Seminar ProjectDiscovery Nuclei – Netzwerk-, DNS-, TLS- und Infrastrukturprüfungen

Seminar / Training

Infrastrukturprüfungen unterscheiden sich von klassischen Webscans durch heterogene Ports, Protokollzustände, Binärdaten und unterschiedliche Timeout-Charakteristika. Das Seminar entwickelt methodische Prüfabläufe für DNS, TCP-basierte Dienste und TLS, ohne aus einem Erreichbarkeitssignal vorschnell einen Sicherheitsbefund abzuleiten.

Inhaltsübersicht

  • Zielgruppe
  • Voraussetzungen
  • Lernziele
  • Seminarinhalte
  • Modul 1: Zielinventar, Ports und Prüfgrenzen
  • Modul 2: DNS-Templates und Record-Auswertung
  • Modul 3: TCP- und Netzwerktemplates
  • Modul 4: Banner, Versionen und belastbare Nachweise
  • Modul 5: TLS, Zertifikate und kryptografischer Kontext
  • Modul 6: Fehlerklassifikation und Diagnose
  • Modul 7: Segmentierung, Limits und wiederholbarer Betrieb
  • Praxisübungen
  • Methodik

Zielgruppe

  • Netzwerk-, Infrastruktur-, Cloud- und Plattform-Security
  • Security Operations und Vulnerability Management
  • Systemadministration mit technischen Prüfaufgaben
  • Pentest-Teams mit autorisiertem Infrastrukturprüfauftrag

Voraussetzungen

  • Grundkenntnisse zu TCP/IP, Ports, DNS, TLS und Zertifikaten
  • Nuclei-Grundkenntnisse und Lesekenntnisse in YAML
  • Grundverständnis textbasierter und binärer Protokollantworten
  • Freigegebenes Laborsegment mit kontrollierten Netzwerkdiensten

Lernziele

  • Infrastrukturziele und Ports belastbar vorbereiten
  • DNS-Abfragen und Record-basierte Nachweise modellieren
  • TCP-Dienste mit minimalen Netzwerkinteraktionen prüfen
  • TLS- und Zertifikatsinformationen extrahieren und bewerten
  • Protokollmatcher gegen Banner- und Versionsfehler absichern
  • Timeouts, Verbindungsfehler und nicht erreichbare Ziele korrekt klassifizieren
  • Infrastrukturprüfungen segmentiert und ressourcenschonend betreiben

Seminarinhalte

Die Inhalte werden vom sicheren Aufbau einer Laborumgebung bis zur reproduzierbaren Anwendung in Entwicklungs-, Betriebs- und Sicherheitsprozessen erarbeitet. Jeder Themenblock verbindet fachliche Einordnung, Konfiguration, Ausführung, Auswertung und Qualitätssicherung.

1. Zielinventar, Ports und Prüfgrenzen

Hosts, IP-Adressen, Netze, Ports und Eigentümer werden in ein geprüftes Inventar überführt. Portannahmen und ausgeschlossene Bereiche bleiben ausdrücklich sichtbar.

Schritt-für-Schritt-Vorgehen

  1. Freigegebenen Infrastrukturumfang in Hosts, IPs und Netzsegmente zerlegen
  2. Erwartete Dienste und Ports je Segment dokumentieren
  3. Dubletten, veraltete Einträge und nicht freigegebene Bereiche entfernen
  4. Kleine Erreichbarkeitsstichprobe mit konservativen Timeouts durchführen
  5. Finales Zielinventar mit Verantwortlichkeit und Wartungsfenster ablegen

2. DNS-Templates und Record-Auswertung

DNS-Prüfungen benötigen eindeutige Fragetypen und belastbare Bedingungen für Antwortcodes, Records und Werte. Resolver-Einflüsse werden berücksichtigt.

Schritt-für-Schritt-Vorgehen

  1. Prüfziel und benötigten DNS-Record-Typ festlegen
  2. Abfrage mit kontrolliertem Resolver-Kontext konfigurieren
  3. Antwortcode und erwartete Record-Struktur getrennt prüfen
  4. Relevanten Record-Wert extrahieren und normalisieren
  5. Nicht vorhandenen Namen, abweichenden Record und Resolver-Fehler als getrennte Testfälle ausführen

3. TCP- und Netzwerktemplates

Netzwerktemplates bilden minimale Protokollinteraktionen ab. Sendefolge, Antwortlänge, Kodierung und Verbindungsende werden bewusst gesteuert.

Schritt-für-Schritt-Vorgehen

  1. Dienstprotokoll und minimal erforderliche Anfrage identifizieren
  2. Text- oder Binärdaten in der erwarteten Kodierung vorbereiten
  3. Verbindung mit kurzer Zeitgrenze öffnen und Anfrage senden
  4. Antwortbereich begrenzen und relevante Merkmale extrahieren
  5. Sauberes Verbindungsende sowie Timeout- und Reset-Fall testen

4. Banner, Versionen und belastbare Nachweise

Banner können fehlen, verändert oder irreführend sein. Deshalb werden mehrere Signale und Protokolleigenschaften kombiniert.

Schritt-für-Schritt-Vorgehen

  1. Erwartetes Banner und mögliche Varianten sammeln
  2. Einfachen String-Nachweis gegen mehrere Laborantworten testen
  3. Regex oder binären Matcher auf den stabilen Antwortteil begrenzen
  4. Versionsinformation nur bei eindeutigem Format extrahieren
  5. Unbekannte, maskierte und absichtlich falsche Banner als Negativfälle prüfen

5. TLS, Zertifikate und kryptografischer Kontext

TLS-Prüfungen erfassen Zielname, Zertifikatskette, Gültigkeit und ausgewählte Verbindungsmerkmale. Bewertung und technische Extraktion werden getrennt.

Schritt-für-Schritt-Vorgehen

  1. TLS-Ziel mit Hostname und Port eindeutig festlegen
  2. Handshake durchführen und Zertifikatsinformationen erfassen
  3. Subjekt, Aussteller, Gültigkeit und alternative Namen extrahieren
  4. Hostname-Bezug und zeitliche Gültigkeit in einer Bedingung prüfen
  5. Selbstsignierten, abgelaufenen und nicht passenden Laborfall vergleichen

6. Fehlerklassifikation und Diagnose

Nicht erreichbar, Port geschlossen, Timeout, Protokollfehler und negativer Nachweis sind unterschiedliche Ergebnisse. Eine Fehlerklassifikation verhindert Abdeckungslücken.

Schritt-für-Schritt-Vorgehen

  1. Technische Zustände und fachliche Prüfergebnisse in einer Matrix trennen
  2. Verbindungsablehnung, Timeout und Namensauflösungsfehler gezielt erzeugen
  3. Scanner-Ausgabe je Fehlerklasse erfassen
  4. Wiederholung nur für transiente Fehler definieren
  5. Nicht abschließend geprüfte Ziele in eine Nachbearbeitungsliste überführen

7. Segmentierung, Limits und wiederholbarer Betrieb

Infrastrukturprüfungen werden nach Netzsegment, Diensttyp und Wartungsfenster aufgeteilt. Rate und Parallelität orientieren sich an Zielverträglichkeit und Netzwerkgrenzen.

Schritt-für-Schritt-Vorgehen

  1. Ziele nach Segment und Protokollprofil partitionieren
  2. Konservative Parallelität und Rate für einen Referenzlauf festlegen
  3. Antwortzeiten, Fehlerquote und lokale Ressourcen messen
  4. Parameter schrittweise bis zum stabilen Arbeitspunkt anpassen
  5. Betriebsprofil, Ausschlüsse und Wiederholungsprozess dokumentieren

Praxisübungen

  • Bereinigung eines gemischten Infrastrukturinventars mit Hosts, IPs, Netzen und Ports
  • DNS-Template mit Record-Extraktion und getrennten Negativfällen
  • TCP-Template für einen textbasierten Laborservice
  • Robuste Bannererkennung mit Varianten- und Täuschungstest
  • TLS-Prüfung mit Zertifikatsextraktion und Hostname-Bedingung
  • Fehlerklassifikation und segmentierter Wiederholungslauf

Methodik

  • Fachliche Einordnung mit kompakten Demonstrationen
  • Nachvollziehbare Schritt-für-Schritt-Übungen in einer isolierten Laborumgebung
  • Analyse typischer Fehlkonfigurationen, Fehlalarme und Betriebsrisiken
  • Übertragung der erarbeiteten Muster auf eigene technische und organisatorische Rahmenbedingungen

Fachbereichsleitung und Ansprechpersonen

Seminardetails

   
Dauer: 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, 2. Tag: 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Netzwerk-, Infrastruktur-, Cloud- und Plattform-Security, Security Operations und Vulnerability Management, Systemadministration mit technischen Prüfaufgaben, Pentest-Teams mit autorisiertem Infrastrukturprüfauftrag
Voraussetzungen: Grundkenntnisse zu TCP/IP, Ports, DNS, TLS und Zertifikaten; Nuclei-Grundkenntnisse und Lesekenntnisse in YAML; Grundverständnis textbasierter und binärer Protokollantworten; Freigegebenes Laborsegment mit kontrollierten Netzwerkdiensten
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, angeleitete Schritt-für-Schritt-Übungen und selbstständige Laboraufgaben
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - alle Formate mit Live-Trainer, Webinar nur bei ausdrücklicher Beauftragung
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Digitale Dokumentation und Übungsunterlagen
Teilnahmezertifikat: ja
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen, wahlweise vegetarisch
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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