Disaster Recovery umfasst mehr als ein vorhandenes Backup: Erforderlich sind abgestimmte Abhängigkeiten, belastbare RPO- und RTO-Ziele sowie geübte Umschalt- und Rückkehrverfahren.
Die viertägige Schulung führt von der Schutzbedarfsanalyse über DR-Volumes und Systembackups bis zur Wiederherstellung eines vollständigen Clusters. Anwendungen, PVCs, Secrets und Steuerungsdaten werden in einer durchgängigen Notfallübung zusammengeführt.
Inhaltsübersicht
- Schutzbedarf ableiten
- Backup-Architektur entwerfen
- DR-Volumes vorbereiten
- Anwendungsabhängigkeiten sichern
- Systembackup erstellen
- Zielcluster wiederaufbauen
- Volumes und StatefulSets restaurieren
- Failover durchführen
- Failback planen
- Notfallübung bewerten
Zielsetzung
Die Schulung verfolgt folgende fachliche und betriebliche Ziele:
- RPO, RTO und Wiederherstellungsumfang für Longhorn-Workloads verbindlich planen.
- DR-Volumes und einen sekundären Cluster für schnelle Aktivierung vorbereiten.
- System- und Clusterzustände gesichert wiederherstellen.
- Failover, Failback und Notfalltests mit einem vollständigen Runbook durchführen.
Lernmodule und praktische Übungen
1. Schutzbedarf ableiten
Der Notfallplan beginnt mit klaren Zielwerten und vollständig erfassten Abhängigkeiten.
- Schritt 1: Kritische Anwendungen, Datenmengen und externe Dienste inventarisieren.
- Schritt 2: RPO, RTO und maximal tolerierbare Unterbrechung festlegen.
- Schritt 3: Schutzumfang für Volumes, Kubernetes-Objekte und Secrets bestimmen.
- Schritt 4: Wiederherstellungsstufen und Freigabeverantwortung definieren.
2. Backup-Architektur entwerfen
Primärcluster und Wiederherstellungsstandort werden über robusten Sekundärspeicher verbunden.
- Schritt 1: NFS- oder S3-kompatibles Ziel nach Verfügbarkeit und Isolation auswählen.
- Schritt 2: Namensräume, Zugangsdaten, Verschlüsselung und Aufbewahrung planen.
- Schritt 3: Backup-Frequenz aus RPO und Änderungsrate ableiten.
- Schritt 4: Ausfall des Backup-Ziels und alternative Zugriffspfade berücksichtigen.
3. DR-Volumes vorbereiten
Regelmäßig aktualisierte Volumes verkürzen die spätere Aktivierungszeit.
- Schritt 1: Zweitcluster mit kompatibler Longhorn-Konfiguration bereitstellen.
- Schritt 2: Gemeinsames Backup-Ziel sicher anbinden.
- Schritt 3: DR-Volume aus dem gewünschten Sicherungsbestand erstellen.
- Schritt 4: Synchronisationsstatus und erwarteten Datenstand prüfen.
4. Anwendungsabhängigkeiten sichern
Volumes allein ergeben noch keinen lauffähigen Dienst.
- Schritt 1: Deployments, StatefulSets, Services, ConfigMaps und Secrets erfassen.
- Schritt 2: Operatoren, CRDs und externe Endpunkte in die Reihenfolge aufnehmen.
- Schritt 3: PVC-Namen und Ordinalzahlen für StatefulSets dokumentieren.
- Schritt 4: Kubernetes-Objekte versioniert sichern und Restore-Reihenfolge festlegen.
5. Systembackup erstellen
Der interne Steuerungszustand wird getrennt von den Nutzdaten geschützt.
- Schritt 1: Voraussetzungen und Umfang des Systembackups prüfen.
- Schritt 2: Systembackup erzeugen und Erfolgsstatus kontrollieren.
- Schritt 3: Version, Clusterbezug und Aufbewahrung dokumentieren.
- Schritt 4: Wiederherstellbarkeit in einer isolierten Testumgebung prüfen.
6. Zielcluster wiederaufbauen
Für einen Totalausfall wird ein sauberer Kubernetes-Unterbau bereitgestellt.
- Schritt 1: Netzwerk, Knoten und Storage-Voraussetzungen im Zielcluster einrichten.
- Schritt 2: Longhorn in kompatibler Version installieren.
- Schritt 3: Rancher-Snapshot- oder Velero-basierten Objekt-Restore vorbereiten.
- Schritt 4: Konflikte mit bereits vorhandenen Ressourcen vermeiden.
7. Volumes und StatefulSets restaurieren
Daten und Workloads werden in kontrollierter Reihenfolge zusammengeführt.
- Schritt 1: Sicherungsstände nach Anwendung und Zeitpunkt auswählen.
- Schritt 2: Volumes mit korrekter Größe und Replikation wiederherstellen.
- Schritt 3: PVCs und StatefulSet-Ordinalzahlen konsistent zuordnen.
- Schritt 4: Anwendung isoliert starten und fachliche Datenprüfung ausführen.
8. Failover durchführen
Die Umschaltung folgt festgelegten Kriterien und Kommunikationswegen.
- Schritt 1: Primärseite als nicht verfügbar erklären und Schreibzugriffe ausschließen.
- Schritt 2: DR-Volumes aktivieren und letzten Sicherungsstand kontrollieren.
- Schritt 3: Workloads in Abhängigkeitsreihenfolge starten.
- Schritt 4: Erreichbarkeit, Datenkonsistenz und Leistung gegen Checklisten prüfen.
9. Failback planen
Die Rückkehr darf keine divergierenden Datenstände erzeugen.
- Schritt 1: Autoritativen Datenstand und Zeitfenster für die Rückkehr festlegen.
- Schritt 2: Änderungen vom DR-Standort sichern und übertragen.
- Schritt 3: Primärcluster mit sauberem Zustand vorbereiten.
- Schritt 4: Workloads umschalten und alte Schreibpfade endgültig sperren.
10. Notfallübung bewerten
Der vollständige Ablauf wird gemessen und dokumentiert.
- Schritt 1: Totalausfall des Primärclusters nach einem Drehbuch simulieren.
- Schritt 2: Entscheidung, Aktivierung, Restore und Anwendungsfreigabe durchführen.
- Schritt 3: Gemessene RPO- und RTO-Werte mit den Vorgaben vergleichen.
- Schritt 4: Runbook, Kontaktwege und Verbesserungsmaßnahmen aktualisieren.
Zielgruppe
Kubernetes- und Storage-Administration, Business Continuity, Notfallmanagement, Plattformarchitektur und technische Betriebsleitung.
Voraussetzungen
Fundierte Longhorn- und Kubernetes-Kenntnisse, praktische Backup-Erfahrung sowie Zugriff auf zwei Testcluster und ein externes Backup-Ziel.
Methodik
Die Inhalte werden durch fachliche Einordnung, Live-Demonstrationen, angeleitete Schrittfolgen und eigenständige Laborübungen vermittelt. Jeder Themenblock endet mit einer technischen Kontrolle anhand definierter Sollzustände.
Fachbereichsleitung und Trainerteam
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 4 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 2.396 zzgl. MwSt. Inhaus: € 6.800 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Kubernetes- und Storage-Administration, Business Continuity, Notfallmanagement, Plattformarchitektur und technische Betriebsleitung. |
| Voraussetzungen: | Fundierte Longhorn- und Kubernetes-Kenntnisse, praktische Backup-Erfahrung sowie Zugriff auf zwei Testcluster und ein externes Backup-Ziel. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Fachvortrag, Demonstrationen, angeleitete Schrittfolgen und praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - alle Präsenzformate mit Trainer vor Ort, Webinar nur bei ausdrücklicher Festlegung |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja |
| Verpflegung: | Kalt- und Warmgetränke, Mittagessen, wahlweise vegetarisch |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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