Seminar OpenEuroLLM: Betrieb, Monitoring und Leistungsoptimierung

Ein funktionierender Modellaufruf beantwortet noch keine Fragen zu Auslastung, Wiederanlauf und verlässlichen Antwortzeiten. Dieses Seminar behandelt den laufenden Betrieb einer abgegrenzten Inferenzumgebung für offene Sprachmodelle aus dem OpenEuroLLM-Umfeld. Im Mittelpunkt stehen messbare Serviceziele und ein nachvollziehbarer Umgang mit Modellständen, Konfigurationen und Störungen.

Der Laboraufbau verbindet einen geprüften Inferenzdienst mit zentralen Metriken, Betriebsprotokollen und definierten Lastprofilen. Untersucht wird, wie Eingabelänge, Ausgabelänge, parallele Anfragen und Zwischenspeicher den Speicherbedarf und die Antwortzeiten verändern. Optimierungen werden jeweils gegen eine unveränderte Ausgangsmessung geprüft, damit ein höherer Durchsatz nicht unbemerkt die fachliche Qualität verschlechtert.

OpenEuroLLM-Forschungsmodelle dienen als Untersuchungsgegenstand für Betriebsverfahren. Eine erfolgreiche Laborübung ersetzt keine Eignungsprüfung für einen produktiven Einsatz. Die Auswahl des Checkpoints und seiner Laufzeitumgebung wird vor der Durchführung festgehalten; experimentelle Modelle werden mit klar begrenzten Zugängen und synthetischen Testdaten betrieben.

Lernziele

  • Betriebskennzahlen für Inferenzdienste definieren und interpretieren.
  • Kapazitätsengpässe anhand von Messdaten eingrenzen und Änderungen kontrolliert bewerten.
  • Modellversionen einschließlich Tokenizer, Laufzeit und Konfiguration reproduzierbar verwalten.
  • Störungen, Rücksetzungen und Wiederherstellungen mit überprüfbaren Betriebsanweisungen bearbeiten.

Inhaltsverzeichnis

  1. Betriebsmodell und Verantwortlichkeiten
  2. Metriken und beobachtbare Abläufe
  3. Lastprofile und Kapazitätsplanung
  4. Leistungsoptimierung mit Qualitätskontrolle
  5. Modellwechsel und Wiederherstellung
  6. Störungsanalyse und Betriebsdokumentation

Seminarinhalte

Betriebsmodell und Verantwortlichkeiten

  • Servicegrenzen zwischen Modell, Inferenzserver, Anwendung und Infrastruktur festlegen; Zuständigkeiten für Freigaben, Änderungen und Störungen bestimmen.
  • Verfügbarkeits- und Antwortzeitziele für ein internes Pilotangebot formulieren und mit den vorhandenen Ressourcen abgleichen.
  • Modellgewichte, Tokenizer, Adapter, Container und Konfigurationen als zusammengehörigen Versionsstand dokumentieren.

Metriken und beobachtbare Abläufe

  • Zeit bis zum ersten Token, Gesamtlaufzeit, Tokenrate, Warteschlangen und Fehlerquoten getrennt erfassen.
  • GPU-Speicher, Auslastung und Prozesszustand mit anwendungsseitigen Kennzahlen zusammenführen.
  • Betriebsprotokolle auf notwendige Metadaten begrenzen und sensible Eingaben aus Standardprotokollen heraushalten.

Lastprofile und Kapazitätsplanung

  • Kurze Dialoge, längere Dokumentanfragen und gleichzeitige Zugriffe mit wiederholbaren Testfällen vergleichen.
  • Gewichtsbedarf, KV-Cache und Laufzeitreserven getrennt betrachten; Kontextgrenzen und maximale Ausgaben festlegen.
  • Ressourcenbedarf anhand gemessener Lastpunkte schätzen und Grenzen einer Hochrechnung dokumentieren.

Leistungsoptimierung mit Qualitätskontrolle

  • Batching, Parallelität und unterstützte Quantisierungsverfahren jeweils einzeln verändern.
  • Warmlauf, Caching und identische Testdaten bei Vergleichsmessungen berücksichtigen.
  • Optimierte Varianten erneut auf Sprachqualität, Formatfehler und Ressourcenverbrauch untersuchen.

Modellwechsel und Wiederherstellung

  • Neue Modellstände in einer getrennten Instanz prüfen und Freigabeentscheidungen an festgelegte Tests binden.
  • Konfiguration, Adapter, Modellartefakte und gegebenenfalls Wissensindizes gemeinsam sichern.
  • Rückkehr zum vorherigen Stand und Wiederanlauf nach einem Dienstausfall praktisch erproben.

Störungsanalyse und Betriebsdokumentation

  • Speichermangel, Zeitüberschreitungen, unpassende Modellpfade und fehlende Berechtigungen systematisch unterscheiden.
  • Alarmgrenzen so wählen, dass technische Ausfälle und Qualitätsverschlechterungen bearbeitbar werden.
  • Eine Betriebsanweisung mit Diagnosefolge, Eskalationspunkten und kontrolliertem Wiederanlauf erarbeiten.

Praktische Übungen

  1. Eine Ausgangsversion des Dienstes starten, Versionen erfassen und einen vollständigen Funktionstest protokollieren.
  2. Drei Lastprofile ausführen, Metriken aufzeichnen und den zuerst erreichten Engpass benennen.
  3. Eine Konfiguration ändern, dieselben Lastprofile wiederholen und die Änderung mit einem kleinen Qualitätstest bewerten.
  4. Einen kontrollierten Dienstausfall auslösen, Alarm und Diagnose bearbeiten und den Dienst wiederherstellen.
  5. Einen Modellwechsel im Labor durchführen, eine Rücksetzung erproben und die Betriebsanweisung ergänzen.

Schulungsumgebung

Der Kunde stellt eine vorbereitete Linux- und Containerumgebung mit geeignetem GPU-Zugang, einem geprüften Inferenzdienst und einem Metriksystem. Für Wiederanlaufübungen sind getrennte Testinstanzen erforderlich; vorhandene Produktionssysteme werden nicht verwendet.

Fachliche Ansprechpartner

Seminardetails

Dauer: 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Linux-Administratoren, Plattformverantwortliche, MLOps-Teams und technische Betriebsleiter mit Verantwortung für interne KI-Dienste.
Voraussetzungen: Sichere Linux- und Containerkenntnisse, Verständnis von HTTP-Schnittstellen und praktische Erfahrung mit einer lokalen LLM-Inferenz. Das Seminar zur Inferenz und Bereitstellung oder entsprechende Kenntnisse werden vorausgesetzt.
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Schulungsumgebung: Wird vom Kunden gestellt und vorab technisch abgestimmt
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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