Bei größeren Vorfällen entscheidet nicht der einzelne Toolaufruf, sondern die Reihenfolge der Targets, die Geschwindigkeit der Triage und die kontrollierte Datenlogistik. Das Seminar entwickelt daraus einen skalierbaren operativen Ablauf.
Inhaltsverzeichnis
- Einordnung und Lernziele
- Zielgruppe
- Vorausgesetzte Kenntnisse
- Seminarinhalte
- Tag 1: Scope, Hypothesen und Erfassungsstrategie
- Tag 2: Mehrzielbetrieb und Datenlogistik
- Tag 3: Entscheidungsstellen, Dissect-Übergabe und Großfall
- Praxisübungen
- Arbeitsweise und Unterlagen
Einordnung und Lernziele
Das Seminar ist auf praktische Anwendung, nachvollziehbare Entscheidungen und technisch prüfbare Erfassungsergebnisse ausgerichtet.
- Incident-Hypothesen in abgestufte Erfassungspläne überführen.
- Targets nach Kritikalität, Exposition und Indikatoren priorisieren.
- Datenmenge, Parallelität, Speicher und Übergabewege skalierbar planen.
- Qualitätskontrollen und Nachsammlung als feste Entscheidungsstellen verankern.
Zielgruppe
Incident-Response-Leads, DFIR-Analysten, SOC-Teams, Krisenstäbe mit Technikbezug und Verantwortliche für forensische Plattformen.
Vorausgesetzte Kenntnisse
Acquire-Grundlagen, Verständnis typischer Incident-Response-Phasen und grundlegende Kenntnisse von Windows- und Unix-Artefakten.
Seminarinhalte
Die Inhalte werden in aufeinander aufbauenden Schritten vermittelt. Jeder Themenblock endet mit einer technischen Kontrolle des erzeugten Ergebnisses.
Tag 1: Scope, Hypothesen und Erfassungsstrategie
Der Seminartag verbindet konzeptionelle Einordnung, geführte Demonstration und eigenständige Laborarbeit.
Modul 1: Vom Intake zur Erfassungsfrage
- Schritt 1: Bekannte Fakten, Annahmen und offene Fragen werden getrennt erfasst.
- Schritt 2: Die mögliche Angriffskette wird in Host- und Artefaktfragen übersetzt.
- Schritt 3: Für jede Frage werden Minimaldaten, Vertiefungsdaten und Ausschlüsse bestimmt.
- Schritt 4: Zeitkritische volatile Daten werden vor umfangreichen persistenten Sammlungen priorisiert.
Modul 2: Targetpriorisierung
- Schritt 1: Systeme werden nach Identität, Rolle, Kritikalität, Exposition und Indikatornähe bewertet.
- Schritt 2: Patient-Zero-Kandidaten, Identitätssysteme und Managementsysteme erhalten eigene Prioritätsklassen.
- Schritt 3: Nicht erreichbare oder besonders sensible Targets werden in separate Eskalationspfade gelegt.
- Schritt 4: Die Priorisierung wird regelmäßig anhand neuer Erkenntnisse aktualisiert.
Modul 3: Profilmatrix nach Systemrolle
- Schritt 1: Workstation, Server, Domänencontroller, Webserver, Unix-Host und Hypervisor erhalten eigene Baselines.
- Schritt 2: Default- oder Minimalprofile werden um rollenbezogene Module ergänzt.
- Schritt 3: Volumenintensive und sensible Module werden an Freigabeschwellen gebunden.
- Schritt 4: Die Matrix wird als ausführbare Checkliste für das Erfassungsteam aufbereitet.
Tag 2: Mehrzielbetrieb und Datenlogistik
Der Seminartag verbindet konzeptionelle Einordnung, geführte Demonstration und eigenständige Laborarbeit.
Modul 4: Wellenbasierte Erfassung
- Schritt 1: Eine erste Welle sammelt wenige hochpriorisierte Systeme mit kurzem Profil.
- Schritt 2: Ergebnisse werden früh geprüft, um die zweite Welle gezielter auszurichten.
- Schritt 3: Weitere Targets werden nach Erkenntnisgewinn statt ausschließlich nach Inventarliste ausgewählt.
- Schritt 4: Vollständige Images werden nur für Systeme mit begründetem Vertiefungsbedarf angefordert.
Modul 5: Kapazitäts- und Parallelitätsplanung
- Schritt 1: Erwartete Containergrößen werden aus Profil, Betriebssystem und Serverrolle abgeschätzt.
- Schritt 2: CPU-, I/O-, Netzwerk- und Speichergrenzen werden für parallele Läufe festgelegt.
- Schritt 3: Zwischenablagen erhalten Quoten, Warnschwellen und Bereinigungsregeln.
- Schritt 4: Laufzeiten und Fehlerquoten werden pro Welle gemessen und für die nächste Planung genutzt.
Modul 6: Sichere Datenwege
- Schritt 1: Collector, Schlüssel, Ergebniscontainer und Logs werden als getrennte Datenklassen behandelt.
- Schritt 2: Lokale Ablage, Transferzone, Beweisablage und Analysezone werden funktional getrennt.
- Schritt 3: Jeder Transfer erhält Größen- und Hashprüfung.
- Schritt 4: Unterbrochene Uploads werden wiederaufgenommen oder kontrolliert neu gestartet.
Tag 3: Entscheidungsstellen, Dissect-Übergabe und Großfall
Der Seminartag verbindet konzeptionelle Einordnung, geführte Demonstration und eigenständige Laborarbeit.
Modul 7: Qualitätsentscheidung nach jedem Lauf
- Schritt 1: Bericht und Logs werden auf fehlgeschlagene Module und nicht gelesene Pfade geprüft.
- Schritt 2: Container werden auf Lesbarkeit, Betriebssystemerkennung und Kernartefakte getestet.
- Schritt 3: Lücken werden als Nachsammlung, Imageanforderung oder akzeptierte Einschränkung klassifiziert.
- Schritt 4: Nur freigegebene Ergebnisse gelangen in die Analysewarteschlange.
Modul 8: Übergabe an Dissect und Analysepriorisierung
- Schritt 1: Container erhalten eindeutige Case-, Target- und Wellenmetadaten.
- Schritt 2: Basisabfragen bestätigen, dass die erwarteten Artefakte verfügbar sind.
- Schritt 3: Analysejobs werden nach Incident-Hypothese und Targetpriorität gebildet.
- Schritt 4: Neue Analyseerkenntnisse fließen als aktualisierte Erfassungsaufträge zurück.
Modul 9: Skalierbares Incident-Labor
- Schritt 1: Ein Vorfall mit Workstations, Servern und Hypervisor wird in mehrere Erfassungswellen zerlegt.
- Schritt 2: Profile, volatile Optionen und Child-Targets werden pro Systemrolle festgelegt.
- Schritt 3: Speicherengpass und fehlerhafte Berechtigungen werden während des Laufs behandelt.
- Schritt 4: Die Falllage wird nach den ersten Ergebnissen neu priorisiert und durch Nachsammlungen verdichtet.
Praxisübungen
- Erstellung einer rollenbasierten Profilmatrix.
- Priorisierung eines Inventars mit mehreren hundert Systemen.
- Kapazitätsrechnung für drei parallele Erfassungswellen.
- Großfallübung mit Rückkopplung zwischen Erfassung und Analyse.
Arbeitsweise und Unterlagen
Vortrag, Live-Demonstrationen, angeleitete Schrittfolgen, eigenständige Übungen, Fehlerdiagnose und fallbezogene Checklisten werden kombiniert. Alle Übungen arbeiten mit klar getrennten Testtargets, Ausgabeverzeichnissen und Prüfprotokollen.
Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt. Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Incident-Response-Leads, DFIR-Analysten, SOC-Teams, Krisenstäbe mit Technikbezug und Verantwortliche für forensische Plattformen. |
| Voraussetzungen: | Acquire-Grundlagen, Verständnis typischer Incident-Response-Phasen und grundlegende Kenntnisse von Windows- und Unix-Artefakten. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System, angeleitete Fallstudien |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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