Seminar ONEKEY OCP – Zero-Day Detection und statische Analyse

Bekannte CVEs decken nur Schwachstellen bereits identifizierter Komponenten ab. Produktspezifische Implementierungsfehler, unsichere Konfigurationen, eingebettete Geheimnisse und neue Angriffsmuster erfordern zusätzliche statische Analyse und eine sorgfältige technische Validierung der konkreten Firmware.

Inhaltsübersicht

  1. Zielsetzung
  2. Zielgruppe
  3. Voraussetzungen
  4. Seminarinhalte
  5. Praxiswerkstatt
  6. Kompetenzziele

Zielsetzung

Ziel ist die eigenständige Triage statisch erkannter Sicherheitsprobleme. Fundstellen, Datenflüsse und Angriffsvoraussetzungen werden analysiert, echte Risiken werden von unkritischen Treffern getrennt und eigene Prüfregeln sowie verifizierbare Behebungsanforderungen werden entwickelt.

Zielgruppe

Product Security, Firmware- und Embedded-Entwicklung, Security Testing, PSIRT, DevSecOps, technische Qualitätssicherung und Security Architecture

Voraussetzungen

Grundkenntnisse zu Firmware, Programmierung oder technischer Schwachstellenanalyse; Erfahrung mit Shell, C/C++ oder eingebetteten Systemen ist hilfreich

Seminarinhalte

Modul 1: Bekannte und unbekannte Schwachstellen

CVE-basierte Komponentenanalyse und statische Issue-Erkennung werden methodisch voneinander abgegrenzt.

  1. Schritt 1: Komponenten-CVEs, Konfigurationsfehler und implementierungsnahe Schwachstellen unterscheiden.
  2. Schritt 2: Grenzen automatischer Analyse und notwendige manuelle Validierung benennen.
  3. Schritt 3: Triage-Kriterien für Evidenz, Exposition, Ausnutzbarkeit und Auswirkung festlegen.

Modul 2: Analyseobjekte und Fundstellenevidenz

Dateien, Binärprogramme, Skripte und Konfigurationen werden im Firmwarekontext nachvollzogen.

  1. Schritt 1: Issue-Übersicht nach Kategorie, Schwere und Artefakttyp filtern.
  2. Schritt 2: Fundstelle, Funktionskontext, Zeichenketten, Aufrufbeziehungen und Dateipfad prüfen.
  3. Schritt 3: Erkannte Evidenz mit Produktfunktion und Ausführungsumgebung abgleichen.

Modul 3: Unsichere Kommunikation und Kryptografie

Schwache Protokolle und kryptografische Fehlkonfigurationen werden nach tatsächlicher Nutzung bewertet.

  1. Schritt 1: Unsichere Endpunkte, Protokolle, Zertifikatsprüfungen und Algorithmen identifizieren.
  2. Schritt 2: Client-, Server- und Updatekommunikation im Produktkontext zuordnen.
  3. Schritt 3: Exposition, Schutzbedarf und mögliche Manipulations- oder Abhörauswirkung bewerten.

Modul 4: Fest codierte Geheimnisse und Zugangsdaten

Schlüssel, Tokens und Passwörter werden nicht nur gefunden, sondern nach Rolle und Verwertbarkeit beurteilt.

  1. Schritt 1: Potenzielle Secrets nach Typ, Entropie, Fundstelle und Wiederverwendung untersuchen.
  2. Schritt 2: Test-, Beispiel- und Produktionswerte voneinander abgrenzen.
  3. Schritt 3: Rotations-, Provisionierungs- und sichere Speichermaßnahmen als Behebung definieren.

Modul 5: Command Injection und unsichere Eingaben

Datenflüsse von extern kontrollierbaren Quellen zu gefährlichen Senken werden nachvollzogen.

  1. Schritt 1: Quelle, Transformation und Senke eines gemeldeten Datenflusses prüfen.
  2. Schritt 2: Validierung, Escaping, Berechtigungen und Aufrufkontext untersuchen.
  3. Schritt 3: Reproduzierbarkeit und mögliche Angriffskette mit konkreten Annahmen dokumentieren.

Modul 6: Speicher- und Binärsicherheitsprobleme

Pufferfehler, unsichere Funktionen und fehlende Schutzmechanismen werden risikobasiert eingeordnet.

  1. Schritt 1: Betroffene Funktion und verwendete Bibliotheks- oder Systemaufrufe untersuchen.
  2. Schritt 2: Eingabekontrolle, erreichbare Codepfade und Prozessprivilegien bewerten.
  3. Schritt 3: Compilerhärtung, sichere Alternativen und Testanforderungen als Maßnahmen festlegen.

Modul 7: False Positives und Triage-Entscheidung

Automatische Treffer werden anhand einheitlicher technischer Kriterien bestätigt oder verworfen.

  1. Schritt 1: Vollständigkeit und Plausibilität der Erkennungsevidenz prüfen.
  2. Schritt 2: Erreichbarkeit, kontrollierbare Eingabe und Sicherheitsauswirkung bewerten.
  3. Schritt 3: Status, Begründung, Restunsicherheit und erforderliche Zusatzprüfung dokumentieren.

Modul 8: Custom Analysis Profiles und OQL

Organisationseigene Regeln fokussieren Analysen auf Produkttechnologien und interne Standards.

  1. Schritt 1: Bestehende Kategorien und Regeln nach Produktrelevanz auswählen.
  2. Schritt 2: Eine OQL-Abfrage für Dateien, Komponenten oder Sicherheitsmerkmale formulieren.
  3. Schritt 3: Analyseprofil testen, Trefferqualität bewerten und versioniert freigeben.

Modul 9: Remediation und Fix-Verifikation

Behebungsanforderungen werden so formuliert, dass ihre Wirksamkeit objektiv überprüfbar ist.

  1. Schritt 1: Ursache, betroffener Codepfad und sichere Zielimplementierung beschreiben.
  2. Schritt 2: Akzeptanztest und erwartete Änderung im Analyseergebnis definieren.
  3. Schritt 3: Neue Firmware analysieren und Schließung oder verbleibendes Restrisiko dokumentieren.

Praxiswerkstatt

  1. Arbeitsschritt 1: Statische Issues aus mehreren Kategorien nach Evidenz, Exposition und Auswirkung vorpriorisieren.
  2. Arbeitsschritt 2: Für einen Command-Injection- oder Secret-Befund Fundstelle, Datenfluss und Angriffspfad validieren.
  3. Arbeitsschritt 3: False Positive, echter Befund und verbleibende Unsicherheit mit einheitlicher Triage-Begründung dokumentieren.
  4. Arbeitsschritt 4: Eine eigene OQL-Abfrage oder ein Analyseprofil entwerfen und anhand der Trefferqualität prüfen.
  5. Arbeitsschritt 5: Behebungsanforderung und Fix-Verifikation für eine neue Firmwareversion durchführen.

Kompetenzziele

  • CVE-basierte und statische Schwachstellenerkennung methodisch unterscheiden
  • Fundstellen, Datenflüsse und Angriffspfade technisch validieren
  • Secrets, unsichere Kommunikation, Injection- und Speicherprobleme risikobasiert bewerten
  • False Positives nachvollziehbar behandeln
  • Eigene Analyseprofile und OQL-Regeln entwickeln
  • Remediation mit objektiver Reanalyse verifizieren

Fachbereichsleitung und Trainerteam

Seminardetails

   
Dauer: 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weiterer Tag: 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Product Security, Firmware- und Embedded-Entwicklung, Security Testing, PSIRT, DevSecOps, technische Qualitätssicherung und Security Architecture
Voraussetzungen: Grundkenntnisse zu Firmware, Programmierung oder technischer Schwachstellenanalyse; Erfahrung mit Shell, C/C++ oder eingebetteten Systemen ist hilfreich
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Fachvortrag, Demonstrationen, angeleitete Schritt-für-Schritt-Übungen, Fallstudien und praktische Arbeiten am System
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhouse, Workshop - alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Ausführliche Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen, wahlweise vegetarisch
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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