Seminar Datenschutz und Threat Modeling für Selective Disclosure

Seminarprofil

Das Seminar verbindet Datenschutzanforderungen mit einem technischen Threat Model für Selective-Disclosure-Systeme. Untersucht werden Datenminimierung, Verkettbarkeit, übermäßige Verifier-Anfragen, Wallet-Telemetrie, Statusabfragen, Protokollierung, Kollusion und organisatorische Kontrollen.

Lernziele

  • Datenschutzprinzipien in konkrete Architektur- und Protokollanforderungen übersetzen
  • Angreifer, Assets, Vertrauensgrenzen und Missbrauchsfälle systematisch erfassen
  • Korrelation jenseits der kryptografischen Ebene erkennen und reduzieren
  • Verifier-Policies und Consent-Flows auf Erforderlichkeit und Zweckbindung prüfen
  • Technische und organisatorische Maßnahmen priorisieren und nachweisbar dokumentieren

Inhaltsübersicht

  1. Schutzobjekte und Dateninventar
  2. Akteure und Angreifermodelle
  3. Trust Boundaries und Datenflüsse
  4. Korrelation durch Offenlegungsmuster
  5. Korrelation durch Transport und Betrieb
  6. Bösartige oder überpräzise Anfragen
  7. Issuer- und Verifier-Kollusion
  8. Status und Widerruf als Tracking-Kanal
  9. Logging, Monitoring und Incident Response
  10. Risikobehandlung und Nachweisführung

Seminarinhalte

Schritt 1: Schutzobjekte und Dateninventar

Credential-Inhalte, Identifikatoren, Schlüssel, Statusinformationen, Gerätekennungen und Telemetrie werden erfasst. Für jedes Element werden Sensitivität, Aufbewahrung und zulässiger Verwendungszweck bestimmt.

Schritt 2: Akteure und Angreifermodelle

Neben externen Angreifern werden neugierige Issuer, übergriffige Verifier, kompromittierte Wallets, Registry-Betreiber und kolludierende Parteien betrachtet. Fähigkeiten und Ziele werden explizit statt pauschal beschrieben.

Schritt 3: Trust Boundaries und Datenflüsse

Ein Data-Flow-Diagramm zeigt, wo Klartext, Hashes, Signaturen, Proofs und Metadaten entstehen. Übergänge zwischen Gerät, Backend, Registry und Drittanbieter werden als Prüfpunkte markiert.

Schritt 4: Korrelation durch Offenlegungsmuster

Auch minimierte Nachweise können durch seltene Attributkombinationen, präzise Zeitwerte oder stabile Pseudonyme verknüpft werden. Die Teilnehmer entwickeln Generalisierung, minimale Claims und zweckgebundene Identifier als Gegenmaßnahmen.

Schritt 5: Korrelation durch Transport und Betrieb

IP-Adressen, Push-Dienste, Wallet Analytics, Statusendpunkte und Logdaten können kryptografische Unlinkability unterlaufen. Datenarme Betriebsmodelle und getrennte Verantwortlichkeiten werden entworfen.

Schritt 6: Bösartige oder überpräzise Anfragen

Presentation Requests können mehr Daten verlangen als fachlich notwendig oder Nutzer unter Druck setzen. Verifier-Allow-Lists, Request-Vorlagen, Policy-Prüfung und verständliche Consent-Anzeigen werden bewertet.

Schritt 7: Issuer- und Verifier-Kollusion

Die Analyse zeigt, welche Marker, Zeitangaben oder eindeutigen Credential-Varianten eine spätere Zuordnung ermöglichen. Issuance-Batching, standardisierte Datenformen und Governance-Regeln reduzieren solche Signale.

Schritt 8: Status und Widerruf als Tracking-Kanal

Statuslisten, Revocation-Registries und Online-Abfragen werden auf Beobachtbarkeit untersucht. Caching, Verteilung, Zeitgranularität und Offline-Prüfung werden gegen Aktualitätsanforderungen abgewogen.

Schritt 9: Logging, Monitoring und Incident Response

Sicherheitsüberwachung darf keine dauerhafte Credential-Schattenakte erzeugen. Ereignisklassen, Pseudonymisierung, kurze Aufbewahrung und rollenbasierter Zugriff werden in ein Logging-Konzept überführt.

Schritt 10: Risikobehandlung und Nachweisführung

Risiken werden nach Eintrittswahrscheinlichkeit, Auswirkung und Kontrollstärke priorisiert. Das Ergebnis ist ein Maßnahmenplan mit Verantwortlichen, Prüfkriterien und Rest-Risikoentscheidung.

Praxisanteil

  • Threat Model für einen Issuance- und Presentation-Flow erstellen
  • Verifier-Anfrage auf Datenminimierung und versteckte Korrelation prüfen
  • Datensparsames Logging- und Statuskonzept formulieren

Zielgruppe

Datenschutzbeauftragte, Security Architects, Produktverantwortliche, Wallet- und Plattformteams sowie Auditoren

Voraussetzungen

Grundkenntnisse von Credential-Systemen und Informationssicherheit

Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner

Seminardetails

   
Dauer: 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Datenschutzbeauftragte, Security Architects, Produktverantwortliche, Wallet- und Plattformteams sowie Auditoren
Voraussetzungen: Grundkenntnisse von Credential-Systemen und Informationssicherheit
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, moderierte Architekturarbeit, Demonstrationen, praktische Übungen am System
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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Seminar Startdatum Enddatum Ort Dauer
Bremen 2 Tage
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