Seminar Ransomware Recovery – Sicherer Wiederanlauf im Clean Room

Ein Clean Room ist eine kontrollierte Wiederherstellungsumgebung mit klar begrenzten Verbindungen und administrativen Zugängen. Die Schulung zeigt, wie diese Umgebung vorbereitet und ein betroffener Dienst darin geprüft wiederhergestellt wird. Ein eigenes VLAN allein reicht als Vertrauensnachweis nicht aus: Administrationssysteme, Identitäten, Sicherungen und erlaubte Kommunikationswege werden gemeinsam betrachtet.

Im Labor entsteht ein kleiner, zusammenhängender Dienstverbund aus Infrastruktur, Anwendung und Daten. Unterschiedliche Wiederherstellungspunkte und vorbereitete Störungen machen die Abhängigkeit zwischen technischem Start und tatsächlich nutzbarem Geschäftsdienst sichtbar. Die vollständige Wiederherstellung komplexer Unternehmenslandschaften wird als Planungsaufgabe abgegrenzt; praktisch bearbeitet wird ein realistisch begrenzter Ausschnitt.

Schulungsziele

  • Eine Recovery-Umgebung mit kontrollierten Vertrauens- und Kommunikationsgrenzen planen.
  • Wiederherstellungspunkte anhand des Vorfallverlaufs und vorhandener Prüfungen auswählen.
  • Geschäftsdienste in einer nachvollziehbaren Abhängigkeitsreihenfolge wiederherstellen.
  • Funktion, Integrität, Zugriffsrechte und Wiederanbindung mit dokumentierten Freigaben steuern.

Zielgruppe

System-, Netzwerk-, Backup- und Virtualisierungsadministratoren, technische Wiederanlaufteams und Verantwortliche für Notfallmanagement.

Voraussetzungen

Erfahrung in Serveradministration, Datensicherung und Netzsegmentierung. Kenntnisse der Incident-Response-Grundlagen; die Inhalte des Backup-Seminars sind hilfreich.

Seminarinhalte

Die folgenden Themen bilden den fachlichen Aufbau der Schulung.

  • Wiederanlaufauftrag und Prioritäten
  • Clean Room und saubere Verwaltung
  • Wiederherstellungspunkte und Datenprüfung
  • Dienste geordnet wiederherstellen
  • Freigabetests und Wiederanbindung
  • Mehrstufige Recovery-Übung

1. Wiederanlaufauftrag und Prioritäten

  • Kritische Geschäftsleistungen mit technischen Abhängigkeiten und fachlichen Eigentümern verknüpfen.
  • Untersuchung, Sicherung von Beweismitteln und Wiederherstellung als koordinierte Arbeitsstränge organisieren.
  • Wiederanlaufziele, akzeptierte Einschränkungen und verbindliche Freigaberollen für einen begrenzten Dienstverbund festlegen.

2. Clean Room und saubere Verwaltung

  • Recovery-Netze, Administrationsarbeitsplätze und erforderliche Infrastruktur aus einer kontrollierten Basis vorbereiten.
  • Erlaubte Datenübernahmen und Verbindungen explizit festlegen und die tatsächliche Isolation prüfen.
  • Zugänge zu Hypervisor, Storage und Backup-Verwaltung als eigenständige Vertrauensbereiche berücksichtigen.

3. Wiederherstellungspunkte und Datenprüfung

  • Sicherungsbestände anhand des vermuteten Angriffszeitraums, technischer Integrität und dokumentierter Befunde auswählen.
  • Kompromittierte Konfigurationen oder persistente Zugriffsmöglichkeiten als mögliche Risiken einer Rücksicherung berücksichtigen.
  • Schadsoftwareprüfung, Konfigurationsvergleich und fachliche Datenkontrolle mit ihren Grenzen kombinieren.

4. Dienste geordnet wiederherstellen

  • Grundlegende Netzdienste, Identitätsabhängigkeiten, Datenhaltung und Anwendung in einer begründeten Reihenfolge bereitstellen.
  • Eine virtuelle Laborinstanz und einen Anwendungsdienst aus sauberen Ausgangspunkten beziehungsweise geprüften Sicherungen wiederherstellen.
  • Dienstkonten, Schlüssel und Zertifikate nach Befund erneuern und die Auswirkungen auf abhängige Komponenten kontrollieren.

5. Freigabetests und Wiederanbindung

  • Technische Gesundheit, repräsentative Geschäftsvorgänge, Berechtigungen und Protokollierung getrennt prüfen.
  • Wiederanbindung stufenweise durchführen und Abbruch- sowie Rückfallkriterien vorab festlegen.
  • Beobachtungsphase, Restrisiken und Übernahme durch den Regelbetrieb mit benannten Verantwortlichen dokumentieren.

6. Mehrstufige Recovery-Übung

  • Eine gestörte Dienstkette unter begrenzten Ressourcen in einer isolierten Umgebung wiederherstellen.
  • Einen ungeeigneten Wiederherstellungspunkt und eine fehlerhafte Abhängigkeit anhand vorbereiteter Befunde erkennen.
  • Erst nach dokumentierter Prüfung die Freigabeentscheidung treffen und die tatsächlich erreichte Wiederanlaufzeit auswerten.

Praktische Fallbearbeitung

  1. Einen begrenzten Geschäftsdienst mit seinen Infrastruktur- und Identitätsabhängigkeiten beschreiben.
  2. Den Recovery-Bereich aufbauen und unerwünschte Verbindungen mit passenden Tests ausschließen.
  3. Einen begründeten Wiederherstellungspunkt auswählen und die benötigten Komponenten geordnet bereitstellen.
  4. Daten, Berechtigungen und repräsentative Geschäftsvorgänge prüfen und eine vorbereitete Störung beheben.
  5. Die stufenweise Wiederanbindung planen, Freigaben dokumentieren und eine überwachte Übergabe vorbereiten.

Schulungsumgebung

Getrennte Recovery-Laborumgebung mit Virtualisierung, Backup-Beständen, vorbereiteten Identitätsdiensten und einer überschaubaren Testanwendung. GUI und Kommandozeile werden je nach System verwendet. Eine vollständige Active-Directory-Forest-Recovery wird im entsprechenden Spezialseminar praktisch vertieft.

Passende Vertiefungen

Die weitere Auswahl richtet sich nach Aufgabenfeld und vorhandenen Kenntnissen.

Ansprechpartner

Seminardetails

Dauer: 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: System-, Netzwerk-, Backup- und Virtualisierungsadministratoren, technische Wiederanlaufteams und Verantwortliche für Notfallmanagement.
Voraussetzungen: Erfahrung in Serveradministration, Datensicherung und Netzsegmentierung. Kenntnisse der Incident-Response-Grundlagen; die Inhalte des Backup-Seminars sind hilfreich.
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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Seminar Startdatum Enddatum Ort Dauer
Erfurt 3 Tage
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Paderborn 3 Tage
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