Seminar coreboot auf dem NitroPad: Architektur, Komponenten und CBFS

Die Firmware-Schicht eines NitroPad wird systematisch zerlegt: vom Reset-Vektor über die einzelnen coreboot-Stufen bis zum Payload und zum Übergang an Heads oder ein alternatives Startsystem.

Der Schwerpunkt liegt auf einer belastbaren Komponentenlandkarte, der Abgrenzung von Vertrauenszonen und der rein lesenden Analyse von Firmware-Abbildern, bevor Änderungen oder Build-Prozesse betrachtet werden.

Inhaltsübersicht

  1. Einordnung und Zielsetzung
  2. Zielgruppe und Voraussetzungen
  3. Lernziele
  4. Seminarinhalte
  5. Praxisübungen
  6. Methodik

Einordnung und Zielsetzung

Die Firmware-Schicht eines NitroPad wird systematisch zerlegt: vom Reset-Vektor über die einzelnen coreboot-Stufen bis zum Payload und zum Übergang an Heads oder ein alternatives Startsystem. Der Schwerpunkt liegt auf einer belastbaren Komponentenlandkarte, der Abgrenzung von Vertrauenszonen und der rein lesenden Analyse von Firmware-Abbildern, bevor Änderungen oder Build-Prozesse betrachtet werden.

Zielgruppe und Voraussetzungen

Zielgruppe: Firmware-Entwicklung, IT-Sicherheitsarchitektur, Linux-Administration, technische Revision und Plattformbetrieb.

Voraussetzungen: Sichere Linux-Kommandozeile, Grundverständnis des x86-Startvorgangs sowie Erfahrung mit Hashwerten und Binärdateien.

Lernziele

  • Aufbau und Aufgaben der coreboot-Startstufen erläutern.
  • SPI-Flash-Regionen und plattformspezifische Komponenten einordnen.
  • CBFS-Inhalte inventarisieren, extrahieren und bewerten.
  • Payload, Heads und Betriebssystemstart voneinander abgrenzen.
  • Eine dokumentierte Firmware-Baseline für ein NitroPad erstellen.

Seminarinhalte

1. Vertrauensmodell und Firmware-Landkarte

Zu Beginn wird ein prüfbares Modell der Startkette aufgebaut.

  1. Schritt 1: Gerätemodell, Board-Variante, Firmware-Familie und installierten Payload erfassen.
  2. Schritt 2: Schutzbedarf, Angreifermodell und erwartete Vertrauensanker festlegen.
  3. Schritt 3: Startkette vom Einschalten bis zum Betriebssystem als Komponentenfolge darstellen.
  4. Schritt 4: Mess-, Prüf- und Änderungsgrenzen für das Labor verbindlich dokumentieren.

2. SPI-Flash, Descriptor und Firmware-Regionen

Die physische und logische Ablage der Firmware wird ohne Schreibzugriff untersucht.

  1. Schritt 1: Vorhandene Flash-Bausteine und deren Kapazität anhand der Plattformdokumentation bestimmen.
  2. Schritt 2: Ein bereitgestelltes Abbild mehrfach lesen und über Hashwerte auf Konsistenz prüfen.
  3. Schritt 3: Descriptor-, Management-Engine-, BIOS- und weitere Regionen identifizieren.
  4. Schritt 4: Regionen nach Offenheit, Änderbarkeit und notwendiger Plattformabhängigkeit klassifizieren.

3. coreboot-Stufen und Diagnoseinformationen

Die Übergaben zwischen bootblock, verstage, romstage, postcar und ramstage werden nachvollzogen.

  1. Schritt 1: Build-Informationen und Versionsmerkmale aus dem Abbild ermitteln.
  2. Schritt 2: Serielle oder gespeicherte Startprotokolle den coreboot-Stufen zuordnen.
  3. Schritt 3: Speicherinitialisierung, Geräteerkennung und Übergabe an den Payload lokalisieren.
  4. Schritt 4: Fehlerbilder anhand des zuletzt erfolgreich durchlaufenen Abschnitts eingrenzen.

4. CBFS und Payload-Analyse

Das coreboot File System wird als kontrollierter Firmware-Inhaltsbereich untersucht.

  1. Schritt 1: CBFS-Verzeichnis vollständig auslesen und Größen, Typen sowie Kompression erfassen.
  2. Schritt 2: Ausgewählte Komponenten extrahieren und über Hashwerte katalogisieren.
  3. Schritt 3: Konfiguration, Microcode, ACPI, Option-ROMs und Payload voneinander unterscheiden.
  4. Schritt 4: Heads-Komponenten im CBFS verorten und den Übergabepunkt zum Sicherheits-Payload beschreiben.

5. Baseline und Änderungsbewertung

Aus den Analysedaten entsteht ein wiederverwendbarer Sollzustand.

  1. Schritt 1: Technische Inventarliste mit Versionen, Hashwerten und Abhängigkeiten aufbauen.
  2. Schritt 2: Abweichungen zwischen zwei Firmware-Ständen komponentenbezogen vergleichen.
  3. Schritt 3: Legitime Änderungen von unerwarteten Veränderungen trennen.
  4. Schritt 4: Freigabekriterien für spätere Updates oder eigene Builds festlegen.

Praxisübungen

  • Lesende Analyse eines vorbereiteten NitroPad-Firmware-Abbilds.
  • CBFS-Inventur mit Extraktion ausgewählter Komponenten.
  • Differenzanalyse zweier Firmware-Stände und Aufbau einer Baseline.

Methodik

Kurze Fachvorträge werden unmittelbar mit nachvollziehbaren Analyseschritten verbunden. Alle Übungen arbeiten mit vorbereiteten Abbildern oder ausdrücklich freigegebener Laborhardware.

Fachbereichsleitung / Leitung der Trainer / Ansprechpersonen

Seminardetails

   
Dauer: 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Firmware-Entwicklung, IT-Sicherheitsarchitektur, Linux-Administration, technische Revision und Plattformbetrieb.
Voraussetzungen: Sichere Linux-Kommandozeile, Grundverständnis des x86-Startvorgangs sowie Erfahrung mit Hashwerten und Binärdateien.
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System, strukturierte Checklisten
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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