Im Mittelpunkt steht die technische Industrialisierung von Erfassungsvorgängen. Einzelne Acquire-Aufrufe werden zu nachvollziehbaren, wiederholbaren und kontrollierbaren Abläufen zusammengeführt, die sich in Incident-Response- und Forensikprozesse einordnen lassen.
Inhaltsverzeichnis
- Einordnung und Lernziele
- Zielgruppe
- Vorausgesetzte Kenntnisse
- Seminarinhalte
- Tag 1: Reproduzierbare CLI-Steuerung und Ablaufdesign
- Tag 2: Python-Orchestrierung und Mehrzielverarbeitung
- Tag 3: Übergabe an Dissect und technische Validierung
- Tag 4: Skalierung, sichere Übergabe und Abschlusslabor
- Praxisübungen
- Arbeitsweise und Unterlagen
Einordnung und Lernziele
Das Seminar ist auf praktische Anwendung, nachvollziehbare Entscheidungen und technisch prüfbare Erfassungsergebnisse ausgerichtet.
- Acquire-Aufrufe reproduzierbar parametrisieren und versionierbar dokumentieren.
- Zielsystemlisten, Profile, Ausgabeziele und Fehlerpfade automatisiert verarbeiten.
- Ergebnisse technisch prüfen und für die Weiterverarbeitung mit Dissect vorbereiten.
- Skalierbare Abläufe mit Protokollierung, Wiederanlauf und kontrollierter Übergabe entwerfen.
Zielgruppe
DFIR-Engineers, Incident Responder, Forensik-Entwickler, SOC-Automatisierer und technische Plattformverantwortliche.
Vorausgesetzte Kenntnisse
Sicherer Umgang mit Acquire, Kommandozeile und grundlegenden Python-Konzepten; Kenntnisse typischer DFIR-Artefakte.
Seminarinhalte
Die Inhalte werden in aufeinander aufbauenden Schritten vermittelt. Jeder Themenblock endet mit einer technischen Kontrolle des erzeugten Ergebnisses.
Tag 1: Reproduzierbare CLI-Steuerung und Ablaufdesign
Der Seminartag verbindet konzeptionelle Einordnung, geführte Demonstration und eigenständige Laborarbeit.
Modul 1: Stabile Kommandozeilenbausteine
- Schritt 1: Die erforderlichen Parameter für Target, Loader, Profil, Ausgabe und Protokollierung werden in einer festen Aufrufkonvention geordnet.
- Schritt 2: Variable Fallangaben wie Case-ID, Hostname, Zeitstempel und Zielverzeichnis werden getrennt von unveränderlichen Standardparametern geführt.
- Schritt 3: Aufrufe werden mit Hilfeausgabe, Versionsinformation und kontrollierten Testtargets auf erwartetes Verhalten geprüft.
- Schritt 4: Eine Baseline für erfolgreiche, teilweise erfolgreiche und abgebrochene Läufe wird dokumentiert.
Modul 2: Parameter- und Profilverwaltung
- Schritt 1: Standardprofile werden nach Einsatzzweck in Triage, Vollerfassung und gezielte Sammlung eingeordnet.
- Schritt 2: Explizite Modulschalter, Pfade und Glob-Muster werden in wiederverwendbare Parametersätze überführt.
- Schritt 3: Ausgabeart, Kompression, Verschlüsselung und Berichtserzeugung werden als getrennte Konfigurationsbereiche modelliert.
- Schritt 4: Änderungen an Parametersätzen werden mit Testfällen und Freigabestatus versehen.
Modul 3: Protokolle, Rückgabecodes und Wiederanlauf
- Schritt 1: Konsolen- und Dateiprotokolle werden so abgelegt, dass sie eindeutig einem Target und Lauf zugeordnet sind.
- Schritt 2: Rückgabecodes und Fehlermeldungen werden in technische Zustände übersetzt.
- Schritt 3: Wiederholungsregeln für temporäre Fehler werden von fachlich bedingten Abbrüchen getrennt.
- Schritt 4: Ein Wiederanlauf setzt nur fehlgeschlagene oder unvollständige Arbeitsschritte erneut an.
Tag 2: Python-Orchestrierung und Mehrzielverarbeitung
Der Seminartag verbindet konzeptionelle Einordnung, geführte Demonstration und eigenständige Laborarbeit.
Modul 4: Aufrufsteuerung aus Python
- Schritt 1: Ein Prozessaufruf wird mit klarer Übergabe von Argumenten, Arbeitsverzeichnis und Umgebungsvariablen aufgebaut.
- Schritt 2: Standardausgabe und Fehlerausgabe werden getrennt erfasst und fallbezogen gespeichert.
- Schritt 3: Zeitüberschreitungen, Prozessabbrüche und unerwartete Exit-Zustände werden behandelt.
- Schritt 4: Ein strukturiertes Ergebnisobjekt fasst Status, Laufzeit, Ausgabedateien und Prüfergebnisse zusammen.
Modul 5: Targetlisten und kontrollierte Parallelität
- Schritt 1: Targets werden aus einer validierten Inventarliste mit eindeutigen Bezeichnern eingelesen.
- Schritt 2: Vor jedem Lauf werden Erreichbarkeit, Berechtigungen, Speicherbedarf und Zielpfad geprüft.
- Schritt 3: Parallelität wird nach CPU, I/O, Netzwerk und Beweisablage begrenzt.
- Schritt 4: Fehler einzelner Targets werden isoliert, ohne die gesamte Verarbeitungskette zu stoppen.
Modul 6: Dynamische Auswahl von Profilen und Modulen
- Schritt 1: Betriebssystem, Serverrolle und Incident-Hypothese werden als Entscheidungsmerkmale erfasst.
- Schritt 2: Aus den Merkmalen wird ein passendes Profil mit ergänzenden Modulen abgeleitet.
- Schritt 3: Besonders sensible oder große Module werden durch Freigaberegeln abgesichert.
- Schritt 4: Die tatsächlich ausgeführte Konfiguration wird zusammen mit dem Ergebnis archiviert.
Tag 3: Übergabe an Dissect und technische Validierung
Der Seminartag verbindet konzeptionelle Einordnung, geführte Demonstration und eigenständige Laborarbeit.
Modul 7: Containerprüfung vor der Analyse
- Schritt 1: Vorhandensein, Dateigröße und Lesbarkeit des erzeugten Containers werden automatisch geprüft.
- Schritt 2: Bericht und Protokoll werden auf fehlgeschlagene Module, übersprungene Pfade und Fallback-Nutzung ausgewertet.
- Schritt 3: Hashwerte und Verschlüsselungsstatus werden mit den Fallvorgaben abgeglichen.
- Schritt 4: Unvollständige Ergebnisse werden gekennzeichnet und in eine Nachsammlung überführt.
Modul 8: Strukturierte Aufnahme in Dissect
- Schritt 1: Acquire-Container werden nach Case-ID, Target und Lauf eindeutig benannt und registriert.
- Schritt 2: Die Lauffähigkeit als Dissect-Target wird mit Basisabfragen geprüft.
- Schritt 3: Verfügbare Artefaktfunktionen werden inventarisiert und gegen den Erfassungszweck abgeglichen.
- Schritt 4: Analysejobs erhalten nur freigegebene und technisch valide Container.
Modul 9: Metadaten und nachvollziehbare Datenflüsse
- Schritt 1: Erfassungszeit, Quellsystem, Profil, Module, Toolstand und Bedienkontext werden in einem Manifest zusammengeführt.
- Schritt 2: Jede Transformation vom Rohziel bis zur Analyseablage erhält einen Status und eine verantwortliche Prozessrolle.
- Schritt 3: Technische Abweichungen werden in standardisierten Kategorien beschrieben.
- Schritt 4: Ein Prüfprotokoll ermöglicht die spätere Rekonstruktion der Verarbeitungsschritte.
Tag 4: Skalierung, sichere Übergabe und Abschlusslabor
Der Seminartag verbindet konzeptionelle Einordnung, geführte Demonstration und eigenständige Laborarbeit.
Modul 10: Skalierbare Ablage- und Uploadprozesse
- Schritt 1: Lokale Zwischenablage, zentrale Beweisablage und Analysezone werden funktional getrennt.
- Schritt 2: Uploadvorgänge werden mit Größenprüfung, Hashvergleich und Wiederaufnahme abgesichert.
- Schritt 3: Proxy-, Netzwerk- und Berechtigungsfehler werden in eigene Fehlerpfade geleitet.
- Schritt 4: Aufbewahrungs- und Bereinigungsregeln verhindern unkontrollierte Kopien.
Modul 11: Qualitätssicherung für Automatisierung
- Schritt 1: Testtargets bilden Windows-, Unix-, Abbild- und Hypervisorfälle ab.
- Schritt 2: Positiv-, Negativ- und Grenztests prüfen Profile, Pfade, Verschlüsselung und Speichergrenzen.
- Schritt 3: Änderungen an Skripten werden vor Produktiveinsatz in einer kontrollierten Testkette ausgeführt.
- Schritt 4: Messwerte zu Laufzeit, Datenmenge und Fehlerrate werden für Kapazitätsplanung genutzt.
Modul 12: Durchgängiges DFIR-Pipeline-Labor
- Schritt 1: Ein gemischter Targetbestand wird eingelesen, klassifiziert und priorisiert.
- Schritt 2: Acquire-Läufe werden automatisiert gestartet, überwacht und bei definierten Fehlern wiederholt.
- Schritt 3: Container, Berichte und Prüfdaten werden in die Analysezone übergeben.
- Schritt 4: Die Pipeline wird anhand absichtlich eingebauter Störungen diagnostiziert und stabilisiert.
Praxisübungen
- Entwicklung eines parametrisierbaren Acquire-Runners mit Statusmodell.
- Mehrzielverarbeitung mit begrenzter Parallelität und Wiederanlauf.
- Automatisierte Containerprüfung und Aufnahme in eine Dissect-Arbeitsablage.
- Fehlerlabor mit unvollständigem Container, falschem Schlüssel und knappem Speicher.
Arbeitsweise und Unterlagen
Vortrag, Live-Demonstrationen, angeleitete Schrittfolgen, eigenständige Übungen, Fehlerdiagnose und fallbezogene Checklisten werden kombiniert. Alle Übungen arbeiten mit klar getrennten Testtargets, Ausgabeverzeichnissen und Prüfprotokollen.
Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 4 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 2.396 zzgl. MwSt. Inhaus: € 6.800 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | DFIR-Engineers, Incident Responder, Forensik-Entwickler, SOC-Automatisierer und technische Plattformverantwortliche. |
| Voraussetzungen: | Sicherer Umgang mit Acquire, Kommandozeile und grundlegenden Python-Konzepten; Kenntnisse typischer DFIR-Artefakte. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System, angeleitete Fallstudien |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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