Seminar Dissect – Active Directory- und NTDS-Forensik

Der Kurs behandelt die Untersuchung von Active-Directory-Datenbeständen mit Dissect. Im Vordergrund stehen die strukturierte Auswertung von NTDS-Daten, Domänenobjekten, Gruppenrichtlinien und korrelierenden Windows-Artefakten sowie die belastbare Rekonstruktion von Identitätsmissbrauch und lateralen Bewegungen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Beweismittel und Untersuchungsmodell
  2. Laden und Plausibilisieren von Domänenquellen
  3. Benutzer-, Computer- und Gruppenrichtlinienanalyse
  4. Anmeldeinformationen und Kontomissbrauch
  5. Persistenz und Richtlinienmanipulation
  6. Eventlogs und laterale Bewegung
  7. Domänenweite Korrelation und Berichterstellung

Lernziele

  • Benötigte Active-Directory-Beweismittel vollständig und sicher zusammenstellen
  • Benutzer, Computer, Gruppenrichtlinien und domänenspezifische Metadaten strukturiert abfragen
  • Verdächtige Konten, Berechtigungsänderungen und Persistenzindikatoren erkennen
  • NTDS-Ergebnisse mit Registry-, Eventlog- und Dateisystemartefakten korrelieren
  • Untersuchungsergebnisse nachvollziehbar dokumentieren und priorisieren

Seminarinhalte

1. Beweismittel und Untersuchungsmodell

  1. Schritt 1: Domänenstruktur, Fragestellung und relevante Zeiträume aus dem Incident-Auftrag ableiten.
  2. Schritt 2: NTDS-Datenbank, SYSTEM-bezogene Schlüsselinformationen, Eventlogs und ergänzende Hostartefakte identifizieren.
  3. Schritt 3: Beweismittel nach Domain Controller, Zeitpunkt und Erhebungsmethode eindeutig kennzeichnen.
  4. Schritt 4: Schutzbedarf von Identitäts- und Anmeldeinformationen in der Arbeitsumgebung festlegen.

2. Laden und Plausibilisieren von Domänenquellen

  1. Schritt 1: Zielquellen mit geeigneten Loadern öffnen und Betriebssystem- sowie Domäneninformationen prüfen.
  2. Schritt 2: Verfügbarkeit der AD-Funktionen und kompatiblen Plugins kontrollieren.
  3. Schritt 3: Unvollständige Datenbanken, fehlende Registry-Bestandteile und Zeitabweichungen erkennen.
  4. Schritt 4: Eine technische Ausgangsdokumentation mit Host, Domäne, Version und Datenstand erstellen.

3. Benutzer-, Computer- und Gruppenrichtlinienanalyse

  1. Schritt 1: Benutzerobjekte nach Status, Zeitstempeln, Namensmustern und auffälligen Eigenschaften auswerten.
  2. Schritt 2: Computerobjekte und Systemrollen mit der bekannten Infrastruktur abgleichen.
  3. Schritt 3: Gruppenrichtlinien nach sicherheitsrelevanten Konfigurationen und unerwarteten Änderungen untersuchen.
  4. Schritt 4: Ergebnisse in normalisierte Records überführen und für spätere Korrelation kennzeichnen.

4. Anmeldeinformationen und Kontomissbrauch

  1. Schritt 1: Verfügbare credential-bezogene Funktionen ausschließlich innerhalb des autorisierten Untersuchungsauftrags einsetzen.
  2. Schritt 2: Konten mit ungewöhnlichen Eigenschaften, veralteten Kennwortständen oder privilegierter Verwendung priorisieren.
  3. Schritt 3: Hinweise auf neue, reaktivierte oder manipulierte Konten mit Zeitstempeln verknüpfen.
  4. Schritt 4: Sensible Ausgaben minimieren, zugriffsgeschützt speichern und in Berichten nur erforderliche Details verwenden.

5. Persistenz und Richtlinienmanipulation

  1. Schritt 1: Gruppenrichtlinien, Anmeldeskripte, Dienste und geplante Aufgaben auf domänenweite Persistenz prüfen.
  2. Schritt 2: Abweichungen zwischen erwarteter Baseline und tatsächlicher Konfiguration herausarbeiten.
  3. Schritt 3: Verdächtige Änderungen mit zuständigen Konten, Systemen und Ereignissen korrelieren.
  4. Schritt 4: Technische Befunde nach Reichweite und betrieblicher Auswirkung bewerten.

6. Eventlogs und laterale Bewegung

  1. Schritt 1: Relevante Anmelde-, Konto-, Prozess- und Dienstereignisse aus Domain Controllern und Mitgliedssystemen extrahieren.
  2. Schritt 2: Quell- und Zielsysteme, Konten, Logon-Typen und Zeitfenster in einer Ereigniskette zusammenführen.
  3. Schritt 3: Remotezugriffe, Dienstinstallation und Aufgabenplanung als mögliche Bewegungspfade untersuchen.
  4. Schritt 4: Alternative Erklärungen prüfen und unbelegte Schlussfolgerungen aus der Timeline entfernen.

7. Domänenweite Korrelation und Berichterstellung

  1. Schritt 1: AD-Records mit Hostinventar, Netzwerkdaten und Betriebssystemartefakten verbinden.
  2. Schritt 2: Betroffene Identitäten und Systeme in bestätigte, wahrscheinliche und zu prüfende Gruppen einteilen.
  3. Schritt 3: Befundketten mit Herkunft, Abfrage, Filter und Zeitbezug reproduzierbar dokumentieren.
  4. Schritt 4: Priorisierte Maßnahmenlisten für Eindämmung, Kennwortwechsel und vertiefte Prüfung vorbereiten.

Praxisübungen

  • Aufbau eines Active-Directory-Fallverzeichnisses aus NTDS- und ergänzenden Windows-Daten
  • Abfrage und Bewertung auffälliger Benutzer-, Computer- und Gruppenrichtlinienobjekte
  • Rekonstruktion eines privilegierten Kontomissbrauchs über mehrere Systeme und Ereignisquellen
  • Erstellung einer domänenweiten Befundmatrix mit technischen Nachweisen und Prioritäten

Zielgruppe

DFIR-Analysten, Incident Responder, SOC-Analysten und Active-Directory-Spezialisten mit forensischem Untersuchungsauftrag

Voraussetzungen

Sichere Windows- und Active-Directory-Grundkenntnisse, Erfahrung mit target-query oder vergleichbare Dissect-Praxis und Grundlagen der Ereignisprotokollanalyse

Fachbereichsleitung und Seminarorganisation

Seminardetails

   
Dauer: 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: DFIR-Analysten, Incident Responder, SOC-Analysten und Active-Directory-Spezialisten mit forensischem Untersuchungsauftrag
Voraussetzungen: Sichere Windows- und Active-Directory-Grundkenntnisse, Erfahrung mit target-query oder vergleichbare Dissect-Praxis und Grundlagen der Ereignisprotokollanalyse
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, angeleitete Analysen und praktische Übungen am System
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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