Seminar Dissect – Intensivseminar Enterprise Incident Response und Threat Hunting

Das Intensivseminar überträgt Dissect auf umfangreiche Sicherheitsvorfälle. Multi-Target-Triage, Active-Directory- und NTDS-Analyse, IOC- und YARA-Prüfung, Timeline-Korrelation, SIEM-Übergabe und eine realistische Fallwerkstatt werden zu einem skalierbaren Enterprise-Response-Workflow verbunden.

Inhaltsverzeichnis

  1. Enterprise-Fallmodell und Rollen
  2. Multi-Target-Aufnahme und CMDB-Abgleich
  3. Standardisierte Ersttriage
  4. Active Directory und NTDS
  5. Laterale Bewegung und Privilegienmissbrauch
  6. IOC- und YARA-Hunting
  7. Baseline- und Anomalieanalyse
  8. Timeline und Patient-Zero-Suche
  9. Scoping und Ausbreitungsanalyse
  10. Datenexport und SIEM-Übergabe
  11. Maßnahmenplanung und technische Übergabe
  12. Enterprise-Abschlussfall

Lernziele

  • Große Fallmengen konsistent inventarisieren, priorisieren und abfragen
  • Identitäts- und Endpunktartefakte für Active-Directory-Vorfälle korrelieren
  • IOC-, YARA- und Baseline-Suchen kontrolliert über mehrere Targets ausführen
  • Record-Daten qualitätsgesichert an Analyseplattformen übergeben
  • Scoping, Patient-Zero-Suche und technische Maßnahmen aus belastbaren Befunden ableiten

Seminarinhalte

1. Enterprise-Fallmodell und Rollen

  1. Schritt 1: Erstmeldung, Unternehmenskontext und technische Fragestellungen strukturieren.
  2. Schritt 2: Fallleitung, Erhebung, Analyse, Hunting und Qualitätssicherung voneinander abgrenzen.
  3. Schritt 3: Host-, Identitäts- und Datenquelleninventar mit eindeutigen Kennungen anlegen.
  4. Schritt 4: Entscheidungs- und Eskalationskriterien vor der Massentriage definieren.

2. Multi-Target-Aufnahme und CMDB-Abgleich

  1. Schritt 1: Targets automatisiert erfassen und Basisinformationen normalisieren.
  2. Schritt 2: Hostnamen, Rollen, Betriebssysteme und Zeitbezüge mit dem bekannten Inventar vergleichen.
  3. Schritt 3: Duplikate, veraltete Images und unbekannte Systeme kennzeichnen.
  4. Schritt 4: Triagegruppen nach Kritikalität, Exposition und Indikatornähe bilden.

3. Standardisierte Ersttriage

  1. Schritt 1: Einen minimalen Abfragesatz für System-, Benutzer-, Prozess-, Persistenz- und Netzwerkspuren definieren.
  2. Schritt 2: Abfragen mit konsistenten Parametern über priorisierte Targets ausführen.
  3. Schritt 3: Fehler, nicht unterstützte Funktionen und leere Ergebnisse separat erfassen.
  4. Schritt 4: Vertiefungskandidaten anhand transparenter Schwellenwerte auswählen.

4. Active Directory und NTDS

  1. Schritt 1: Domänenquellen, Datenstand und ergänzende Windows-Artefakte plausibilisieren.
  2. Schritt 2: Benutzer, Computer und Richtlinien nach auffälligen Eigenschaften untersuchen.
  3. Schritt 3: Konten- und Berechtigungsänderungen mit Ereignissen und Endpunktspuren verknüpfen.
  4. Schritt 4: Identitätsbefunde nach Reichweite und möglicher Auswirkung priorisieren.

5. Laterale Bewegung und Privilegienmissbrauch

  1. Schritt 1: Anmelde-, Dienst-, Aufgaben- und Remotezugriffsspuren normalisieren.
  2. Schritt 2: Quell- und Zielsysteme sowie verwendete Identitäten in Bewegungspfaden verbinden.
  3. Schritt 3: Alternative administrative Erklärungen gegen Change- und Baseline-Daten prüfen.
  4. Schritt 4: Bestätigte Übergänge von bloßen Verdachtsmomenten trennen.

6. IOC- und YARA-Hunting

  1. Schritt 1: Indikatoren mit Gültigkeit, Quelle, Typ und Zeitbezug in eine Huntingliste überführen.
  2. Schritt 2: Datei-, Pfad-, Hash-, Konto- und Artefaktabfragen reproduzierbar formulieren.
  3. Schritt 3: YARA-Regeln zunächst an Testdaten und anschließend gestuft auf Targets anwenden.
  4. Schritt 4: Treffer durch Kontextartefakte bestätigen und Fehlalarme dokumentiert verwerfen.

7. Baseline- und Anomalieanalyse

  1. Schritt 1: Vergleichsgruppen nach Systemrolle, Version und organisatorischer Funktion bilden.
  2. Schritt 2: Seltene Dienste, Aufgaben, Konten, Pfade und Konfigurationswerte ermitteln.
  3. Schritt 3: Seltenheit von Bösartigkeit unterscheiden und betriebliche Sonderfälle berücksichtigen.
  4. Schritt 4: Anomalien als neue Hypothesen in die Fallsteuerung zurückführen.

8. Timeline und Patient-Zero-Suche

  1. Schritt 1: Relevante Record-Streams aus Endpunkt-, Identitäts- und Infrastrukturquellen auswählen.
  2. Schritt 2: Zeitstempel normalisieren und Qualitätsprobleme sichtbar kennzeichnen.
  3. Schritt 3: Früheste bestätigte Aktivität und vorausgehende Vorbereitungsereignisse suchen.
  4. Schritt 4: Patient Zero, erster beobachteter Host und tatsächlicher Eintrittspunkt begrifflich trennen.

9. Scoping und Ausbreitungsanalyse

  1. Schritt 1: Indikatoren und Verhaltensmerkmale in abgestufte Suchpakete überführen.
  2. Schritt 2: Betroffene, wahrscheinlich betroffene und freigegebene Targets klassifizieren.
  3. Schritt 3: Ergebnisse gegen Datenvollständigkeit und Erhebungszeitpunkt gewichten.
  4. Schritt 4: Scope-Änderungen mit Begründung und auslösendem Befund protokollieren.

10. Datenexport und SIEM-Übergabe

  1. Schritt 1: Benötigte Felder, Zeitformate und Zielschemata vor dem Export festlegen.
  2. Schritt 2: Records filtern, normalisieren und mit Fall- sowie Hostkontext anreichern.
  3. Schritt 3: Testimporte auf Feldtypen, Zeitinterpretation und Dubletten kontrollieren.
  4. Schritt 4: Rohdaten, Transformationsregeln und produktive Ausgaben versioniert ablegen.

11. Maßnahmenplanung und technische Übergabe

  1. Schritt 1: Befunde nach Bestätigungsgrad, Reichweite und Geschäftsrisiko ordnen.
  2. Schritt 2: Sofortige Eindämmung, zusätzliche Erhebung und langfristige Bereinigung trennen.
  3. Schritt 3: Betroffene Identitäten, Systeme und Zeiträume in einer Befundmatrix zusammenführen.
  4. Schritt 4: Offene Fragen und Restrisiken für die weitere Einsatzleitung transparent halten.

12. Enterprise-Abschlussfall

  1. Schritt 1: Einen Vorfall mit Endpunkten, Domäne und virtualisierter Infrastruktur aufnehmen.
  2. Schritt 2: Massentriage, Hunting und vertiefte Analysen arbeitsteilig durchführen.
  3. Schritt 3: Patient Zero, Ausbreitungspfad und Persistenz mit belastbaren Belegen rekonstruieren.
  4. Schritt 4: Ergebnisstand in Peer Review prüfen und als priorisierte technische Übergabe abschließen.

Praxisübungen

  • Aufbau eines Inventars und priorisierte Massentriage für zahlreiche Targets
  • Korrelation von Active-Directory-, Windows- und Infrastrukturartefakten
  • Gestuftes IOC-, YARA- und Baseline-Hunting mit Fehlalarmprüfung
  • Enterprise-Fallwerkstatt mit Scoping, Patient-Zero-Suche und SIEM-Übergabe

Zielgruppe

Erfahrene Incident Responder, DFIR- und SOC-Analysten, Threat Hunter, Detection Engineers und technische Einsatzleiter

Voraussetzungen

Praktische Grundlagen mit Dissect oder vergleichbaren DFIR-Werkzeugen, sichere Windows- und Netzwerkkenntnisse sowie Erfahrung mit Incident-Response-Prozessen

Fachbereichsleitung und Seminarorganisation

Seminardetails

   
Dauer: 5 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 2.995 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 8.500 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Erfahrene Incident Responder, DFIR- und SOC-Analysten, Threat Hunter, Detection Engineers und technische Einsatzleiter
Voraussetzungen: Praktische Grundlagen mit Dissect oder vergleichbaren DFIR-Werkzeugen, sichere Windows- und Netzwerkkenntnisse sowie Erfahrung mit Incident-Response-Prozessen
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, angeleitete Analysen und praktische Übungen am System
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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