Industrielle Komponenten benötigen sowohl belastbare technische Sicherheitsfunktionen als auch einen kontrollierten Entwicklungs- und Pflegeprozess. Die ONEKEY Plattform liefert technische Evidenzen aus Firmware, Komponenten und Schwachstellen; Prozessnachweise und Verantwortlichkeiten ergänzen diese Evidenzen zu einer IEC-62443-orientierten Bewertung.
Inhaltsübersicht
- Zielsetzung
- Zielgruppe
- Voraussetzungen
- Seminarinhalte
- Praxiswerkstatt
- Kompetenzziele
Zielsetzung
Ziel ist die methodische Durchführung einer IEC-62443-Bewertung für eine industrielle Komponente. Anforderungen aus Produkt- und Prozesssicht werden abgegrenzt, technische Evidenzen werden zugeordnet, Lücken werden priorisiert und ein auditierbares Nachweispaket wird aufgebaut.
Zielgruppe
Hersteller industrieller Automatisierungskomponenten, OT- und Product-Security-Teams, Entwicklung, Qualitätsmanagement, Compliance, technische Produktverantwortung und interne Auditoren
Voraussetzungen
Grundkenntnisse zu industriellen Steuerungs- oder Automatisierungssystemen, Firmware und Product Cybersecurity; Erfahrung mit Security-Anforderungen ist hilfreich
Seminarinhalte
Modul 1: Normenfamilie und Verantwortungsmodell
Die relevanten Teile der IEC 62443 werden nach Betreiber-, Integrator- und Herstellerverantwortung eingeordnet.
- Schritt 1: System-, Komponenten- und Entwicklungsanforderungen voneinander abgrenzen.
- Schritt 2: Rolle des Komponentenherstellers und Schnittstellen zu Integrator und Betreiber bestimmen.
- Schritt 3: Geltungsbereich der Bewertung mit Produkt, Firmwarestand und Einsatzkontext dokumentieren.
Modul 2: Security Context und Zielniveau
Der industrielle Einsatzkontext bestimmt Bedrohungen, Sicherheitsanforderungen und erforderliche Nachweistiefe.
- Schritt 1: Zonen, Kommunikationsbeziehungen, Nutzerrollen und externe Abhängigkeiten erfassen.
- Schritt 2: Bedrohungen und Missbrauchsszenarien für die Komponente strukturieren.
- Schritt 3: Zielniveau und priorisierte Sicherheitsziele als Bewertungsgrundlage festlegen.
Modul 3: IEC 62443-4-1 im Entwicklungsprozess
Prozessanforderungen werden auf konkrete Rollen, Artefakte und Quality Gates abgebildet.
- Schritt 1: Security Management, Anforderungen, Design, Implementierung, Verifikation und Defect Management zuordnen.
- Schritt 2: Erforderliche Nachweise je Entwicklungsphase und Produktfreigabe bestimmen.
- Schritt 3: Plattformaktivitäten als wiederholbare Kontrollen in den Entwicklungsprozess integrieren.
Modul 4: IEC 62443-4-2 Produktanforderungen
Technische Anforderungen werden in prüfbare Produktmerkmale und Evidenzen übersetzt.
- Schritt 1: Identifikation und Authentisierung, Nutzungssteuerung, Integrität, Vertraulichkeit und Verfügbarkeit strukturieren.
- Schritt 2: Anwendbarkeit je Schnittstelle, Dienst und Produktfunktion bewerten.
- Schritt 3: Technischen Nachweis, organisatorischen Nachweis oder offene Prüfung je Anforderung festlegen.
Modul 5: Firmwareanalyse und Angriffsfläche
Binäranalyse unterstützt die Überprüfung von Diensten, Protokollen, Zugangsdaten und Härtungsmerkmalen.
- Schritt 1: Firmwarestand analysieren und erkannte Architektur sowie Dateisysteme validieren.
- Schritt 2: Netzwerkdienste, Skripte, Konfigurationen, Schlüssel und Zertifikate untersuchen.
- Schritt 3: Befunde den relevanten Sicherheitsanforderungen und Bedrohungsszenarien zuordnen.
Modul 6: SBOM und Software Supply Chain
Komponentenwissen wird für Nachvollziehbarkeit, Schwachstellenpflege und Lieferkettensteuerung genutzt.
- Schritt 1: SBOM auf Vollständigkeit, Versionen und kritische Komponenten prüfen.
- Schritt 2: Open-Source- und Drittanbieterabhängigkeiten mit Herstellerinformationen abgleichen.
- Schritt 3: Pflege-, Update- und Monitoringverantwortung für wesentliche Komponenten festlegen.
Modul 7: Schwachstellen- und Patchmanagement
CVE-Triage, Impact Assessment und Monitoring werden in einen kontrollierten Behebungsprozess überführt.
- Schritt 1: Befunde nach technischer Betroffenheit, Exposition und industrieller Auswirkung priorisieren.
- Schritt 2: VEX-Aussage, Maßnahme, Zieltermin und kompensierende Kontrolle dokumentieren.
- Schritt 3: Patchfähigkeit, Updateverfahren und Supportkommunikation mit dem Lifecycle verbinden.
Modul 8: Compliance Wizard und Gap-Plan
Automatisierte Vorschläge werden fachlich geprüft und mit Prozessnachweisen ergänzt.
- Schritt 1: Passenden IEC-62443-Prüfumfang im Compliance Wizard auswählen.
- Schritt 2: Technische Vorschläge aus der Firmwareanalyse validieren und Evidenzen verknüpfen.
- Schritt 3: Offene Anforderungen in einen priorisierten Maßnahmenplan mit Verantwortlichkeiten überführen.
Modul 9: Prüffähige Nachweisdokumentation
Technische Ergebnisse, Prozessartefakte und Entscheidungen werden versionsbezogen zusammengeführt.
- Schritt 1: Nachweismatrix für Anforderungen, Evidenzen, Gaps und Maßnahmen erstellen.
- Schritt 2: Berichte und Compliance Bundle erzeugen und auf Konsistenz prüfen.
- Schritt 3: Review-, Freigabe- und Aktualisierungsprozess für neue Firmwarestände festlegen.
Praxiswerkstatt
- Arbeitsschritt 1: Eine industrielle Komponente mit Einsatzkontext, Zonen, Schnittstellen und Zielniveau abgrenzen.
- Arbeitsschritt 2: Firmware- und SBOM-Befunde ausgewählten Anforderungen aus IEC 62443-4-2 zuordnen.
- Arbeitsschritt 3: Prozessnachweise und Quality Gates für zentrale Themen aus IEC 62443-4-1 modellieren.
- Arbeitsschritt 4: Eine priorisierte CVE einschließlich VEX-Aussage, Patchentscheidung und kompensierender Kontrolle bearbeiten.
- Arbeitsschritt 5: Nachweismatrix, Gap-Plan und Compliance-Paket für ein internes Review vorbereiten.
Kompetenzziele
- IEC-62443-Anforderungen nach Produkt-, Prozess- und Rollenbezug abgrenzen
- Firmware- und SBOM-Evidenzen den relevanten Anforderungen zuordnen
- Schwachstellen- und Patchprozesse normorientiert dokumentieren
- Compliance-Wizard-Vorschläge fachlich validieren
- Prüffähige Nachweismatrizen und Gap-Pläne erstellen
Fachbereichsleitung und Trainerteam
-

Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage: 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt. Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Hersteller industrieller Automatisierungskomponenten, OT- und Product-Security-Teams, Entwicklung, Qualitätsmanagement, Compliance, technische Produktverantwortung und interne Auditoren |
| Voraussetzungen: | Grundkenntnisse zu industriellen Steuerungs- oder Automatisierungssystemen, Firmware und Product Cybersecurity; Erfahrung mit Security-Anforderungen ist hilfreich |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Fachvortrag, Demonstrationen, angeleitete Schritt-für-Schritt-Übungen, Fallstudien und praktische Arbeiten am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhouse, Workshop - alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Ausführliche Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen, wahlweise vegetarisch |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
Die Ergebnissliste kann durch Anklicken der Überschrift neu sortiert werden.
