Betriebsprobleme entstehen häufig aus dem Zusammenspiel von Abfragen, Datenmodell, Hintergrundarbeit, Speicher und Clusterzustand. Der Kurs entwickelt deshalb einen Diagnosepfad vom Symptom über Zeitfenster und Scope bis zur belegten Ursache.
Monitoring wird nicht als Sammlung beliebiger Metriken behandelt. Jede Kennzahl erhält einen Zweck, eine erwartete Bandbreite, eine Alarmbedingung und eine zugehörige Betriebsmaßnahme.
Inhaltsübersicht
- Zielsetzung und Abgrenzung
- Tag 1: Betriebsdaten, Dashboards und SLOs
- Tag 2: Troubleshooting und Ursachenanalyse
- Tag 3: Kapazität, Lasttests und Betriebsreife
- Praxisaufgaben und Prüfpunkte
- Zielgruppe und Voraussetzungen
- Didaktik und Arbeitsweise
Zielsetzung und Abgrenzung
- Systemtabellen, Metriken und Protokolle zu einem konsistenten Betriebsbild verbinden.
- Langsame Abfragen, Speicherprobleme, Part-Wachstum, Merge-Stau und Replikationsfehler methodisch analysieren.
- Incidents mit Zeitfenster, Hypothese, Gegenprobe und dokumentierter Maßnahme bearbeiten.
- SLOs, Alarmgrenzen und Runbooks aus tatsächlichen Last- und Fehlerbildern ableiten.
- Kapazität für Datenwachstum, Abfragelast, Merges und Sicherheitsreserven planen.
Didaktische Bemessung: Drei Tage sind erforderlich, weil Beobachtbarkeit, Incident-Diagnose und Kapazitätsmodell jeweils eigene Mess- und Übungsphasen benötigen. Nur mit mehreren Last- und Fehlerbildern entsteht ein belastbarer Diagnose- und Planungsprozess.
Seminarinhalte
Tag 1: Betriebsdaten, Dashboards und SLOs
- Schritt 1: Dienste, Cluster, Datenbanken, Nutzergruppen und geschäftskritische Abfragen als Monitoring-Scope festlegen.
- Schritt 2: Systemtabellen für Prozesse, Abfragen, Parts, Merges, Mutationen, Replikation und Speicher systematisch zuordnen.
- Schritt 3: Query-, Text- und Metrikprotokolle mit Aufbewahrung, Zugriff und Zeitbezug konfigurieren.
- Schritt 4: Baselines für Last, Laufzeit, Fehlerrate, Datenalter, Part-Anzahl und Ressourcenverbrauch erfassen.
- Schritt 5: Dashboards nach Servicegesundheit, Abfrageleistung, Datenaufnahme und Clusterzustand strukturieren.
- Schritt 6: SLOs und Fehlerbudgets für Verfügbarkeit, Latenz, Aktualität und Datenvollständigkeit formulieren.
- Schritt 7: Alarmgrenzen mit Dauer, Schweregrad, Scope und Handlungsanweisung definieren.
- Schritt 8: Einen täglichen und wöchentlichen Betriebscheck mit klaren Prüfpunkten erstellen.
Tag 2: Troubleshooting und Ursachenanalyse
- Schritt 1: Incident mit Symptom, Startzeit, betroffenen Nutzern, Abfragen und Knoten eingrenzen.
- Schritt 2: Langsame Abfrage über Query Log, EXPLAIN, Profilereignisse und gelesene Daten analysieren.
- Schritt 3: Speicherüberschreitung, hohe Parallelität und externe Verarbeitung als kontrollierte Fehlerbilder untersuchen.
- Schritt 4: Zu viele Parts, langsame Merges und Mutationsstau anhand von Entstehung und Hintergrundlast diagnostizieren.
- Schritt 5: Replikationsrückstand, nicht erreichbare Replicas und Keeper-Probleme vom Abfragefehler abgrenzen.
- Schritt 6: Datenträger-, Netzwerk- und Zeitprobleme durch Korrelation mit Host- und Clusterkennzahlen prüfen.
- Schritt 7: Kleinste sichere Maßnahme durchführen und Wirkung durch identische Nachkontrolle belegen.
- Schritt 8: RCA-Bericht mit Ursache, Ausschlussgründen, Maßnahme, Rückfall und Prävention erstellen.
Tag 3: Kapazität, Lasttests und Betriebsreife
- Schritt 1: Datenwachstum, Kompression, Replikationsfaktor, Retention und temporären Speicher in ein Mengenmodell überführen.
- Schritt 2: CPU-, Speicher-, Datenträger- und Netzwerkbedarf aus Lastprofilen und Spitzenzeiten ableiten.
- Schritt 3: Merge- und Hintergrundreserve zusätzlich zur reinen Abfragelast dimensionieren.
- Schritt 4: Repräsentativen Lasttest mit Aufnahme, Reporting und Ad-hoc-Abfragen gleichzeitig durchführen.
- Schritt 5: Sättigungspunkte, Warteschlangen, Fehlerraten und Latenzknicke aus den Messwerten bestimmen.
- Schritt 6: Skalierungsoptionen für vertikale Ressourcen, Shards, Replicas und Datenlebenszyklus vergleichen.
- Schritt 7: Forecast, Kapazitätsgrenzen und Beschaffungs- oder Skalierungsvorlauf in ein regelmäßiges Review überführen.
- Schritt 8: Betriebsreife mit SLOs, Alarmen, Runbooks, Lasttest und Verantwortlichkeiten formal abnehmen.
Praxisaufgaben und Prüfpunkte
Praxisaufgaben
- Aufbau eines Betriebsdashboards aus Systemtabellen und Protokollen
- RCA-Übung für langsame Abfrage, Merge-Stau oder Replikationsproblem
- Lasttest mit Mischlast und dokumentierter Sättigungsanalyse
- Kapazitätsforecast mit Datenwachstum und Sicherheitsreserven
Prüfpunkte
- Jede Alarmkennzahl besitzt Zweck, Schwelle und konkrete Maßnahme.
- Ursachenanalysen enthalten Gegenproben und reproduzierbare Nachkontrollen.
- Kapazitätsmodell berücksichtigt Hintergrundarbeit und Spitzenlast.
- SLOs, Runbooks und Verantwortlichkeiten sind in der Betriebsabnahme verbunden.
Zielgruppe und Voraussetzungen
Zielgruppe: Datenbankadministration, Plattformbetrieb, SRE, DevOps, Performance Engineering und technische Betriebsleitung
Voraussetzungen: ClickHouse-Administrationsgrundlagen, Linux- und Netzwerkkenntnisse sowie Verständnis von Abfrage- und Datenbankbetrieb
Didaktik und Arbeitsweise
Kurze Fachimpulse werden unmittelbar durch Demonstrationen, klar nummerierte Arbeitsschritte, praktische Übungen und kontrollierte Fehlerfälle vertieft. Für jede Aufgabe werden Ausgangszustand, erwartetes Ergebnis, technische Prüfabfrage und Rückfallweg dokumentiert. Dadurch lassen sich die erarbeiteten Verfahren als wiederholbare Entwicklungs- oder Betriebsstandards übernehmen.
Fachbereichsleitung und Trainerteam
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt. Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Datenbankadministration, Plattformbetrieb, SRE, DevOps, Performance Engineering und technische Betriebsleitung |
| Voraussetzungen: | ClickHouse-Administrationsgrundlagen, Linux- und Netzwerkkenntnisse sowie Verständnis von Abfrage- und Datenbankbetrieb |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhouse, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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