Seminar Fox-IT Acquire – Automatisierung und Integration mit Dissect

Im Mittelpunkt steht die technische Industrialisierung von Erfassungsvorgängen. Einzelne Acquire-Aufrufe werden zu nachvollziehbaren, wiederholbaren und kontrollierbaren Abläufen zusammengeführt, die sich in Incident-Response- und Forensikprozesse einordnen lassen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Einordnung und Lernziele
  2. Zielgruppe
  3. Vorausgesetzte Kenntnisse
  4. Seminarinhalte
  5. Tag 1: Reproduzierbare CLI-Steuerung und Ablaufdesign
  6. Tag 2: Python-Orchestrierung und Mehrzielverarbeitung
  7. Tag 3: Übergabe an Dissect und technische Validierung
  8. Tag 4: Skalierung, sichere Übergabe und Abschlusslabor
  9. Praxisübungen
  10. Arbeitsweise und Unterlagen

Einordnung und Lernziele

Das Seminar ist auf praktische Anwendung, nachvollziehbare Entscheidungen und technisch prüfbare Erfassungsergebnisse ausgerichtet.

  • Acquire-Aufrufe reproduzierbar parametrisieren und versionierbar dokumentieren.
  • Zielsystemlisten, Profile, Ausgabeziele und Fehlerpfade automatisiert verarbeiten.
  • Ergebnisse technisch prüfen und für die Weiterverarbeitung mit Dissect vorbereiten.
  • Skalierbare Abläufe mit Protokollierung, Wiederanlauf und kontrollierter Übergabe entwerfen.

Zielgruppe

DFIR-Engineers, Incident Responder, Forensik-Entwickler, SOC-Automatisierer und technische Plattformverantwortliche.

Vorausgesetzte Kenntnisse

Sicherer Umgang mit Acquire, Kommandozeile und grundlegenden Python-Konzepten; Kenntnisse typischer DFIR-Artefakte.

Seminarinhalte

Die Inhalte werden in aufeinander aufbauenden Schritten vermittelt. Jeder Themenblock endet mit einer technischen Kontrolle des erzeugten Ergebnisses.

Tag 1: Reproduzierbare CLI-Steuerung und Ablaufdesign

Der Seminartag verbindet konzeptionelle Einordnung, geführte Demonstration und eigenständige Laborarbeit.

Modul 1: Stabile Kommandozeilenbausteine

  1. Schritt 1: Die erforderlichen Parameter für Target, Loader, Profil, Ausgabe und Protokollierung werden in einer festen Aufrufkonvention geordnet.
  2. Schritt 2: Variable Fallangaben wie Case-ID, Hostname, Zeitstempel und Zielverzeichnis werden getrennt von unveränderlichen Standardparametern geführt.
  3. Schritt 3: Aufrufe werden mit Hilfeausgabe, Versionsinformation und kontrollierten Testtargets auf erwartetes Verhalten geprüft.
  4. Schritt 4: Eine Baseline für erfolgreiche, teilweise erfolgreiche und abgebrochene Läufe wird dokumentiert.

Modul 2: Parameter- und Profilverwaltung

  1. Schritt 1: Standardprofile werden nach Einsatzzweck in Triage, Vollerfassung und gezielte Sammlung eingeordnet.
  2. Schritt 2: Explizite Modulschalter, Pfade und Glob-Muster werden in wiederverwendbare Parametersätze überführt.
  3. Schritt 3: Ausgabeart, Kompression, Verschlüsselung und Berichtserzeugung werden als getrennte Konfigurationsbereiche modelliert.
  4. Schritt 4: Änderungen an Parametersätzen werden mit Testfällen und Freigabestatus versehen.

Modul 3: Protokolle, Rückgabecodes und Wiederanlauf

  1. Schritt 1: Konsolen- und Dateiprotokolle werden so abgelegt, dass sie eindeutig einem Target und Lauf zugeordnet sind.
  2. Schritt 2: Rückgabecodes und Fehlermeldungen werden in technische Zustände übersetzt.
  3. Schritt 3: Wiederholungsregeln für temporäre Fehler werden von fachlich bedingten Abbrüchen getrennt.
  4. Schritt 4: Ein Wiederanlauf setzt nur fehlgeschlagene oder unvollständige Arbeitsschritte erneut an.

Tag 2: Python-Orchestrierung und Mehrzielverarbeitung

Der Seminartag verbindet konzeptionelle Einordnung, geführte Demonstration und eigenständige Laborarbeit.

Modul 4: Aufrufsteuerung aus Python

  1. Schritt 1: Ein Prozessaufruf wird mit klarer Übergabe von Argumenten, Arbeitsverzeichnis und Umgebungsvariablen aufgebaut.
  2. Schritt 2: Standardausgabe und Fehlerausgabe werden getrennt erfasst und fallbezogen gespeichert.
  3. Schritt 3: Zeitüberschreitungen, Prozessabbrüche und unerwartete Exit-Zustände werden behandelt.
  4. Schritt 4: Ein strukturiertes Ergebnisobjekt fasst Status, Laufzeit, Ausgabedateien und Prüfergebnisse zusammen.

Modul 5: Targetlisten und kontrollierte Parallelität

  1. Schritt 1: Targets werden aus einer validierten Inventarliste mit eindeutigen Bezeichnern eingelesen.
  2. Schritt 2: Vor jedem Lauf werden Erreichbarkeit, Berechtigungen, Speicherbedarf und Zielpfad geprüft.
  3. Schritt 3: Parallelität wird nach CPU, I/O, Netzwerk und Beweisablage begrenzt.
  4. Schritt 4: Fehler einzelner Targets werden isoliert, ohne die gesamte Verarbeitungskette zu stoppen.

Modul 6: Dynamische Auswahl von Profilen und Modulen

  1. Schritt 1: Betriebssystem, Serverrolle und Incident-Hypothese werden als Entscheidungsmerkmale erfasst.
  2. Schritt 2: Aus den Merkmalen wird ein passendes Profil mit ergänzenden Modulen abgeleitet.
  3. Schritt 3: Besonders sensible oder große Module werden durch Freigaberegeln abgesichert.
  4. Schritt 4: Die tatsächlich ausgeführte Konfiguration wird zusammen mit dem Ergebnis archiviert.

Tag 3: Übergabe an Dissect und technische Validierung

Der Seminartag verbindet konzeptionelle Einordnung, geführte Demonstration und eigenständige Laborarbeit.

Modul 7: Containerprüfung vor der Analyse

  1. Schritt 1: Vorhandensein, Dateigröße und Lesbarkeit des erzeugten Containers werden automatisch geprüft.
  2. Schritt 2: Bericht und Protokoll werden auf fehlgeschlagene Module, übersprungene Pfade und Fallback-Nutzung ausgewertet.
  3. Schritt 3: Hashwerte und Verschlüsselungsstatus werden mit den Fallvorgaben abgeglichen.
  4. Schritt 4: Unvollständige Ergebnisse werden gekennzeichnet und in eine Nachsammlung überführt.

Modul 8: Strukturierte Aufnahme in Dissect

  1. Schritt 1: Acquire-Container werden nach Case-ID, Target und Lauf eindeutig benannt und registriert.
  2. Schritt 2: Die Lauffähigkeit als Dissect-Target wird mit Basisabfragen geprüft.
  3. Schritt 3: Verfügbare Artefaktfunktionen werden inventarisiert und gegen den Erfassungszweck abgeglichen.
  4. Schritt 4: Analysejobs erhalten nur freigegebene und technisch valide Container.

Modul 9: Metadaten und nachvollziehbare Datenflüsse

  1. Schritt 1: Erfassungszeit, Quellsystem, Profil, Module, Toolstand und Bedienkontext werden in einem Manifest zusammengeführt.
  2. Schritt 2: Jede Transformation vom Rohziel bis zur Analyseablage erhält einen Status und eine verantwortliche Prozessrolle.
  3. Schritt 3: Technische Abweichungen werden in standardisierten Kategorien beschrieben.
  4. Schritt 4: Ein Prüfprotokoll ermöglicht die spätere Rekonstruktion der Verarbeitungsschritte.

Tag 4: Skalierung, sichere Übergabe und Abschlusslabor

Der Seminartag verbindet konzeptionelle Einordnung, geführte Demonstration und eigenständige Laborarbeit.

Modul 10: Skalierbare Ablage- und Uploadprozesse

  1. Schritt 1: Lokale Zwischenablage, zentrale Beweisablage und Analysezone werden funktional getrennt.
  2. Schritt 2: Uploadvorgänge werden mit Größenprüfung, Hashvergleich und Wiederaufnahme abgesichert.
  3. Schritt 3: Proxy-, Netzwerk- und Berechtigungsfehler werden in eigene Fehlerpfade geleitet.
  4. Schritt 4: Aufbewahrungs- und Bereinigungsregeln verhindern unkontrollierte Kopien.

Modul 11: Qualitätssicherung für Automatisierung

  1. Schritt 1: Testtargets bilden Windows-, Unix-, Abbild- und Hypervisorfälle ab.
  2. Schritt 2: Positiv-, Negativ- und Grenztests prüfen Profile, Pfade, Verschlüsselung und Speichergrenzen.
  3. Schritt 3: Änderungen an Skripten werden vor Produktiveinsatz in einer kontrollierten Testkette ausgeführt.
  4. Schritt 4: Messwerte zu Laufzeit, Datenmenge und Fehlerrate werden für Kapazitätsplanung genutzt.

Modul 12: Durchgängiges DFIR-Pipeline-Labor

  1. Schritt 1: Ein gemischter Targetbestand wird eingelesen, klassifiziert und priorisiert.
  2. Schritt 2: Acquire-Läufe werden automatisiert gestartet, überwacht und bei definierten Fehlern wiederholt.
  3. Schritt 3: Container, Berichte und Prüfdaten werden in die Analysezone übergeben.
  4. Schritt 4: Die Pipeline wird anhand absichtlich eingebauter Störungen diagnostiziert und stabilisiert.

Praxisübungen

  • Entwicklung eines parametrisierbaren Acquire-Runners mit Statusmodell.
  • Mehrzielverarbeitung mit begrenzter Parallelität und Wiederanlauf.
  • Automatisierte Containerprüfung und Aufnahme in eine Dissect-Arbeitsablage.
  • Fehlerlabor mit unvollständigem Container, falschem Schlüssel und knappem Speicher.

Arbeitsweise und Unterlagen

Vortrag, Live-Demonstrationen, angeleitete Schrittfolgen, eigenständige Übungen, Fehlerdiagnose und fallbezogene Checklisten werden kombiniert. Alle Übungen arbeiten mit klar getrennten Testtargets, Ausgabeverzeichnissen und Prüfprotokollen.

Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner

Seminardetails

   
Dauer: 4 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 2.396 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 6.800 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: DFIR-Engineers, Incident Responder, Forensik-Entwickler, SOC-Automatisierer und technische Plattformverantwortliche.
Voraussetzungen: Sicherer Umgang mit Acquire, Kommandozeile und grundlegenden Python-Konzepten; Kenntnisse typischer DFIR-Artefakte.
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System, angeleitete Fallstudien
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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Seminar Startdatum Enddatum Ort Dauer
Madgeburg 4 Tage
Regensburg 4 Tage
Jena 4 Tage
Trier 4 Tage
München 4 Tage
Friedrichshafen 4 Tage
Kassel 4 Tage
Ulm 4 Tage
Münster 4 Tage
Nürnberg 4 Tage
Köln 4 Tage
Wuppertal 4 Tage
Bremen 4 Tage
Berlin 4 Tage
Mainz 4 Tage
Erfurt 4 Tage
Darmstadt 4 Tage
Frankfurt 4 Tage
Paderborn 4 Tage
Essen 4 Tage
Konstanz 4 Tage
Freiburg 4 Tage
Potsdam 4 Tage
Flensburg 4 Tage
Leipzig 4 Tage
Hamm 4 Tage
Rostock 4 Tage
Hamburg 4 Tage
Luxemburg 4 Tage
Hannover 4 Tage
Stuttgart 4 Tage
Dresden 4 Tage
Regensburg 4 Tage
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Trier 4 Tage
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Friedrichshafen 4 Tage
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