Seminar / Training
Die sichere Bootfunktion ist nur ein Teil des Produktlebenszyklus. Schlüssel müssen erzeugt und geschützt, Geräte kontrolliert provisioniert, Releases signiert, Updates überwacht, Ausfälle beherrscht und spätere Migrationen vorbereitet werden. Das Intensivseminar verbindet diese Betriebs- und Nachweisthemen zu einem geschlossenen Sicherheitsprozess.
Inhaltsübersicht
- Zielsetzung
- Zielgruppe
- Voraussetzungen
- Seminarinhalte
- Praxisübungen
- Methodik
Zielsetzung
- Schlüssel-, Zertifikats-, Counter- und Geräteinformationen über Entwicklung, Produktion und Betrieb kontrollieren
- Product State, Option Bytes, Debug Authentication und Regression mit klaren Freigaben steuern
- Release, Rollout, Bestätigung, Recovery und Incident Response technisch und organisatorisch verzahnen
- Security- und Robustheitstests als wiederholbare Freigabebedingung etablieren
Zielgruppe
Product-Security-Verantwortliche, Embedded- und DevSecOps-Teams, Fertigungs- und Provisioning-Engineering, Qualitätssicherung, technische Projektleitung und Lifecycle-Verantwortliche.
Voraussetzungen
Gute Kenntnisse von STM32 Secure Boot oder Teilnahme an einer Integrationsschulung. Erfahrung mit Firmware-Releases, Flash-Programmierung, Schlüsselmaterial und automatisierten Tests ist erforderlich.
Seminarinhalte
- Schritt 1: Lifecycle und Rollenmodell definieren
Entwicklung, Bootloader-Freigabe, Schlüsselverwaltung, Fertigung, Release, Betrieb, Service und Incident Response erhalten getrennte Aufgaben und Freigaberechte.
- Schritt 2: Schlüsselhierarchie entwerfen
Offline Root, operative Signaturschlüssel, Verschlüsselungsschlüssel, Debug-Zertifikate und Geräteschlüssel werden nach Zweck, Gültigkeit und Widerruf strukturiert.
- Schritt 3: Provisionierungsdaten klassifizieren
Öffentliche Trust Anchors, geheime Schlüssel, Option Bytes, OTP- oder geschützte Daten, Counter und Serieninformationen erhalten definierte Quellen und Prüfwerte.
- Schritt 4: Gerätezustände planen
Offene Entwicklung, Provisionierung, geschlossener Betrieb, optional gesperrter Zustand, temporäre Debugöffnung und Regression werden plattformspezifisch auf zulässige Übergänge abgebildet.
- Schritt 5: Produktionsreihenfolge absichern
Flashen, Schlüssel- und Konfigurationsinjektion, Verifikation, Zustandswechsel, Funktionstest und Versandfreigabe werden so geordnet, dass kein ungeschütztes Zwischenprodukt entsteht.
- Schritt 6: Sichere Fertigungsoptionen einordnen
Vertrauenswürdige interne Programmierung, geschützte Programmierpakete, HSM-gestützte Prozesse und SFI-ähnliche Verfahren werden nach Bedrohung und Stückzahl ausgewählt.
- Schritt 7: Reproduzierbare Release-Pipeline implementieren
Build-Umgebung, Artefakt-Hashes, Image-Parameter, Signaturservice, Security Counter, Freigaben und Aufbewahrung werden automatisiert.
- Schritt 8: Rollout und Telemetrie gestalten
Pilotierung, gestufte Verteilung, Erfolgsmetriken, Abbruchschwellen, Quarantäne und Wiederaufnahme werden mit Bootstatus und Anwendungstelemetrie verbunden.
- Schritt 9: Anti-Rollback und Bestätigung betreiben
Counter-Fortschreibung, Trial Boot, Image-Bestätigung und zulässige Service-Downgrades werden so geregelt, dass Sicherheitslücken nicht erneut aktivierbar sind.
- Schritt 10: Recovery und Notfallfreigabe vorbereiten
Factory-Recovery, Service-Image, Offline-Update, Emergency Key, Sonderfreigabe und Wiederherstellung nach Schlüssel- oder Releasefehlern werden getestet.
- Schritt 11: Schlüsselrotation und Widerruf durchführen
Übergangszeiträume mit mehreren Trust Anchors, neue Signaturschlüssel, alte Schlüsselablehnung und kompromittierte Schlüssel werden in einem realistischen Migrationslauf geprüft.
- Schritt 12: Legacy-SBSFU migrieren
Imageformat, Schlüssel, Slotlayout, Counter, Anwendungsschnittstellen und Update-Transport werden auf MCUboot- oder OEMiRoT-basierte Zielarchitekturen abgebildet.
- Schritt 13: Bootloader und Parser härten
Eingabelängen, Integer- und Alignment-Fehler, Metadatenprüfung, Fehlerpfade, Watchdog, Stackgrenzen und sichere Fehlerausgaben werden systematisch überprüft.
- Schritt 14: Robustheits- und Angriffstests ausführen
Manipulierte Signaturen, falsche Zielkennung, Downgrade, Power-Fail, Flashfehler, Debugversuch, beschädigte Metadaten und wiederholte Installationen werden automatisiert.
- Schritt 15: Betriebsnachweise und Incident-Prozess festlegen
Gerätezustand, Schlüsselkennung, Release-Historie, Testergebnis, Recovery-Ereignis und Ausnahmefreigabe werden nachvollziehbar protokolliert und in Reaktionsabläufe eingebunden.
- Schritt 16: Lifecycle-Review durchführen
Architektur, Fertigung, Release, Feldbetrieb, Service und Produktende werden gemeinsam auf nicht abgedeckte Zustände, irreversible Schritte und fehlende Wiederherstellungswege geprüft.
Praxisübungen
- Entwurf einer Schlüssel- und Rollenmatrix für Entwicklung, Produktion und Feldbetrieb
- Simulation einer Provisionierungsfolge mit Zustandswechsel und abschließender Verifikation
- Aufbau einer signierten Release-Pipeline mit Security Counter und Negativtests
- Schlüsselrotation einschließlich Übergangsrelease und Ablehnung des alten Schlüssels
- Incident-Übung für fehlerhaftes Release, kompromittierten Schlüssel und Recovery-Rollout
Methodik
Fallstudien, Ablaufdiagramme und technische Laboraufgaben werden zu einem belastbaren Lifecycle-Modell verbunden. Jede irreversible Konfiguration erhält eine Vorprüfung, einen Freigabepunkt und einen getesteten Wiederherstellungs- oder Regressionspfad.
Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 5 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 2.995 zzgl. MwSt. Inhaus: € 8.500 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Product-Security-Verantwortliche, Embedded- und DevSecOps-Teams, Fertigungs- und Provisioning-Engineering, Qualitätssicherung, technische Projektleitung und Lifecycle-Verantwortliche. |
| Voraussetzungen: | Gute Kenntnisse von STM32 Secure Boot oder Teilnahme an einer Integrationsschulung. Erfahrung mit Firmware-Releases, Flash-Programmierung, Schlüsselmaterial und automatisierten Tests ist erforderlich. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Fachvortrag, Architekturanalyse, Demonstrationen, praktische Übungen am STM32-Zielsystem, Review von Konfigurationen und Testfällen |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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