Spezialisierte Module liefern hohen Ermittlungswert, können aber große oder besonders sensible Datenbestände erfassen. Das Seminar legt deshalb Wert auf hypothesengeleitete Auswahl, klare Freigaben und technische Vollständigkeitskontrollen.
Inhaltsverzeichnis
- Einordnung und Lernziele
- Zielgruppe
- Vorausgesetzte Kenntnisse
- Seminarinhalte
- Tag 1: Windows-Serverrollen und Unternehmensdienste
- Tag 2: Sicherheitsprodukte, Quarantäne und Remote Access
- Tag 3: Unix-Dienste, Docker und fallbezogene Modulsets
- Praxisübungen
- Arbeitsweise und Unterlagen
Einordnung und Lernziele
Das Seminar ist auf praktische Anwendung, nachvollziehbare Entscheidungen und technisch prüfbare Erfassungsergebnisse ausgerichtet.
- Server- und Sicherheitsmodule an Incident-Hypothesen ausrichten.
- Sensible und volumenintensive Sammlungen kontrolliert planen.
- Windows-Server-, Sicherheits- und Remote-Access-Artefakte kombinieren.
- Unix-, Docker- und Webhosting-Daten in einen plattformübergreifenden Fall integrieren.
Zielgruppe
Erfahrene Incident Responder, Serverforensiker, Threat Hunter, SOC-Analysten und DFIR-Verantwortliche in Unternehmensumgebungen.
Vorausgesetzte Kenntnisse
Sicherer Umgang mit Acquire-Profilen und Windows- beziehungsweise Unix-Artefakten; Grundkenntnisse typischer Serverrollen.
Seminarinhalte
Die Inhalte werden in aufeinander aufbauenden Schritten vermittelt. Jeder Themenblock endet mit einer technischen Kontrolle des erzeugten Ergebnisses.
Tag 1: Windows-Serverrollen und Unternehmensdienste
Der Seminartag verbindet konzeptionelle Einordnung, geführte Demonstration und eigenständige Laborarbeit.
Modul 1: Active Directory, NTDS, DNS und DHCP
- Schritt 1: Die Rolle des Targets wird als Domänencontroller, DNS- oder DHCP-Server verifiziert.
- Schritt 2: Richtlinien, Skripte, Datenbanken und zugehörige Protokolle werden nach Untersuchungsziel ausgewählt.
- Schritt 3: NTDS-Erfassung wird wegen Umfang und Sensibilität gesondert freigegeben.
- Schritt 4: Bericht und Container werden auf rollenrelevante Kernartefakte geprüft.
Modul 2: Exchange, MSSQL und SharePoint
- Schritt 1: Installations- und Datenpfade werden vor der Sammlung aus Konfiguration und Diensten abgeleitet.
- Schritt 2: Fehler-, Diagnose- und Konfigurationsprotokolle werden mit expliziten Modulen erfasst.
- Schritt 3: Große Datenbanken oder Inhaltsbestände werden von der Triage getrennt behandelt.
- Schritt 4: Fehlende oder abweichende Pfade werden mit gezielten Pfadoptionen ergänzt.
Modul 3: Webserver und Anwendungshosts
- Schritt 1: Webservertyp, Instanzen und Logverzeichnisse werden inventarisiert.
- Schritt 2: Konfiguration, Zugriffs- und Fehlerprotokolle werden fallbezogen kombiniert.
- Schritt 3: Anwendungs- und Hostkonfigurationen werden getrennt gekennzeichnet.
- Schritt 4: Zeitbereiche und Rotationszustände werden bei der Vollständigkeitsbewertung berücksichtigt.
Tag 2: Sicherheitsprodukte, Quarantäne und Remote Access
Der Seminartag verbindet konzeptionelle Einordnung, geführte Demonstration und eigenständige Laborarbeit.
Modul 4: AV- und EDR-Artefakte
- Schritt 1: Installierte Schutzprodukte werden anhand von Diensten, Verzeichnissen und Konfiguration erkannt.
- Schritt 2: Produktprotokolle und Statusdaten werden mit dem AV- beziehungsweise EDR-Modul erfasst.
- Schritt 3: Zeitstempel, Erkennungsname, Aktion und Objektpfad werden als Mindestinformationen geprüft.
- Schritt 4: Mehrere Produkte werden getrennt dokumentiert, um Überschreibungen und Doppelzählungen zu vermeiden.
Modul 5: Quarantäne, DPAPI und sensible Inhalte
- Schritt 1: Der Untersuchungszweck für quarantänisierte Dateien wird vor der Sammlung festgelegt.
- Schritt 2: Quarantänedaten werden isoliert, verschlüsselt und mit restriktivem Zugriff behandelt.
- Schritt 3: DPAPI-Artefakte werden nur bei begründetem Bedarf in das Profil aufgenommen.
- Schritt 4: Schlüssel- und Geheimnisdaten werden organisatorisch vom Standardcontainer getrennt bewertet.
Modul 6: Remote-Access- und RMM-Werkzeuge
- Schritt 1: Installierte oder portable Remote-Access-Werkzeuge werden inventarisiert.
- Schritt 2: Protokolle, Sitzungsinformationen, zuletzt verwendete Ziele und Konfiguration werden gezielt gesammelt.
- Schritt 3: Legitime Administration und mögliche Angreifernutzung werden anhand von Zeit, Konto und Zielsystem getrennt betrachtet.
- Schritt 4: Fehlende Standardpfade werden durch kontrollierte Glob-Muster ergänzt.
Tag 3: Unix-Dienste, Docker und fallbezogene Modulsets
Der Seminartag verbindet konzeptionelle Einordnung, geführte Demonstration und eigenständige Laborarbeit.
Modul 7: Webhosting und SSH auf Unix-Systemen
- Schritt 1: Hosting-Stack, Benutzerkontexte und Logpfade werden identifiziert.
- Schritt 2: System-, Webhosting-, SSH- und Historienmodule werden nach Rolle kombiniert.
- Schritt 3: Private Schlüssel werden nur nach expliziter Freigabe erfasst.
- Schritt 4: Berechtigungs- und Pfadfehler werden im Bericht von tatsächlich nicht vorhandenen Daten unterschieden.
Modul 8: Docker-Artefakte
- Schritt 1: Containerlaufzeit, Konfigurationspfade und Logtreiber werden festgestellt.
- Schritt 2: Docker-Konfiguration, Metadaten und relevante Logs werden gesammelt.
- Schritt 3: Host- und Containerkontext werden in der Ablage eindeutig getrennt.
- Schritt 4: Große Layer- oder Volumedaten werden nur bei klarer Hypothese ergänzt.
Modul 9: Hypothesengeleitete Modulmatrix
- Schritt 1: Für Ransomware, Webshell, Credential Theft und Remote-Access-Missbrauch werden Kernfragen formuliert.
- Schritt 2: Jede Frage wird auf notwendige Module, optionale Erweiterungen und Ausschlüsse abgebildet.
- Schritt 3: Datenmenge, Sensibilität und Laufzeit werden vor dem Lauf geschätzt.
- Schritt 4: Die Matrix wird in einem gemischten Serverfall praktisch angewendet und nachbefundet.
Praxisübungen
- Modulplanung für einen kompromittierten Domänencontroller.
- Erfassung von AV-, EDR- und Remote-Access-Artefakten.
- Webserver- und Datenbankprotokolle mit abweichenden Pfaden sammeln.
- Hypothesengeleitete Triage eines gemischten Windows-/Linux-Serverszenarios.
Arbeitsweise und Unterlagen
Vortrag, Live-Demonstrationen, angeleitete Schrittfolgen, eigenständige Übungen, Fehlerdiagnose und fallbezogene Checklisten werden kombiniert. Alle Übungen arbeiten mit klar getrennten Testtargets, Ausgabeverzeichnissen und Prüfprotokollen.
Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt. Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Erfahrene Incident Responder, Serverforensiker, Threat Hunter, SOC-Analysten und DFIR-Verantwortliche in Unternehmensumgebungen. |
| Voraussetzungen: | Sicherer Umgang mit Acquire-Profilen und Windows- beziehungsweise Unix-Artefakten; Grundkenntnisse typischer Serverrollen. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System, angeleitete Fallstudien |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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