Seminar Datenschutz, Sicherheit und Bedrohungsmodelle für nationale digitale Identitäten

Das zweitägige Seminar entwickelt ein vollständiges Bedrohungsmodell für nationale digitale Identitäts- und Credential-Ökosysteme. Datenschutz, Schlüssel, Wallets, Ausstellervertrauen, Statusprüfung, Missbrauchsszenarien und Incident-Abläufe werden in konkrete Schutzmaßnahmen übersetzt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Seminarprofil
  2. Lernziele
  3. Zielgruppe und Voraussetzungen
  4. Seminarinhalte
  5. Praxisübungen

Seminarprofil

Sicherheit wird entlang des gesamten Vertrauens- und Datenflusses betrachtet: Registrierung, Ausstellung, Wallet, Präsentation, Prüfung, Widerruf und Betrieb. Die Veranstaltung verbindet technische Angriffspfade mit Datenschutz, Governance und belastbaren Kontrollmaßnahmen.

Lernziele

  • Schutzgüter, Akteure, Vertrauensgrenzen und Angriffsflächen erfassen
  • Datensparsamkeit, Zweckbindung und Nutzerkontrolle technisch umsetzen
  • Schlüssel-, Wallet-, Issuer- und Verifier-Risiken bewerten
  • Replay, Phishing, Korrelation, falsche Aussteller und Statusmanipulation behandeln
  • Schutzmaßnahmen, Nachweise und Incident-Abläufe priorisieren

Zielgruppe und Voraussetzungen

Zielgruppe: IT-Sicherheit, Datenschutz, Lösungsarchitektur, Governance, Plattformbetrieb, Entwicklung und Risikomanagement.

Voraussetzungen: Grundlagen zu digitalen Identitäten, DIDs und Verifiable Credentials; Erfahrung mit Risiko- oder Sicherheitsanalysen ist hilfreich.

Seminarinhalte

Die Inhalte werden in fachlich aufeinander aufbauenden Arbeitsschritten behandelt.

1. Schutzgüter und Vertrauensgrenzen

Das System wird in Daten, Schlüssel, Dienste, Geräte, Register und organisatorische Verantwortungen zerlegt.

  1. Schutzgüter und personenbezogene Datenklassen erfassen
  2. Akteure und privilegierte Rollen kennzeichnen
  3. Vertrauensgrenzen in Issuance- und Presentation-Flows markieren
  4. Schadensauswirkungen nach Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit bewerten

2. Datenschutz durch Systemgestaltung

Privacy by Design wird in konkrete Regeln für Claims, Speicherung, Protokollierung und Präsentation übersetzt.

  1. Verarbeitungszweck und minimale Claim-Menge festlegen
  2. zentrale Kopien und dauerhafte Transaktionsprofile vermeiden
  3. selektive Offenlegung und kontextbezogene Zustimmung einplanen
  4. Lösch-, Aufbewahrungs- und Auskunftsprozesse definieren

3. Schlüssel, Wallets und Geräte

Die Sicherheit von Holder-, Issuer- und Verifier-Schlüsseln wird getrennt betrachtet.

  1. Schlüsselarten und Lebenszyklen inventarisieren
  2. Hardware- oder betriebssystemgestützte Speicherung bewerten
  3. Backup, Gerätewechsel und Verlustfall absichern
  4. Rotation, Sperrung und Wiederherstellung testen

4. Vertrauen in Aussteller und Prüfer

Technische Signaturprüfung reicht ohne Governance und Vertrauenslisten nicht aus.

  1. Kriterien für vertrauenswürdige Aussteller definieren
  2. Prüferauthentisierung und Zweckbindung festlegen
  3. DID-Auflösung, Metadaten und Schlüsselwechsel kontrollieren
  4. Entzug von Vertrauen und Verteilung der Änderung planen

5. Angriffsszenarien

Typische Angriffe werden als Sequenzen mit Erkennung und Gegenmaßnahmen bearbeitet.

  1. Replay und Weitergabe abgefangener Präsentationen analysieren
  2. Phishing durch gefälschte Credential-Angebote oder Prüfanforderungen bewerten
  3. Korrelation über stabile Identifikatoren und Metadaten untersuchen
  4. Manipulation von Status, Zeit, Endpunkten oder Vertrauensdaten simulieren

6. Bedrohungsmodell und Maßnahmenplan

Risiken werden priorisiert und in technische, organisatorische und betriebliche Kontrollen überführt.

  1. Bedrohungen nach Eintritt und Auswirkung bewerten
  2. präventive, detektive und korrektive Maßnahmen zuordnen
  3. Nachweis- und Testkriterien definieren
  4. Restrisiken und Verantwortliche dokumentieren

7. Incident und Krisenbetrieb

Schlüsselkompromittierung, fehlerhafte Ausstellung und Ausfall von Statusdiensten erfordern vorbereitete Abläufe.

  1. Incident-Klassen und Meldewege definieren
  2. Ausstellung stoppen und betroffene Schlüssel isolieren
  3. Credentials, Status und Vertrauenslisten korrigieren
  4. Wiederanlauf und Nachkontrolle durchführen

Praxisübungen

  • Bedrohungsmodell für einen nationalen Identitätsnachweis
  • Datensparsame Proof-Anforderung mit Zweck- und Aufbewahrungsregel
  • Incident-Simulation bei kompromittiertem Ausstellerschlüssel

Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner

Seminardetails

   
Dauer: 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: IT-Sicherheit, Datenschutz, Lösungsarchitektur, Governance, Plattformbetrieb, Entwicklung und Risikomanagement.
Voraussetzungen: Grundlagen zu digitalen Identitäten, DIDs und Verifiable Credentials; Erfahrung mit Risiko- oder Sicherheitsanalysen ist hilfreich.
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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Seminar Startdatum Enddatum Ort Dauer
Bremen 2 Tage
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