-Abgrenzung und Datenkette
    2. Identitäten und Stammdaten
    3. PCF-Datenmodell
    4. Traceability-Datenmodell
    5. Backend-Systeme und Datenaufbereitung
    6. Provider-Prozess für PCF
    7. Provider-Prozess für Traceability
    8. Consumer-Prozess und Datenverkettung
    9. Qualitäts- und Plausibilitätskontrollen
    10. Änderungen und Korrekturen
    11. End-to-End-Fehleranalyse
  5. Praxisübungen
  6. Arbeitsweise und Qualitätskontrollen

Lernziele

  • PCF- und Traceability-Prozesse fachlich und technisch strukturieren
  • Partner-, Produkt-, Standort- und Chargenidentitäten konsistent verwenden
  • Datenmodelle und Validierungsregeln für Lieferketteninformationen anwenden
  • Provider- und Consumer-Abläufe mit Connect & Integrate konfigurieren
  • Fehler in mehrstufigen Datenketten systematisch lokalisieren

Zielgruppe und Voraussetzungen

Zielgruppe: Nachhaltigkeitsmanagement, Supply Chain, Qualitätsmanagement, Traceability-Teams, Datenintegration, ERP- und PLM-Verantwortung sowie Catena-X-Projekte.

Voraussetzungen: Grundkenntnisse zu Lieferkettenprozessen, Datenmodellen und Catena-X-Anbindung. Fachwissen zur CO₂-Bilanzierung ist hilfreich, aber keine technische Voraussetzung.

Seminarinhalte

Die Inhalte werden in einer aufeinander aufbauenden Reihenfolge erarbeitet. Jeder Schritt verbindet fachliche Einordnung, technische Details, Kontrollfragen und eine anwendungsbezogene Aufgabe.

Schritt 1: Use-Case-Abgrenzung und Datenkette

PCF beschreibt Emissionsinformationen eines Produkts, Traceability verbindet Produkte, Chargen, Standorte und Ereignisse. Gemeinsam bilden beide eine partnerübergreifende Informationskette.

  • Akteure und Rollen
  • Produkt- und Chargenbezug
  • Upstream- und Downstream-Flüsse
  • Fachliche Ereignisse
  • Verantwortungsgrenzen

Praxisaufgabe: Zeichnung einer Lieferkette mit benötigten Datenobjekten.

Schritt 2: Identitäten und Stammdaten

Eine belastbare Datenkette benötigt konsistente Unternehmens-, Standort-, Produkt- und Teileidentifikatoren. Abweichungen führen zu nicht auflösbaren Beziehungen.

  • BPN und Partneridentität
  • Standorte
  • Teile- und Produktkennungen
  • Chargen und Serialisierung
  • Stammdatenqualität

Praxisaufgabe: Analyse und Bereinigung eines inkonsistenten Identitätssatzes.

Schritt 3: PCF-Datenmodell

PCF-Daten werden hinsichtlich Geltungsbereich, Bezugsgröße, Zeitraum, Methodik, Status und Qualitätsangaben strukturiert.

  • Bezugsprodukt und Mengeneinheit
  • Emissionswert und Einheit
  • Berechnungszeitraum
  • Methoden- und Qualitätsangaben
  • Version und Status

Praxisaufgabe: Aufbau eines validierbaren PCF-Beispieldatensatzes.

Schritt 4: Traceability-Datenmodell

Teile-, Batch- und Serial-Part-Beziehungen werden so modelliert, dass Ursprung, Einbau und Weitergabe nachvollziehbar bleiben.

  • Part Type und Serial Part
  • Batch-Bezug
  • Parent-Child-Beziehungen
  • Standort und Ereigniszeit
  • Lebenszyklusstatus

Praxisaufgabe: Modellierung einer Baugruppenstruktur mit Chargenbezug.

Schritt 5: Backend-Systeme und Datenaufbereitung

ERP, MES, PLM und Nachhaltigkeitssysteme liefern unterschiedliche Ausschnitte. Extraktion, Harmonisierung und Qualitätsprüfung werden als Pipeline geplant.

  • Ursprungssysteme und Owner
  • Extraktion und Delta-Erkennung
  • Mapping und Transformation
  • Validierung
  • Fehlerablage und Nachbearbeitung

Praxisaufgabe: Entwurf einer Datenpipeline für PCF- und Traceability-Daten.

Schritt 6: Provider-Prozess für PCF

Der Datenanbieter bildet PCF-Daten als Asset und Angebot ab. Verträge und Policies begrenzen den Kreis und Zweck der Nutzung.

  • Asset und Datenadresse
  • Metadaten
  • Contract Definition
  • Policy
  • Publikation und Test

Praxisaufgabe: Erstellung einer Provider-Checkliste für einen PCF-Datensatz.

Schritt 7: Provider-Prozess für Traceability

Traceability erfordert häufig mehrere Assets und Beziehungen. Datenangebote müssen versioniert und für nachgelagerte Anwendungen eindeutig auffindbar sein.

  • Asset-Schnitt
  • Beziehungsdaten
  • Angebotsstruktur
  • Zeitliche Aktualität
  • Testdaten

Praxisaufgabe: Planung einer Angebotsstruktur für Teile-, Chargen- und Ereignisdaten.

Schritt 8: Consumer-Prozess und Datenverkettung

Konsumenten verhandeln Angebote, übertragen Daten und verknüpfen Ergebnisse mit internen Objekten. Die Zuordnung muss wiederholbar sein.

  • Katalogsuche
  • Vertragsverhandlung
  • Transfer
  • Identitätsauflösung
  • Persistenz und Nutzung

Praxisaufgabe: Entwurf einer Consumer-Pipeline für einen Tier-1-Lieferanten.

Schritt 9: Qualitäts- und Plausibilitätskontrollen

Neben Schemafehlern werden fachliche Widersprüche, fehlende Beziehungen und unplausible Werte erkannt.

  • Pflichtfelder und Datentypen
  • Einheiten und Wertebereiche
  • Beziehungsintegrität
  • Zeitliche Plausibilität
  • Duplikate und Versionen

Praxisaufgabe: Entwicklung einer Kontrollmatrix für beide Use Cases.

Schritt 10: Änderungen und Korrekturen

Korrigierte PCF-Werte oder Traceability-Beziehungen müssen versioniert, erneut bereitgestellt und an betroffene Konsumenten kommuniziert werden.

  • Korrekturgrund
  • Version und Gültigkeit
  • Rücknahme oder Ersatz
  • Konsumenteninformation
  • Auditspur

Praxisaufgabe: Planung einer Korrektur eines fehlerhaften Emissionswertes.

Schritt 11: End-to-End-Fehleranalyse

Fehler werden entlang der Kette aus Ursprungssystem, Mapping, Angebot, Vertrag, Transfer und Consumer-Verarbeitung lokalisiert.

  • Fehlerklassifikation
  • Korrelationsmerkmale
  • Log- und Statusprüfung
  • Partnerabstimmung
  • Wiederholung und Abschluss

Praxisaufgabe: Analyse eines Falles mit fehlender Chargenzuordnung und abgewiesenem Vertrag.

Praxisübungen

  • PCF- und Traceability-Datenmodell für eine Beispielbaugruppe
  • Provider- und Consumer-Konfiguration mit abgestuften Policies
  • Fehleranalyse in einer mehrstufigen Lieferkette

Arbeitsweise und Qualitätskontrollen

Vortrag, moderierte Analyse, Systemdemonstration, strukturierte Checklisten und praktische Übungen werden miteinander kombiniert. Konfigurationen und Konzepte werden jeweils gegen Vollständigkeit, Konsistenz, Sicherheit, Nachvollziehbarkeit und Betriebsfähigkeit geprüft. Übungsfälle enthalten auch Fehlersituationen, damit Diagnose- und Entscheidungswege nicht nur im Idealzustand nachvollzogen werden.

Fachbereichsleitung, Trainingsleitung und Ansprechpersonen

Seminardetails

   
Dauer: 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Nachhaltigkeitsmanagement, Supply Chain, Qualitätsmanagement, Traceability-Teams, Datenintegration, ERP- und PLM-Verantwortung sowie Catena-X-Projekte.
Voraussetzungen: Grundkenntnisse zu Lieferkettenprozessen, Datenmodellen und Catena-X-Anbindung. Fachwissen zur CO₂-Bilanzierung ist hilfreich, aber keine technische Voraussetzung.
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, Fallstudien, Checklisten und praktische Übungen am System oder in einer geeigneten Übungsumgebung
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhouse, Workshop - Seminare mit Trainer vor Ort; Webinar nur bei ausdrücklicher Auswahl
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation als Download oder auf Datenträger
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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Seminar Startdatum Enddatum Ort Dauer
Jena 3 Tage
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Friedrichshafen 3 Tage
Köln 3 Tage
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