Seminar ISC Kea DHCP – Grundlagen und DHCPv4-Administration

Eine zuverlässige IP-Adressvergabe beginnt mit einem klaren Netzplan und einer verständlichen Serverkonfiguration. Dieses Kea-DHCP-Seminar vermittelt den vollständigen Weg vom ersten DHCPv4-Dienst bis zur Versorgung mehrerer gerouteter Netze. Die Arbeit erfolgt an einer eigenen Linux-Laborumgebung mit getrennten Client-, Server- und Relay-Netzen. Jede wesentliche Änderung wird durch einen tatsächlichen Clientvorgang und die dazugehörigen Protokolle überprüft.

Im Mittelpunkt stehen nachvollziehbare Konfigurationen und ein sicherer Arbeitsablauf: Bestand erfassen, Änderung vorbereiten, Syntax prüfen, Dienstverhalten beobachten und bei Bedarf den vorherigen Stand wiederherstellen. Neben funktionierenden Standardfällen werden unpassende Pools, fehlerhafte Optionen und nicht erreichbare Relays untersucht. Dadurch entsteht ein belastbares Verständnis für die Abhängigkeiten zwischen Netzwerk, Betriebssystem, DHCP-Server und Client.

Seminarziele

  • DHCPv4-Nachrichten und Lease-Zustände anhand eines Paketmitschnitts erklären.
  • Einen Kea-DHCPv4-Server installieren, konfigurieren und kontrolliert betreiben.
  • Subnetze, Adresspools, Optionen und Hostreservierungen konsistent planen.
  • Geroutete Netze über DHCP-Relays anbinden und die Subnetzauswahl prüfen.
  • Typische Fehler mit Konfiguration, Logs und Clientbeobachtung eingrenzen.

Inhaltsübersicht

  • DHCPv4 und Adressplanung
  • Installation und Komponenten
  • JSON-Konfiguration und Inbetriebnahme
  • Reservierungen, Optionen und Klassen
  • Mehrere Netze und DHCP-Relays
  • Laufender Betrieb und erste Diagnose

Seminarinhalte

DHCPv4 und Adressplanung

Zuerst wird ein gemeinsames Verständnis für die Vergabe und Erneuerung von IPv4-Adressen aufgebaut.

  • Discover, Offer, Request und Acknowledge im Ablauf unterscheiden; DHCPNAK und DHCPDECLINE einordnen.
  • Lease-Dauer, Erneuerung und Rebinding mit dem Verhalten eines tatsächlich angeschlossenen Clients vergleichen.
  • Subnetze und Pools aus einem Netzplan ableiten; statisch verwendete Adressen vor Überschneidungen schützen.
  • Gateway-, DNS- und weitere Standardoptionen passend zum jeweiligen Clientnetz festlegen.

Installation und Komponenten

Der DHCP-Dienst wird mit seinen Systemabhängigkeiten eingerichtet und anschließend bewusst auf das Labornetz begrenzt.

  • Kea-Pakete, Versionsstand, Dienstkonto, Konfigurationsdateien und Systemdienst identifizieren.
  • DHCPv4, DHCPv6 und DHCP-DDNS als getrennte Prozesse mit eigenen Aufgaben einordnen.
  • Netzwerkschnittstellen, Socket-Auswahl, lokale Firewall und Berechtigungen kontrollieren.
  • Direkte Verwaltungszugänge aktueller Kea-Versionen kennenlernen; ältere Control-Agent-Installationen zuordnen.

JSON-Konfiguration und Inbetriebnahme

Eine kleine, verständliche Ausgangskonfiguration dient als Grundlage für alle weiteren Erweiterungen.

  • Struktur von Dhcp4, interfaces-config, subnet4, pools und option-data nachvollziehen.
  • Konfiguration prüfen, Fehlerstellen lokalisieren und Änderungen mit einem gespeicherten Ausgangsstand vergleichen.
  • Dienst starten, Status und Logs prüfen und die erste erfolgreiche Clientzuweisung nachweisen.
  • Syntaxprüfung, erweiterte Konfigurationsprüfung und tatsächlichen Funktionstest voneinander unterscheiden.

Reservierungen, Optionen und Klassen

Die Adressvergabe wird an unterschiedliche Geräte und Anforderungen angepasst.

  • Hardwareadresse und Client-Identifier unterscheiden und für Reservierungen gezielt auswählen.
  • Subnetzbezogene und globale Reservierungen sowie Reservierungen innerhalb und außerhalb von Pools einordnen.
  • Optionswerte auf den relevanten Konfigurationsebenen setzen und ihre Wirkung am Client prüfen.
  • Einfache Clientklassen bilden und unterschiedliche Gerätegruppen mit passenden Optionen versorgen.

Mehrere Netze und DHCP-Relays

Die Laborinstallation wird schrittweise um zusätzliche Netzwerksegmente erweitert.

  • Direkt angeschlossene Netze und geroutete Netze mit Relay-Unterstützung unterscheiden.
  • Relay-Ziel, Rückweg und Subnetzauswahl anhand von Paketdaten kontrollieren.
  • Shared Networks als mehrere Subnetze auf einem gemeinsamen Link fachlich korrekt einordnen.
  • VLAN-Zuordnung und Switch-Konfiguration als Voraussetzungen der DHCP-Erreichbarkeit prüfen.

Laufender Betrieb und erste Diagnose

Zum Abschluss der Fachinhalte wird der Betrieb mit reproduzierbaren Kontrollen abgesichert.

  • Memfile-Leases lesen, Lease-Lebenszyklus beobachten und Bereinigung grundsätzlich verstehen.
  • Konfiguration und Betriebsdaten passend zu ihrem Zweck sichern und eine Wiederherstellung erproben.
  • Leere Pools, falsche Netzmasken, fehlende Optionen und blockierte Kommunikation gezielt untersuchen.
  • Betriebsänderungen protokollieren und eine kurze Abnahme mit positiven und negativen Tests durchführen.

Praktische Übungen

  • Eine Linux-VM vorbereiten, Kea installieren und einen isolierten Client mit gültiger Adresse versorgen.
  • Ein zweites Subnetz ergänzen und über ein Relay erreichbar machen; Adress- und Optionszuweisung vergleichen.
  • Reservierungen für zwei verschiedene Client-Identifier anlegen und ihre Wirkung nach einer Erneuerung prüfen.
  • Fehler in Pool, Option und Relay-Zuordnung nacheinander erkennen und beheben.
  • Eine Konfigurationsänderung inklusive Sicherung, Prüfung, Freigabe und Rückkehr zum Ausgangsstand durchführen.

Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner

Seminardetails

Dauer: 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Linux- und Netzwerkadministratoren, Systembetreuer sowie technische Mitarbeiter mit Verantwortung für IP-Adressvergabe und Netzwerkinfrastruktur.
Voraussetzungen: Grundkenntnisse in IPv4, Subnetting und Routing sowie sicherer Umgang mit Linux-Shell, Dateien und Systemdiensten. Kea-Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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