Das Seminar entwickelt aus fachlichen Suchanforderungen ein belastbares Milvus-Datenmodell. Collections, Primärschlüssel, Vektorfelder, skalare Metadaten, dynamische Felder, Partitionierung und Lebenszyklusregeln werden so gestaltet, dass Suche, Filterung, Wartung und Weiterentwicklung dauerhaft beherrschbar bleiben.
Inhaltsverzeichnis
- Zielsetzung
- Vom Suchfall zum logischen Datenmodell
- Collections, Schlüssel und Feldtypen
- Metadaten, Filter und Datenqualität
- Partitionierung, Mandanten und Ressourcenwirkung
- Mehrfachvektoren, Versionierung und Schemaevolution
- Praxisprojekt
- Zielgruppe und Voraussetzungen
- Arbeitsweise
Zielsetzung
- Suchfälle in Felder, Vektoren, Schlüssel und Filterkriterien übersetzen
- Collections und Schemas für Änderbarkeit, Qualität und Performance strukturieren
- Partitionen, Partition Keys und Mandantengrenzen sinnvoll einsetzen
- Mehrere Vektorfelder, dynamische Metadaten und Versionen kontrolliert modellieren
- Schemaänderungen, Datenlebenszyklus und Qualitätsprüfungen planbar gestalten
Vom Suchfall zum logischen Datenmodell
Das Datenmodell beginnt mit den Fragen, die später beantwortet werden sollen. Suchobjekt, Granularität, Filter, Aktualität und Ergebnisdarstellung werden fachlich geklärt.
- Schritt 1: Suchobjekt bestimmen: Dokument, Abschnitt, Produkt, Bild, Audiosegment oder Ereignis wird als kleinste eigenständig suchbare Einheit festgelegt.
- Schritt 2: Abfragebedarf erfassen: Vektorsuche, Volltext, Filter, Sortierung, Gruppierung und Nachladen von Originaldaten werden beschrieben.
- Schritt 3: Granularität prüfen: Chunkgröße, Überlappung, Parent-Child-Bezug und Ergebniszusammenführung werden gegen Recall und Kontextbedarf abgewogen.
Praxisübung: Modellierung zweier alternativer Granularitäten für denselben Wissensbestand.
Collections, Schlüssel und Feldtypen
Collection-Grenzen und Felder werden so gewählt, dass Datenintegrität, Wartung und Abfrageleistung zusammenpassen.
- Schritt 1: Collection-Schnitt festlegen: Gemeinsamer Lebenszyklus, Schema, Berechtigung, Indexstrategie und Lastprofil entscheiden über Trennung oder Zusammenfassung.
- Schritt 2: Primärschlüssel entwerfen: Natürliche und technische Schlüssel, Auto-ID, Idempotenz und Verknüpfung zur Quelle werden bewertet.
- Schritt 3: Feldtypen zuordnen: Dense- und Sparse-Vektoren, numerische Werte, Texte, Boolesche Felder, Arrays, JSON und dynamische Felder werden passend eingesetzt.
Praxisübung: Entwurf eines vollständigen Collection-Schemas einschließlich Schlüssel- und Herkunftsregeln.
Metadaten, Filter und Datenqualität
Skalare Metadaten ermöglichen präzise Eingrenzung, können aber bei inkonsistenter Modellierung zu fehlerhaften Ergebnissen führen.
- Schritt 1: Filterfelder auswählen: Nur fachlich stabile und häufig benötigte Merkmale werden als explizite Felder mit klarer Semantik modelliert.
- Schritt 2: Werte normalisieren: Einheiten, Kategorien, Datumswerte, Sprachen, Status und Mehrfachwerte erhalten verbindliche Konventionen.
- Schritt 3: Qualitätsregeln verankern: Pflichtfelder, Wertebereiche, Referenzlisten, Nullbehandlung und Dublettenregeln werden vor dem Insert geprüft.
Praxisübung: Definition eines Qualitätskatalogs und Testdatensatzes mit positiven und negativen Fällen.
Partitionierung, Mandanten und Ressourcenwirkung
Partitionen werden nicht als Ersatz für ein gutes Schema verwendet, sondern gezielt für Routing, Datenlebenszyklus und Isolation.
- Schritt 1: Partitionierungsgrund bestimmen: Mandant, Zeit, Region, Datenklasse oder Geschäftsdomäne werden nach Zugriffsmuster und Anzahl bewertet.
- Schritt 2: Partition Key planen: Automatisches Routing und Filterpflicht werden mit Kardinalität, Schieflage und Suchumfang abgeglichen.
- Schritt 3: Grenzen absichern: Maximale Anzahl, ungleichmäßige Datenverteilung, Cross-Partition-Suche und Wartungsaufwand werden getestet.
Praxisübung: Vergleich einer Collection-pro-Mandant-, Datenbank-pro-Mandant- und Partition-Key-Variante.
Mehrfachvektoren, Versionierung und Schemaevolution
Moderne Suchlösungen kombinieren mehrere Repräsentationen. Das Datenmodell muss Änderungen an Embeddings und Metadaten ohne unkontrollierte Mischbestände ermöglichen.
- Schritt 1: Vektorfelder trennen: Text-, Bild-, Sparse- und domänenspezifische Vektoren werden mit eigener Dimension, Metrik und Indexstrategie modelliert.
- Schritt 2: Versionen kennzeichnen: Embedding-Modell, Vorverarbeitung, Chunking und Schemafassung werden als explizite Metadaten geführt.
- Schritt 3: Migration planen: Parallelaufbau, Backfill, Dual Read, Umschaltung und Bereinigung werden für nicht kompatible Änderungen vorbereitet.
Praxisübung: Ausarbeitung eines Evolutionsplans von einem einzelnen zu mehreren Vektorfeldern.
Praxisprojekt
Alle Übungen werden in einer zusammenhängenden Laborumgebung durchgeführt. Ausgangsdaten, Konfiguration, Messwerte und Änderungen werden versioniert dokumentiert. Die technische Abnahme umfasst Funktionsfälle, definierte Fehlerfälle, Qualitätskontrollen und einen reproduzierbaren Wiederanlauf.
Zielgruppe und Voraussetzungen
Zielgruppe: Datenarchitektur, Data Engineering, Machine Learning Engineering, Softwareentwicklung, Solution Architecture und technische Produktverantwortung.
Voraussetzungen: Grundkenntnisse relationaler oder dokumentenorientierter Datenmodellierung sowie grundlegendes Verständnis von Vektorsuche und Embeddings.
Arbeitsweise
Fachliche Einordnung, technische Demonstrationen und schrittweise Übungen wechseln sich ab. Jede Konfiguration wird begründet, praktisch geprüft und anhand klarer Erfolgskriterien dokumentiert. Dadurch entsteht eine direkt übertragbare Arbeitsgrundlage für Entwicklung, Architektur oder Betrieb.
Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt. Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Datenarchitektur, Data Engineering, Machine Learning Engineering, Softwareentwicklung, Solution Architecture und technische Produktverantwortung. |
| Voraussetzungen: | Grundkenntnisse relationaler oder dokumentenorientierter Datenmodellierung sowie grundlegendes Verständnis von Vektorsuche und Embeddings. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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