Observability-Daten wachsen schnell, sind heterogen und werden unter Zeitdruck ausgewertet. Der Kurs entwickelt ein Modell, das hohe Aufnahmeraten, flexible Attribute, Korrelation, Retention und verlässliche Incident-Abfragen miteinander verbindet.
Logs, Metriken und Traces werden nicht isoliert betrachtet. Gemeinsame Identifikatoren, Zeitsemantik, Dienst- und Umgebungsattribute sowie Mandantengrenzen bilden die Grundlage für Dashboards, SLOs und Ursachenanalysen.
Inhaltsübersicht
- Zielsetzung und Abgrenzung
- Tag 1: Telemetriedatenmodell und Datenaufnahme
- Tag 2: Korrelation, Dashboards und Incident-Analyse
- Tag 3: Retention, Mandantenfähigkeit und Betriebsoptimierung
- Praxisaufgaben und Prüfpunkte
- Zielgruppe und Voraussetzungen
- Didaktik und Arbeitsweise
Zielsetzung und Abgrenzung
- Telemetriedaten nach Signalart, Granularität, Kardinalität und Aufbewahrung modellieren.
- Aufnahme- und Normalisierungspfade für Logs, Metriken und Traces aufbauen.
- Korrelation und Incident-Abfragen mit stabilen Schlüsseln und Zeitbezug entwickeln.
- Retention, Voraggregation und Abfragebegrenzung für Leistung und Kosten steuern.
- Mandantentrennung, sensible Felder und betriebliche SLOs integrieren.
Didaktische Bemessung: Drei Tage sind erforderlich, weil Datenmodell und Aufnahme, analytische Korrelation sowie Governance und produktiver Betrieb jeweils eigenständige Praxisblöcke darstellen. Ein zweitägiges Format könnte Incident- und Kostenfälle nicht ausreichend abdecken.
Seminarinhalte
Tag 1: Telemetriedatenmodell und Datenaufnahme
- Schritt 1: Signalquellen, Datenraten, Aufbewahrung, Suchmuster, Mandanten und Datenschutzanforderungen erfassen.
- Schritt 2: Gemeinsame Attribute für Dienst, Umgebung, Host, Region, Mandant, Trace und Zeit definieren.
- Schritt 3: Log-, Metrik- und Trace-Granularität sowie stabile Schlüssel voneinander abgrenzen.
- Schritt 4: Datentypen, LowCardinality, Maps, Arrays und flexible Attribute nach Kardinalität auswählen.
- Schritt 5: Roh- und normalisierte Tabellen mit geeignetem ORDER BY, Partitionierung und TTL anlegen.
- Schritt 6: Beispieldaten in Batches oder über einen Stream laden und Parsingfehler getrennt erfassen.
- Schritt 7: Datenalter, Vollständigkeit, Zeitversatz und Attributqualität mit Kontrollabfragen prüfen.
- Schritt 8: Aufnahme-SLOs und Baselines für Volumen, Latenz, Fehlerquote und Speicher definieren.
Tag 2: Korrelation, Dashboards und Incident-Analyse
- Schritt 1: Abfragen für Fehlerquote, Latenzverteilung, Ressourcenlast und häufige Fehlermuster entwickeln.
- Schritt 2: Logs und Traces über Trace-, Span- oder Korrelationskennungen zeitlich verbinden.
- Schritt 3: Metriken und Ereignisse in gemeinsamen Zeitfenstern vergleichen und Ursachenhypothesen formulieren.
- Schritt 4: Materialized Views für Zeitraster, Servicekennzahlen und häufige Dimensionen erstellen.
- Schritt 5: Dashboards nach Servicegesundheit, Nutzerwirkung, Datenaufnahme und Plattformzustand strukturieren.
- Schritt 6: SLO- und Fehlerbudgetabfragen mit eindeutiger Zeit- und Aggregationslogik implementieren.
- Schritt 7: Einen Incident anhand von Zeitlinie, Scope, Korrelation und Gegenprobe vollständig analysieren.
- Schritt 8: Analyseabfragen als wiederverwendbare Runbook-Bausteine dokumentieren.
Tag 3: Retention, Mandantenfähigkeit und Betriebsoptimierung
- Schritt 1: Datenklassen nach operativem Wert, rechtlicher Aufbewahrung und Wiederverwendungsbedarf staffeln.
- Schritt 2: TTL, Speicherklassen, Verdichtung und Löschung für Roh- und Aggregatdaten konfigurieren.
- Schritt 3: Mandantentrennung über Tabellen, Rollen, Row Policies und Ressourcenlimits vergleichen.
- Schritt 4: Sensible Felder maskieren, minimieren oder getrennt absichern und Zugriffe auditierbar machen.
- Schritt 5: Hohe Kardinalität, breite Attribute und unselektive Abfragen als Kosten- und Leistungsrisiken diagnostizieren.
- Schritt 6: Sortierschlüssel, Voraggregation, Projektionen und Abfragegrenzen anhand einer Baseline optimieren.
- Schritt 7: Ausfall der Aufnahme, Datenrückstau und fehlerhafte Zeitstempel kontrolliert behandeln.
- Schritt 8: Betriebsübergabe mit SLOs, Kostenkennzahlen, Alarmen, Runbooks und Governance erstellen.
Praxisaufgaben und Prüfpunkte
Praxisaufgaben
- Telemetriedatenmodell für Logs, Metriken und Traces
- Korrelation eines Incidents über mehrere Signalarten
- SLO- und Dashboardabfragen mit Materialisierung
- Retention-, Mandanten- und Kostenmodell für produktiven Betrieb
Prüfpunkte
- Gemeinsame Attribute ermöglichen belastbare Korrelation über Signalarten.
- Aufnahme- und Analyse-SLOs sind messbar und eindeutig definiert.
- Retention und Aggregation entsprechen Nutzen, Kosten und Governance.
- Incident-Runbooks enthalten Abfragen, Gegenproben und Eskalationskriterien.
Zielgruppe und Voraussetzungen
Zielgruppe: Observability Engineering, SRE, DevOps, Plattformbetrieb, Security Operations, Data Engineering und technische Serviceverantwortung
Voraussetzungen: SQL-Kenntnisse, Grundverständnis von Logs, Metriken, Traces und verteilten Anwendungen sowie ClickHouse-Grundlagen
Didaktik und Arbeitsweise
Kurze Fachimpulse werden unmittelbar durch Demonstrationen, klar nummerierte Arbeitsschritte, praktische Übungen und kontrollierte Fehlerfälle vertieft. Für jede Aufgabe werden Ausgangszustand, erwartetes Ergebnis, technische Prüfabfrage und Rückfallweg dokumentiert. Dadurch lassen sich die erarbeiteten Verfahren als wiederholbare Entwicklungs- oder Betriebsstandards übernehmen.
Fachbereichsleitung und Trainerteam
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt. Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Observability Engineering, SRE, DevOps, Plattformbetrieb, Security Operations, Data Engineering und technische Serviceverantwortung |
| Voraussetzungen: | SQL-Kenntnisse, Grundverständnis von Logs, Metriken, Traces und verteilten Anwendungen sowie ClickHouse-Grundlagen |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhouse, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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