Seminar ISC Kea DHCP – Migration von ISC DHCP

Eine DHCP-Migration betrifft mehr als die Syntax einer Konfigurationsdatei. Bestehende Reservierungen, Clientklassen, Optionen, DNS-Aktualisierungen und noch gültige Leases bestimmen, ob die Umstellung im Betrieb funktioniert. Das Seminar entwickelt dafür einen nachvollziehbaren Ablauf vom bereinigten Bestand bis zur kontrollierten Umschaltung. Die Arbeit erfolgt an vorbereiteten, realitätsnahen Konfigurationen mit bewusst enthaltenen Sonderfällen.

KeaMA wird lokal als Unterstützung für die Konfigurationsübersetzung eingesetzt. Das Ergebnis wird fachlich geprüft und an die Zielarchitektur angepasst. Lease-Daten, Sonderlogik und das bisherige Failover werden separat behandelt. Der praktische Schwerpunkt liegt auf überprüfbaren Pilotnetzen, eindeutigen Abbruchkriterien und einem Rückfallverfahren, das auch während der Migration neu entstandene Leases berücksichtigt.

Seminarziele

  • Eine bestehende ISC-DHCP-Konfiguration strukturiert inventarisieren und bereinigen.
  • Automatisch übertragbare Bestandteile von notwendiger Neugestaltung unterscheiden.
  • KeaMA-Ausgaben prüfen und eine lauffähige Zielkonfiguration daraus erstellen.
  • Eine Lease- und Umschaltstrategie ohne unkontrollierte doppelte Adressvergabe planen.
  • Pilotbetrieb, Abnahme und Rückfall mit klaren Zuständigkeiten praktisch erproben.

Inhaltsübersicht

  • Bestand und Abhängigkeiten erfassen
  • Zielkonfiguration und Funktionsvergleich
  • Lokale Konvertierung mit KeaMA
  • Lease-Strategie und Pilotnetz
  • Umschaltung und Rückfall
  • Abnahme und Stabilisierung

Seminarinhalte

Bestand und Abhängigkeiten erfassen

Die Migration beginnt mit einem belastbaren Überblick über tatsächlich verwendete Funktionen.

  • Subnetze, Pools, Reservierungen, Includes und abweichende Optionsdefinitionen zusammenführen.
  • Clientklassen, Bootoptionen, dynamische DNS-Updates und besondere Geräteanforderungen erfassen.
  • Relays, Firewallregeln, Monitoring und bisherige Failover-Beziehungen dokumentieren.
  • Unbenutzte Einträge und unklare Zuständigkeiten vor der Übertragung kennzeichnen.

Zielkonfiguration und Funktionsvergleich

Der Bestand wird in die Struktur von Kea übersetzt und auf Abweichungen geprüft.

  • Optionen und Vererbung sowie globale und subnetzbezogene Reservierungen gegenüberstellen.
  • Clientklassifizierung und Bedingungen nach ihrer tatsächlichen Wirkung nachbilden.
  • ISC-DHCP-Failover durch eine eigenständig geplante Kea-HA-Lösung ersetzen.
  • OMAPI-Verwendung und externe Skripte auf eine passende neue Verwaltungsanbindung prüfen.

Lokale Konvertierung mit KeaMA

Die Werkzeugausgabe wird als Arbeitsgrundlage verwendet und nicht ungeprüft aktiviert.

  • Eine gültige Beispielkonfiguration lokal konvertieren und Diagnosemeldungen auswerten.
  • Nicht übersetzte oder anders umgesetzte Bestandteile gezielt nacharbeiten.
  • Erzeugte JSON-Dateien auf Struktur, Netzzuordnung und erforderliche Optionen kontrollieren.
  • Statische Konfigurationsprüfung und tatsächlichen Clienttest hintereinander durchführen.

Lease-Strategie und Pilotnetz

Bereits vergebene Adressen werden ausdrücklich in die Umstellungsplanung einbezogen.

  • Konfigurationsübersetzung und Lease-Übernahme trennen; KeaMA konvertiert keine Lease-Dateien.
  • Übernahme, kontrolliertes Auslaufen und begrenzte Pilotpools als projektspezifische Varianten bewerten.
  • Experimentelle Lease-Konverter nur mit eigener Datenprüfung und Wiederherstellungstest einordnen.
  • Parallel antwortende Alt- und Neuserver mit überschneidenden Pools im selben Segment verhindern.

Umschaltung und Rückfall

Der Wechsel wird mit überprüfbaren Entscheidungspunkten durchgeführt.

  • Wartungsfenster, Kommunikationswege, Sicherungsstand und verantwortliche Rollen festlegen.
  • Alten Vergabeweg geordnet beenden und den Zielserver beziehungsweise Relay-Pfad aktivieren.
  • Neue Adressen, Erneuerungen, Reservierungen und DNS-Einträge unmittelbar prüfen.
  • Rückfall unter Berücksichtigung der inzwischen neu vergebenen Leases und möglicher Konflikte planen.

Abnahme und Stabilisierung

Nach dem Wechsel wird der Zustand über mehrere unterschiedliche Clientfälle bewertet.

  • Testfälle für Standardclients, reservierte Geräte und besondere Optionsgruppen ausführen.
  • Logs und Messwerte aus Alt- und Zielumgebung fachlich vergleichen.
  • Verbleibende Abhängigkeiten und vorübergehende Ausnahmen sichtbar dokumentieren.
  • Den Altbetrieb erst nach bestätigter Abnahme und gesicherter Datenaufbewahrung außer Betrieb nehmen.

Praktische Übungen

  • Eine ISC-DHCP-Beispielkonfiguration inventarisieren und kritische Abhängigkeiten markieren.
  • KeaMA lokal ausführen und Sonderfälle in Reservierungen und Klassen manuell nacharbeiten.
  • Mit vorhandenen Labor-Leases eine konfliktarme Umschaltstrategie entwerfen und begründen.
  • Ein Pilotnetz umstellen und Neuvergabe, Erneuerung sowie DNS-Verhalten prüfen.
  • Eine fehlgeschlagene Abnahme simulieren und den vorgesehenen Rückfallweg testen.

Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner

Seminardetails

Dauer: 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Administratoren bestehender ISC-DHCP-Umgebungen, technische Projektleiter und Verantwortliche für DHCP-Migrationsvorhaben.
Voraussetzungen: Praktische Erfahrung mit ISC DHCP und sichere Kea-Grundkenntnisse. Verständnis von Reservierungen, Relays, DNS-Updates und bestehenden Failover-Konfigurationen.
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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