Seminar IAM-Grundlagen – Architektur, SSO und Zero Trust

Seminarbeschreibung

Eine zentrale Anmeldung löst nur einen Teil der Identitätsverwaltung. Benutzerkonten müssen nachvollziehbar entstehen, Berechtigungen passend zur Aufgabe erhalten und bei einem Wechsel oder Austritt wieder entzogen werden. Dieses Seminar ordnet die dafür erforderlichen Funktionen und Verantwortlichkeiten. An einem Beispielunternehmen mit internen Beschäftigten, externen Dienstleistern und technischen Konten wird deutlich, welche Aufgaben ein Verzeichnisdienst, ein Identity Provider und eine Governance-Plattform jeweils übernehmen.

Die Betrachtung verbindet digitale Souveränität mit praktischer Betriebsfähigkeit: offene Schnittstellen, Datenhoheit, nachvollziehbare Konfiguration, Wartbarkeit und ein tragfähiger Notfallzugang. Keycloak, authentik, FreeIPA, OpenLDAP, midPoint, privacyIDEA und OpenBao werden als unterschiedliche Bausteine eingeordnet. Die Produktauswahl folgt dem Anwendungsfall. Zero Trust wird als fortlaufende Prüfung von Identität und Berechtigung behandelt; eine erfolgreiche SSO-Anmeldung ersetzt weder eine fachliche Zugriffskontrolle noch die Bewertung des Gerätezustands.

Seminarinhalte

Inhaltsübersicht:

  1. Identitäten und Zuständigkeiten
  2. Authentifizierung, Föderation und SSO
  3. Berechtigungen und Identitätslebenszyklus
  4. MFA und Zero-Trust-Prinzipien
  5. Open-Source-Bausteine auswählen
  6. Architekturfall und Einführungsplanung

1. Identitäten und Zuständigkeiten

  • Person, Benutzerkonto, technische Identität und Berechtigung unterscheiden und jeweils einen fachlichen sowie technischen Verantwortlichen bestimmen.
  • Führende Datenquellen, Verzeichnisdienste, Identity Provider und angeschlossene Anwendungen in einem Systeminventar erfassen.
  • Anforderungen für Beschäftigte, Gäste, Dienstleister und automatisierte Prozesse anhand konkreter Zugriffssituationen vergleichen.

2. Authentifizierung, Föderation und SSO

  • Anmeldung, Sitzung, Token und erneute Authentifizierung in einem durchgängigen Browserablauf nachvollziehen.
  • OAuth 2.0, OpenID Connect, SAML, LDAP und Kerberos nach ihrer Aufgabe und den beteiligten Systemen einordnen.
  • Vorteile zentraler Anmeldung mit Ausfallabhängigkeiten, Wiederanmeldung und Grenzen eines anwendungsübergreifenden Logout abgleichen.

3. Berechtigungen und Identitätslebenszyklus

  • Eintritt, Aufgabenwechsel und Austritt mit überprüfbaren Schritten und eindeutigen Abnahmekriterien beschreiben.
  • Rollenbasierte, attributbasierte und beziehungsbasierte Berechtigungsmodelle an einer kleinen Anwendungslandschaft gegenüberstellen.
  • Überberechtigungen, verwaiste Konten und unkontrollierte Dienstkonten erkennen und geeignete Kontrollpunkte festlegen.

4. MFA und Zero-Trust-Prinzipien

  • Mehrfaktorauthentifizierung, Passkeys, Gerätesignale und minimale Rechte als zusammenwirkende Maßnahmen betrachten.
  • Vertrauensgrenzen zwischen Benutzergerät, Identitätsplattform, Zugangskomponente und Zielanwendung markieren.
  • Sitzungsdauer, Rechteänderungen und Notfallzugang in die Planung einer überprüfbaren Zugriffskette aufnehmen.

5. Open-Source-Bausteine auswählen

  • SSO, Linux-Identitäten, Provisionierung, MFA, Secrets und Autorisierung den geeigneten Projektkategorien zuordnen.
  • Funktionsumfang der freien Variante, Integrationsaufwand, Betriebswissen und optionale kommerzielle Erweiterungen getrennt bewerten.
  • Anforderungen an Eigenbetrieb, Verfügbarkeit, Sicherung und technische Unterstützung in eine Entscheidungsmatrix übertragen.

6. Architekturfall und Einführungsplanung

  • Ein Zielbild mit Datenflüssen, Verantwortlichkeiten, Pilotanwendungen und messbaren Erfolgskriterien entwerfen.
  • Abhängigkeiten, Datenbereinigung und sinnvolle Reihenfolge der ersten Integrationsschritte bestimmen.
  • Die Architektur anhand eines Austritts und eines Ausfalls der zentralen Anmeldung gemeinsam überprüfen.

Praxisübungen

  1. Die Anwendungen und Identitätsquellen eines Beispielunternehmens erfassen und fehlende Zuständigkeiten kennzeichnen.
  2. Für drei Nutzergruppen benötigte Konten, Rollen und Freigaben in einer Berechtigungsmatrix eintragen.
  3. Die Anmeldung an zwei Anwendungen als Folge von Prüfungen und Vertrauensübergängen darstellen.
  4. Einen Aufgabenwechsel und einen Austritt durchspielen und verbleibende Sitzungen sowie technische Konten berücksichtigen.
  5. Geeignete Open-Source-Komponenten auswählen und die Auswahl mit Anforderungen an Betrieb und Schnittstellen begründen.
  6. Einen abgegrenzten Pilot mit Abnahmekriterien und einer Reihenfolge für weiterführende Seminare festlegen.

Einordnung und Vertiefung

Der Schwerpunkt liegt auf Architekturverständnis und belastbarer Auswahl. Die Vorführungen zeigen typische Abläufe; die selbstständige Administration einzelner Plattformen wird in den zugehörigen Fachseminaren vertieft.

Seminarangebot und Lernpfade

Fachliche Ansprechpartner

Seminardetails

Dauer: 1 Tag ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 599 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 1.700 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: IT-Verantwortliche, Administratoren, Softwarearchitekten, Informationssicherheitsbeauftragte und technische Projektleitungen, die eine gemeinsame Grundlage für ein IAM-Vorhaben benötigen.
Voraussetzungen: Allgemeines Verständnis von Benutzerkonten, Netzwerken und webbasierten Anwendungen. Produktspezifische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Schulungsumgebung: Browser und Zugriff auf eine vorbereitete Demonstrationsumgebung; Vorlagen für Systeminventar, Rollenmatrix und Architekturmodell. Die Schulungsumgebung wird vom Kunden bereitgestellt.
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Fachlicher Vortrag, Demonstrationen, angeleitete praktische Übungen, strukturierte Fehlersuche und gemeinsame Besprechung
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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Seminar Startdatum Enddatum Ort Dauer
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