Seminar IPCEI-CIS: Sicherheit und Identitätsmanagement

In einer Cloud-Edge-Landschaft müssen Identitäten und Berechtigungen über mehrere technische und organisatorische Grenzen hinweg funktionieren. Das Seminar untersucht die daraus entstehenden Risiken und entwickelt ein umsetzbares Schutzkonzept für einen begrenzten Anwendungsfall. Die Orientierung an gemeinsamen Sicherheitsprinzipien wird mit konkreten administrativen und entwicklungsbezogenen Kontrollen verbunden.

Die praktische Arbeit beginnt mit einem Bedrohungsmodell und führt über Identitäts- und Netzkonfiguration zu nachvollziehbaren Sicherheitsprüfungen. Das Collaborative Security Framework wird als fachlicher Ordnungsrahmen eingeordnet. Die Übungen begründen keine allgemeine Konformitäts- oder Zertifizierungszusage für ein Produkt, einen Betreiber oder eine gesamte Föderation.

Lernziele

  • Bedrohungen und Schutzmaßnahmen an Anbieter-, Mandanten- und Standortgrenzen nachvollziehbar zuordnen.
  • Identitäten, Rechte und Kommunikationsfreigaben in einer Laboranwendung wirksam begrenzen.
  • Sicherheitsmaßnahmen durch reproduzierbare Zugriffstests und geeignete Betriebsnachweise überprüfen.

Seminarinhalte

  1. Schutzbedarf und Bedrohungsmodell
  2. Identitätsföderation und Berechtigungen
  3. Netz- und Dienstschutz
  4. Schlüssel, Geheimnisse und Gerätevertrauen
  5. Softwarelieferkette und sichere Änderungen
  6. Sicherheitsprüfung und Reaktion

1. Schutzbedarf und Bedrohungsmodell

Erfassung schützenswerter Daten, Steuerungszugänge und Dienstidentitäten. Modellierung von Vertrauensgrenzen zwischen Nutzern, Plattformen und Anbietern. Bewertung von Fehlkonfiguration, überhöhten Berechtigungen, kompromittierten Artefakten und zeitweise ungeschützten Edge-Standorten; Ableitung priorisierter Kontrollen und klarer Verantwortlichkeiten.

2. Identitätsföderation und Berechtigungen

Einrichtung einer vorbereiteten OpenID-Connect-Anbindung und Prüfung von Aussteller, Zielgruppe und Gültigkeit der verwendeten Token. Trennung von Anmeldung und Autorisierung. Zuordnung von Rollen und Mandanten zu API-Aktionen sowie Tests mit abgelaufenen Token, falscher Zielgruppe und fehlenden Berechtigungen.

3. Netz- und Dienstschutz

Ableitung erlaubter Kommunikationsbeziehungen aus dem Datenflussmodell. Anwendung von Netzrichtlinien und TLS auf die Laboranwendung. Prüfung erlaubter und verbotener Verbindungen aus mehreren Rollen; Untersuchung der Grenzen einer reinen Netzwerkfreigabe bei gemeinsam genutzten Diensten und anbieterübergreifenden Aufrufen.

4. Schlüssel, Geheimnisse und Gerätevertrauen

Zuordnung von Schlüsselbesitz, administrativem Zugriff und Rotation. Trennung von Konfigurationsdaten und Geheimnissen, kontrollierter Austausch von Zugangsdaten und Prüfung des Widerrufs. Einordnung von Secure Boot, Attestierung und Confidential Computing auf Konzeptebene; Bewertung der dafür erforderlichen Hardware- und Nachweisvoraussetzungen.

5. Softwarelieferkette und sichere Änderungen

Nachvollziehbare Herkunft von Containerimages und Abhängigkeiten, Zuordnung von Softwarestücklisten und Versionen. Prüfung vorbereiteter signierter Artefakte gegen einen festgelegten Vertrauensanker. Bewertung eines manipulierten Images, eines Schwachstellenbefunds und einer Änderung am Deployment; Festlegung von Freigabe- und Rücknahmeregeln.

6. Sicherheitsprüfung und Reaktion

Verknüpfung von Zugriffstests, Auditereignissen und Konfigurationsständen zu einer prüfbaren Beweiskette. Durchführung eines kontrollierten Störungsszenarios mit gesperrter Identität. Eingrenzung betroffener Dienste, Wiederherstellung eines zulässigen Zustands und Dokumentation der noch offenen Maßnahmen im Sicherheitskonzept.

Praxisworkshop

  1. Schutzbedarf und Vertrauensgrenzen der Beispielanwendung erfassen.
  2. Identitäten und Rollen einrichten und unzulässige Mandantenzugriffe ablehnen lassen.
  3. Kommunikationswege einschränken und erlaubte sowie verbotene Verbindungen testen.
  4. Ein manipuliertes Artefakt erkennen und den freigegebenen Stand kontrolliert ausrollen.
  5. Eine Identität sperren, die Wirkung prüfen und die Auditereignisse zuordnen.

Schulungsumgebung

Die Schulungsumgebung wird vom Kunden bereitgestellt. Zwei getrennte vorbereitete Laborumgebungen mit Keycloak, Testanwendung, lokalem Zertifikats- und Schlüsselbestand, Git und Image-Registry. Kubernetes-Netzwerkplugin mit wirksamer NetworkPolicy-Unterstützung sowie vorbereitete Signatur- und SBOM-Werkzeuge; mindestens 16 vCPU, 32 GB RAM und 150 GB SSD je Übungsgruppe.

Die benötigten Softwarestände, Berechtigungen, Testdaten und Rücksetzmöglichkeiten werden vor Seminarbeginn abgestimmt und geprüft. Übungen erfolgen ausschließlich in freigegebenen Testumgebungen.

Ansprechpartner

Dauer: 3 Tage mit ca. 6 Unterrichtsstunden pro Tag; Beginn am 1. Tag 10:00 Uhr, an weiteren Tagen 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: IT-Sicherheitsverantwortliche, Security Engineering, Cloud- und Linux-Administration, Plattformteams und technische Architekten.
Voraussetzungen: Sichere Linux-, Netzwerk- und Kubernetes-Grundkenntnisse sowie Verständnis von TLS, Rollen und HTTP-APIs. IPCEI-CIS-Grundlagen und Architekturverständnis werden vorausgesetzt.
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Fachvortrag, Demonstrationen, praktische Übungen und strukturierte Fallarbeit
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
Kontakt: Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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München 3 Tage
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Nürnberg 3 Tage
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