Datensparsame Credentials sind nicht automatisch privat. Identifier, Statusabfragen, feste Metadaten, Wallet-Telemetrie und wiederverwendete Schlüssel können Präsentationen korrelierbar machen, selbst wenn einzelne Claims verborgen bleiben.
Inhaltsübersicht
- Seminarprofil
- Zielgruppe
- Lernziele
- Seminarinhalte
- Praxisanteile
- Voraussetzungen
Seminarprofil
Der Kurs verbindet kryptographische Mechanismen mit System- und Datenschutzarchitektur. Teilnehmer erstellen ein Disclosure- und Korrelationsthreat-Modell und wählen geeignete Verfahren für konkrete Use Cases.
Zielgruppe
Privacy Engineers, Identity- und Wallet-Architekten, Entwickler, Datenschutzbeauftragte, Security Engineers und Produktverantwortliche.
Lernziele
- Datenminimierung, Selective Disclosure und Unlinkability unterscheiden
- SD-JWT-, AnonCreds- und ACDC-Mechanismen vergleichen
- Holder Binding und Proof-of-Possession risikogerecht einsetzen
- Status- und Revocation-Prüfung datenschutzfreundlich gestalten
- Korrelation über Protokoll-, Metadaten- und Betriebsebenen reduzieren
Seminarinhalte
Schritt 1: Privacy-Ziele und Angreifermodelle definieren
Es wird festgelegt, ob Schutz vor neugierigen Verifiern, Issuern, Wallet-Anbietern, Netzwerkbeobachtern oder domänenübergreifender Kollusion benötigt wird. Ohne klares Angreifermodell bleibt Privacy eine unbeweisbare Behauptung.
- Datenflüsse und Beobachter kartieren
- Korrelation und Identifizierung trennen
- gesetzliche und technische Ziele verbinden
Schritt 2: Disclosure-Techniken vergleichen
Claim-basierte Offenlegung, Hash-basierte Disclosures, Zero-Knowledge-Proofs, partielle ACDC-Darstellungen und abgeleitete Nachweise werden nach Beweisstärke, Flexibilität und Komplexität bewertet.
- offengelegte und verborgene Daten markieren
- Ableitbarkeit und Mindestangaben prüfen
- Format- und Walletabhängigkeiten erfassen
Schritt 3: SD-JWT analysieren
Disclosures, Salts, Holder Binding, Key Binding und Präsentationsbildung werden Schritt für Schritt betrachtet. Typische Fehler wie wiederverwendete Salts, stabile Metadaten oder überbreite Typinformationen werden bewertet.
- Disclosure-Digests nachvollziehen
- Key Binding und Replay-Schutz prüfen
- Korrelation durch unveränderliche Claims erkennen
Schritt 4: AnonCreds einordnen
Schema, Credential Definition, Link Secret, Proof Request, Prädikate und Revocation werden auf Architektur- und Prozessniveau erläutert. Unlinkability-Vorteile werden gegen Infrastruktur- und Governance-Anforderungen abgewogen.
- Proofs statt Rohclaims verstehen
- Prädikate und Werteoffenlegung trennen
- Revocation- und Registry-Abhängigkeiten bewerten
Schritt 5: ACDC-Disclosure gestalten
Metadata, Partial, Selective und Full Disclosure sowie Regeln und IPEX-Zustände werden für kontrollierte Offenlegung genutzt. Contractually Protected Disclosure wird als Ergänzung, nicht als Ersatz kryptographischer Privacy betrachtet.
- Disclosure-Stufen modellieren
- SAID-Commitments prüfen
- Nutzungsbedingungen technisch zuordnen
Schritt 6: Status und Revocation datenschutzfreundlich prüfen
Online-Statusabfragen können dem Issuer oder Registry-Betreiber verraten, wann und wo ein Credential verwendet wird. Caching, Statuslisten, Akkumulatoren und kurze Gültigkeiten werden verglichen.
- Privacy Leakage messen
- Freshness-Anforderungen definieren
- Offline- und Batch-Prüfungen abwägen
Schritt 7: End-to-End-Korrelation reduzieren
Wallet-Identifier, Netzwerkadressen, Telemetrie, Verifier-Metadaten, Zeitmuster und feste Pseudonyme werden in ein Gesamtrisiko einbezogen. Technische und organisatorische Maßnahmen werden priorisiert.
- Pseudonyme domänenspezifisch gestalten
- Logs und Analytics begrenzen
- Consent und Verifier-Transparenz sicherstellen
Praxisanteile
- Disclosure-Matrix für einen Use Case erstellen
- SD-JWT-Präsentation und Korrelationstreiber analysieren
- AnonCreds-Proof-Request fachlich modellieren
- Privacy Threat Model und Statusstrategie entwickeln
Voraussetzungen
Grundkenntnisse in Verifiable Credentials, digitalen Signaturen, Hashfunktionen und Datenschutzprinzipien. Kryptographische Detailmathematik wird nicht vorausgesetzt.
Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage: 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt. Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Privacy Engineers, Identity- und Wallet-Architekten, Entwickler, Datenschutzbeauftragte, Security Engineers und Produktverantwortliche. |
| Voraussetzungen: | Grundkenntnisse in Verifiable Credentials, digitalen Signaturen, Hashfunktionen und Datenschutzprinzipien. Kryptographische Detailmathematik wird nicht vorausgesetzt. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, strukturierte Übungen, Architektur- und Fallstudienarbeit |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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