Ein zweiter DHCP-Server allein macht die Adressvergabe noch nicht ausfallsicher. Dieses Seminar verbindet Keas Hochverfügbarkeitsmechanismen mit konsistenter Konfiguration, belastbarer Datenhaltung und einem getesteten Wiederanlauf. Der Aufbau erfolgt schrittweise: zunächst ein stabiles Einzelverfahren, anschließend ein HA-Paar und schließlich definierte Störungsfälle mit überprüfbaren Erwartungen an Client und Server.
Die Datenbankseite wird eigenständig betrachtet. Lease-Speicherung, Hostreservierungen und zentrale Konfigurationshaltung erfüllen unterschiedliche Aufgaben und besitzen verschiedene Abhängigkeiten. Im Labor wird PostgreSQL praktisch angebunden und gesichert. Memfile und MySQL werden für Architekturentscheidungen verglichen. Datenbankreplikation wird konzeptionell eingeordnet; die vollständige Administration eines Datenbankclusters ist kein Bestandteil der praktischen Pflichtübungen.
Jeder Ausfallversuch erhält eine definierte Ausgangslage, eine erwartete Reaktion und einen unabhängigen Clienttest. Nach der Störung wird die Rückkehr zum normalen Betrieb ausdrücklich überprüft. So werden scheinbar erfolgreiche Umschaltungen von einem tatsächlich konsistenten und wieder belastbaren Verbund unterschieden.
Seminarziele
- Eine passende Kea-HA-Architektur auswählen und deren Fehlergrenzen erklären.
- Ein HA-Paar mit nachvollziehbarer Konfiguration und überprüfter Synchronisation betreiben.
- Lease- und Hostdaten in einem SQL-Backend sicher einrichten und verwalten.
- Server-, Kommunikations- und Datenbankausfälle voneinander unterscheiden.
- Wartung, Sicherung, Wiederherstellung und Wiederaufnahme des Dienstes praktisch prüfen.
Inhaltsübersicht
- Verfügbarkeitsanforderungen und Architektur
- HA-Paar aufbauen
- Datenhaltung und Backend-Auswahl
- Störungen und Zustandswechsel
- Sicherung, Wiederherstellung und Wartung
- Überwachung und Abnahme
Seminarinhalte
Verfügbarkeitsanforderungen und Architektur
Aus den betrieblichen Anforderungen werden konkrete technische Prüffälle abgeleitet.
- Ausfallziele, zulässige Unterbrechung und erwartetes Clientverhalten festlegen.
- Hot Standby, Load Balancing und die Rolle zusätzlicher Backup-Server vergleichen.
- Abhängigkeiten von Relays, Netzverbindungen, Zeitdiensten, Stromversorgung und Managementzugängen erfassen.
- Kea HA vom ISC-DHCP-Failover-Protokoll und von einer bloßen Datenbankreplikation unterscheiden.
HA-Paar aufbauen
Zwei Kea-Instanzen werden zu einem überprüfbaren Verbund verbunden.
- HA-Hook, Partnerrollen, Kommunikationsadressen und Dienstzustände konfigurieren.
- Lease-Synchronisation beobachten und Daten auf beiden Partnern kontrollieren.
- Beim Load Balancing überschneidungsfreie Poolanteile und die zugehörige Klassifizierung prüfen.
- DHCPv4- und DHCPv6-Aspekte vergleichen und den Laborfokus auf die tatsächlich getestete Konfiguration legen.
Datenhaltung und Backend-Auswahl
Die verschiedenen Datenbestände werden ihren jeweiligen Aufgaben zugeordnet.
- Memfile, PostgreSQL und MySQL hinsichtlich Betrieb, Abhängigkeiten und Wiederherstellung vergleichen.
- Lease-Backend, Host-Backend und Configuration Backend voneinander unterscheiden.
- PostgreSQL-Schema mit kea-admin vorbereiten und passende Verbindungs- sowie Benutzerrechte vergeben.
- Versionsgebundene Datenbank-Hooks und Schemastände vor einer Änderung auf Kompatibilität prüfen.
Störungen und Zustandswechsel
Ausfälle werden kontrolliert ausgelöst und anhand von Serverzustand und Clientwirkung bewertet.
- Partnerausfall, Kommunikationsunterbrechung und Netztrennung als unterschiedliche Situationen testen.
- Partner-Down-Entscheidungen und Split-Brain-Risiken anhand konkreter Ausfallszenarien untersuchen.
- Wiederkehr eines Partners, Synchronisation und Rückkehr in den Normalzustand verfolgen.
- Verhalten bei gestörter Datenbankverbindung einschließlich Wiederverbindungsregeln beobachten.
Sicherung, Wiederherstellung und Wartung
Betriebsverfahren werden auf Konsistenz und tatsächliche Wiederherstellbarkeit geprüft.
- Konfiguration, Leases, Reservierungen, Schlüssel und Versionsinformationen in den Sicherungsplan aufnehmen.
- Eine PostgreSQL-Sicherung in einer getrennten Laborinstanz wiederherstellen und auf Verwendbarkeit prüfen.
- Schemaänderungen und Softwareupdates mit Sicherung, Prüfung und Rückkehrmöglichkeit vorbereiten.
- Geplante Wartung eines HA-Partners durchführen und die Clientversorgung währenddessen kontrollieren.
Überwachung und Abnahme
Die technische Konfiguration wird mit nachvollziehbaren Betriebsnachweisen abgeschlossen.
- HA-Zustände, Synchronisationsfehler, Poolbelegung und Datenbankerreichbarkeit überwachen.
- Stork als ergänzende Statusansicht einordnen und kritische Anzeigen mit den Kea-Daten vergleichen.
- Wiederanlaufzeiten messen und Grenzen der Laborergebnisse für reale Standorte benennen.
- Prüffälle für Neuvergabe, Erneuerung, Partnerwechsel und Rückkehr zum Normalbetrieb dokumentieren.
Praktische Übungen
- Ein Hot-Standby-Paar einrichten und die fortlaufende Synchronisation mit echten Leases kontrollieren.
- Eine vorbereitete Load-Balancing-Variante auf Pooltrennung prüfen und mit Hot Standby vergleichen.
- PostgreSQL für Kea anbinden und Lease- sowie Reservierungsdaten nachvollziehen.
- Serverstillstand, unterbrochene Partnerkommunikation und Datenbankausfall getrennt simulieren.
- Eine Sicherung wiederherstellen und den vollständigen Clienttest nach dem Wiederanlauf durchführen.
Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
|---|---|
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt. Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Erfahrene DHCP- und Linux-Administratoren, Infrastrukturarchitekten und technische Betriebsverantwortliche für geschäftskritische Netzwerke. |
| Voraussetzungen: | Sichere Kea-DHCPv4-Administration, Kenntnisse zu Relays, Linux-Diensten und TCP/IP. Grundkenntnisse in SQL-Datenbanken; DHCPv6-Kenntnisse für die IPv6-Vergleiche. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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