Seminar EUDI Wallet & eIDAS 2.0 – Intensivseminar Sicherheit, Vertrauen, Prüfung und Betrieb

Seminar / Training

Das fünftägige Intensivseminar bündelt Sicherheitsarchitektur, Datenschutzbedrohungen, Vertrauensmodelle, Registrierung, Zertifikate, mobile und serverseitige Härtung, Interoperabilitäts- und Konformitätstests, sichere Softwarelieferkette, Deployment, Monitoring, Incident Response, Krisenkommunikation und Recovery zu einem durchgängigen Assurance- und Betriebsmodell.

Fünf Seminartage sind als Maximaldauer notwendig, um Threat Model, Trust Policy, Sicherheitskontrollen, automatisierte Tests, Produktionsbetrieb und Vorfallübung praktisch miteinander zu verbinden. Das Format verdichtet die sicherheits-, prüfungs- und betriebsbezogenen Einzelseminare zu einem vollständigen Arbeitsprogramm.

Inhaltsübersicht

  1. Tag 1: Security Context und Threat Modeling
  2. Tag 1: Mobile-, Issuer- und Verifier-Härtung
  3. Tag 2: Trust, Registrierung und Zertifikate
  4. Tag 2: Status, Widerruf und Trust Policy
  5. Tag 3: Konformitäts- und Interoperabilitätstests
  6. Tag 3: Secure Development und Supply Chain
  7. Tag 4: Betriebsarchitektur, Schlüssel und SLOs
  8. Tag 4: Release, Resilienz und Recovery
  9. Tag 5: Incident Response und Krisenmanagement
  10. Tag 5: Assurance, Audit und kontinuierliche Verbesserung
  11. Lernziele und Zielgruppe
  12. Praxisanteil und Arbeitsunterlagen

Lernziele

  • Ein vollständiges Threat Model und Security Control Set entwickeln.
  • Registrierung, Zertifikate, Attestierungen, Status und Trust Policies beherrschen.
  • Interoperabilitäts-, Negativ- und Sicherheitstests automatisieren.
  • Deployment, Monitoring, SLOs, Schlüssel und Recovery sicher planen.
  • Wallet-spezifische Vorfälle koordiniert eindämmen und aufarbeiten.

Zielgruppe

CISO-Organisation, Sicherheitsarchitektur, AppSec, SOC und CSIRT, PKI und Trust, Test und Konformität, DevOps und SRE, Datenschutz, Audit, Betrieb, Entwicklung und technische Programmleitung.

Voraussetzungen

Grundkenntnisse von Anwendungs- und Betriebssicherheit, PKI, OAuth/OIDC, verteilten Systemen und Incident Response. Praktische Test- oder Skripterfahrung ist hilfreich.

Seminarinhalte

1. Tag 1: Security Context und Threat Modeling

Assets, Rollen, Trust Boundaries, Angreifer, Abuse Cases, Datenschutzbedrohungen und priorisierte Risiken.

  1. Schritt 1: Systemkontext mit Issuer, Wallet, Verifier, Trust und Betrieb modellieren.
  2. Schritt 2: kritische Assets, Privilegien, Daten- und Schlüsselpfade klassifizieren.
  3. Schritt 3: technische, organisatorische und korrelationsbezogene Abuse Cases entwickeln.
  4. Schritt 4: Risiken mit bestehenden Kontrollen bewerten und priorisieren.

2. Tag 1: Mobile-, Issuer- und Verifier-Härtung

Plattformsicherheit, sichere Speicherung, App-Integrität, API-Schutz, Session-Bindung, Proofs, Nonces, Parser und minimale Datenverarbeitung.

  1. Schritt 1: Angriffsflächen je Komponente und Kanal in eine Kontrollmatrix überführen.
  2. Schritt 2: geräte- und hardwaregestützte Schutzmechanismen nach Risiko auswählen.
  3. Schritt 3: Issuer- und Verifier-Protokollkontrollen gegen Replay, Injection und Fehlbindung spezifizieren.
  4. Schritt 4: Kontrollen als überprüfbare Sicherheitsanforderungen und Negativtests formulieren.

3. Tag 2: Trust, Registrierung und Zertifikate

Rollenregistrierung, PKI, Zertifikatsketten, Wallet- und Geräteattestierungen, Trust Anchors und Governance.

  1. Schritt 1: Registrierungs- und Zulassungsprozesse für Aussteller und Relying Parties modellieren.
  2. Schritt 2: Zertifikats-, Policy- und Attestierungsketten als Trust Graph darstellen.
  3. Schritt 3: Ketten-, Zweck-, Gültigkeits- und Schlüsselbesitzprüfung implementieren.
  4. Schritt 4: Änderung, Entzug und kompromittierte Vertrauensanker im Lifecycle behandeln.

4. Tag 2: Status, Widerruf und Trust Policy

Credential- und Zertifikatsstatus, Sperre, Caching, Datenschutz, Ausfallregeln und maschinenlesbare Verifier-Entscheidungen.

  1. Schritt 1: Statusquellen, Aktualitätsanforderungen und Abhängigkeiten inventarisieren.
  2. Schritt 2: Cache-, Offline- und Fail-safe-Regeln je Risikoklasse definieren.
  3. Schritt 3: Trust Policy aus Rolle, Zweck, Aussteller, Attestierung und Status zusammensetzen.
  4. Schritt 4: Massenwiderruf und widersprüchliche Trust-Informationen im Belastungstest behandeln.

5. Tag 3: Konformitäts- und Interoperabilitätstests

Teststrategie, Testumgebung, Referenzgegenstellen, Protokoll-, Format-, Kanal- und Negativtests.

  1. Schritt 1: Anforderungen und Profile in atomare Konformitätskriterien zerlegen.
  2. Schritt 2: Issuer-, Wallet- und Verifier-Gegenstellen mit deterministischen Testdaten bereitstellen.
  3. Schritt 3: OpenID4VCI-, OpenID4VP-, mdoc- und SD-JWT-VC-Tests automatisieren.
  4. Schritt 4: Replay, Downgrade, ungültige Signaturen, Status und Trust-Abweichungen abdecken.

6. Tag 3: Secure Development und Supply Chain

Sicherer Entwicklungslebenszyklus, Abhängigkeiten, Build, Artefaktsignierung, SBOM, Schwachstellen und Release Gates.

  1. Schritt 1: Softwarelieferkette und privilegierte Build- beziehungsweise Deploymentpfade erfassen.
  2. Schritt 2: Code-, Dependency-, Secret- und Artefaktkontrollen in CI integrieren.
  3. Schritt 3: Sicherheits- und Konformitätsergebnisse als Freigabegates verwenden.
  4. Schritt 4: kritische Abhängigkeitsschwachstelle mit Patch, Regression und Rollout bearbeiten.

7. Tag 4: Betriebsarchitektur, Schlüssel und SLOs

Umgebungen, Konfiguration, KMS/HSM, Secrets, Rotation, Monitoring, Logs, Traces, Kapazität und externe Trust-Dienste.

  1. Schritt 1: Produktionskomponenten, Umgebungen und Betriebsverantwortung modellieren.
  2. Schritt 2: Schlüssel- und Secret-Lifecycle mit Trennung von Aufgaben und Rotation definieren.
  3. Schritt 3: SLIs, SLOs, datensparsame Telemetrie und handlungsfähige Alarme festlegen.
  4. Schritt 4: Ausfall externer Status- oder Vertrauensdienste mit sicherer Degradation testen.

8. Tag 4: Release, Resilienz und Recovery

Gestufte Releases, Kompatibilität, Rollback, Backup, Wiederherstellung, Schlüsselwechsel, Notbetrieb und Readiness.

  1. Schritt 1: Release- und Migrationsrisiken sowie rückwärtskompatible Übergänge erfassen.
  2. Schritt 2: Canary, Beobachtungsphase, Rollback und objektive Go-live-Kriterien definieren.
  3. Schritt 3: RPO, RTO, Backup- und Recovery-Reihenfolge einschließlich Schlüssel planen.
  4. Schritt 4: vollständigen Ausfall mit Wiederanlauf und Trust-Validierung praktisch simulieren.

9. Tag 5: Incident Response und Krisenmanagement

Erkennung, Triage, Forensik, Eindämmung, Sperrung, Kommunikation, Meldung und koordinierte Reaktion im Ökosystem.

  1. Schritt 1: Wallet-spezifische Vorfallklassen und Erstmaßnahmen in Playbooks überführen.
  2. Schritt 2: Lagebild, Evidenzen und Entscheidungskompetenz rollenübergreifend organisieren.
  3. Schritt 3: Sperr-, Widerrufs-, Abschaltungs- und Kommunikationsmaßnahmen abstimmen.
  4. Schritt 4: kompromittierten Issuer- oder Wallet-Schlüssel in einer Tischübung bearbeiten.

10. Tag 5: Assurance, Audit und kontinuierliche Verbesserung

Verbindung von Threat Model, Kontrollen, Tests, Betriebsnachweisen, Vorfällen, Abweichungen und Managementfreigabe.

  1. Schritt 1: Sicherheitsziele mit Kontrollen, Testfällen, Monitoring und Evidenzen verknüpfen.
  2. Schritt 2: Abweichungen und Restrisiken mit Verantwortlichkeit und Ablaufdatum steuern.
  3. Schritt 3: Auditfähigkeit anhand einer Ende-zu-Ende-Evidenzanforderung prüfen.
  4. Schritt 4: Erkenntnisse in priorisierte Architektur-, Test-, Betriebs- und Trainingsmaßnahmen überführen.

Praxisanteil

  • Erstellung eines Ende-zu-Ende-Threat-Models und einer Trust Policy.
  • Aufbau einer automatisierten Negativ- und Konformitätstestsuite.
  • Durchführung einer Recovery- und Incident-Response-Tischübung.

Arbeitsunterlagen

Die Arbeitsunterlagen enthalten strukturierte Checklisten, Vorlagen und Referenzmodelle für die unmittelbare Weiterarbeit im Projekt. Im Seminar werden insbesondere folgende Artefakte erstellt oder vorbereitet:

  • Ende-zu-Ende-Threat-Model
  • Komponenten-Sicherheitsprofile
  • Trust-Governance- und Zertifikatsmodell
  • Versionierte Trust- und Statuspolicy
  • Automatisierte Conformance-Testsuite
  • Secure-Delivery- und Assurance-Pipeline
  • Secure-Operations- und SLO-Modell
  • Release- und Recovery-Runbooks
  • Incident- und Krisenplaybooks
  • Security-Assurance- und Verbesserungsplan

Fachbereichsleitung und Seminarorganisation

Seminardetails

   
Dauer: 5 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage: 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 2.995 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 8.500 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: CISO-Organisation, Sicherheitsarchitektur, AppSec, SOC und CSIRT, PKI und Trust, Test und Konformität, DevOps und SRE, Datenschutz, Audit, Betrieb, Entwicklung und technische Programmleitung.
Voraussetzungen: Grundkenntnisse von Anwendungs- und Betriebssicherheit, PKI, OAuth/OIDC, verteilten Systemen und Incident Response. Praktische Test- oder Skripterfahrung ist hilfreich.
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, Fallstudien, strukturierte Arbeitsaufträge und praktische Übungen
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Ausführliche Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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