Seminar FoundationDB – Kompaktseminar für Entwicklung und Betrieb

Seminar / Training

Das Kompaktseminar vermittelt Einsatzprofil, Architektur, Schlüsselraumdesign, Transaktionssemantik, Retry, Statusdiagnose, Recovery-Grundlagen und Architekturfreigabe. Die Themen werden von der fachlichen Einordnung über die Konfiguration beziehungsweise Implementierung bis zur kontrollierten Prüfung in einer zusammenhängenden Laborumgebung bearbeitet.

Jeder Themenblock enthält eine eigene Inhaltsübersicht, konkrete Arbeitsschritte und Prüfpunkte. Konfigurationen, Datenmodelle und Betriebsentscheidungen werden so dokumentiert, dass sie in Projekt- und Betriebsstandards übernommen werden können.

Inhaltsübersicht

  1. 1. Einsatzprofil und Systemgrenzen
  2. 2. Clusterarchitektur und Prozessrollen
  3. 3. Fachliches Schlüsselraumdesign
  4. 4. ACID-Semantik, MVCC und Strict Serializability
  5. 5. Retry-Loops und Fehlerklassifikation
  6. 6. Maschinenlesbarer Clusterstatus
  7. 7. Kontinuierliches Backup und Restorability
  8. 8. Architekturreview und Produktionsfreigabe

1. Einsatzprofil und Systemgrenzen

Kapitelinhaltsverzeichnis

  1. 1.1 Einordnung und Zielsetzung
  2. 1.2 Fachthemen
  3. 1.3 Schritt-für-Schritt-Übung
  4. 1.4 Prüfpunkte

Einordnung und Zielsetzung

Das Kapitel ordnet FoundationDB als verteilten Transaktionskern ein. Im Mittelpunkt stehen das Zusammenspiel von Schlüsselraum, Transaktionen und darüberliegenden Datenmodellen sowie die bewusste Abgrenzung zu Such-, Analyse- und Objektspeichern.

Fachthemen

  • Transaktionaler, geordneter Schlüsselraum
  • Layer-Prinzip und Anwendungslogik
  • Geeignete und ungeeignete Workloads

Schritt-für-Schritt-Übung: ein belastbares Einsatzprofil erstellen

  1. Schritt 1: Geschäftsvorgänge, Konsistenzanforderungen und erwartete Datenmengen erfassen.
  2. Schritt 2: Lese-, Schreib- und Bereichszugriffe als konkrete Zugriffsmuster beschreiben.
  3. Schritt 3: Funktionen identifizieren, die durch einen Layer oder einen ergänzenden Dienst bereitgestellt werden müssen.
  4. Schritt 4: Ungeeignete Workloads wie unstrukturierte Volltextsuche oder lang laufende Massentransaktionen abgrenzen.
  5. Schritt 5: Ein Zielbild mit Datenverantwortung, Schnittstellen und Betriebsgrenzen dokumentieren.

Prüfpunkte

  • Die Konsistenzanforderungen sind pro Vorgang benannt.
  • Jeder Zugriff lässt sich einem Schlüsselbereich zuordnen.
  • Ergänzende Systeme sind mit klarer Verantwortung abgegrenzt.

2. Clusterarchitektur und Prozessrollen

Kapitelinhaltsverzeichnis

  1. 2.1 Einordnung und Zielsetzung
  2. 2.2 Fachthemen
  3. 2.3 Schritt-für-Schritt-Übung
  4. 2.4 Prüfpunkte

Einordnung und Zielsetzung

Die internen Rollen werden entlang eines vollständigen Transaktionspfads betrachtet. Dadurch werden Statusmeldungen, Kapazitätsengpässe und Ausfallbilder nicht isoliert, sondern aus der Funktion der jeweiligen Rolle abgeleitet.

Fachthemen

  • Client-Bibliothek und Transaktionspfad
  • Coordinator, Cluster Controller und Proxies
  • Logs, Resolver und Storage Server

Schritt-für-Schritt-Übung: einen Transaktionspfad nachvollziehen

  1. Schritt 1: Eine Clientanfrage vom Lesen der Read Version bis zur Commit-Annahme skizzieren.
  2. Schritt 2: Die beteiligten stateless und stateful Rollen im Ablauf markieren.
  3. Schritt 3: Abhängigkeiten zu Coordinators, Logs, Resolvern und Storage-Prozessen festhalten.
  4. Schritt 4: Typische Warnungen den jeweils verantwortlichen Rollen zuordnen.
  5. Schritt 5: Für jede Rolle mindestens eine Messgröße und eine Betriebsaktion definieren.

Prüfpunkte

  • Die Rolle jedes Prozesses ist eindeutig beschrieben.
  • Ausfall- und Lastfolgen sind voneinander getrennt.
  • Betriebsaktionen greifen nicht unkontrolliert in mehrere Rollen ein.

3. Fachliches Schlüsselraumdesign

Kapitelinhaltsverzeichnis

  1. 3.1 Einordnung und Zielsetzung
  2. 3.2 Fachthemen
  3. 3.3 Schritt-für-Schritt-Übung
  4. 3.4 Prüfpunkte

Einordnung und Zielsetzung

Das Datenmodell beginnt mit den Zugriffsmustern, nicht mit einer tabellarischen Übertragung. Entitäten, Beziehungen und Sortieranforderungen werden in stabile Präfixe und Bereichsgrenzen übersetzt.

Fachthemen

  • Entitäten und Zugriffsmuster
  • Präfixhierarchie
  • Hotspot- und Wachstumsrisiken

Schritt-für-Schritt-Übung: einen Schlüsselraum aus Zugriffsmustern ableiten

  1. Schritt 1: Häufige Lese-, Schreib- und Scanvorgänge priorisieren.
  2. Schritt 2: Entitäten und Mandanten als stabile Präfixebenen modellieren.
  3. Schritt 3: Sortierfelder in der Reihenfolge der benötigten Bereichszugriffe anordnen.
  4. Schritt 4: Monoton wachsende oder stark konzentrierte Präfixe auf Hotspot-Risiken prüfen.
  5. Schritt 5: Schlüsselbeispiele und Bereichsgrenzen in einem Modellkatalog dokumentieren.

Prüfpunkte

  • Die Umsetzung berücksichtigt Entitäten und Zugriffsmuster und ist reproduzierbar dokumentiert.
  • Das Verhalten von Präfixhierarchie ist mit einem positiven und einem negativen Testfall geprüft.
  • Abbruch-, Rückfall- und Eskalationskriterien sind eindeutig benannt.

4. ACID-Semantik, MVCC und Strict Serializability

Kapitelinhaltsverzeichnis

  1. 4.1 Einordnung und Zielsetzung
  2. 4.2 Fachthemen
  3. 4.3 Schritt-für-Schritt-Übung
  4. 4.4 Prüfpunkte

Einordnung und Zielsetzung

Die Transaktionsgarantien werden mit konkurrierenden Abläufen praktisch überprüft. Dabei wird zwischen Snapshot innerhalb einer Transaktion, Commit-Reihenfolge und dauerhafter Bestätigung unterschieden.

Fachthemen

  • Snapshot einer Transaktion
  • Optimistische Nebenläufigkeit
  • Causal Read und Durability

Schritt-für-Schritt-Übung: Transaktionsgarantien experimentell prüfen

  1. Schritt 1: Zwei parallele Clients mit kontrollierten Lese- und Schreibfolgen vorbereiten.
  2. Schritt 2: Identische Read Versions und unterschiedliche Commit-Reihenfolgen beobachten.
  3. Schritt 3: Einen echten Read-Write-Konflikt und einen konfliktfreien Blind Write erzeugen.
  4. Schritt 4: Sichtbare Zustände vor und nach erfolgreichem Commit protokollieren.
  5. Schritt 5: Die beobachteten Abläufe einem seriellen Ergebnis zuordnen.

Prüfpunkte

  • Die Umsetzung berücksichtigt Snapshot einer Transaktion und ist reproduzierbar dokumentiert.
  • Das Verhalten von optimistische Nebenläufigkeit ist mit einem positiven und einem negativen Testfall geprüft.
  • Abbruch-, Rückfall- und Eskalationskriterien sind eindeutig benannt.

5. Retry-Loops und Fehlerklassifikation

Kapitelinhaltsverzeichnis

  1. 5.1 Einordnung und Zielsetzung
  2. 5.2 Fachthemen
  3. 5.3 Schritt-für-Schritt-Übung
  4. 5.4 Prüfpunkte

Einordnung und Zielsetzung

Retry-Loops sind ein fester Bestandteil der Clientprogrammierung. Die Schleife darf nur transaktionale Datenbankoperationen automatisch wiederholen; externe Nebenwirkungen benötigen eigene Kontrolle.

Fachthemen

  • On_error und Backoff
  • Transiente und nicht wiederholbare Fehler
  • Nebenwirkungen außerhalb der Transaktion

Schritt-für-Schritt-Übung: einen sicheren Retry-Loop implementieren

  1. Schritt 1: Transaktionsobjekt und Retry-Schleife nach Binding-Konvention aufbauen.
  2. Schritt 2: Reads, Writes und Commit innerhalb des kontrollierten Blocks platzieren.
  3. Schritt 3: Fehler an die Binding-Funktion für Backoff und Reset übergeben.
  4. Schritt 4: Dateizugriffe, Nachrichtenversand und sonstige Nebenwirkungen aus der Schleife entfernen.
  5. Schritt 5: Konflikte und transiente Fehler gezielt auslösen und Wiederholungsverhalten messen.

Prüfpunkte

  • Die Umsetzung berücksichtigt on_error und Backoff und ist reproduzierbar dokumentiert.
  • Das Verhalten von transiente und nicht wiederholbare Fehler ist mit einem positiven und einem negativen Testfall geprüft.
  • Abbruch-, Rückfall- und Eskalationskriterien sind eindeutig benannt.

6. Maschinenlesbarer Clusterstatus

Kapitelinhaltsverzeichnis

  1. 6.1 Einordnung und Zielsetzung
  2. 6.2 Fachthemen
  3. 6.3 Schritt-für-Schritt-Übung
  4. 6.4 Prüfpunkte

Einordnung und Zielsetzung

Der maschinenlesbare Status bildet die Grundlage für automatisierte Zustandsbewertung. Einzelwerte werden im Kontext von Rollen, Fault Domains und Last interpretiert.

Fachthemen

  • Availability, Data und Workload
  • Processes und Roles
  • Konfiguration und Warnungen

Schritt-für-Schritt-Übung: einen Statusparser und Gesundheitsbefund erstellen

  1. Schritt 1: Status json in regelmäßigen Intervallen erfassen und versioniert speichern.
  2. Schritt 2: Verfügbarkeit, Datenzustand, Prozesse und Konfiguration extrahieren.
  3. Schritt 3: Warnungen nach Datenrisiko, Kapazität und Leistung klassifizieren.
  4. Schritt 4: Rollen- und Fault-Domain-Ausfälle zusammenführen.
  5. Schritt 5: Einen kompakten Gesundheitsbefund mit begründeter Aktion erzeugen.

Prüfpunkte

  • Die Umsetzung berücksichtigt Availability, Data und Workload und ist reproduzierbar dokumentiert.
  • Das Verhalten von Processes und Roles ist mit einem positiven und einem negativen Testfall geprüft.
  • Abbruch-, Rückfall- und Eskalationskriterien sind eindeutig benannt.

7. Kontinuierliches Backup und Restorability

Kapitelinhaltsverzeichnis

  1. 7.1 Einordnung und Zielsetzung
  2. 7.2 Fachthemen
  3. 7.3 Schritt-für-Schritt-Übung
  4. 7.4 Prüfpunkte

Einordnung und Zielsetzung

Ein laufender Backup-Prozess ist erst dann wirksam, wenn ein restorable point nachweisbar ist. Status, Alter und Vollständigkeit werden daher als messbare Schutzkennzahlen betrieben.

Fachthemen

  • Start und Status
  • Snapshot- und Logfortschritt
  • Tags, Aufbewahrung und Bereinigung

Schritt-für-Schritt-Übung: ein kontinuierliches Backup verifizieren

  1. Schritt 1: Backup mit eindeutigem Tag und definiertem Ziel starten.
  2. Schritt 2: Status bis zum ersten abgeschlossenen Snapshot beobachten.
  3. Schritt 3: Den neuesten wiederherstellbaren Zeitpunkt und dessen Alter erfassen.
  4. Schritt 4: Aufbewahrungs- und Ablaufregeln kontrolliert anwenden.
  5. Schritt 5: Alarmgrenzen für Stillstand, Rückstand und Zielkapazität definieren.

Prüfpunkte

  • Die Umsetzung berücksichtigt Start und Status und ist reproduzierbar dokumentiert.
  • Das Verhalten von Snapshot- und Logfortschritt ist mit einem positiven und einem negativen Testfall geprüft.
  • Abbruch-, Rückfall- und Eskalationskriterien sind eindeutig benannt.

8. Architekturreview und Produktionsfreigabe

Kapitelinhaltsverzeichnis

  1. 8.1 Einordnung und Zielsetzung
  2. 8.2 Fachthemen
  3. 8.3 Schritt-für-Schritt-Übung
  4. 8.4 Prüfpunkte

Einordnung und Zielsetzung

Das Review verbindet Anwendung und Betrieb. Ein Design gilt erst dann als freigabefähig, wenn Invarianten, Lastgrenzen, Wiederherstellung und Störungsverhalten nachgewiesen sind.

Fachthemen

  • Datenmodell und Transaktionen
  • Betrieb, Sicherheit und Recovery
  • Last- und Fehlertests

Schritt-für-Schritt-Übung: eine Architekturentscheidung freigeben

  1. Schritt 1: Zielbild, Schlüsselraum und Transaktionsinvarianten reviewen.
  2. Schritt 2: Abhängigkeiten, Sicherheitsgrenzen und Betriebsverantwortung prüfen.
  3. Schritt 3: Lastprofil, Kapazitätsmodell und Hotspot-Risiken bewerten.
  4. Schritt 4: Backup-, Restore- und Ausfallszenarien gegen die Schutzziele testen.
  5. Schritt 5: Offene Risiken mit Eigentümer, Frist und Freigabekriterium dokumentieren.

Prüfpunkte

  • Die Umsetzung berücksichtigt Datenmodell und Transaktionen und ist reproduzierbar dokumentiert.
  • Das Verhalten von Betrieb, Sicherheit und Recovery ist mit einem positiven und einem negativen Testfall geprüft.
  • Abbruch-, Rückfall- und Eskalationskriterien sind eindeutig benannt.

Fachbereichsleitung / Trainerleitung / Ansprechpersonen

Seminardetails

   
Dauer: 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage: 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Gemischte Projektteams aus Entwicklung, Architektur, Administration, SRE und technischer Projektleitung
Voraussetzungen: Grundkenntnisse von Datenbanken, Linux und Softwareentwicklung; vertiefte FoundationDB-Praxis ist nicht erforderlich
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Fachvortrag, Demonstrationen, geführte Übungen und Praxisaufgaben am System
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmenden
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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