Seminar Supply-Chain Incident Response – Schwachstellen und Wiederanlauf

Seminarbeschreibung

Ein neu veröffentlichter Sicherheitsbefund und ein kompromittierter Build-Prozess verlangen unterschiedliche Reaktionen. Das Seminar vermittelt eine strukturierte Erstbewertung, die den tatsächlichen Kenntnisstand, betroffene Softwarestände und die Vertrauenswürdigkeit vorhandener Nachweise berücksichtigt. Dazu werden Paket- und Produktinformationen, Release-Metadaten, Pipeline-Ereignisse und technische Konten zusammengeführt. Ziel ist eine begründete Entscheidung darüber, welche Veröffentlichungen gestoppt, welche Zugriffe entzogen und welche Systeme weiter untersucht werden müssen.

Die Fallstudie entwickelt sich von einer zunächst unklaren Meldung zu einem begrenzten Lieferkettenvorfall. Im Verlauf werden zusätzliche Informationen bereitgestellt, deren Herkunft und Aussagekraft zu bewerten sind. Die Laboraufgaben kombinieren kontrollierte Sperren mit Belegsicherung und einem erneuten Build aus einem überprüften Ausgangszustand. Rollen, interne Information und Wiederanlaufkriterien begleiten die technische Arbeit. Ein Rollback gilt nur dann als geeignete Maßnahme, wenn auch der frühere Stand hinreichend vertrauenswürdig ist. Produktbezogene Pflichten werden als Eingabe an die zuständigen Stellen adressiert; feste gesetzliche Fristen werden ohne geklärten Anwendungsfall nicht pauschal vorgegeben.

Inhaltsübersicht

  1. Meldungen aufnehmen und einordnen
  2. Betroffenheit belastbar feststellen
  3. Lieferprozesse kontrolliert eindämmen
  4. Belege und zeitlichen Ablauf sichern
  5. Vertrauenswürdigen Wiederanlauf vorbereiten
  6. Kommunikation und Nachbearbeitung organisieren

Seminarinhalte

Modul 1: Meldungen aufnehmen und einordnen

Kapitelinhalt: Triage; Kenntnisstand; Eskalation

  • Eine allgemeine Schwachstellenmeldung von Hinweisen auf tatsächliche Manipulation oder unberechtigten Zugriff unterscheiden.
  • Gesicherte Tatsachen, Annahmen und offene Fragen in einem gemeinsamen Lagebild erfassen.
  • Verantwortliche für Produkte, Build-Infrastruktur und Incident-Koordination bestimmen und erste Prioritäten abstimmen.

Modul 2: Betroffenheit belastbar feststellen

Kapitelinhalt: SBOM; Release-Daten; Artefakte

  • Komponenten und Versionen mit ausgelieferten Produkten, Varianten und konkreten Artefakt-Digests verbinden.
  • VEX-Aussagen und Scannerbefunde auf ihren Geltungsbereich sowie die Qualität zugrunde liegender Informationen prüfen.
  • Bei verdächtigem Builder vorhandene Build-Nachweise kritisch bewerten und unabhängige Informationen heranziehen.

Modul 3: Lieferprozesse kontrolliert eindämmen

Kapitelinhalt: Release-Stopp; Zugriffe; Quarantäne

  • Betroffene Veröffentlichungswege sperren, ohne dabei unnötig unabhängige Lieferstrecken zu unterbrechen.
  • Verdächtige technische Konten und Token begrenzen oder widerrufen und Abhängigkeiten der Maßnahmen berücksichtigen.
  • Artefakte und Runner kontrolliert isolieren und ihren Zustand für die weitere Untersuchung erhalten.

Modul 4: Belege und zeitlichen Ablauf sichern

Kapitelinhalt: Logs; Integrität; Nachvollziehbarkeit

  • Relevante Pipeline-, Repository- und Registry-Ereignisse mit Zeitbezug und Herkunft zusammenführen.
  • Gesicherte Daten vor Veränderung schützen und Übergaben sowie Analysezugriffe dokumentieren.
  • Eine nachvollziehbare Ereignisfolge erstellen und Lücken benennen, statt fehlende Informationen durch Vermutungen zu ersetzen.

Modul 5: Vertrauenswürdigen Wiederanlauf vorbereiten

Kapitelinhalt: Sauberer Ausgangszustand; Rebuild; Freigabe

  • Einen überprüften Quellstand sowie kontrollierte Werkzeuge und Abhängigkeiten für einen erneuten Build auswählen.
  • Erneuerte Identitäten und bereinigte Runner nutzen und den gesamten Freigabeweg erneut prüfen.
  • Rollback und Rebuild anhand der verfügbaren Vertrauensgrundlage vergleichen und verbindliche Wiederanlaufkriterien festlegen.

Modul 6: Kommunikation und Nachbearbeitung organisieren

Kapitelinhalt: Adressaten; Entscheidungen; Verbesserungen

  • Interne Statusinformationen und technische Handlungsempfehlungen aus dem bestätigten Kenntnisstand ableiten.
  • Produkt- und organisationsbezogene Melde- oder Informationspflichten an die zuständigen Verantwortlichen zur Bewertung übergeben.
  • Wirksame Gegenmaßnahmen, verbleibende Unsicherheiten und notwendige Änderungen der Kontrollen dokumentieren.

Praxisworkshop

Die Übungsschritte bauen aufeinander auf und werden an der vorbereiteten Laborumgebung durchgeführt.

  1. Eine eingehende Meldung anhand der vorbereiteten Produkt- und Build-Daten klassifizieren.
  2. Die betroffenen Releases mit SBOMs, Digests und Pipeline-Ereignissen eingrenzen.
  3. Die vorgesehene Lieferstrecke sperren, Testzugänge widerrufen und Untersuchungsdaten sichern.
  4. Ein Ersatzartefakt aus dem überprüften Ausgangszustand mit erneuerten Laborzugängen bauen und vollständig prüfen.
  5. Die Wiederanlaufentscheidung dokumentieren und eine interne Statusinformation mit bestätigten Fakten sowie offenen Punkten erstellen.

Schulungsumgebung

Die Schulungsumgebung wird vom Kunden bereitgestellt. Isolierte CI- und Registry-Umgebung mit künstlichen Ereignisprotokollen, SBOMs, Testartefakten und zurücksetzbaren Konten. Alle Szenarien verwenden vorbereitete Testdaten; produktive Systeme sind nicht Übungsziel.

Die Übungen werden schrittweise angeleitet. Konfiguration, erwartetes Verhalten und kontrollierte Fehlersituationen werden gemeinsam ausgewertet. Die Werkzeugstände werden vor Beginn auf Kompatibilität geprüft.

Seminardetails

Dauer: 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Product Security, PSIRT, DevOps Engineers, Plattformbetrieb, Incident Response und technische Produktverantwortung
Voraussetzungen: Grundkenntnisse zu CI/CD, Containern, SCA und SBOM; Fähigkeit, Logs und strukturierte Befunddaten zu lesen
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, schrittweise angeleitete Übungen und Fallarbeit mit Auswertung
Schulungsumgebung: Wird vom Kunden bereitgestellt; erforderliche Systeme und Zugänge werden vorab abgestimmt
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch; bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, Teilnahmebescheinigung
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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