Seminar Dissect – Intensivseminar Analyse und Betriebssystemforensik

Das Intensivseminar bündelt den vollständigen Analysepfad von der Target-Erkennung über Artefaktabfragen, Dateisystemzugriff, Record-Pipelines und Timeline-Arbeit bis zur vertieften Windows-, Linux- und macOS-Forensik. Der Schwerpunkt liegt auf wiederholbaren Untersuchungsschritten und systemübergreifender Beweisführung.

Inhaltsverzeichnis

  1. Arbeitsumgebung und Fallstruktur
  2. Target-Modell und Verarbeitungsschichten
  3. Artefaktabfragen mit target-query
  4. Shell, Dateisystem und Extraktion
  5. Records, rdump und Datenpipelines
  6. Timeline-Modell und Zeitqualität
  7. Windows-Artefakte
  8. Linux- und Unix-Artefakte
  9. macOS- und APFS-Artefakte
  10. Systemübergreifende Korrelation
  11. Qualitätssicherung und Peer Review
  12. Integrierte Abschlussfallstudie

Lernziele

  • Dissect sicher installieren, Targets prüfen und Analysefehler systematisch eingrenzen
  • target-query, Shell-, Dateisystem-, Record- und Timeline-Werkzeuge kombiniert einsetzen
  • Windows-, Linux-, Unix- und macOS-Artefakte fachgerecht untersuchen
  • Zeit-, Identitäts-, Ausführungs- und Persistenzspuren systemübergreifend korrelieren
  • Einen vollständigen Analysefall mit Peer Review und reproduzierbarer Dokumentation abschließen

Seminarinhalte

1. Arbeitsumgebung und Fallstruktur

  1. Schritt 1: Isolierte Installation, Beweismittelablage und Exportstruktur vorbereiten.
  2. Schritt 2: Versionsstände, Zeitzone, Fallkennung und Prüfinformationen dokumentieren.
  3. Schritt 3: Rohdaten, Arbeitskopien, Abfragen und Befunde konsequent trennen.
  4. Schritt 4: Ein Referenztarget öffnen und die Umgebung vor dem Fallstart prüfen.

2. Target-Modell und Verarbeitungsschichten

  1. Schritt 1: Loader, Container, Volumes, Dateisysteme, Betriebssystemschichten und Plugins unterscheiden.
  2. Schritt 2: Automatische Erkennung mit den tatsächlichen Eigenschaften der Quelle vergleichen.
  3. Schritt 3: Mehrere Datenträger und verschachtelte Targets inventarisieren.
  4. Schritt 4: Warnungen und fehlende Komponenten nach Relevanz für die Untersuchung klassifizieren.

3. Artefaktabfragen mit target-query

  1. Schritt 1: Plugins nach Namespaces und Ergebnisarten auffinden.
  2. Schritt 2: Einzel- und Sammelabfragen mit einheitlichen Parametern erstellen.
  3. Schritt 3: Felder, Zeiträume und Werte fallbezogen filtern.
  4. Schritt 4: Abfragefehler, inkompatible Plugins und leere Ergebnisse getrennt behandeln.

4. Shell, Dateisystem und Extraktion

  1. Schritt 1: Virtuelle Pfade und Mountpunkte innerhalb eines Targets nachvollziehen.
  2. Schritt 2: Dateien und Verzeichnisse mit der Target-Shell untersuchen.
  3. Schritt 3: Ausgewählte Artefakte mit Metadaten in eine kontrollierte Exportstruktur übernehmen.
  4. Schritt 4: Extraktion durch Prüfsummen und Stichproben gegen die Quelle absichern.

5. Records, rdump und Datenpipelines

  1. Schritt 1: Record-Felder, Typen und Deskriptoren lesen und fachlich interpretieren.
  2. Schritt 2: Record-Streams mit rdump selektieren, sortieren und konvertieren.
  3. Schritt 3: Rohrecords, normalisierte Daten und Analystenanreicherungen getrennt halten.
  4. Schritt 4: Wiederverwendbare Pipeline-Schritte für mehrere Targets definieren.

6. Timeline-Modell und Zeitqualität

  1. Schritt 1: Zeitquellen nach Entstehung, Semantik und Aussagekraft klassifizieren.
  2. Schritt 2: Zeitzonen, Sommerzeit, Zeitdrift und unvollständige Zeitstempel kontrollieren.
  3. Schritt 3: Fokussierte Timelines aus ausgewählten Record-Streams erzeugen.
  4. Schritt 4: Zeitliche Nähe von belastbarer Ereigniskorrelation unterscheiden.

7. Windows-Artefakte

  1. Schritt 1: Registry-Hives, Benutzerprofile und Systemkonfiguration strukturiert erfassen.
  2. Schritt 2: Eventlogs, Dienste, Aufgaben und Autostartpunkte untersuchen.
  3. Schritt 3: Ausführungs-, Datei- und Anmeldespuren in einer Hosttimeline verbinden.
  4. Schritt 4: Persistenz und mögliche laterale Bewegung anhand mehrerer Quellen prüfen.

8. Linux- und Unix-Artefakte

  1. Schritt 1: Benutzer-, Gruppen-, Authentifizierungs- und Systeminformationen auswerten.
  2. Schritt 2: Journal-, Audit-, Syslog- und Dienstspuren gezielt filtern.
  3. Schritt 3: Shell-Historien, Cronjobs, systemd-Einheiten und Paketdaten korrelieren.
  4. Schritt 4: Manipulation, Persistenz und Remotezugriffe gegen eine Systembaseline bewerten.

9. macOS- und APFS-Artefakte

  1. Schritt 1: APFS-Container, Volumes und relevante Systembereiche inventarisieren.
  2. Schritt 2: Benutzer-, Plist-, Launchd-, Quarantäne- und Anwendungsartefakte untersuchen.
  3. Schritt 3: Unified-Log- und Dateisystemspuren auf die Untersuchungsfrage eingrenzen.
  4. Schritt 4: macOS-Zeit- und Identitätsspuren in die gemeinsame Falltimeline integrieren.

10. Systemübergreifende Korrelation

  1. Schritt 1: Host-, Benutzer-, Prozess-, Datei- und Netzwerkbezüge normalisieren.
  2. Schritt 2: Einen Indikator über mehrere Betriebssysteme und Datenquellen verfolgen.
  3. Schritt 3: Bestätigte Befunde von plausiblen, aber unbewiesenen Hypothesen trennen.
  4. Schritt 4: Datenlücken und notwendige Nachforderungen explizit dokumentieren.

11. Qualitätssicherung und Peer Review

  1. Schritt 1: Abfragen, Filter, Versionen und Quelldaten für jeden Befund festhalten.
  2. Schritt 2: Kritische Befundketten durch eine zweite Analyse reproduzieren lassen.
  3. Schritt 3: Fehlalarme und konkurrierende Erklärungen methodisch prüfen.
  4. Schritt 4: Ergebnisse nach Bestätigungsgrad und Auswirkung priorisieren.

12. Integrierte Abschlussfallstudie

  1. Schritt 1: Mehrere Betriebssystemtargets anhand einer gemeinsamen Erstmeldung triagieren.
  2. Schritt 2: Spezialisierte Artefaktabfragen und eine fokussierte Timeline entwickeln.
  3. Schritt 3: Angriffsweg, Persistenz und betroffene Identitäten als Befundkette rekonstruieren.
  4. Schritt 4: Technische Übergabe mit Belegen, offenen Punkten und Maßnahmenpriorität erstellen.

Praxisübungen

  • Durchgängige Analyse eines gemischten Windows-, Linux- und macOS-Datensatzes
  • Entwicklung wiederverwendbarer target-query- und rdump-Abfragesätze
  • Aufbau einer validierten, systemübergreifenden Ereigniskette
  • Peer Review und technische Abschlussdokumentation eines komplexen Falls

Zielgruppe

DFIR-Analysten, Incident Responder, SOC-Spezialisten und technische Fallleiter mit Bedarf an einem vollständigen Analyse- und Betriebssystemtrack

Voraussetzungen

Sichere Kommandozeilenkenntnisse, Grundlagen digitaler Forensik sowie Grundverständnis von Windows, Linux und macOS

Fachbereichsleitung und Seminarorganisation

Seminardetails

   
Dauer: 5 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 2.995 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 8.500 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: DFIR-Analysten, Incident Responder, SOC-Spezialisten und technische Fallleiter mit Bedarf an einem vollständigen Analyse- und Betriebssystemtrack
Voraussetzungen: Sichere Kommandozeilenkenntnisse, Grundlagen digitaler Forensik sowie Grundverständnis von Windows, Linux und macOS
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, angeleitete Analysen und praktische Übungen am System
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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