Seminar PikeOS Board Support Packages und Hardwareintegration

Dieses Einzelseminar vermittelt den strukturierten Board-Bring-up, die BSP-Anpassung und die abgesicherte Integration neuer Zielhardware. Die Inhalte sind auf technische Umsetzbarkeit, nachvollziehbare Konfiguration und einen kontrollierten Betrieb ausgerichtet. Theorie, Demonstrationen und Laboraufgaben greifen unmittelbar ineinander.

Jeder Arbeitsschritt beginnt mit einer fachlichen Entscheidung, wird anschließend in CODEO oder am Zielsystem umgesetzt und endet mit einer prüfbaren Kontrolle. Dadurch entsteht kein reines Produktwissen, sondern ein belastbarer Arbeitsablauf für Entwicklung, Integration, Prüfung und Betrieb.

Inhaltsübersicht

  1. Board-Analyse und Integrationsplanung
  2. Bootkette und frühe Systeminitialisierung
  3. Speicher, Interrupts, Timer und Taktquellen
  4. Grundlegende Geräte und Konsolenzugriff
  5. Mehrkernstart und Plattformtopologie
  6. Build, Systemabbild und Inbetriebnahme
  7. BSP-Validierung und Freigabepaket

Zielgruppe

BSP-Entwickler, Embedded-Softwareentwickler, Hardware-nahe Integratoren, Plattformarchitekten und Testingenieure.

Voraussetzungen

Sehr gute C-Kenntnisse, Erfahrung mit Embedded-Hardware, Registern, Interrupts und Bootvorgängen sowie grundlegende PikeOS-Kenntnisse.

Lernziele

  • Eine neue Zielplattform technisch vollständig erfassen und den Bring-up planen.
  • Bootkette, Speicherabbild, Interrupts, Timer und Diagnosekanäle schrittweise in Betrieb nehmen.
  • Grundlegende Geräte und Mehrkernfunktionen in das BSP integrieren.
  • Hardware- und Konfigurationsfehler anhand reproduzierbarer Tests trennen.
  • Ein prüfbares BSP-Freigabepaket mit bekannten Einschränkungen zusammenstellen.

Seminarinhalte

Board-Analyse und Integrationsplanung

  1. Schritt 1: Prozessor, Speicher, Interruptcontroller, Timer, Konsolen und Bootmedien vollständig erfassen.
  2. Schritt 2: Datenblätter, Schaltplaninformationen und vorhandene Firmwarestände konsolidieren.
  3. Schritt 3: Unterstützte und neu zu integrierende Hardwareblöcke voneinander trennen.
  4. Schritt 4: Bring-up-Reihenfolge mit messbaren Zwischenzielen und Rückfallpunkten planen.

Bootkette und frühe Systeminitialisierung

  1. Schritt 1: Reset, Boot-ROM, Firmware, Loader und PikeOS-Start logisch nachzeichnen.
  2. Schritt 2: Speicherabbild, Übergabeparameter und Startadressen konsistent festlegen.
  3. Schritt 3: Frühe Konsolenausgaben und minimale Diagnosepunkte aktivieren.
  4. Schritt 4: Bootstillstände durch binäre Eingrenzung des zuletzt erreichten Zustands untersuchen.

Speicher, Interrupts, Timer und Taktquellen

  1. Schritt 1: Physische Speicherbereiche und reservierte Fenster korrekt abbilden.
  2. Schritt 2: Interruptnummern, Triggerarten, Prioritäten und Affinitäten konfigurieren.
  3. Schritt 3: Timer- und Taktquellen auf Frequenz, Stabilität und Synchronisation prüfen.
  4. Schritt 4: Fehlerhafte Zuordnungen durch gezielte Lese-, Schreib- und Interrupttests erkennen.

Grundlegende Geräte und Konsolenzugriff

  1. Schritt 1: Serielle Schnittstelle oder alternatives Diagnosegerät minimal in Betrieb nehmen.
  2. Schritt 2: GPIO, Watchdog und ausgewählte Boardgeräte schrittweise anbinden.
  3. Schritt 3: Geräteressourcen und Zugriffsrechte den vorgesehenen Partitionen zuordnen.
  4. Schritt 4: Initialisierung und Fehlerpfade mit klaren Rückgabewerten instrumentieren.

Mehrkernstart und Plattformtopologie

  1. Schritt 1: Kernanzahl, Cluster, lokale Ressourcen und gemeinsame Infrastruktur erfassen.
  2. Schritt 2: Sekundärkerne kontrolliert starten und Zustände beobachten.
  3. Schritt 3: Interrupt- und Speicherzuordnung pro Kern auf Konsistenz prüfen.
  4. Schritt 4: Grundlegende Parallel- und Störlasttests für die Plattformbaseline ausführen.

Build, Systemabbild und Inbetriebnahme

  1. Schritt 1: Anwendungen und Systemkonfiguration in definierter Reihenfolge bauen.
  2. Schritt 2: Systemabbild erzeugen und für Simulation oder Zielhardware bereitstellen.
  3. Schritt 3: Bootablauf beobachten und Startfehler anhand belastbarer Indikatoren eingrenzen.
  4. Schritt 4: Eine funktionsfähige Baseline mit Build-Protokoll und Prüfschritten sichern.

BSP-Validierung und Freigabepaket

  1. Schritt 1: Start-, Speicher-, Timer-, Interrupt- und Geräteprüfungen als Testkatalog strukturieren.
  2. Schritt 2: Fehlerfälle und Grenzwerte mit erwarteten Ergebnissen dokumentieren.
  3. Schritt 3: Build- und Hardwarestände eindeutig mit Prüfergebnissen verknüpfen.
  4. Schritt 4: Freigabepaket aus Quellstand, Konfiguration, bekannten Einschränkungen und Tests erstellen.

Praxisübungen

  • Hardwareinventar und Bring-up-Matrix für ein Beispielboard erstellen.
  • Frühe Konsole, Speicherbereiche und Timer in definierter Reihenfolge prüfen.
  • Interruptquelle und einfaches Boardgerät integrieren und instrumentieren.
  • BSP-Testkatalog ausführen und Freigabebaseline mit Prüfergebnissen erzeugen.

Arbeitsweise

Kurze Fachblöcke werden unmittelbar durch Demonstrationen und geführte Übungen ergänzt. Konfigurationen, Quelltexte, Prüfprotokolle und Checklisten werden in einer konsistenten Laborumgebung geführt. Fehlerbilder werden nicht nur behoben, sondern systematisch eingegrenzt und dokumentiert.

Fachbereichsleitung und Trainerteam

Seminardetails

   
Dauer: 4 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 2.396 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 6.800 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: BSP-Entwickler, Embedded-Softwareentwickler, Hardware-nahe Integratoren, Plattformarchitekten und Testingenieure
Voraussetzungen: Sehr gute C-Kenntnisse, Erfahrung mit Embedded-Hardware, Registern, Interrupts und Bootvorgängen sowie grundlegende PikeOS-Kenntnisse
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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